Studie zum Homeoffice: „Es wird keine vollständige Rückkehr ins Büro geben”

Studie zum Homeoffice: „Es wird keine vollständige Rückkehr ins Büro geben”

Studie zum Homeoffice: „Es wird keine vollständige Rückkehr ins Büro geben”
Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben. Copyright: Anrita auf Pixabay

In den letzten Jahren hat das Thema Homeoffice in der Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die fortschreitende Digitalisierung und die Verfügbarkeit von leistungsfähigen Kommunikationstechnologien haben es möglich gemacht, dass viele Berufstätige ihre Arbeit – theoretisch sogar ausschließlich – von zu Hause aus erledigen können. Insbesondere während der COVID-19-Pandemie wurde das Arbeiten im Homeoffice erst zur Notwendigkeit und dann zum “New Normal”.  Im Rahmen der dritten Auflage der PwC-Studie „Home sweet Homeoffice“ wurden 125 Arbeitgebende und 600 Arbeitnehmer von deutschen Unternehmen zu ihren Erfahrungen mit dem Arbeiten aus dem Homeoffice und zu möglichen Änderungen beim Flächenbedarf durch neue Arbeitsplatzkonzepte befragt.

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Arbeitgeber müssen sich Gedanken ums Büro der Zukunft machen

David Rouven Möcker, Partner Real Estate bei PwC Deutschland, zu der Studie: „Drei Jahre nach Ausbruch der Pandemie bestätigen die Umfrageergebnisse den Wunsch der Arbeitnehmer nach Flexibilität und der verstärkten Arbeit aus dem Homeoffice. Das Homeoffice hat als Arbeitsort für alle Generationen und über Branchen hinweg an Bedeutung gewonnen.” Rita Marie Roland, Partnerin Real Estate bei PwC Deutschland, ergänzt: „Eine vollständige Rückkehr ins Büro wird es zukünftig nicht mehr geben. Vielmehr müssen sich Arbeitgebende überlegen, wie sie das ‚Büro der Zukunft‘ gestalten und organisieren wollen, um den Arbeitnehmern die für ihre Arbeit richtige Arbeitsumgebung anbieten zu können.”

Wichtige Kernaussagen der Homeoffice-Studie

Neue Normalität

Homeoffice ist zu einem festen Bestandteil eines flexiblen Arbeitsmodells geworden – Arbeitnehmer verbringen durchschnittlich etwas mehr als die Hälfte der Arbeitswoche an ihrem Heimarbeitsplatz. Rund 62 Prozent der Arbeitnehmer möchten mindestens einen Tag pro Woche im Homeoffice verbringen.

Produktivität

Die positive Wahrnehmung bezüglich der Produktivität am Heimarbeitsplatz ist seit der ersten Umfrage im Jahr 2020 konstant hoch. 94 Prozent der Arbeitgebenden geben an, dass die Produktivität der Mitarbeiter im Homeoffice mindestens genauso hoch oder sogar höher ist als im Büro, drei von vier Arbeitnehmern sehen das genauso. Rita Marie Roland: „Die Herausforderungen des Informationsaustausches und der Zusammenarbeit im Homeoffice haben sich konstant verbessert. Sie bleiben, zusammen mit der Ablenkung in der häuslichen Umgebung und der Ausstattung des Homeoffice-Arbeitsplatzes, aber weiterhin die größten Herausforderungen.“

Mitarbeiterzufriedenheit

Die Möglichkeit der Arbeit im Homeoffice leistet einen erheblichen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben und trägt maßgeblich zur Zufriedenheit bei. 71 Prozent der Befragten geben an, eine erhöhte Lebensqualität und 72 Prozent eine bessere Work-Life-Balance durch die flexible Nutzung von Homeoffice zu haben. David Rouven Möcker: „Die Möglichkeit, einen Großteil der Arbeitszeit flexibel aus dem Homeoffice zu bestreiten, ist ein wesentlicher Entscheidungspunkt für Arbeitnehmer bei der Wahl des Arbeitgebenden, insbesondere für junge Menschen. Darüber hinaus erwarten die Arbeitnehmer sogar gewisse Kompensationen, wenn sie ins Büro zurückkehren, wie zum Beispiel Zuschüsse zu den Fahrtkosten oder die Bereitstellung von Getränken und Speisen. Mit modernen Arbeitsplatzkonzepten, flexiblen Arbeitsmodellen sowie einem entsprechenden Service-Angebot können die Unternehmen hier also punkten.“

Umsetzung neuer Arbeitskonzepte

Die Büroorganisation ist ein wichtiges Element für eine ganzheitliche und erfolgreiche Umsetzung von neuen Flächenkonzepten und der optimalen Auslastung der Flächen.

Büroauslastung

Die befragten Arbeitgebenden geben im Durchschnitt eine Büroauslastung von 45 Prozent an – mehr als die Hälfte der Büroflächen ist demnach ungenutzt. Zu Spitzenzeiten steigt die Auslastung auf 63 Prozent an.

Veränderung der Büroflächen

Die Mehrheit der Unternehmen plant, ihre Büroflächen an die neuen Anforderungen anzupassen oder hat bereits Maßnahmen ergriffen. Arbeitgebende gehen mittlerweile überwiegend von einem gleichbleibenden Flächenbedarf aus. David Rouven Möcker: „Während in unseren Vorstudien noch die Frage nach Flächenreduktionen stark im Vordergrund stand, wird heute bei den meisten Marktteilnehmern deutlich, dass es vorwiegend um Änderung der Ausstattung und Grundrissgestaltung bei gleichbleibender Fläche geht. Die Qualität der Flächen in Bezug auf Nachhaltigkeit und ‚Wellbeing‘ der Mitarbeiter spielt vor den verstärkten Diskussionen um das Thema ESG eine sehr große Rolle.“

Wirtschaftlichkeit

Der wichtigste Einflussfaktor auf die Wirtschaftlichkeit eines Flächenabbaus sind die Umbaukosten der verbleibenden Büroflächen – dies gilt sowohl für Mietflächen als auch für Eigentum. Rita Marie Roland: „Sollen Flächenreduktion und Umbau langfristig zu Kosteneinsparungen führen, sollten nach unseren Beispielrechnungen die Umbaukosten 650 Euro pro Quadratmeter bei Mietobjekten nicht überschreiten.“

Zukunft der Arbeit ist kein Sprint

David Rouven Möcker abschließend: „Die Zukunft der Arbeit ist kein Sprint, sondern eine Evolution. Arbeitswelten sollten daher immer ganzheitlich betrachtet werden, um eine erfolgreiche und nachhaltige Etablierung im Unternehmen sicherzustellen. Dabei ist es wichtig, nicht nur allein die Arbeitsfläche zu betrachten, sondern alle Dimensionen – Fläche, Mensch und Technologie – und diese interdisziplinär in den Transformationsprozess miteinzubeziehen.“  

Die Studie zum Download 

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