In Lindau hat FIBONA den Grundstein für das neue LÉGÈRE HOTEL am Bodensee gelegt. Auf dem Gelände des ehemaligen Limare Areals entsteht ein Business und Tagungshotel mit 143 Zimmern. Geplant sind 100 Standardzimmer mit rund 20 Quadratmetern sowie 16 Residence und 27 Gallery Zimmer mit 23 bis 37 Quadratmetern.
Hinzu kommen rund 300 Quadratmeter Tagungsfläche, zwei Boardrooms mit jeweils 40 Quadratmetern, ein Meetingpoint für Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen sowie eine Well Fit Area mit Rooftop Entspannungsbecken, Sauna, Fitness und Ruhebereich. Die Fertigstellung ist für Mitte 2027 vorgesehen. Mit dem Neubau reagiert die Stadt Lindau auf einen Bedarf im Tagungs und Geschäftsreisesegment. Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons verweist darauf, dass die Inselhalle ihre Position im Kongressbereich in den vergangenen Jahren ausgebaut habe. Dafür brauche es zusätzliche Übernachtungskapazitäten in räumlicher Nähe. Auch Standortförderer Niklas Ringeisen und Carsten Holz, Geschäftsführer der Lindau Tourismus und Kongress GmbH, sehen in dem Projekt eine gezielte Ergänzung des bestehenden Hotelmarkts, insbesondere für Dienstreisende, internationale Fachkräfte und größere Veranstaltungen.
Für FIBONA ist das Projekt zugleich ein weiterer Schritt beim Ausbau der eigenen Hotelgruppe. Das Unternehmen aus Wiesbaden hatte das rund 4.000 Quadratmeter große Grundstück im Dezember 2024 erworben und im Oktober 2025 mit den Abrissarbeiten des ehemaligen Schwimmbads begonnen. Mit Lindau wird FIBONA erstmals in Bayern aktiv. Zugleich wächst die Zahl der LÉGÈRE Hotels auf neun Häuser.
Spannend ist das Projekt auch deshalb, weil Sven J. Köllmann die Lage der Immobilienwirtschaft zuletzt ungewöhnlich offen beschrieben hat. Im Podcast IMMOBILIÈROS sagte der geschäftsführende Gesellschafter von FIBONA, der Einfluss der Branche auf die Politik sei „extrem limitiert“. Regulierung sei für viele Probleme zur Standardantwort geworden, neue Ideen würden dagegen zu selten entwickelt. Gerade deshalb setzt FIBONA nach seinen Worten auf unternehmerische Entscheidungen, die frühzeitig getroffen werden.
Sven J. Köllmann schildert, dass das Unternehmen bereits 2022 auf die steigende Inflation und den erwartbaren Druck auf die Zinsmärkte reagiert habe. Geplante Bauvorhaben seien gestoppt, die Pipeline auf Eis gelegt und der Fokus stattdessen auf Sanierung und Umbau verschoben worden. Lindau ist damit kein Beispiel für einen ungeplanten Expansionsschritt, sondern für ein Projekt, das FIBONA trotz des schwierigen Marktumfelds weiterverfolgt. Im Podcast beschreibt Sven J. Köllmann das eigene Modell als bewusst vorsichtig. FIBONA wachse aus dem eigenen Kapital heraus, baue selbst, halte die Immobilien und betreibe die Hotels selbst. Dieses konservative Vorgehen unterscheide das Unternehmen von Marktteilnehmern, die in den vergangenen Jahren schneller und aggressiver expandiert haben. Lindau passt in dieses Bild. Das Hotelprojekt steht für ein Wachstum, das sich nicht aus Marktstimmung ableitet, sondern aus einem klaren Standortbezug und einer langfristigen Betreiberperspektive.
Die Zusammenarbeit mit der Stadt spielt dabei eine wichtige Rolle. Sven J. Köllmann hebt ausdrücklich die enge Abstimmung mit dem Stadtbauamt und den weiteren Beteiligten in Lindau hervor. Die Kooperation sorge für einen planmäßigen Fortschritt. Aus kommunaler Sicht ist das Vorhaben ebenfalls klar verortet. Das neue Haus soll den gewachsenen Tagungs und Kongressstandort stärken, ohne den bestehenden Lindauer Hotelmarkt grundsätzlich zu verändern.
Zum Projekt gehören auch gastronomische und freizeitorientierte Angebote. Das faces Restaurant & Bar soll nicht nur Hotelgästen offenstehen, sondern auch ein Treffpunkt für Lindauer und Besucher werden. Andreas von Reitzenstein, COO der LÉGÈRE HOTEL GROUP, betont, dass ein Haus entstehen solle, das sich in Lindau zuhause fühle und sowohl für Gäste aus dem Dreiländereck als auch für Einheimische attraktiv sei. Eine Tiefgarage mit E Ladesäulen und Fahrradstellplätzen ergänzt das Angebot.
Auch das Nachhaltigkeitskonzept ist Teil des Projekts. Vorgesehen sind eine GreenSign Zertifizierung, eine Photovoltaikanlage, Propangas Wärmepumpen und eine Fassade mit Holzelementen. Finanziert wird das Vorhaben von einem Konsortium unter Führung der Volksbank in Ostwestfalen eG. Zusätzlich wird das Bauprojekt von der Europäischen Union kofinanziert.
Der Baufortschritt in Lindau steht damit für ein Hotelprojekt, das in einem angespannten Marktumfeld konsequent weiterentwickelt wird. Während Sven J. Köllmann im Podcast deutliche Kritik an politischen Rahmenbedingungen, Regulierungsdichte und mangelnder Lösungskreativität formuliert, zeigt das Projekt am Bodensee vor allem eines: FIBONA setzt weiter auf Standorte, an denen konkreter Bedarf, kommunale Unterstützung und ein tragfähiges Betreiberkonzept zusammenkommen.


