CDU will Hochhausbau in Berlin forcieren

CDU will Hochhausbau in Berlin forcieren

CDU will Hochhausbau in Berlin forcieren
Die CDU will den Hochhausbau in Berlin ausweiten. Copyright: StockSnap auf Pixabay

Die Wohnungsnot in Berlin treibt zahlreiche Akteure um. Nun wagte die Berliner CDU mit ihrem Beschlusspapier „Radikal vertikal – Hochhäuser als Leuchttürme der Stadtentwicklung“ einen Vorstoß und will mit einem Hochhausentwicklungsplan den Hochhausbau in Berlin forcieren – viel Zuspruch löste dies nicht aus.

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Mehr bauen auf weniger Platz: Mit ihrem Beschlusspapier „Radikal vertikal – Hochhäuser als Leuchttürme der Stadtentwicklung“ hat die CDU-Fraktion auf ihrer Klausur in Warschau die Tür zu höherem und ressourcenschonendem Bauen geöffnet. Zuvor hatten die Abgeordneten mit dem neuen Varso-Tower das höchste Gebäude in der Europäischen Union besichtigt und fachliche Gespräche mit dem verantwortlichen Architekturbüro Foster + Partner sowie dem Berliner Architekten Christoph Langhof geführt.

Hochhausentwicklungsplan soll klare Leitlinien für Hochhausbau in Berlin liefern

Dazu soll als nächstes ein Hochhausentwicklungsplan erarbeitet werden, der vom Senat in den nächsten zwölf Monaten beschlossen werden soll. Dieser Hochhausentwicklungsplan wird klare Leitlinien hinsichtlich eines geringen Flächenverbrauches und der sozialen und gewerblichen Nutzung vorgeben. Als räumliche Schwerpunkte werden in einer Pressemitteilung der Berliner CDU-Fraktion Standorte am S-Bahnring, der Alexanderplatz und die City West genannt.

Dirk Stettner, Vorsitzender der CDU-Fraktion Berlin:„Knapper Baugrund, hohe Versiegelung, Berlin braucht Wohnungen, Schulen, Kitas, Gewerbe - das spricht klar für attraktiv gestaltete richtige Hochhäuser. Berlin sollte an einigen Stellen eine deutlich höhere Skyline mit prägenden Wolkenkratzern haben. Wir müssen unbedingt in die Höhe planen, um grüne Freiräume schützen zu können.“

Berlin soll nicht mit Hochhäusern zugepflastert werden

Gegenüber dem rbb betonte Dirk Stettner, dass es allerdings nicht darum ginge, die ganze Stadt mit Hochhäusern zuzupflastern. In dem Beschlusspapier sei entsprechend ausführlich dargelegt, wo/wie genau sich die Berliner CDU mehr Hochhäuser vorstellen könne:

Die Fraktion sei sich laut rbb bewusst, dass es das 2020 vom rot-rot-grünen Senat verabschiedete Hochhausleitbild gebe, problematisch sei aber, dass dieses keinerlei mögliche Standorte für zukünftigen Hochhausbau definiere. 

Kritik an den Hochhausplänen der CDU

Die Kritik an dem CDU-Vorstoß ließ nicht lange auf sich warten. So erklärte Theresa Keilhacker, Präsidentin der Architektenkammer Berlin, gegenüber dem Tagesspiegel, dass der Hochhausbau in den letzten 20 Jahren immer anachronistischer geworden sei. Etwa weil der Hochhausbau keine klimaschonende Bauweise sei. Mehr noch, die hohen Anforderungen an die Bausubstanz und an die Anlagetechnik würden Hochhäuser sowohl klimaschädlicher als auch unwirtschaftlicher als Flachbauten machen.

Auch der BUND sieht laut dem Tagesspiegel eher negative Effekte und fokussiert dabei auf die Nachhaltigkeit von Hochhäusern. Die nehme ab einer Höhe von 60 Metern deutlich ab, da der Ressourcenverbrauch für Bau und Betrieb dann enorm zunehme. Der Wohnraumbedarf solle lieber durch nachhaltige Varianten wie Aufstockung, Umnutzung und Erweiterung von Bestandsgebäuden gedeckt werden.

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