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Berlin: Wohnberechtigungsschein für Menschen mit mittlerem Einkommen

Die Nachfrage nach der neuen Fördervariante WBS 80+ erwacht zögerlich – noch ist sie nicht so bekannt wie der herkömmliche Wohnberechtigungsschein.

Die Nachfrage nach der neuen Fördervariante WBS 80+ erwacht zögerlich – noch ist sie nicht so bekannt wie der herkömmliche Wohnberechtigungsschein. Auch in Berlin haben Mieter grundsätzlich Anspruch auf einen WBS, deren Einkommen die jeweils maßgebliche Einkommensgrenze nicht überschreitet. Copyright: Dirk Hoenes from Pixabay
Von Redaktion IMMOBILIEN AKTUELL MAgazin / Kristina Pezzei, 20.11.2020

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land öffnet ihre Neubauwohnungen für Berechtigte mit der neuen Fördervariante des Wohnberechtigungsscheins 80+ (WBS 80+). Damit können sich nun auch Menschen um eine geförderte Wohnung bewerben, deren jährliches Haushaltsnettoeinkommen die bundesdeutsche Einkommensgrenze für einen WBS um 80 Prozent überschreitet. Für Berlin liegen diese Grenzen bei 21.600 Euro für einen Einpersonenhaushalt beziehungsweise 32.400 Euro für einen Zweipersonenhaushalt.

WBS 80+ noch nicht so bekannt

Die Nachfrage nach der neuen Fördervariante sei da, sagt eine Unternehmenssprecherin. Allerdings merke man in Bewerbungsgesprächen um Wohnungen immer wieder, dass der WBS 80+ noch nicht so bekannt sei  viele wüssten nicht, dass sie für bestimmte Wohntypen nun als Mieter in Frage kommen.  Von den 174 derzeit für die Förderalternative II (WBS 80+) bewilligten Wohnungen sind 68 im Bestand oder in der Vermietung, 44 sollen im kommenden Jahr fertig gestellt werden, 62 im Folgejahr. Die Wohnungen liegen in Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Lichtenrade. Die Mieten beginnen bei etwa 8,00 Euro pro Quadratmeter nettokalt. Weitere 117 Wohneinheiten seien bis 2023 geplant, so die Stadt und Land-Sprecherin weiter.

Lückenschluss im Förderangebot

Für die Geschäftsführerin der kommunalen Gesellschaft, Anne Keilholz, ist es ein Lückenschluss im Förderangebot – zwischen günstigen, geförderten Wohnungen und den freifinanzierten Angeboten. So könne man auf eine bunte und stabile soziale Mischung in Wohnanlagen und darüber hinaus hinwirken, sagt Keilholz. Ihr Mitgeschäftsführer Ingo Malter rät Wohnungssuchenden, auf Basis der neuen Möglichkeiten einen Anspruch auf den Wohnberechtigungsschein zu prüfen. Bisher gab es den WBS 40+ und 60+. Mit einfachen Wohnberechtigungsscheinen können Wohnungen ab 6,50 Euro pro Quadratmeter nettokalt angemietet werden.

Weitere Angebot für WBS 80+

Auch andere landeseigene Wohnungsbaugesellschaften sind dabei, Angebote für die neue Fördervariante zu schaffen oder haben es bereits getan. So vermietet die HOWOGE nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen derzeit 177 Wohnungen per WBS 80+, geplant sind bis Ende 2021 weitere zwölf. Bei der Degewo stünden acht solcher Einheiten zur Verfügung bei weiteren 248 geplanten bis Ende 2023. Bei Gewobag, Gesobau und WBM müssen sich Berechtigte für den WBS 80+ den Angaben zufolge noch gedulden: Hier gibt es derzeit keine Wohnungen dafür im Bestand. Geplant sind 218 (Gewobag), 101 (Gesobau) und 62 (WBM) bis Ende 2023. Inklusive des Stadt und Land-Angebots rechnet die Senatsverwaltung bis Ende 2023 somit mit 864 Wohneinheiten, die bei landeseigenen Gesellschaften für mittlere Einkommen in Frage kommen.            

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