Die Bau- und Immobilienbranche steht nicht vor einem weiteren Zyklus, sondern vor einem strukturellen Bruch. Technologische Beschleunigung, Klimawandel, veränderte Arbeits- und Lebensmodelle sowie eine zunehmende Verdichtung regulatorischer Rahmenbedingungen verändern die Grundlagen des Planens, Bauens und Betreibens. Vor diesem Hintergrund findet am 2. und 3. September 2026 in Weimar das NEW bauhaus 2026 statt – als bewusste Fortsetzung eines Diskurses, der 2025 mit der VISIONALE und den nationalen LABs begonnen hat.
NEW bauhaus 2026 versteht sich nicht als klassische Konferenz und nicht als Messe im engeren Sinn. Das Festival ist als offener Denk- und Erfahrungsraum angelegt, in dem fachliche, technologische, kulturelle und gesellschaftliche Perspektiven zusammengeführt werden. Ziel ist es, Widersprüche sichtbar zu machen, neue Denkansätze zuzulassen und Fragen zu formulieren, die sich nicht in kurzfristigen Lösungen auflösen lassen. „NEW bauhaus 2026 knüpft an den Anspruch des historischen Bauhauses an, Fragen zu stellen und Antworten auf gesellschaftliche Umbrüche zu formulieren. Heute stehen wir erneut an einem solchen Punkt. Klimawandel, Künstliche Intelligenz und technologische Beschleunigung verändern die Grundlagen unseres Zusammenlebens“, so Michael Rücker, Festival Director des NEW bauhaus 2026 und Geschäftsführer der IMMOCOM.
Der Festivalansatz unterscheidet sich bewusst von etablierten Branchentreffen. Statt klar abgegrenzter Fachformate setzt NEW bauhaus auf das Zusammendenken unterschiedlicher Disziplinen. Neben Akteuren aus Bau- und Immobilienwirtschaft, Finanzierung und öffentlicher Hand sind Künstler, Wissenschaftler, Philosophen und Vertreter angrenzender Disziplinen Teil des Programms. Technologie, Kultur und Ökonomie werden nicht getrennt verhandelt, sondern als miteinander verbundene Systeme betrachtet. „Das Format eines Festivals für die gesamte Branche und ihrer Stakeholder verknüpft Fachdiskussionen, neue Blickwinkel und persönliches Erlebnis zu einem zeitgemäßen Branchentreff im Zeitalter von Social Media und Digitalisierung“, sagt Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt und Veranstalter von NEW bauhaus.
Disruption im Mittelpunkt
Inhaltlich rückt NEW bauhaus 2026 die Frage nach Disruption in den Mittelpunkt. Hier soll es nicht Schlagwort sein, sondern eine reale Verschiebung von Rollen, Prozessen und Verantwortlichkeiten. Künstliche Intelligenz, Robotik und neue Technologien werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Auslöser für tiefgreifende Veränderungen in Planung, Produktion, Finanzierung und Nutzung von Gebäuden und Städten. Ergänzt wird dieser Fokus durch Perspektiven aus Neurobiologie, Psychologie und Soziologie, die den Menschen als Maßstab von Architektur und Raum wieder stärker ins Zentrum rücken.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Transformation des Bestandes und der Frage, wie zirkuläre Bauweisen, energetische Konzepte und neue Mobilitätsansätze unter realen wirtschaftlichen Bedingungen umgesetzt werden können. NEW bauhaus 2026 verzichtet dabei bewusst auf normative Vorgaben. Das Festival versteht sich nicht als Regelwerk, sondern als offenes Netzwerk, in dem Positionen sichtbar werden und zur Diskussion stehen.
Getragen wird dieser Anspruch von einem hochrangig besetzten Präsidium, das Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und öffentlichem Leben vereint. Die inhaltliche Begleitung durch unter anderem Andrea Gebhard, Axel Gedaschko, Werner Sobek, Reiner Nagel, Dr. Nathalie von Siemens, Thomas Groß und Olaf Demuth soll sicherstellen, dass programmatische Tiefe und Perspektivenvielfalt nicht dem Eventcharakter geopfert werden. Stefan Bürger, CEO der GWH Holding, bringt es so auf den Punkt: „Es geht darum neue Maßstäbe zu setzen – bestmögliche Qualität und große Exzellenz im Entwickeln neuer Gedanken und Lösungen in Architektur, Design, Handwerk und Gesellschaft.“
Kooperation mit dem GdW zu Post-Distance-Developments
Inhaltlich wird NEW bauhaus 2026 zudem genutzt, um neue Konzepte erstmals öffentlich zu diskutieren. In Kooperation mit dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen wird der Ansatz des sogenannten Post-Distance-Developments als neuer Ansatz für die Entwicklung ländlicher Räume vorgestellt. „Die physische Distanz verliert ihren Schrecken, wenn technologische Exzellenz die Teilhabe garantiert. Mit dem Post-Distance-Development schaffen wir eine neue Geografie der Möglichkeiten: Wo man lebt, wird zur freien Entscheidung, weil Systeme verlässlich zu uns kommen, statt dass wir ihnen hinterherreisen müssen“, erklärt Axel Gedaschko, Präsident des GdW.
Weimar fungiert bei NEW bauhaus nicht als Kulisse, sondern als bewusster Referenzort. Unter dem Leitgedanken „From Weimar to the World“ soll das Festival Impulse setzen, die über den Veranstaltungskontext hinausweisen. Die enge Anbindung an die europäische New European Bauhaus Initiative unterstreicht den Anspruch, nationale Diskurse in einen internationalen Zusammenhang zu stellen. „NEW bauhaus ist kein neues Projekt, sondern die konsequente Fortführung eines Prozesses, der bereits 2025 begonnen hat. Für 2026 geht es darum, diesen Ansatz strukturell zu festigen und international weiterzuentwickeln“, betont Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt.
NEW bauhaus 2026 ist damit weniger Abschluss als Zwischenstand eines laufenden Prozesses. Das Festival versteht sich als Einladung zur Auseinandersetzung mit der Zukunft des Bauens, der Rolle von Technologie und der Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Raum.
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