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Forst Marktbericht: Deutschlands Forstmarkt als gutes Investment

Der Forst Marktbericht von Colliers widmet sich dem Deutschen Wald. Die bisher wenig beachtete Assetklasse vereint wesentliche Vorteile: Sie zahlt auf ESG ein, verzeichnet stabile Renditen und ist zukunftsfähig.

Die bisher wenig beachtete Assetklasse Wald vereint wesentliche Vorteile: Sie zahlt auf ESG ein, verzeichnet stabile Renditen und ist zukunftsfähig.
Von Redaktion Immobilien Aktuell Magazin / Ivette Wagner, 01.07.2021

Der Holzmarkt ist auf dem Weg der Erholung: Das ist das Fazit des ersten Forst-Marktberichtes von Colliers. Eine fast erstaunliche Erkenntnis, wenn man das Klagen über steigende Rohstoffpreise im Hinterkopf hat. „Die großen Mengen an Schadholz der letzten drei Jahre haben die Holzpreise signifikant sinken lassen, was auch spürbare Auswirkungen auf die Preise für Waldflächen nach sich gezogen hat“, so Nils von Schmidt, Co-Head Land & Forst bei Colliers. Nun seien erste Zeichen einer Markterholung zu erkennen. 

Forst Marktbericht belegt stark ausgeprägtes Ost-West-Gefälle im Forstmarkt

Prinzipiell zeigt sich Deutschland zweigeteilt: in Ost und West. Kleinflächen bis zehn Hektar werden in den neuen Bundesländern oft deutlich günstiger verkauft als Flächen ab Eigenjagdgröße (ab 75 Hektar). Im Westen, gerade im süddeutschen Raum, sind Liebhaberpreise zu verzeichnen. Dabei reicht das Spektrum von 5.000 Euro pro Hektar für eine Kleinfläche in Thüringen über 13.000 Euro für einen vorratsstarken Kiefernwald in Brandenburg und bis zu 60.000 Euro pro Hektar für ein kleines Waldstück in Oberbayern. „Auch die Holzpreise für die Leitsortimente bei Fichte, Kiefer und Buche weisen oft signifikante regionale Unterschiede auf, die die starke Marktbedeutung der lokalen Sägewerke unterstreichen“, sagt Nils von Schmidt.

Nachhaltigkeit eines der stärksten Argumente

In Zeiten, in denen Klimaschutz und -wandel einen immer höheren Stellenwert einnehmen, kommt es also nicht überraschend, dass das Analysehaus Colliers mit einem eigenen Marktbericht seine Entwicklung in diesem Segment weiterschreibt. „Wald ist die einzige Landnutzungsform, die kosteneffizient der Atmosphäre CO2 entzieht und langfristig speichert. Darüber hinaus erbringt er eine ganze Reihe weiterer Ökosystemleistungen wie Wasserschutz, Staub­ und Rußfilterung“, ist darin zu lesen. Er kann Teil einer sinnvollen Portfolio-Diversifizierung sein und damit Risiken einschränken. Dass durch die Verpachtung noch ‚nebenbei‘ eine Einnahmequelle entsteht, muss da nur am Rande erwähnt werden.

Facts zum Forstmarkt Deutschland

  • 206.640 Kauffälle in Summe wurden in den letzten zehn Jahren in Deutschland für Waldflächen registriert. Insgesamt wurden 383.740 Hektar umgesetzt.  
  • Die Preise sind seit 2009 um mehr als 54 Prozent gestiegen. Besonders deutlich ist der Preisanstieg pro Hektar Waldfläche im Jahr 2015.
  • Der Flächenumsatz ist in Brandenburg mit fast 90.000 Hektar in den letzten zehn Jahren am höchsten.
  • Mit einem Holzvorrat von 3,7 Milliarden Kubikmetern und rund 90 Milliarden jungen und alten Bäumen zählt Deutschland zu einem der waldreichsten und holzvorratstärksten EU-Ländern.
  • Nur jeder fünfte Baum ist derzeit frei von Schäden.
  • Bis 2050 müssen etwa fünf Millionen Hektar wegen der veränderten Standortfaktoren zu klimaplastischem Wald umgebaut werden.

Anlageklasse Wald: Hohe Umsätze, stabile Renditen

Bei den Renditen allerdings zeigt sich Deutschland nicht sehr weit vorn: Langfristig nachhaltige liegen bei etwa 1,5 Prozent jährlich. Diese Zahl liegt in anderen Ländern zum Teil deutlich höher. Zum Vergleich: In Schweden sind es 3,5, in Rumänien 5,3 und in Kolumbien 7,5 Prozent. Eine andere Statistik spielt der Beliebtheit der Assetklasse neben der Stabiliät in die Karten: „Wald ist wirtschaftlich sehr bedeutsam. Im Cluster Forst und Holz sind in Deutschland insgesamt über eine Million Menschen beschäftigt. Damit arbeiten in dieser Branche mehr Menschen als beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau oder in der Automobilindustrie“, so Nils von Schmidt. Der Umsatz des Clusters betrug 2018 knapp 190 Milliarden Euro einschließlich der Waren und Dienstleistungen. Das entsprach 5,5 Prozent des BIP und unterstreicht die volkswirtschaftliche Bedeutung.

„Die Nachfrage nach Holz und guten Holzqualitäten ist stabil und garantiert langfristige Erträge. Ein Investment in Grund und Boden schützt vor Inflationsverlusten. Die vielfältigen Funktionen des Waldes leisten Enormes für unsere Gesellschaft und werden wahrscheinlich zukünftig auch honoriert. Insofern sind wir von der Anlageklasse Wald überzeugt“, so Nils von Schmidt. „Ökologie und Ökonomie können sinnvoll verbunden werden, dies ist eine wichtige Maxime unserer Zeit.“

Den Marktbericht Forst 2021 von Colliers können Sie hier downloaden

Aufmacherfoto: Der Forst Marktbericht von Colliers offenbart ungeahnte Vorzüge deutscher Wälder. Copyright: jplenio auf Pixabay

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