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Leipziger Immobilienmarkt erzielte 2017 Rekordumsätze: Zeichen stehen weiter auf Wachstum

Leipzig zählt aufgrund seiner seit Jahren überdurchschnittlichen Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung zu den dynamischsten Regionen in Deutschland und damit zur Spitzengruppe deutscher B-Städte. Diesen Platz hat Leipzig 2017 nicht nur verteidigt, sondern weiter gefestigt und optimiert. Zu diesem Ergebnis kommt der CITY REPORT REGION LEIPZIG 2018/19, den AENGEVELT-RESEARCH Mitte April vorgestellt hat.

AENGEVELT-RESEARCH stellt CITY REPORT 2018/19 für die Region Leipzig vor
Von Redaktion Immobilien Aktuell, 25.04.2018

„Das starke Wachstum Leipzigs hält weiter an, Ende 2017 lebten hier 590.000 Menschen“, konstatiert auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung in seinem Vorwort. „Vor allem in der inneren Stadt ist eine zunehmende Bautätigkeit sichtbar. Trotzdem entstehen – bezogen auf die steigende Nachfrage – zu wenige Wohnungen. Der Leerstand ist stark gesunken und mit Blick auf steigende Mieten ist der Leipziger Wohnungsmarkt als angespannt zu betrachten. Es braucht deutlich mehr Neubau! Auch in der Phase des Wachstums sollte es uns gelingen, neue, faire Lösungswege zu finden, eine vielfältige und inklusive Stadt zu entwickeln.“

Was sich auf dem Leipziger Immobilienmarkt in den Bereichen Wohnen, Invest, Office, Retail und Logistik 2017 getan hat, fasst der 80-seitige Bericht detailliert zusammen. Dabei belegen die aktuellen Analysen die vormals von AENGEVELT-RESEARCH prognostizierten vielfältigen positiven Entwicklungen der Region:

  • Der Geldumsatz am Leipziger Grundstücksmarkt erreichte mir 2,8 Milliarden Euro nahezu das Rekordergebnis des Jahres 2016 (2,9 Milliarden Euro). Er ist damit nicht nur das bislang zweitbeste Ergebnis in Leipzig, sondern liegt auch markant 69 Prozent über dem Mittelwert der vorangegangenen zehn Jahre (Durchschnitt 2007 bis 2016: 1,66 Milliarden Euro). Zum konventionellen Transaktionsvolumen kommen außerdem noch Verkäufe von Gesellschafts- bzw. Unternehmensanteilen (Share-Deals) in Höhe von geschätzt rund 376 Millionen hinzu (2016: 198 Millionen), sodass sich der Gesamtumsatz am Leipziger Grundstücksmarkt (Asset- und Share-Deals) auf rund 3,2 Milliarden Euro summiert. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr (2016: 3,1 Milliarden Euro) und damit ein neuer Gesamt-Rekord.
  • Der Leipziger Markt für Wohn- und Gewerbeinvestments legte binnen Jahresfrist erneut zu, und zwar um fünf Prozent auf rund 2,15 Milliarden Euro (2016: rund 2,05 Milliarden Euro). Dies ist auf das gestiegene Volumen im Bereich der Share-Deals zurückzuführen: Das Transaktionsvolumen auf dem konventionellen Investmentmarkt (Asset-Deals, Wohn-/Gewerbeinvestments) belief sich nach vorläufigen Erhebungen des städtischen Gutachterausschusses 2017 auf rund 1,78 Milliarden Euro (2016: 1,85 Milliarden Euro, das sind minus vier Prozent). Das Zehn-Jahres-Mittel wurde indessen um 83 Prozent erneut markant übertroffen (Durchschnitt 2007 bis 2016: 970 Millionen).
     
  • Auch am Leipziger Büromarkt wurde 2017 mit einem Flächenumsatz von rund 158.000 Quadratmetern ein neuer Rekordwert erzielt, der das Vorjahresergebnis (2016: rund 93.700 Quadratmeter) um 69 Prozent übertrifft sowie das Zehnjahresmittel (Durchschnitt 2007 bis 2016: 89.200 Quadratmeter) um 77 Prozent.
     
  • Gleichzeitig baute sich der nominelle Büroflächenleerstand weiter ab: Von 305.000 Quadratmetern auf lediglich noch 265.000 Quadratmeter.
     
  • Die Bürospitzenmiete stellte sich dabei stabil zum Vorjahr auf 13 Euro je Quadratmeter ein. Leipzig bietet damit im Metropolenvergleich unverändert günstige Rahmenbedingungen für Unternehmensexpansionen und -neuansiedlungen. Dies gilt analog auch für die relativ geringe Einzelhandelsspitzenmiete, die leicht auf 135 Euro je Quadratmeter nachgegeben hat (zum Vergleich Berlin: 340 Euro je Quadratmeter; München: 380 Euro je Quadratmeter), mit der Leipzig indessen nach wie vor den höchsten Mietwert in Ostdeutschland (gefolgt von Dresden: 120 Euro je Quadratmeter) aufruft.
     
  • Weitere wichtige Impulse für Leipzig gehen zudem vom anhaltenden Bevölkerungswachstum aus: Ende 2017 belief sich die Einwohnerzahl auf rund 577.000, das sind 6.000 Menschen mehr als noch vor Jahresfrist. Sie übertrifft damit den Bevölkerungsstand zum Zeitpunkt der Wende. Dadurch steigt auch die Zahl der Privathaushalte und analog die Nachfrage nach Wohnraum. Entsprechend überstiegen 2017 die Geldumsätze durch Verkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Wohn- und Teileigentum wie bereits in den beiden Vorjahren erneut die Marke von einer Milliarde Euro. Sie liegen damit rund 51 Prozent über dem Mittelwert der jüngsten Dekade (Durchschnitt 2007 bis 2016: 670 Millionen Euro).
     
  • Die hohe Nachfrage hält an: Für 2030 wird – in Abhängigkeit von den unterschiedlichen Berechnungsansätzen des Freistaates Sachsen und der Stadt Leipzig – ein Bevölkerungswachstum auf 618.000 bis 722.000 Einwohner erwartet.

Aufgrund ihrer Analysen prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH für den Leipziger Wohnungsmarkt folgendes Szenario:

  • Das Leipziger Wohninvestmentsegment profitiert vom anhaltenden Einwohner- und Haushaltswachstum mit weiterhin überdurchschnittlichen Transaktionsvolumina. Gleichzeitig wächst die Risikobereitschaft in Richtung Value-Add-Produkte.
     
  • Dies wird auch durch ein moderat steigendes Mietpreisniveau gefördert: Die steigende Nachfrage, die sich in den vergangenen Jahren durch das markante Bevölkerungswachstum erhöht hat, und der damit verbundene Anstieg der Haushaltszahlen führen angesichts knapper bedarfsgerechter Angebote unweigerlich zu einer Erhöhung des Mietpreisniveaus. Inzwischen liegt die stadtweite Angebotsmiete für Bestands- und Neubauwohnungen im Mittel bei 6,38 Euro je Quadratmeter, im Neubausegment allein werden Mietpreise von durchschnittlich 9,50 Euro je Quadratmeter aufgerufen. Dieser Trend wird sich fortsetzen.
     
  • Die Mietpreisspanne im Bestand steigerte sich 2017 von einfachen Lagen bis hin zu sehr guten Lagen auf Mietpreise zwischen fünf Euro je Quadratmeter und 9,15 Euro je Quadratmeter, wobei das Preisniveau am unteren Preisrand aufgrund der Angebotsquantität mittelfristig markanter ansteigen könnte als im Neubausegment. Die mittlere Bestandsmiete liegt aktuell bei rund 5,75 Euro je Quadratmeter.
     
  • Bei Neubauwohnungen zog das Mietniveau im Vergleich zum Vorjahr 2016 moderat an.  Hier werden im Durchschnitt 9,50 Euro je Quadratmeter gezahlt. Aktuell werden Mieten von 7,90 Euro je Quadratmeter bis 11,80 Euro je Quadratmeter gefordert. Der Preisanstieg der jüngeren Vergangenheit ist begründet durch die Verknappung des Angebotes und den Trend zum qualitativ höherwertigen Bauen. Auch der Anstieg der Baupreise spielt eine nicht unerhebliche Rolle bei der Steigerung der Neubaumieten.
     
  • Zu den gefragten Lagen, in denen auch die Zahlungsbereitschaft hoch ist bzw. steigt, gehören unter anderem weiterhin die Quartiere im und rund um das Zentrum, sowie die Süd- und Südwestviertel, wie das Musikviertel (Zentrum Süd), Connewitz, die Südvorstadt, Gohlis-Süd und Plagwitz.

Während der Bericht nicht nur für den Wohnungs-, sondern auch für den Büromarkt neue Rekordwerte ermittelt, ging der Flächenumsatz im Bereich Logistik von rund 110.000 Quadratmetern um 59 Prozent deutlich zurück. Dabei mangelte es nicht an der Nachfrage, sondern vielmehr an bedarfsadäquaten Flächen. Entsprechend wichtig sind zum Beispiel die weiteren Planungen zur Entwicklung des „Airport-Campus“, wo in unmittelbarer Nähe zum Flughafen drei Business Parks die wachsende Nachfrage nach Büro- und Gewerbeflächen in der Region decken sollen. Das Angebot an unbebauten Gewerbeflächen, das vorrangig in etablierten Gewerbegebieten liegt und der Nutzung werkstattgebundener Dienstleistungen, dem produzierenden Gewerbe bzw. der Logistikbranche vorbehalten ist, halten die Experten in der Region Leipzig nach wie vor für gut.

Mehr Details zum CITY REPORT erteilt Frank Korablin, stellv. Leiter AENGEVELT-RESEARCH (Tel. 030 20193-150; E-Mail: f.korablin@aengevelt.com)

Über AENGEVELT

AENGEVELT bietet professionell und engagiert die optimale Unterstützung und fachliche Begleitung für Immobilien-Dispositionen von An- bzw. Vermietungen, Immobilienan- und -verkäufen, Bewertungs- und Research-Aufträgen. Die stringent hohe Qualität der Leistungen wird dabei durch ein unternehmensweit ISO- und ICG-zertifiziertes Qualitätsmanagement- und Compliance-Management-System gewährleistet und zudem durch regelmäßige Kundenzufriedenheitsanalysen geprüft und optimiert. Eine aktuelle Studie von FOCUS-MONEY zum Thema „Fairster Immobilienmakler“ bestätigt die hohe Kundenorientierung: Sie zeichnet AENGEVELT wie bereits in den drei Vorjahren erneut mit der Bestnote „Sehr Gut“ aus.

 

Foto: pixabay.com / lapping (CC0)

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