Berlin/Brandenburg: Überhöhte Preiserwartungen schwächen den Immobilienmarkt

Berlin/Brandenburg: Überhöhte Preiserwartungen schwächen den Immobilienmarkt

Berlin/Brandenburg: Überhöhte Preiserwartungen schwächen den Immobilienmarkt
Verkäufer von Immobilien haben zu hohe Erwartungen an den Verkaufspreis. Copyright: Phil Reese auf Pixabay

In Berlin und Brandenburg werden weniger Immobilien verkauft als in den vergangenen Jahren. Eine Umfrage des IVD Berlin-Brandenburg zeigt, dass häufig die Preisvorstellungen der Verkäufer zu hoch sind.

Einladung zur Real Estate Mitteldeutschland

Laut dem Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin ist die Zahl der Immobilienverkäufe in der Stadt deutlich zurückgegangen: Im ersten Quartal 2023 wurden 24 Prozent weniger Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft als im Vorjahreszeitraum. Bei den Eigentumswohnungen betrug der Rückgang 38 Prozent. Die Gutachterausschüsse für Brandenburg erfassten 2022 19 Prozent weniger Transaktionen als im Jahr zuvor.

Überzogene Erwartungen an den Verkaufspreis hemmen Transaktionszahlen

Der IVD Berlin-Brandenburg repräsentiert unter anderem die Immobilienmaklerinnen und -makler der Hauptstadtregion. Diese bestätigen in einer aktuellen Mitgliederumfrage den negativen Trend. Bei knapp einem Viertel der Befragten ist die Zahl der begleiteten Transaktion im Vergleich zum Vorjahr sogar um mehr als die Hälfte zurückgegangen.

Ein Grund dafür sind die zum Teil überzogenen Erwartungen an den Verkaufspreis. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer gaben an, dass die Preisvorstellungen der Verkäufer momentan deutlich oder sogar sehr deutlich über den Möglichkeiten des Marktes liegen. 90 Prozent der Makler haben schon Vermittlungsaufträge abgelehnt, weil die Verkäufer nicht bereit waren, mit niedrigeren Preisen an den Markt zu gehen.

Warten lohnt sich nicht - weder für Verkäufer noch Käufer

Andererseits lassen sich viele Verkäufer davon überzeugen, mit dem Preis herunterzugehen, wenn die Argumente stimmen. Die Mitglieder des IVD Berlin-Brandenburg führen in ihren Gesprächen unter anderem Vergleichswerte, Marktstatistiken und die gestiegenen Finanzierungskosten an.

„Unsere Mitglieder verstehen sich als Vermittler zwischen Eigentümer und Käufer. Diese Kompetenz ist angesichts der aktuellen Marktlage wichtiger denn je. Denn einerseits müssen die Verkäufer akzeptieren, dass sich viele Faktoren überraschend schnell geändert haben und sich damit auch die realisierbaren Immobilienpreise ändern mussten und müssen. Viele hoffen aber noch, die letzten zu sein, die Preise von gestern realisieren können und leider lassen sich immer noch Makler darauf ein. Andererseits muss den Käufern bewusst sein, dass die Zinsen vermutlich so bald nicht wieder sinken werden und ein Immobilienkauf auch wieder mehr Verzicht in anderen Lebensbereichen mit sich bringen kann. Warten lohnt sich meiner Meinung nach nicht“, sagt Nils Werner, der Geschäftsführer des IVD Berlin-Brandenburg.

Wohneigentum in Großstädten wird innerhalb von fünf Jahren deutlich teurer: Eine Analyse von immowelt zeigt: Der Immobilienkauf in deutschen Großstädten ist heute deutlich teurer als vor fünf Jahren. Auch in Ostdeutschland haben die Preise deutlich angezogen. Wir haben alle Fakten und Zahlen.
Trend

Wohneigentum in Großstädten wird innerhalb von fünf Jahren deutlich teurer

BBU: „Berliner Wohnungswirtschaft geht die Puste aus“: Rund zwei Prozent Anstieg der Mieten, bei mehr als sieben Prozent Inflation und rund 17 Prozent Kostensteigerung beim Bauen: Maren Kern, Vorständin vom BBU, stellt die Analyse der aktuellen Zahlen und die Prognose der Berliner Mitgliedsunternehmen vor.
Berlin/Brandenburg

BBU: „Berliner Wohnungswirtschaft geht die Puste aus“

Berlin legt vier neue Städtebaufördergebiete fest: Vier neue Berliner Gebiete werden ab 2025 in das Städtebauförderprogramm Lebendige Zentren und Quartiere aufgenommen. Alle Infos...
Berlin/Brandenburg / Berlin

Berlin legt vier neue Städtebaufördergebiete fest