Leipzig: Warum die Wärmewende für Immobilien zur Standortfrage wird

Leipzig: Warum die Wärmewende für Immobilien zur Standortfrage wird

Leipzig: Warum die Wärmewende für Immobilien zur Standortfrage wird
Quelle: schaerfsystem / Pixabay

Die Wärmewende ist längst mehr als eine technische Heizungsfrage. Sie entwickelt sich zunehmend zu einer strategischen Herausforderung für die Immobilienwirtschaft. Eigentümer, Verwalter und Projektentwickler stehen vor der Aufgabe, Gebäude und Quartiere langfristig wirtschaftlich, regulatorisch sicher und klimaneutral mit Wärme zu versorgen. Welche Rolle dabei Fernwärme, Contracting-Lösungen und kommunale Wärmeplanung spielen, diskutieren die IMMOCOM-Veranstaltungen seit Jahren gemeinsam mit Partnern aus Energie- und Immobilienwirtschaft. Einer dieser langjährigen Partner sind die Leipziger Stadtwerke, die auch bei der Real Estate Mitteldeutschland erneut als Partner vertreten sind. Als Experte für integrierte Wärme- und Energiedienstleistungen unterstützen die Leipziger Stadtwerke Immobilienunternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung zukunftsfähiger Versorgungskonzepte – in Leipzig, in Mitteldeutschland und darüber hinaus.

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Gerade in Leipzig zeigt sich derzeit besonders deutlich, wie eng Fragen der Energieversorgung inzwischen mit Investitionsentscheidungen, Quartiersentwicklung und der Zukunft bestehender Wohn- und Gewerbeimmobilien verbunden sind. Die Ausgangslage ist dabei komplex: Mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Leipzig entfallen auf den Wärmesektor. Derzeit wird die Wärmeversorgung zu etwa 30 Prozent durch Fernwärme und zu rund 70 Prozent dezentral durch Objektversorgungen gedeckt. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung verfolgen die Leipziger Stadtwerke die Strategie, diesen Anteil der Fernwärme auf rund 50 Prozent bis 2045 zu erhöhen. Mit einem Fernwärmeanschluss stellen sich Immobilien zukunftsfähig auf, da zunehmend erneuerbare und klimafreundliche Wärmequellen wie Solarthermie, industrielle Abwärme, moderne Großwärmepumpen und Power-to-Heat in den Erzeugungsmix integriert werden.

Die Grundlage für die flächendeckende Planung wurde dabei durch das Wärmeplanungsgesetz 2024 geschaffen. Städte und Kommunen müssen nun analysieren, welche Wärmeversorgung in welchen Gebieten langfristig sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig ist. Für die Immobilienwirtschaft entsteht daraus ein wachsender Orientierungsrahmen, gleichzeitig aber auch mehr Planungssicherheit. Die frühzeitige Einbindung in kommunale Wärmeplanungen erleichtert Investitionsentscheidungen, Sanierungsstrategien und die Entwicklung langfristig tragfähiger Betriebsmodelle. Zugleich gewinnen Partnerschaften zwischen Kommunen, Energieversorgern und Immobilienwirtschaft deutlich an Bedeutung.

Ein wichtiges Instrument zur praktischen Einordnung dieser Entwicklungen sind adressscharfe Anschlusskarten, die viele Energieversorger, darunter auch die Leipziger Stadtwerke auf Ihren Homepages zur Verfügung stellen. Diese zeigen, ob ein Fernwärmeanschluss im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung kurz-, mittel- oder langfristig vorgesehen ist, die Ausprägung neuer Wärmenetze geprüft werden oder ob weiterhin dezentrale Einzelobjektlösungen im Fokus stehen. Für letztere bieten die Leipziger Stadtwerke zudem eine Online-Abfrage an, über die mit wenigen Angaben eine erste preisliche Indikation für eine dekarbonisierte Wärmelösung eingeholt werden kann.

Es zeigt sich, die Umsetzung der Wärmewende bleibt anspruchsvoll. Kommunale Wärmeplanung, das Gebäudeenergiegesetz bzw. geplante Gebäudemodernisierungsgesetz, Dekarbonisierungsziele und steigende Investitionsbedarfe führen dazu, dass die Wärmeversorgung heute wesentlich früher in der Projektentwicklung, Bestandssanierung und Quartiersplanung mitgedacht werden muss. Besonders die Finanzierung rückt dabei zunehmend in den Fokus. Für Stephan Klan, den Abteilungsleiter für Energiedienstleistungen bei den Leipziger Stadtwerken ist deshalb klar: Die Immobilienwirtschaft wird künftig stärker auf integrierte Versorgungslösungen angewiesen sein, die technische wirtschaftliche und regulatorische Anforderungen zusammenbringen. Dabei geht es nicht um Standardlösungen, sondern um Versorgungskonzepte, die zum jeweiligen Objekt und Standort passen. Hinzu kommen integrierte E-Mobilitätslösungen, die Energieversorgung und Mobilität gemeinsam betrachten. Als Beispiel nennt Stephan Klan das Hafendorf Hain, wo Wärmepumpen mit innovativen Propellern zur Leistungssteigerung eingesetzt werden und der Strombedarf über Photovoltaik gedeckt wird. In Markranstädt wiederum entstand für eine Reihenhausanlage mit 36 Einheiten ein neues Wärmekonzept.

Zunehmende Bedeutung gewinnen in diesem Zusammenhang Contracting-Modelle, da sie Immobilienbesitzern ermöglichen, notwendige Investitionen in moderne Energieanlagen nicht vollständig selbst tragen zu müssen. „Dies ermöglicht Eigentümern, ohne Eigenkapitalaufwand von einer modernen, effizienten und nachhaltigen Wärmeversorgung zu profitieren“, erläutert Stephan Klan. Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb können durch die Leipziger Stadtwerke übernommen werden. „Das bietet Immobilienbesitzern den Vorteil, Investitionen und Risiken zu reduzieren“, sagt Stephan Klan. Förderprogramme und gesetzliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz würden dabei unmittelbar in die Konzepte integriert werden. Für Eigentümer und Verwalter entstehen dadurch planbare Kostenstrukturen, geringerer organisatorischer Aufwand und ein professionell betreutes Versorgungskonzept. Gerade im Bestand kann Contracting damit ein entscheidender Faktor sein, um Modernisierungen und Transformationsmaßnahmen umsetzbar zu machen.

Fakt ist, für eine erfolgreiche Umsetzung der Wärmewende braucht es frühzeitigen Austausch zwischen Immobilienwirtschaft, Kommunen und Energieversorgern. Genau deshalb gewinnt das Thema auch auf Formaten wie der Real Estate Mitteldeutschland weiter an Bedeutung. Dort diskutieren Immobilienwirtschaft, Kommunen und Energieversorger seit Jahren gemeinsam über die praktische Umsetzung der Wärmewende und die Folgen für den Standort Mitteldeutschland.

Weitere Informationen unter Leipziger Stadtwerke Fernwärme gibt es hier

Weitere Informationen zur Real Estate Mitteldeutschland gibt es hier