Serviced Apartments: Leisure dominiert

Serviced Apartments: Leisure dominiert

Serviced Apartments: Leisure dominiert
Die Centralis Immobilien Gruppe beginnt in Hamburg-Harburg mit dem Bau. Limehome will dort insgesamt 88 moderne Serviced Apartments betreiben. Quelle: Centralis

Die Veränderungen im Serviced-Apartment-Markt in Deutschland bleiben dynamisch: Im letzten Jahr buchten mit einem Anteil von 56 Prozent erstmals mehr Leisure- als Business-Gäste Serviced Apartments, so das Ergebnis der gerade veröffentlichten Zahlen des Marktreports Serviced Apartments von Apartmentservice.

Agentur

Angetrieben von dem Trend sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer weiter und liegt jetzt bei sieben Nächten. Die Auslastung blieb im Jahr 2025 stabil bei 81 Prozent wie im Vorjahr, führte jedoch zu keiner gesteigerten Durchschnittsrate. Die durchschnittliche Tagesrate fiel von 92 Euro auf 89,50 Euro.

„Die Serviced-Apartment-Betreiber in Deutschland sind mit einem stärkeren Wettbewerb mit der klassischen Hotellerie und einer höheren Preissensibilität in den Unternehmen konfrontiert, dies vor allem durch die andauernde Wirtschaftskrise im Land“, erklärt Anett Gregorius, Inhaberin von Apartmentservice, die den Marktreport seit 2011 herausgibt. „Wir sehen zwar Erholungstendenzen bei der Zahl der Geschäftsreisen. Der Geschäftsreiseverband Verband Deutsches Reisemanagement zählt für 2025 insgesamt 116,1 Millionen Dienstreisen von deutschen Unternehmen und damit 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Aber es wird mit Blick auf die gesunkenen Ausgaben deutlich effizienter gereist.“

Die Serviced-Apartment-Betreiber in Deutschland sind entsprechend mit einer stabilen, aber veränderten Nachfrage bei steigenden Betriebskosten konfrontiert. Blickten vor einem Jahr noch 59 Prozent der im Marktreport befragten Betreiber positiv auf die Marktentwicklung in Deutschland, so waren es jetzt nur noch 24 Prozent. Immerhin schätzten die wirtschaftliche Situation des eigenen Hauses noch zwei Drittel als positiv ein. Die Konsolidierung schreitet dennoch auch in dem Segment voran, indem einzelne Marken verschwinden und Betreiber ihre Portfolien überarbeiten. Die aktuelle Dominanz von Leisure-Gästen dürfte darüber hinaus Anpassungen im Vertrieb, der Gästeansprache und in der Entwicklung nach sich ziehen.

Pipeline wieder auf hohem Niveau

Aktuell verfügt der Serviced-Apartment-Markt in Deutschland über 59.300 Einheiten in 1.160 Häusern mit mindestens 15 Einheiten, Stand April 2026. Berlin zählt weiterhin die meisten Häuser, München die meisten Einheiten. Zusammen mit Frankfurt bilden sie wie seit vielen Jahren die Top-drei-Städte.

An der Betreiberspitze stehen nach wie vor die TFE-Hotels mit Adina Apartment Hotels, die WMM-Hotels als schlanke Serviced-Apartmenthaus-Marke sowie Novum Hotels und InterContinental Hotels Group mit den Marken Candlewood Suites by InterContinental Hotels Group, Garner, Holiday Inn The Niu und Novum Hotels. Der Betreiber mit der mit Abstand längsten Pipeline in Deutschland ist Limehome. Bis Ende 2029 könnte Limehome, bisher auf Platz 4, eine Verdreifachung seines aktuellen Portfolios erreichen. Danach folgen in der Expansion Homaris und Numa. Zusammen mit weiteren Playern wie Ipartment und Stayery sorgen sie wesentlich dafür, dass das Segment bis 2029 stabil hoch um 38 Prozent wächst.

„Der Pipeline-Knick der Corona-Jahre ist überwunden. Der Expansionsdrang der Betreiber ist und bleibt trotz der aktuellen Herausforderungen hoch“, sagt Anett Gregorius. Vor allem vollautomatisierte Konzepte wachsen. Zudem können besonders über die Konversion von früheren Hotels und Büroflächen neue Projekte an den Markt gebracht werden. „Das Serviced-Apartment-Segment profitiert hier weiter von seiner grundlegenden Stärke, Flächen und Konzepte flexibel und effizient planen und bespielen zu können, dies bei einer hohen Skalierbarkeit und breiten Zielgruppenansprache für lange wie kurze Aufenthalte“, so die Apartmentservice-Inhaberin. „Das Investoreninteresse ist weiterhin deutlich vorhanden, auch weil sich die Player an den Markt mit mehr standortspezifischen Konzepten und weniger Standardisierung angepasst haben.“

Apartmentservice erhebt seit 2011 im Rahmen einer Betreiberumfrage die wichtigsten Kennzahlen im Segment.

Am 18. und 19. November findet die SO!APART statt, der Fachkongress für Serviced Apartments. Informationen gibt es hier.