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Steel Framing: Eine Alternative für preiswerten Wohnungsbau?

Die TodaySystems GmbH setzt auf die Stahl-Leichtbauweise, die Baukosten sparen kann. Der Erklärungsbedarf für diese Methode ist hoch, in Mönchengladbach stehen deshalb zwei Musterhäuser.

Die TodaySystems GmbH setzt auf die Stahl-Leichtbauweise, die Baukosten sparen kann. Der Erklärungsbedarf für diese Methode ist hoch, in Mönchengladbach stehen deshalb zwei Musterhäuser.
Von Redaktion Immobilien Aktuell Magazin / Ivette Wagner, 20.05.2021

Sein Ziel ist klar: Steel Framing muss in Deutschland bekannter werden. Fritz H. Wiebel, Projektleiter und Seniorberater bei der TodaySystems GmbH sowie Aufsichtsratsmitglied bei der neuen Crowdplattform Achtstein Invest, sieht vor allem im finanziellen Vorteil ein Hauptargument für die Stahl-Leichtbauweise mit kalt geformten Stahlprofilen – mit Trockenbau. Die Rohbau-Fertigstellung eines 120 bis 130 Quadratmeter großen Einfamilienhauses dauert etwa anderthalb Wochen. „Das heißt, dass wir fast vier Mal so schnell sind wie mit der herkömmlichen Variante“, so Fritz H. Wiebel. Macht 30 bis 40 Prozent Kostenersparnis.

Wie diese Methode genau entstand, weiß auch der Experte nicht. Eventuell in den USA oder vielleicht in Asien. Fakt ist: Dort findet sie häufiger Anwendung als in Deutschland. „Bei immer höher steigenden Baukosten müssen Alternativen geschaffen werden“, ist Fritz H. Wiebel überzeugt. Einziger Nachteil, die er an der Methode sieht: Will man nachträglich Wände entfernen, wird es schwierig. Die Trümpfe wiegen da schwerer: Kosten- und Zeitersparnis.

Steel Framing: Kosten- und Zeitersparnis contra hoher Erlärungsbedarf

„Natürlich ist es in Deutschland, wo eher die traditionelle Bauweise bevorzugt wird, mit viel Überzeugungsarbeit verbunden, das Steel Framing zu etablieren.“ Deshalb wurden in Mönchengladbach zwei Doppelhaushälften errichtet – allerdings nur bis zum Abschluss des Rohbaus. „Sonst können Interessenten den Stahl nicht mehr sehen, da er in der Wand verschwindet.“ Wie man Stein auf Stein baue, sei allen klar, so Fritz H. Wiebel. Aber ob man in diesen etwas anderen Gebäuden beispielsweise telefonieren könne oder wie es um den Schallschutz steht, bedürfe längerer Erläuterungen. Die Genehmigungsverfahren, das ist dann wieder einfach, sind beim Steel Framing nicht anders als bei herkömmlichen Bauweisen.

Momentan ist die TodaySystems GmbH in mehreren Verhandlungen mit potentiellen Bauherren, unter anderem auch zu einen Wohnquartier im Berliner Speckgürtel. Dass Baustoffe allgemein knapper werden, ist hier eher weniger das Problem. „Wir arbeiten mit einem belgischen Unternehmen, das liefern kann“, so Fritz H. Wiebel. Allerdings: Die Preise steigen stetig. Das liegt auch, aber nicht nur an der CO2-Steuer.

Copyright aller Bilder im Aufmacher: TodaySystems GmbH

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