Nachhaltigkeit in der Textilbranche endet nicht bei der umweltbewussten Kollektion

Nachhaltigkeit in der Textilbranche endet nicht bei der umweltbewussten Kollektion

Nachhaltigkeit in der Textilbranche endet nicht bei der umweltbewussten Kollektion
Tasja Schneider von Drees und Sommer SE über Nachhaltigkeit in der Textilbranche. Copyright: Anja Paap

Die vergangenen Monate und Jahre waren durch die Pandemie und die aktuell steigende Inflation für die Textilbranche eine enorme Herausforderung. Nicht nur gilt es, neue Wege für die Kundenansprache zu finden, sondern auch den hohen Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Laut GfK sank das Konsumklima in den vergangenen Monaten auf ein Rekordtief, nicht aber der Fokus auf Nachhaltigkeit: Laut GfK Nachhaltigkeitsindex fordern 68 Prozent der Befragten in Deutschland von Unternehmen, nachhaltig zu handeln. 

Kölner Immobilienmonitor

„Kunden möchten wissen, was sie einkaufen, sie möchten Qualität statt Quantität. Aber nicht nur das: Sie möchten wissen, welche Luft sie einatmen – Mindfulness und Authentizität bewegen uns als Gesellschaft. Wir leben bewusster und achtsamer“, so Tasja Schneider, Senior Projektleiterin beim auf Bau und Immobilien spezialisierten Beratungsunternehmen Drees und Sommer SE am Standort Hamburg. „Kunden wissen, was sie in Bezug auf Nachhaltigkeit wollen, aber wissen das die Brands auch?“

Unternehmen müssen sich zunächst ihrer eigenen Haltung klar werden: Wie weit soll Umweltschutz in die Unternehmens-DNA aufgenommen werden? Erst 30 Prozent der Unternehmen im Einzelhandel haben eine Nachhaltigkeitsstrategie. Damit ist nicht der Austausch von Halogenspots gegen LED-Leuchten gemeint – jeder kleine Schritt zum Einsparen ist wichtig, aber noch keine Nachhaltigkeitsstrategie. „Was nützt die umweltbewusste Kollektion aus recycelten Rohstoffen, wenn das Gebäude und der Store alles andere als umweltschonend sind? Kunden merken, wenn Unternehmen es nicht ernst meinen – und das kann Reputation einbüßen“, so Tasja Schneider weiter.

Die Textilbranche muss sich zur CO2-Reduzierung verpflichten

Dass es längst Zeit ist zu handeln, hat schon die Fridays for Future Bewegung in der Vergangenheit regelmäßig aufgezeigt. Die maßgeblichen Themen als Schlüssel zur Veränderung dabei sind vielschichtig, doch mit Hilfe von Beratungsunternehmen wie Drees & Sommer lassen sich Bedarf und Möglichkeiten der Unternehmen analysieren und zu einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie zusammenführen.

Ein funktionierender Omnichannel und Augmented Reality sind zur Flächenbereinigung und als Teil der Flächenoptimierung ein Aspekt, die Einbeziehung der Supply Chain und Zulieferer ein weiterer. Neben der Innenstadtoptimierung mit den Kommunen braucht es gemeinsame Konzepte der „Willigen“, ein Vorangehen mit Mitbewerbern sowie eine aktive Mitgestaltung von Nachnutzungskonzepten. Zudem muss sich der Weg vom freiwilligen Fairtrade hin zu Verpflichtungen der Großunternehmen und des Mittelstands entwickeln. Auch hier ist es eine Frage der Haltung, eine branchenweite Selbstverpflichtung zur CO2-Reduzierung zu initiieren.

Green Building und Green Lease

Mit der Anfang 2022 in Kraft getretenen EU-Taxonomie spielt Nachhaltigkeit im Finanzsektor, und damit auch in der Immobilienbranche, eine wichtige Rolle. Hiermit werden Finanzströme in umweltbewusste Immobilien-Investments gelenkt: Laut UNEP (United Nations Environment Programme) sind Gebäude für rund ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen, sowie 50 Prozent des Verbrauchs an natürlichen Ressourcen verantwortlich. Die EU-Taxonomie ist sowohl bei Neubauten als auch bei der Optimierung von Bestandsgebäuden anwendbar.

Neben dem grünen Gebäude (Green Building), ist die langfristige kreislauffähige Nutzung sowie Bewirtschaftung des Gebäudes ebenso von Bedeutung. Dies stellen grüne Mietverträge (Green Leases) sicher. Hierbei verpflichten sich sowohl Mieter als auch Vermieter, ressourcenschonend zu agieren und die Immobilie ökologisch verträglich zu nutzen, zu betreiben und zu erhalten. So werden die unternehmerischen Nachhaltigkeitsziele erreicht und die Ansprüche der Kunden erfüllt.

Langfristig werden die Brands am Markt bestehen, die eine glaubhafte Nachhaltigkeitsstrategie umsetzen und diese transparent kommunizieren. Denn die zunächst rein politische Bewegung für den Klimaschutz – initiiert von einer Schülerin – ist längst in der Gesellschaft angekommen und bestimmt das Handeln in der Textilbranche.

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