Analyse: In diesen Städten ist das Wohnen am teuersten

Analyse: In diesen Städten ist das Wohnen am teuersten

Analyse: In diesen Städten ist das Wohnen am teuersten
Wo ist das Wohnen am teuersten? Copyright: ImmoScout24

Wer auf der Suche nach einem neuen Zuhause ist, plant gefühlt einen immer höheren Anteil von seinem Einkommen für die Miete ein. Doch wo in Deutschland trifft dies zu und wo sind die Wohnkosten sogar gefallen? Eine Analyse von ImmoScout24 zeigt, wie hoch der Wohnkostenanteil in den größten deutschen Städten mit über 100.000 Einwohnern wirklich ist.

ImmoScout24 hat analysiert, welchen Anteil ihres Haushaltsnettoeinkommens Suchende bereit sind, in den 80 größten deutschen Städten für Mietwohnungen aufzuwenden. Als Grundregel gilt, dass die Wohnkosten 30 Prozent der finanziellen Mittel eines Haushalts nicht übersteigen sollten.

Der höchste Mietanteil wird in München fällig - der niedrigste in Salzgitter

In München kalkulieren Mietinteressenten allerdings knapp 35 Prozent ihres Nettohaushaltseinkommens für die monatliche Miete ein. Trotz des Rückgangs der Wohnkosten um 0,3 Prozentpunkte, nimmt die bayerische Hauptstadt den Spitzenplatz im Städtevergleich ein. Innerhalb von fünf Jahren stiegen in München die Angebotsmieten um 25 Prozent auf 17,63 Euro pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2021. Damit ist München das teuerste Pflaster für Mietwohnungen im Gesamtdurchschnitt ohne Unterscheidung zwischen Neu- und Altbau.

In Heilbronn planen Suchende 34,3 Prozent ihres Einkommens für die eigene Mietwohnung ein. Auch in Oldenburg und Ludwigshafen am Rhein liegt der Wohnkostenanteil mit knapp 34 Prozent auf Spitzenplatz-Niveau – bei allerdings noch relativ günstigen Quadratmeterpreisen von durchschnittlich 8,44 Euro und 9,03 Euro. Die Nachfrage übersteigt hier deutlich das Angebot.

Den niedrigsten Anteil ihres Haushaltsnettoeinkommens ziehen Mietsuchende in Salzgitter mit 25,9 Prozent, in Gelsenkirchen mit 26,1 Prozent und Jena mit 26,5 Prozent in Betracht.

In Cottbus und Bremerhaven legten die Wohnkosten am stärksten zu

Mieter in Cottbus und Bremerhaven sind bereit, 32 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Miete auszugeben. Damit stieg die Zahlungsbereitschaft gemessen am Einkommen im Städtevergleich in Cottbus mit 6,2 Prozent und im Bremerhaven mit 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr am stärksten.

Doch mit Angebotsmieten von durchschnittlich 6,24 Euro in Cottbus und 6,38 Euro pro Quadratmeter im Bremerhaven zählen die beiden Städte für Mieter noch zu den erschwinglicheren.

Angebotsmieten und Wohnkostenanteil in Berlin und Brandenburg

Stadt Durchschnittliche Angebotsmiete im 2. Quartal 2021 in Euro pro Quadratmeter 5-Jahresvergleich der Angebotsmieten vom 2. Quartal 2016 zum 2. Quartal 2021 Wohnkostenanteil
Cottbus 6,24 + 8 % 31,7 %
Potsdam 10,70 +29,5 % 29,7 %
Berlin 10,71 +26,6 % 28,4 %

Potsdam verzeichnet stärksten Anstieg der Angebotsmieten

In Potsdam kalkulieren Suchende derzeit mit 29,7 Prozent ihres Einkommens für die neue Wohnung. Innerhalb von fünf Jahren stiegen in der Hauptstadt von Brandenburg die durchschnittlichen Angebotsmieten um 30 Prozent. Im zweiten Quartal lagen sie bei 10,70 Euro pro Quadratmeter. Damit verteuerten sich die Angebotsmieten in Potsdam wie in keiner anderen Vergleichsstadt.

Doch auch in Berlin zogen die Mieten kräftig an. Innerhalb von fünf Jahren kletterten die durchschnittlichen Angebotsmieten für Mietwohnungen auf ImmoScout24 um 27 Prozent nach oben und rangieren im zweiten Quartal bei durchschnittlich 10,71 Euro pro Quadratmeter. In der Bundeshauptstadt sind Mieter damit bereit, 28,4 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen auszugeben – ein Wert im Mittelfeld des gesamtdeutschen Städtevergleichs. Vor einem Jahr kalkulierten Mietsuchende noch mit knapp 30 Prozent für das Wohnen in der Hauptstadt.

Angebotsmieten und Wohnkostenanteil in Mitteldeutschland

Stadt Durchschnittliche Angebotsmiete im 2. Quartal 2021 in Euro pro Quadratmeter 5-Jahresvergleich der Angebotsmieten vom 2. Quartal 2016 zum 2. Quartal 2021 Wohnkostenanteil
Halle 6,64 +14,1% 30,9 %
Leipzig 7,80 +21,9 % 30,4 %
Dresden 8,20 +11,3 % 29,3 %
Chemnitz 5,53 +6,1 % 28,2 %
Magdeburg 6,41 +9,6 % 28,2 %
Erfurt 7,83 +10,3 % 27,5 %
Jena 8,96 +11,7 % 26,5 %

 

30-Prozent-Regel findet nur noch selten Anwendung

„Als Faustregel gilt, dass die Miete nicht höher als 30 Prozent des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens sein sollte. Unsere Datenanalyse zeigt, dass damit Mietsuchende nur noch in einem Drittel der Städte kalkulieren“, erläutert Dr. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24.

Die teuersten deutschen Metropolen

Auch im Metropolenvergleich führt München das Ranking um die Wohnkosten an. Nach der bayerischen Hauptstadt folgt Stuttgart. Hier planen Mietsuchende 33,2 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen ein. Dies ist ein Prozentpunkt weniger als noch vor einem Jahr. Die Angebotsmieten im Gesamtschnitt für Neu- und Altbau stiegen in der Hauptstadt von Baden-Württemberg um 20,5 Prozent innerhalb von fünf Jahren auf 13,62 Euro pro Quadratmeter.

In Hamburg veranschlagen Suchende 32,4 Prozent und in Düsseldorf 30,6 Prozent ihres Einkommens für die nächste Mietwohnung. Hier sanken ebenfalls die von den Suchenden kalkulatierten Kosten um 0,7 Prozentpunkte. Das Mietniveau liegt mit 11,74 Euro in Hamburg und 11,36 Euro in Düsseldorf pro angebotenem Quadratmeter im unteren Segment innerhalb des Metropolenvergleichs. Berlin bietet im Metropolenvergleich nach wie vor das günstigste Mietniveau.

Die Städte mit den höchsten und niedrigsten Wohnkostenanteilen in Deutschland

Stadt Durchschnittliche Angebotsmiete im 2. Quartal 2021 in Euro pro Quadratmeter 5-Jahresvergleich der Angebotsmieten vom 2. Quartal 2016 zum 2. Quartal 2021 Wohnkostenanteil
München 17,63 +24,6 % 34,8 %
Heilbronn 10,61 +23,9 % 34,3 %
Oldenburg 8,44 +17,7 % 33,9 %
Ludwigshafen am Rhein 9,03 +22,4 % 33,6 %
Freiburg im Breisgau 12,88 +21,9 % 33,5 %
... ... ... ...
Hagen 6,37 +11,8 % 27,4 %
Schwerin 7,21 +17,4 % 26,8 %
Jena 8,96 +11,7 % 26,5 %
Gelsenkirchen 6,17 +13,2 % 26,1 %
Salzgitter 6,32 +9,2 % 25,9 %
Aus Alt mach Neu! Das Refurbishment großflächiger Einzelhandels-Immobilien: Corona hat den stationären Einzelhandel hart getroffen. Dieser verliert immer mehr Kunden an den Online-Handel. Peter Starke von Aengevelt erklärt, warum das Refurbishment nicht mehr rentabler Kaufhäuser mehrere Probleme lösen könnte.
Trend

Aus Alt mach Neu! Das Refurbishment großflächiger Einzelhandels-Immobilien

Wohnimmobilien sind als Anleihesubstitut gefragt: Der deutsche Wohninvestmentmarkt hat seinen beeindruckenden Wachstumskurs auch während der Corona-Pandemie fortgesetzt. In Zeiten des Niedrigzinses haben sich Wohnimmobilien sogar zu Substituten von Anleihen entwickelt...
Trend

Wohnimmobilien sind als Anleihesubstitut gefragt

3D-Druck von Gebäuden vor dem Durchbruch: Erstes gedrucktes Haus Deutschlands eröffnet: Das erste gedruckte Haus Deutschlands ist bezugsfertig. Parallel sieht eine Studie von Aengevelt den 3D-Druck von Gebäuden kurz vor dem großen Durchbruch, drängen doch immer mehr entsprechende Unternehmen auf den Markt.
Trend

3D-Druck von Gebäuden vor dem Durchbruch: Erstes gedrucktes Haus Deutschlands eröffnet