HeatResilientCity: Wie lassen sich Städte hitzefest machen?

HeatResilientCity: Wie lassen sich Städte hitzefest machen?

HeatResilientCity: Wie lassen sich Städte hitzefest machen?
Wie lassen sich dicht bebaute Stadtviertel und die dort lebenden Menschen nachhaltig vor sommerlicher Hitze schützen? Copyright: Gerd Altmann auf Pixabay

Wie lassen sich dicht bebaute Stadtviertel und die dort lebenden Menschen nachhaltig vor sommerlicher Hitze schützen? Das untersuchen Forscher am Beispiel von Stadtquartieren in Dresden und Erfurt. Ihr Projekt heißt HeatResilientCity und ist für den "Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung 2022" nominiert, der in Kürze verliehen wird.

Die langanhaltenden Hitzewellen und Trockenperioden in den vergangenen Sommern haben deutlich gemacht, welche Herausforderungen auf Stadtentwickler, Kommunen und Einwohner künftig zukommen. Auch Forscher und Ämter haben den Schutz dicht bebauter Stadtquartiere und ihrer Einwohner vor hohen Temperaturen in den Straßen und Wohnungen längst im Blick.

In dem Projekt HeatResilientCity (auf deutsch etwa: hitzeangepasste oder hitzebeständige Stadt) suchen Vertreter verschiedener Disziplinen nach Lösungen, wie sich städtische Lebensqualität in Hitzeperioden sichern lässt. Nun ist das Projekt von einer Expertenjury für den "Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung 2022" nominiert worden. Es zählt damit zu den drei Finalisten des Wettbewerbs.

Die von der Jury ausgewählten Kandidaten für den Award waren Anfang November 2021 in der 3sat-Sendung „nano“ vorgestellt worden. Anschließend konnten die Zuschauer bis Mitte November per Online-Abstimmung entscheiden, welches Projekt zum Sieger gekürt werden soll. Bekanntgegeben und prämiert wird der Gewinner am 3. Dezember 2021 im Rahmen der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises in Düsseldorf.

Stadtquartiere in Dresden und Erfurt für Projekt HeatResilientCity untersucht

Bei dem Wettbewerb standen in diesem Jahr die Anpassung an den Klimawandel und der Umgang mit Extremwetterereignissen in Städten und Regionen im Mittelpunkt. Gesucht wurden Projekte, die anwendungsnahe Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel präsentieren.

Was die Jury zur Nominierung von HeatResilientCity veranlasste, war neben der innovativen Forschung und der Umsetzung erster Maßnahmen auch der Fokus auf die Bedürfnisse der Bewohner in den untersuchten Stadtquartieren in Erfurt und Dresden. Umgesetzt wurden dort insbesondere solche Maßnahmen, die von den Bewohnern und vor allem den vulnerablen Gruppen unter ihnen - Ältere, Kranke, Kinder - als sinnvoll erachtet wurden.

Erste Maßnahmen gegen Sommerhitze umgesetzt

In dem vor vier Jahre gestarteten Projekt ist inzwischen viel geschehen. In Dresden-Gorbitz wurden bereits drei Gebäude hitzeangepasst saniert. In der Erfurter Oststadt sorgen nun 50 neue klimaangepasste Bäume und Sträucher für mehr Schatten und Abkühlung. Des Weiteren wurden Trinkwasserstationen eingerichtet, eine Blühwiese angelegt sowie Baumpatenschaften und Bewässerungsinitiativen gestartet.

Auch Weiterbildung ist Teil des Projekts, denn die nachhaltige Anpassung von Wohngebieten an die Sommerhitze ist eine Querschnittsaufgabe, die verschiedene Akteure gemeinsam angehen müssen. Bis Januar 2023 wird das Projektteam darum Beschäftigte aus Verwaltung, Wohnungswirtschaft und Gesundheitswesen zum Thema Hitzeanpassung schulen und zur Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen befähigen. Außerdem entwickelt das Team Werkzeuge und Entscheidungshilfen sowohl für die Stadt- und Freiraumplanung als auch für das individuelle Handeln der Bürgerinnen und Bürger.

An dem Projekt HeatResilientCity sind neben dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) auch Institute für Stadtforschung, Hydrologie und Meteorologie, die Umweltämter in Dresden und Erfurt, die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden, das Gesundheitsamt Dresden und die Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden beteiligt.

Preisvergabe am 3. Dezember 2021

Unter den Finalisten für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis ist ein Projekt,
 das Stadtquartiere in Dresden und Erfurt gegen Hitzeperioden fit macht. Foto: Frank Fendler
Unter den Finalisten für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis ist ein Projekt, das Stadtquartiere in Dresden und Erfurt gegen Hitzeperioden fit macht. Foto: Frank Fendler

Der Nachhaltigkeitspreis wird in diesem Jahr zum zehnten Mal von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vergeben. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sagte: "Wir brauchen vielfältige Maßnahmen, damit Staat, Gesellschaft, Unternehmen und Infrastruktur für Wetterextreme wie Hochwasser und Hitzewellen bestmöglich gerüstet sind. Forschung kann uns Lösungswege aufzeigen. Mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung prämieren wir in diesem Jahr Forscherinnen und Forscher, die sich mit diesem für unsere Zukunft entscheidenden Thema beschäftigen."

Neben HeatResilientCity nominierte die Jury die Projekte LoKlim und Grüne Stadt der Zukunft. LoKlim hat zum Ziel, die Kompetenz für Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen sowie Landkreisen zu steigern. Im Projekt "Grüne Stadt der Zukunft - klimaresiliente Quartiere in einer wachsenden Stadt" werden am Beispiel Münchens innovative Lösungen für den Umgang mit Klimawandelfolgen in Städten erarbeitet.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit über 1.000 Bewerbern ist der Preis der größte seiner Art in Europa.

Ergebnisse der 138. Bauministerkonferenz: Klimaziele und soziale Wohnraumförderung im Fokus: Am 18. und 19. November 2021 fand die 138. Bauministerkonferenz statt. Unter anderem wurden Beschlüsse zur Umsetzung der Klimaziele der EU und des Bundes, zur Änderung der Musterbauordnung und zur Wärmewende im Gebäudebestand gefasst.
Mitteldeutschland / Thüringen

Ergebnisse der 138. Bauministerkonferenz: Klimaziele und soziale Wohnraumförderung im Fokus

Immobilienwirtschaft nach der Wahl: „Die neue Bescheidenheit.“: Peter Starke, Mitglied der Aengevelt-Geschäftsleitung und Niederlassungsleiter Berlin, kommentiert die immobilienwirtschaftlichen Perspektiven nach den Wahlen im Bund und in Berlin.
Trend

Immobilienwirtschaft nach der Wahl: „Die neue Bescheidenheit.“

Praxisbericht: "Klimaneutralität nahezu unerfüllbare Herausforderung für die Wohnungswirtschaft": GdW und die Initiative Wohnen.2050 liefern Erkenntnisse zum Erreichen der geforderten Klimaneutralität und fordern von der Politik Unterstützung.
Trend

Praxisbericht: "Klimaneutralität nahezu unerfüllbare Herausforderung für die Wohnungswirtschaft"