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Brandanschläge auf Baustellen in Leipzig

Als in der Nacht zum 3. Oktober 2019 auf der Baustelle des Wohnkomplexes „FourLiving“ in der Prager Straße gleich drei Kräne in Flammen standen und sowohl Baustellen-Arbeiter und -Sicherheitspersonal als auch Anwohner gefährdeten, war das ein Höhepunkt einer ganzen Reihe von Brandanschlägen auf Baustellen in der Messestadt Leipzig. Diese Attacken erreichten mit dem gezielten Übergriff auf eine Angestellte einer Baufirma eine vollkommen neue Dimension. In unserem Ticker behalten wir die Vorgänge für Sie im Auge.

In der Messestadt mehren sich die Anschläge auf Baustellen. Eine Chronologie der Ereignisse und alle wichtigen Informationen. In Leipzig mehren sich die Angriffe auf Baustellen. Bildquelle: Thomas B. auf Pixabay
Von Redaktion Immobilien Aktuell Magazin / Pierre Pawlik, 05.11.2019

Brandanschläge auf Leipziger Baustellen: eine Chronologie

3.11.2019 Leipzig-Wahren

Die vereits attackierte "Wassermühlen Immobilien GmbH" wurde erneut angegriffen. Dabei erreichte die Attacke eine neue Dimension, richtete sie sich doch gezielt gegen eine Person: Am Abend des 3. November 2019 wurde eine Prokuristin der Firma in ihrer Wohnung überfallen und verprügelt. Die Frau wurde verletzt und musste ambulant behandelt werden. In einem Schreiben bekannten sich Aktivisten aus dem linken Spektrum zu der Tat. Der Grund sei wie bei dem Anschlag Anfang Oktober in der Basedowstraße das Bauvorhaben von "Wassermühlen Immobilien" in Leipzig-Connewitz. 

Oberbürgermeister Jung verurteilte den Angriff scharf: "Die Grenze ist überschritten: Die militante linke Szene schreckt auch vor Überfällen auf wehrlose Frauen nicht mehr zurück. Die von der linksextremen Szene verbreitete Mär, man sei nur gegen Sachen und staatliche Institutionen gewalttätig, nicht aber gegen Personen, ist entlarvt als das, was es immer war: eine Lüge."

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Wie unter anderem die BILD berichtete, wurden im Laufe des Jahres 2019 bereits sieben Brandanschläge auf Baustellen in der Messestadt verübt:

13./14.10.2019 Basedowstraße

Im Leipziger Stadtteil Connewitz brennt das Führerhaus eines Baggers an einer Baustelle in der Brandstraße, Ecke Basedowstraße, komplett aus. In einem Bekennerschreiben erklären die Verantwortlichen, dass sie die von "Wassermühlen Immobilien" geplanten Eigentumswohnungen für Besserverdiener in Connewitz nicht wollen.

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11.10.2019 Käthe-Kollwitz-Straße

Auf einer Baustelle in der Käthe-Kollwitz-Straße gehen zwei Bagger in Flammen auf. Bekennerschreiben von Links-Autonomen kursieren daraufhin im Internet. Sie kritisieren, dass der Besitzer der Bagger, Eurovia Vinci, am Bau von Gefängnissen beteiligt und sich für keinen schmutzigen Auftrag zu schade sei.

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3.10.2019 Prager Straße

Beim bislang "spektakulärsten" Anschlag auf eine Baustelle in Leipzig werden auf der "FourLiving"-Baustelle der CG Gruppe zwei Kräne komplett zerstört, ein dritter wird schwer beschädigt. Zudem wurden weitere Brandspuren an einem Bagger gefunden. Lesen Sie unseren ausführlichen Artikel zu diesem Brandanschlag.

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24.6.2019 Karl-Heine-Straße

In Leipzig-Plagwitz wird eine Asphaltiermaschine in Brand gesetzt. Den Betreibern entstand ein Sachschaden von etwa 50.000 Euro. Besitzer Eurovia Vinci ist, wie bereits erwähnt, am Bau von Gefängnissen beteiligt und zog sich damit den Zorn linker Bekenner zu.

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20.5.2019 Karl-Heine-Platz

In Lindenau zünden Unbekannte einen Mini-Bagger auf einer Baustelle für einen Kinderspielplatz an. Bei einem zweiten haben die Brandstifter keinen Erfolg.

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28.4.2019 An der Parthe

Unbekannte Täter stecken ein Stromaggregat und einen Baucontainer auf einer Baustelle der Deutschen Bahn an und verursachen einen Schaden im hohen fünfstelligen Bereich.

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2.2.2019 Marienweg

Im Leipziger Nordwesten gehen fünf Baufahrzeuge in Flammen auf. Zwei Bagger, zwei Mini-Bagger und eine Planierraupe brennen komplett aus. Der Schaden wird auf mehrere Hunderttausend Euro beziffert.

Was alle Brandanschläge auf Baustellen in Leipzig gemeinsam haben

Was alle bisherigen Brandanschläge auf Baustellen in Leipzig gemein haben, ist, dass die Täter durchgehend im linken Spektrum vermutet werden beziehungsweise linke Akteure sich im Internet bereits zu den Taten bekannt haben. Gewichtiges Hauptmotiv ist die Ablehnung der Gentrifizierung spezieller Viertel wie Connewitz und Plagwitz.

Ein Polizeischutz für sämtliche Baustellen ist nicht umsetzbar, vor allem in der in Sachen Bautätigkeit sehr aktiven Messestadt. Zudem liegt der Schutz von Baustellen im Normalfall in den Händen der Eigentümer. Dass die von den Bauherren eingesetzten Sicherheitsfirmen nicht zwingend ein Hindernis darstellen, belegte der Anschlag auf die "FourLiving"-Kräne, bei dem gezielt ausgespäht worden zu sein scheint, wann die Sicherheitskräfte vor Ort waren und wann nicht.

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