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Quartier der Generationen

Vor 20 Jahren hatte die Dresdner Sparkasse das 1914 eingeweihte Stadthaus am Güntzplatz saniert und zu ihrem Hauptsitz umgebaut. Später kam ein Anbau hinzu. Dennoch reicht der Platz schon lange nicht mehr aus. So wird nun auf einer 22.000 Quadratmeter großen Fläche gebaut.

Gemeinsam mit der ZIB-Gruppe investiert die Dresdner Sparkasse rund 120 Millionen Euro in den Dresdner Güntzplatz
Von B. Klemm, 22.09.2017

Das Immobiliengeschäft läuft dank niedriger Zinsen besonders gut. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden stieg beispielsweise im vergangenen Jahr die Anzahl der Neuzusagen für private und gewerbliche Baufinanzierungen um 23 Prozent und erreichte 656,6 Millionen Euro.

Die Sparkasse möchte das Thema der eigenen vier Wände für ihre Kunden in einer völlig neuen und zeitgemäßen Form präsentieren, kündigt Sprecher Andreas Rieger an. Der Kauf einer Wohnimmobilie sei eine weitreichende Entscheidung, die gut geprüft werden sollte. Die Sparkasse wolle dazu ihre Kunden mit fundiertem Wissen und Knowhow begleiten.

Vor 20 Jahren hatte die Dresdner Sparkasse das 1914 eingeweihte Stadthaus am Güntzplatz saniert und zu ihrem Hauptsitz umgebaut. Später kam ein Anbau hinzu. Dennoch reicht der Platz schon lange nicht mehr aus. So wird nun auf einer 22.000 Quadratmeter großen Fläche gebaut. Von seinem Büro aus verfolgt Andreas Rieger das Baugeschehen. Das Thema beschäftigt ihn schon lange, schließlich hat die Sparkasse die Entwicklung des Areals über viele Jahre vorbereitet und fehlende Grundstücke Schritt für Schritt erworben.

Plattenbau muss weichen

Aus der Vogelperspektive erhält der Betrachter einen Eindruck davon,
 wie das neue Quartier sich in die Umgebung einpasst. Entwurfsverfasser: CODE UNIQUE ARCHITEKTENVor vier Jahren wurde ein stark verschlissener Plattenbau an der Gerokstraße abgerissen. In dem Elfgeschosser aus den 1970er Jahren gab es etwa 160 Wohnungen. Bauexperten hatten zuvor jedoch eingeschätzt, dass sich eine Sanierung nicht rechnet. Besonders der Brandschutz sei eine Katastrophe gewesen. In enger Abstimmung mit der Dresdner Stadtplanung hatte die Sparkasse das Konzept für die einstige Parkplatzfläche entwickelt. Ein Drittel des Güntzareals behält nun das Finanzhaus im eigenen Besitz und erweitert entlang der Gerokstraße seinen Hauptsitz mit einem etwa 70 Meter langen Neubau.

Das Sparkassen-Tochterunternehmen I&V Immobilien Betriebs- und Vermarktungsgesellschaft managt das Vorhaben. „Wir benötigen weitere Büroräume“, hatte der Vorstandsvorsitzende Joachim Hoof beim ersten Spatenstich im Mai erklärt. 22 Millionen Euro investiert sein Haus in dieses Projekt. Im Erd- und im Galeriegeschoss ist zukünftig das eingangs erwähnte Servicecenter für Bauinteressierte untergebracht. Spätestens zum 200. Jubiläum der Sparkasse 2021 soll das Gesamtensemble vollendet sein.

Dreieck wird geschlossen

Den größten Teil der dreieckigen Fläche zwischen Elsasser Straße, Elisen- und Gerokstraße bebaut das Unternehmen ZBI – die Zentral Boden Immobilien AG. Dessen Aufsichtsratsvorsitzender Peter Groner spricht von einem künftigen „Quartier der Generationen“. So sollen 211 familien- und seniorengerechte Mietwohnungen sowie 137 möblierte Apartments, je etwa die Hälfte für Studenten beziehungsweise für Geschäftsleute entstehen. Zudem plant die ZBI 1.500 Quadratmeter Bürofläche, acht Läden, zwei Gaststättenflächen sowie ein Fitness- und Therapie-Zentrum.

Noch ist der Güntzplatz im Viertel Johannstadt nur eine Baugrube. Foto: Ostsächsische Sparkasse Dresden/OSD MedienDas Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Erlangen hat, wird in dem Neubau-Komplex zugleich ein eigenes Center- und Vermietungsmanagement einrichten. Den künftigen Nutzern des Gesamtkomplexes stehen 390 Tiefgaragenplätze zur Verfügung. Damit soll sich die Parksituation in dem Viertel entspannen.

Die ZBI AG gibt die Gesamtinvestitionssumme mit mehr als 95 Millionen Euro an. Getreu dem Motto, Innen- geht vor Außenentwicklung, beseitigt die ZBI eine der wichtigsten Brachen in der Dresdner Johannstadt. Das Wohnviertel wurde im Krieg nahezu vollständig zerstört und wird heute hauptsächlich von Plattenbauten geprägt. Nun erklärt Christian Reißing, Vorstand der ZBI AG: „Das in Abstimmung mit der Sparkasse entwickelte Konzept fügt sich harmonisch in die umliegende Bebauung ein und steht dank seiner Nutzungsvielfalt für ein qualitätsvolles Wohnen und Leben.“

Städtebaulich wird das Güntzareal als Blockrandbebauung geschlossen. An der Ecke Gerok- und Elisenstraße rundet ein Gebäudesolitär das Ensemble ab. Die Entwürfe stammen von dem Büro CODE UNIQUE ARCHITEKTEN aus Dresden.

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