Sanierung in Marienberg: Aus ehemaliger Knopffabrik entstehen Wohnungen

Sanierung in Marienberg: Aus ehemaliger Knopffabrik entstehen Wohnungen

Sanierung in Marienberg: Aus ehemaliger Knopffabrik entstehen Wohnungen
Aus einer Knopffabrik wurde in Sachsen neuer Wohnraum geschaffen. Copyright Symbolbild: Melanie auf Pixabay

Die Baldauf-Fabrik im sächsischen Marienberg (Erzgebirgskreis) ist bezugsfertig. Die frühere Knopffabrik wurde zu Wohnzwecken umgebaut. Nach dreijähriger Umbauzeit konnte am 21. März 2024 der Schlüssel für das Objekt vom bauausführenden Architekturbüro an den Eigentümer, die Stadtwerke Marienberg GmbH, übergeben werden.

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Nur die schiere Größe der Baldauf-Fabrik und einige wenige Details lassen heute noch Rückschlüsse auf die einstige Blütezeit der europäischen Knopf- und Posamentenindustrie zu. Unter der Firmenbezeichnung Gebrüder Baldauf entstand 1895 im Herzen Marienbergs eine der größten Metallknopffabriken Sachsens. Das Großunternehmen stellte unter anderem Metallknöpfe, Annäh-Druckknöpfe, Celluloidknöpfe, Goldknöpfe und Stoffknöpfe für Damen- sowie Kinderkonfektion, Gürtelschnallen, Plaketten sowie Besatzschnallen aus Metall und Celluloid, Hutnadeln, Stahl-, Gold- und farbige Auflagen für die Posamentenfabrikation her. Seitdem hat das Gebäude eine bewegte Geschichte hinter sich und stand seit der Wiedervereinigung leer.

Ehemalige Baldauf-Fabrik in Marienberg wird zu Wohnraum

Die Stadtwerke Marienberg erkannten das Potential der denkmalgeschützten Industriebrache. Im Dezember 2019 wurden mit der Unterzeichnung des Städtebaulichen Vertrages die Weichen für das Sanierungsprojekt gestellt. Die Stadtwerke begannen im Jahr 2020 mit dem Umbau zu einem Wohnhaus mit modernem Wohnraum. Im Zuge der Gesamtsanierung entstanden 20 Wohneinheiten in gehobener Ausstattung unterschiedlicher Größe (54 bis 117 Quadratmeter), verteilt auf drei Etagen mit einer Gesamtwohnfläche von 1.700 Quadratmetern. Alle Wohnungen sind über einen Aufzug erreichbar und ein Großteil verfügt über einen Balkon. Dazu gesellen sich verschiedene Annehmlichkeiten wie Bäder mit Dusche und Badewanne sowie Fußbodenheizung. Und im Untergeschoss warten zudem Tiefgaragenstellplätze auf die Mieter.

Die Baumaßnahme war nicht einfach. Ein Großteil der Gebäudesubstanz musste zunächst abgerissen und neu aufgebaut werden. Besonders wurde darauf geachtet, dass die ortsbildprägende Fassade des Gebäudes „Am Roten Turm 1“ erhalten blieb. Eine Verbindung zum angeschlossenen Gebäudekomplex im Bereich Freiberger Straße 20 wurde in diesem Zusammenhang rückgebaut.

„Städtebaulicher Schandfleck“ wird dank Städtebauförderung ausgeräumt

Unterstützt wurde der Umbau der Baldauf-Fabrik mit Mitteln der Städtebauförderung. Von den rund 8,76 Millionen Euro Gesamtkosten wurden 4,5 Millionen Euro durch den Bund und den Freistaat Sachsen finanziert. Die Baldauf-Fabrik liegt in der städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Östliche historische Altstadt“, in der seit 2014 noch weitere Objekte in dem Quartier gefördert wurden, unter anderem auch die Sanierung des Glockenturms der St. Marienkirche.

„Heruntergekommene, unansehnliche Fabrikgebäude in Innenstädten sind leider keine Seltenheit, auch nicht in Sachsen. Viele wurden im Laufe der vergangenen Jahre schon abgerissen, um Platz für Neues zu schaffen. Nicht durch Abriss, sondern Umbau und Sanierung solcher Industriebrachen kann baukulturelles Erbe erhalten und das Erscheinungsbild eines Stadtviertels aufgewertet werden“, erklärte Staatsminister Thomas Schmidt anlässlich der Schlüsselübergabe. „Deshalb freue ich mich, dass in Marienberg ein lange leerstehendes Industriegebäude durch Mut zum Anpacken seitens der Eigentümerin sowie mit staatlichen und kommunalen Mitteln saniert werden konnte und eine neue Funktion bekommen hat. Die mit Hilfe der Städtebauförderung gerettete Baldauf-Fabrik ist ein gelungenes Beispiel für den Erhalt wertvoller Bausubstanz. Endlich konnte ein städtebaulicher Schandfleck beseitigt und Menschen ein neues Zuhause mit viel Charme und Geschichte gegeben werden.“

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