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Von trostlos zurück auf los

ImmoMa holt eine bereits totgeglaubte Vorkriegssiedlung in Rothensee zurück ins Leben. Während ähnliche Projekte in Magdeburg bereits bevorstehen, sollen perspektivisch weitere Akquisitionen in Mitteldeutschland folgen.

ImmoMa holt eine bereits totgeglaubte Vorkriegssiedlung in Rothensee zurück ins Leben
Von Jan Zimmermann, 15.04.2019

Es ist noch nicht lange her, da wurde das Quartier nordöstlich vom Bahnhof Magdeburg-Eichenweiler noch als Geistersiedlung bezeichnet. Ein Konglomerat aus trostlosen Mietskasernen, deren einziger zarter „Zauber“ höchstens noch in einer Kaltmiete von 3,80 Euro pro Quadratmeter bestand. Selbst solchen Niedrigpreisen zum Trotz standen die meisten der rund 350 Wohnungen leer. Bis ImmoMa das Potenzial des Karrees aus den Zwanziger und Dreißigerjahren erkannte und es Anfang 2017 zwecks Wiederbelebung erwarb. Das Berliner Immobilienunternehmen folgte damit seinem gewohnten Erfolgsschema. „ImmoMa investiert seit Jahren in Immobilien in Berlin und den ostdeutschen Bundesländern“, sagt Geschäftsführer Jan Litwinschuh. „Nach dem Kauf erfolgt eine grundlegende Sanierung und, je nach Anforderung, eine Optimierung der Infrastruktur. Unsere Objekte in Ostdeutschland liegen in Zwickau, Altenburg, Gera, Dessau, Magdeburg, Cottbus und Chemnitz.“

Einmal komplett umkrempeln, bitte!

Dank ImmoMa wird aus der ehemaligen Geistersiedlung nun die Windmühlensiedlung. Der äußere Ring erhält eine komplette Sanierung. Das bedeutet neue Balkone, Grundrissänderungen für hauptsächlich größere, familiengerechte Wohnungen (die Nachfrage ist groß), Erneuerung von Elektrik und Heizungsanlage, neue Bäder, Fassadendämmung und Ausbau der Dachrohlinge zu zusätzlichen Etagen. Die innenliegenden Einheiten am Windmühlen- und Heinrichsberger Privatweg wandeln sich wiederum zu Reihenhäusern.

Bei zwei Blöcken, sprich in der Windmühlenstraße 3 bis 3c sowie 4 bis 4f mit insgesamt etwa 80 Wohnungen, sind die Arbeiten bereits abgeschlossen. Die Windmühlenstraße 5 bis 5c befindet sich derzeit in der Sanierung. Fertigstellungstermin: Juni 2019. In Kürze beginnt zudem die Sanierung der 50 bis 60 Wohnungen in der Havelstraße sowie der Reihenhäuser im inneren Ring.

Zukünftige Projekte befassen sich mit Konzepten für eine nachhaltige Nutzung der bestehenden Gewerbeflächen in der Heinrichsberger Straße 1 zur Verbesserung der Infrastruktur sowie mit der Sanierung der Heinrichsberger Straße 1 bis 23 mit 130 bis 140 Wohnungen. Bislang verliefen alle Arbeiten planmäßig. Einzig in der Heinrichsberger Straße bedarf es noch einer finalen Aussage des Statikers, bis die erforderlichen Arbeitsschritte eingeleitet werden können. Da hier früher unter den Häusern ein Bach verlief, sind diese leicht abgesackt.

Was macht die Rendite?

Insgesamt investiert ImmoMa nach eigenen Angaben etwa 30 Millionen Euro in das 30.562 Quadratmeter große Areal mit zukünftig 23.314 Quadratmetern Wohnfläche. Das muss sich natürlich auch rechnen. Welches Wertschöpfungspotenzial der Investor für das Objekt sieht, zeigt sich in dessen prognostizierter Jahresnettomiete in Höhe von 1.750.000 Euro. Für die künftigen Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen und Reihenhäuser geht das Unternehmen von Mieten zwischen 6,50 Euro und 7,25 Euro pro Quadratmeter aus. Zum Vergleich: Der weitgehend unbewohnte Bestand erzielte bei einem Mietpreis von 3,80 Euro pro Quadratmeter eine Jahresnettomiete von 58.598 Euro.

Und wo geht es weiter?

Die Windmühlensiedlung stellt keineswegs den Abschluss von ImmoMas Unternehmungen in Magdeburg dar. Weitere Grundstücke in Rothensee sowie in der Badeteich-, Forsthaus- und Ackendorfer Straße wurden bereits erworben. Auch hier sollen die Häuser saniert und anschließend gewinnbringend neuvermietet werden. Um die Attraktivität speziell für ältere Menschen zu erhöhen, sind zusätzlich Aufzüge für die Wohnungsbauten vorgesehen. Derweilen hält ImmoMa nach neuen Objekten für ihr Portfolio in Mitteldeutschland Ausschau. „Da wir uns zurzeit in diesen Regionen etabliert haben“, so Jan Litwinschuh, „wollen wir auch zukünftig weitere Akquisitionen in Ost- beziehungsweise Mitteldeutschland vornehmen.“

 

Foto: shutterstock.com

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