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Frankfurt an der Oder: Logistikstandort mit Potential

Neue Studie nimmt die Bedeutung der Logistikbranche für die Region unter die Lupe und beleuchtet Stärken und Schwächen des Standorts. Eine wiederbelebte Verbindung zwischen China und Europa könnte die Entwicklungsperspektiven erhellen.

Neue Studie nimmt die Bedeutung der Logistikbranche für die Region unter die Lupe.
Von REDAKTION IMMOBILIEN AKTUELL MAGAZIN / MATTHIAS KLÖPPEL, 08.11.2019

Die Logistikregion Frankfurt (Oder) bietet für größere, personalintensive Logistikansiedlungen Potentiale, „die in den Ballungsräumen gar nicht oder nur zu deutlich teureren Konditionen realisiert werden können“. So lautet das Fazit der neuen Studie „Logistische Standortanalyse für die Region Frankfurt (Oder)“. Danach liegen die eindeutigen Stärken des Standorts nahe der polnischen Grenze im Bereich der Kostenstrukturen sowie der Verfügbarkeit von Ansiedlungsflächen und Arbeitskräften im lokalen Markt. Auch die multimodale Anbindung sei ein Vorteil, könne jedoch hinsichtlich des Nutzungsgrads und der Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft noch ausgebaut werden.

Frankfurt (Oder): gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

„Es ergibt sich ein logistisches Standortprofil, das insbesondere durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für die Abwicklung von weiträumigen Distributionskonzepten auf Straße und Schiene geprägt ist. Insbesondere Gatewayansätze sowie zentrale Distributionslösungen in Deutschland und Polen finden in Frankfurt (Oder) eine günstige Kombination an Standortfaktoren vor“, sagt Uwe Veres-Homm, Fraunhofer SCS – Geschäftsfeldkoordinator Logistik, Transport & Mobilität.

Laut der Studie eignet sich die knapp 60.000 Einwohner zählende Stadt sowohl für Groß- und Einzelhändler als auch für Onlinehändler aus dem Non-Food-Bereich. Für industrielle Nutzer sei der Standort als Konsolidierungspunkt zwischen ost- und westeuropäischen Märkten sowie als Importstandort interessant. Logistikdienstleister profitierten von der vorhandenen Straßen- und Schieneninfrastruktur.

Zu den aktuellen Bauvorhaben zählt die Entwicklung des Industrie- und Logistikparks „LogPlaza FFO“. Die Alcaro Invest GmbH, ein Tochterunternehmen der Osmab Holding AG, verantwortet dafür den stufenweisen Ausbau eines rund 34,5 Hektar großen Grundstücks. Darauf sollen bis zu 170.000 Quadratmeter Nutzfläche entstehen.

Chancen durch neue Seidenstraße

Frankfurt (Oder) befindet sich zwar am Anfang seiner Entwicklung zu einer Logistikregion, so die Autoren der Studie – zu den Schwächen des Standorts zählten Defizite bei der Zentralität sowie der überregionalen Wahrnehmung als Logistikstandort. Gleichwohl bietet die Etablierung der „neuen Seidenstraße“ zwischen China und Europa als logistischer Transportweg weitreichende Chancen, den Entwicklungsprozess merklich voranzutreiben, heißt es. Schon jetzt führt ein Schienenweg direkt an Frankfurt (Oder) vorbei. Darüber hinaus setzen lokale Wirtschaftsförderer auch in die Bedeutungszunahme alternativer Verkehrsträger sowie die anhaltende Dynamik im E-Commerce leise Hoffnung.

Die Studie „Logistische Standortanalyse für die Region Frankfurt (Oder)“ wurde von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS im Auftrag der Investor Center Ostbrandenburg GmbH sowie der Alcaro Invest GmbH erarbeitet. Erstmals vorgestellt wurde die Studie auf der EXPO REAL im Oktober 2019.

Quelle Foto: Ilkka Kumpunen auf Pixabay.

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