EDGE East Side Berlin: "Amazon Tower" seiner Bestimmung übergeben

EDGE East Side Berlin: "Amazon Tower" seiner Bestimmung übergeben

EDGE East Side Berlin: "Amazon Tower" seiner Bestimmung übergeben
Für das EDGE East Side Berlin wurde Richtfest gefeiert. Copyright: bloomimages Berlin GmbH

An der Warschauer Brücke im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg realisiert der Projektentwickler EDGE das EDGE East Side Berlin. Ein 140 Meter hoher Büroturm in innovativer und offener Architektur. Nach vier Jahren Bauzeit konnte der auch "Amazon Tower" genannte Turm seiner Bestimmung übergeben werden.

Einladung zum Berliner Immobilienkongress 2024

Artikel vom 28. Oktober 2022: Das EDGE East Side Berlin ist bis auf weiteres der höchste Geschossbau in der deutschen Hauptstadt. Das von den dänischen Architekten Bjarke Ingels Group entworfene Hochhaus hat insgesamt 37 Etagen, die sich über eine Gesamtfläche von rund 80.500 Quadratmeter erstrecken, mit einer Nutzfläche von etwa 65.000 Quadratmetern. In dem Gebäude wird Amazon ab 2023 mit mehr als 3.400 Mitarbeitern seine Berliner Zentrale einrichten und 28 der 37 Geschosse belegen. Entsprechend wird der Turm von den Berlinern auch als Amazon-Tower bezeichnet.

Die restlichen Etagen folgen einem integrativen Konzept. Auf den ersten fünf Etagen etwa öffnet das EDGE East Side Berlin seine Raum- und Serviceangebote für verschiedenste Nutzungsmöglichkeiten, zum Beispiel für kleinere Betriebe, wie lokale Kaffeeröstereien und Fahrradläden, oder halböffentliche Projekte. Neben kulinarischen Angeboten wird dort ein kommunikativer Campus entstehen mit Coworking Spaces, Büros- und Besprechungsräumen.

Für bestimmte Nutzer stellt EDGE diese Flächen in zeitlich begrenztem Maß sogar kostenlos zur Verfügung. Das betrifft Organisationen, Personen und Projekte, die sich ausschließlich nachhaltigen, sozialen oder bildungsbezogenen Zielen widmen. Außerdem werden weitere Räume im Bereich der Lobby zu vergünstigten Tarifen angeboten – für Geschäfte aus der unmittelbaren Umgebung.

Der Büroturm Edge East Side Berlin. Copyright: EDGE/ Bloomimages
Die ersten fünf Etagen des Büroturmes folgen einem integrativen Konzept. Copyright: EDGE / bloomimages

EDGE East Side Berlin: Ein Hochhaus entsteht

Der Bau des EDGE East Side Berlin wird von der Ed. Züblin AG als Generalunternehmer ausgeführt. Der Vergabe ging ein Partner-Verfahren voraus, das 2018 gestartet worden war. Bereits Mitte 2019 hatte ZÜBLIN den Auftrag erhalten, die Baugrubenarbeiten für das Projekt zu übernehmen. Im September 2019 verkündete EDGE, dass ein Joint Venture aus Allianz Real Estate und Universal-Investment, letztere handelnd für einen Spezialfonds mit der Bayerischen Versorgungskammer als Investor, das Hochhaus erworben habe. Für Allianz ist es das zweite Investment in ein EDGE Projekt.

Im Oktober 2020 wurde mit dem Aushub der Baugrube begonnen und ein zweiphasiger Kunst-am-Bau-Wettbewerb zur Ausgestaltung des Sockelbereichs und der Plattform des Bürogebäudes gestartet. Der Grundstein wurde Ende Januar 2021 gelegt. Im Mai 2022 stand der Rohbau bis zum 18. Obergeschoss, fünf Monate später war das Bürohaus auf die finalen 35 Obergeschosse angewachsen.

Richtfest am EDGE East Side Berlin. Copyright: Michael Fahrig für Edge
Richtfest am EDGE East Side Berlin. Copyright: Michael Fahrig für Edge

Richtfest für das neue Berliner Bürohochhaus

Am 12. Oktober feierte EDGE im Beisein von Andreas Geisel, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Richtfest für das inzwischen fünfte Projekt des niederländischen Projektentwicklers in Deutschland. Andreas Geisel sagte anlässlich der Feierlichkeiten: "Das EDGE East Side Berlin wird die Skyline an der Spree zwischen Kreuzberg und Friedrichshain prägen und Strahlkraft für die gesamte Stadt entwickeln. Ich bin sehr froh, dass sich das Haus auch für Besucherinnen und Besucher öffnen wird. Dort, wo jetzt noch Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter hoch über der Stadt arbeiten, erwartet uns bald auf einer öffentlichen Dachterrasse ein einzigartiger Ausblick auf Berlin."

Coen van Oostrom, Gründer und CEO Edge, ergänzt: "Vor gerade einmal drei Jahren haben wir die Baugenehmigung in Händen gehalten und schon heute können wir Richtfest für dieses in Berlin einzigartige Gebäude feiern. Mit der innovativen Architektur, die auf die traditionelle Bauweise des Umfelds rekurriert und mit ihm kommuniziert, möchten wir ein neues Wahrzeichen für Berlin setzen."

Besondere Herausforderungen

Aktuell werden die auffälligen Fassadenteile am Turm angebracht. Diese bestehen aus zwei Schichten: Eine aus dünnem Glas außen und die Fenster im Inneren. Letztere können aufgrund der dünnen, den Wind abfangenden Glasschicht auch in höheren Etagen geöffnet werden.

Aufgrund der enormen Kräfte der in 140 Metern Höhe wirkenden Winde, besteht die Gefahr, dass die Konstruktion des Turmes brechen könnte. Um dies zu verhindern, wurde der Amazon-Tower so designt, dass er sich in den obersten Etagen um wenige Zentimeter im Wind wiegen kann.

Amazon Tower: Nachhaltigkeit, Big Data und smarte Technologien

Infrastrukturell optimiert sich das Gebäude mit seiner vernetzten Technologie ständig selbst und fördert so die Energieeffizienz und das Wohlbefinden der Menschen ganz automatisch. Das heißt, auf Basis von Nutzungsdaten werden die Licht- und Temperatureinstellungen ortsgebunden angepasst und hochfrequentierte Areale stärker ventiliert als niedrigfrequentierte. Dies reduziert auch den CO2-Ausstoß. Angestellte haben zudem direkten Zugriff auf die intelligenten Funktionen des Bauwerks: Mit der mobilen EDGE-App steuern sie Licht und Temperatur ihrer unmittelbaren Umgebung, können Besprechungsräume buchen oder Schließfächer nutzen – und Kollegen innerhalb des Objekts für persönliche Absprachen lokalisieren. 

Blick in die Lobby. Copyright: bloomimages Berlin GmbH
Blick in die Lobby des im Volksmund Amazon-Tower genannten Büroturms. Copyright: bloomimages Berlin GmbH

Bereits beim Bau wurde auf Nachhaltigkeit geachtet. So haben ZÜBLIN, EDGE Technologies und alcemy in einem Pilotprojekt für zwei Obergeschosse des Büroturmes stark CO2-reduzierten Transportbeton hergestellt und eingebaut. Mit seinen guten bauphysikalischen Eigenschaften ist Beton einer der wichtigsten Baustoffe und aus der Baubranche kaum wegzudenken. Aber: Herkömmlicher Beton enthält als Bindemittel Zementklinker, bei dessen Produktion größere Mengen CO2 ausgestoßen werden.

Sinkt der Anteil an Zementklinker im Beton, sinken auch die CO2-Emissionen. Bei der Produktion des Betons für das 32. und 33. Obergeschosse von EDGE wurde, im Vergleich zu herkömmlichem Beton, rund 50 Prozent weniger CO2 ausgestoßen. Möglich macht dies die Verwendung von Kalkstein – ein reichlich verfügbarer und klimafreundlicher Ersatz für Klinker. Zudem verzichten die Bauherren auf Deckenverkleidungen in den Büroräumen und die Träger in den Obergeschossen bestehen aus nacktem Sichtbeton.

Die allumfassenden EDGE-Anprüche an ein nutzerfokussiertes und umweltbewusstes Design werden sowohl durch ein Platin-Vorzertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) sowie durch die angestrebte WELL v2 Gold -Zertifizierung des International WELL Building Institutes bestätigt.

Amazon Tower fertiggestellt

Der Amazon Tower ist fertiggestellt. Copyright: Edge / Urheber: Marcus Bischoff
Der Amazon Tower ist fertiggestellt. Copyright: Edge / Urheber: Marcus Bischoff

Update vom 23. Januar 2024: Projektentwickler Edge hat den Büroturm EDGE East Side Berlin, der von den Berliner wegen eines wichtigen Hauptmieters auch Amazon Tower genannt wird, erfolgreich an PIMCO Prime Real Estate übergeben. Das rund 140 Meter hohe Bürogebäude mit offener Architektur wurde an der Warschauer Brücke errichtet. Damit ist es bis auf weiteres der höchste fertiggestellte Geschossbau in der deutschen Hauptstadt und das erste Hochhaus in Berlin, das von der Bjarke Ingels Group (BIG) in Zusammenarbeit mit Aukett & Heese entworfen wurde. Es verfügt über insgesamt 37 Etagen, die sich über eine Gesamtfläche von 80.500 Quadratmetern erstrecken und eine Nutzfläche von 65.000 Quadratmetern besitzen. Amazon wird in dem Gebäude seine Berliner Zentrale einrichten und mehr als 3.400 Mitarbeiter beschäftigen. 

Während der vierjährigen Bauzeit hat das Edge-Team über 250 Unternehmen koordiniert und verschiedene Herausforderungen gemeistert. So war es zu Beginn der Bauarbeiten von entscheidender Bedeutung, die Auswirkungen der Last des Büroturms, bei Fertigstellung rund 100.000 Tonnen schwer, auf das Fundament der Warschauer Brücke zu begrenzen. Um zu verhindern, dass die Brücke absinkt und dabei beschädigt wird, verdichtete Edge den Boden unterhalb des Fundaments der Warschauer Brücke mitttels invasiver Zementsuspension und hob die Brücke vorübergehend an.

Coen van Oostrom, Gründer und CEO von Edge, erklärte: “Vor gerade einmal vier Jahren haben wir die Baugenehmigung erhalten, und heute können wir wie vereinbart dieses einzigartig gestaltete Gebäude in Berlin übergeben.” Im Jahr 2019 vereinbarte PIMCO Prime Real Estate mit Edge einen Forward Deal zum Erwerb des Gebäudes durch ein Joint Venture zwischen mehreren Unternehmen der Allianz-Gruppe und Universal-Investment, das im Auftrag mehrerer deutscher Pensionsfonds, jeweils vertreten durch die Bayerische Versorgungskammer (BVK), handelt.

Neue Hochhäuser für Berlin: Senat beschließt Rahmenplan für Areal um den Bahnhof Zoo: Der Berliner Senat hat einen Rahmenplan zur Umgestaltung und Nachverdichtung für das Areal im Bereich Hertzallee/Hardenbergplatz beschlossen. Was hier geplant ist...
Berlin/Brandenburg / Berlin

Neue Hochhäuser für Berlin: Senat beschließt Rahmenplan für Areal um den Bahnhof Zoo

Estrel Tower und andere Hochhäuser: Wo Berlin nach oben wächst: Mit dem Estrel-Tower ist das höchste Hochhaus der Hauptstadt im Bau. Nicht nur mit diesem Projekt im Stadtteil Neukölln strebt die Stadt über die Traufhöhe hinaus.
Berlin/Brandenburg / Berlin

Estrel Tower und andere Hochhäuser: Wo Berlin nach oben wächst

Wohnhochhäuser als urbane Wohnform der Zukunft?: Wohnhochhäuser waren lange unpopulär und standen eher weniger im Fokus der deutschen Wohnwirtschaft. Doch Flächenknappheit und Bevölkerungswachstum bringen Wolkenkratzer wieder verstärkt in die Metropolen.
Trend

Wohnhochhäuser als urbane Wohnform der Zukunft?