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Leuchtturmprojekt für Digitalisierung: Kanzlerin besucht Smartes Quartier Jena-Lobeda

Soziales und smartes Wohnen vereinen sich in Jena-Lobeda: Mit der Zusage für ein zinsgünstiges Darlehen von 12,6 Millionen Euro und einem Tilgungszuschuss von 1,9 Millionen Euro unterstützt das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft den sozialen Wohnungsbau in der Ziegesarstraße. Ganz aktuell startete das Projekt in den zweiten Bauabschnitt.

Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft unterstützt den sozialen Wohnungsbau in der Ziegesarstraße in Jena. Jena bekommt neue Sozialwohnungen im Smarten Quartier Jena-Lobeda. Copyright: SWJ/Schödensack
Von Redaktion IMMOBILIEN AKTUELL MAGAZIN / Pierre Pawlik / Pressemitteilung Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft + Stadtwerke Jena, 03.06.2021

730 Sozialwohnungen gibt es aktuell in Jena. Jetzt sollen in Jena-Lobeda neue hinzukommen. Rund 270 Wohnungen werden in der Ziegesarstraße bis voraussichtlich 2023 zum "Smarten Quartier Jena-Lobeda" umgebaut. Neben dem ersten Bauabschnitt im Wohngebäude Ziegesarstraße 9 und 11 umfasst das Sanierungsvorhaben auch die beiden Blöcke mit den Nummern 13 und 15 sowie 17 und 19, die in zwei weiteren Bauabschnitten saniert werden. Etwa die Hälfte aller Wohnungen soll als belegungsgebundene Sozialwohnungen angeboten werden. Hierfür gibt es die Unterstützung durch den Freistaat Thüringen.

jenawohnen erhält Fördermittel für smartes und bezahlbares Wohnen in Jena-Lobeda

Übergabe des Fördermittelbescheids (v.l.n.r.): jenawohnen-Geschäftsführer Tobias Wolfrum,
 Staatssekretär Klaus Sühl,
 Volker Blumentritt (Ortsteilbürgermeister Lobeda),
 Christian Gerlitz (Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt) und Oberbürgermeister Thomas Nietzsche. Copyright: Stadtwerke JenaDen Fördermittelbescheid nahm jenawohnen-Geschäftsführer Tobias Wolfrum heute von Staatssekretär Dr. Klaus Sühl entgegen. Er sagt: „Gutes und bezahlbares Wohnen ist ein Grundbedürfnis für alle Menschen – in der Stadt und auf dem Land. Deshalb ist die Förderung des sozialen Wohnungsbaus so wichtig für Thüringen. Das geplante Bauvorhaben verdeutlicht zudem, wie die Wohnungsgesellschaft hier in Jena auf aktuelle technische Entwicklungen, wie zum Beispiel Haustechnik mit smarter Steuerung, reagiert. Das Projekt ist sozial und digital. Es kombiniert somit zwei der wichtigsten Aspekte modernen Bauens.“

Die Wohnungsgesellschaft jenawohnen will mit der Mischung aus „sozial und smart“ ein klares Signal setzen. Geschäftsführer Tobias Wolfrum: „Wir nehmen unsere soziale Verantwortung als kommunales Wohnungsunternehmen ernst und schaffen modernen und bezahlbaren Wohnraum. In Jenas größtem Stadtteil Neulobeda sehen wir optimale Voraussetzungen, um einerseits die Stadt zu unterstützen, den Anteil an mietpreisgebundenen Wohnungen zu erhöhen und andererseits neue Formen des Zusammenlebens zu entwickeln.“

Sanierung aller drei Wohnblöcke wird 24 Millionen Euro verschlingen

Alle 108 im ersten Bauabschnitt sanierten und dann smarten Ein- und Dreiraumwohnungen werden ausschließlich für Menschen mit Wohnberechtigungsschein angeboten. Circa 35 weitere belegungsgebundene Sozialwohnungen entstehen im zweiten Bauabschnitt. Die Miete in den Sozialwohnungen darf 5,90 Euro pro Quadratmeter nicht überschreiten. Die geplanten smarten Funktionen sollen vor allem das Leben älterer Jenaer erleichtern und werden sich um Energiesteuerung, Gesundheitsangebote, Mobilitäts- und Logistiklösungen drehen. Insgesamt investiert jenawohnen über 24 Millionen Euro in die Sanierung der drei Wohnblöcke.

Trotz Corona: Erster Bauabschnitt im Smarten Quartier Jena-Lobeda gestartet

Update vom 15. April 2020: Der Startschuss für das Smarte Quartier Jena-Lobeda ist gegeben: In den Blöcken Ziegesarstraße 9 haben Handwerker mit ersten Arbeiten zur Entkernung begonnen. Angesichts Corona erfolgen alle Arbeiten unter veränderten Abläufen und erhöhten Schutzmaßnahmen. Da sämtliche Wohnungen im Haus 9 bereits leer gezogen sind, können die Handwerker allein in den Wohnungen arbeiten und den Mindestabstand einhalten.  Alle Wohnungen im ersten Bauabschnitt erhalten Funktionalitäten, die in keinem bisherigen jenawohnen-Quartier zum Standard gehören.

Über ein zugehöriges Tablet lassen sich Licht, Heizung und Video-Klingel steuern, die Haustür öffnen und der Energieverbrauch darstellen. In den weiteren Bauabschnitten entstehen ein Telemedizinraum, ein Logistikraum und zehn Serviced Appartments - komplett möblierte Wohneinheiten, die Gästen eine Kombination aus „Wohnung auf Zeit“ und auf sie zugeschnittene Services bieten. Weitere zubuchbare Angebote – von ausleihbaren Elektro-Rollstühlen, über eine Quartiersplattform bis hin zu Car- und Bikesharing - sind in der Konzeption. Sie entstehen einerseits aus den Bedürfnissen der Mieter und andererseits durch Impulse von Projektpartnern aus den Branchen IT, Gesundheit und Logistik. Das Smarte Quartier Jena-Lobeda wird unterstützt vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft. 

Im Dezember 2020 ist bereits klar: Trotz Corona liegen die Sanierungsarbeiten von jenawohnen nahezu im Zeitplan. Im Frühjahr sollen die ersten 108 Mietparteien in den Häusern Ziegesarstraße 9 und 11 einziehen. 

Virtueller Besuch der Bundeskanzlerin im Smarten Quartier Jena-Lobeda

Update vom 01.12.2020: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel besichtigte heute das Smarte Quartier Jena-Lobeda per Live-Übertragung. Das Modellprojekt der Stadtwerke Jena war Inhalt des jährlichen Digital-Gipfels des Bundeswirtschaftsministeriums, der 2020 unter dem Motto „Digital nachhaltiger leben“ stattfand. Beim Exponate-Rundgang zum Abschluss des Gipfels erfuhr Angela Merkel von Jenas Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche, wie das Smarte Quartier Jena-Lobeda zukünftig als Blaupause für nachhaltige digitale Städte und Regionen dienen kann.

Für den virtuellen Kanzlerinnen-Besuch wurde im Hauptgebäude der Stadtwerke Jena-Tochter jenawohnen ein Fernsehstudio aufgebaut, dessen Mittelpunkt ein Nachbau des Smarten Quartiers Jena-Lobeda bildete. Anhand des Exponats erfuhr die Bundeskanzlerin, wie das Smarte Quartiers durch intelligente Vernetzung zu ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit auch in anderen Städten und Gemeinden beitragen kann.

Jenas Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche erläutert Bundeskanzlerin Angela Merkel das Smarte Quartier Jena-Lobeda. Copyright: Stadtwerke Jena / Jürgen Scheere

Dr. Thomas Nitzsche, Oberbürgermeister der Stadt Jena, zeigt sich begeistert: „Dass wir das Projekt des Smarten Quartiers der Bundeskanzlerin vorstellen durften, macht uns unheimlich stolz und belegt einmal mehr, dass Jena im Bereich der Digitalisierung sehr gut aufgestellt ist. Mit weiteren Förderprojekten zum Ausbau von Smart City oder 5G werden wir unseren Anspruch als führende digitale Stadt noch ausbauen können.“ Mit Blick auf den Digitalgipfel ergänzt er: „Leider konnte der Digitalgipfel pandemiebedingt nicht in Präsenz vor Ort stattfinden. Ihn gleichwohl virtuell zu Gast zu haben spricht ja aber erst recht für Jena als digitale Stadt.“

„Viele der unterschiedlichen Blaupausen im Smarten Quartier Jena-Lobeda sind für die Übertragung in die Fläche konzipiert und sollen auch im ländlichen Raum helfen, Versorgungssicherheit nachhaltig und flächendeckend zu ermöglichen. Dieser Anspruch war von Anbeginn unseres Projekts von zentraler Bedeutung“, sagt Gunar Schmidt, Geschäftsführer der Stadtwerke Jena Netze. Der jenawohnen-Geschäftsführer Tobias Wolfrum ergänzt: „In unserem Projekt zeigt sich hautnah, wie Digitalisierung bei den Menschen ankommt, welche Hindernisse auftreten und wie Chancen genutzt werden können.“

Zweiter Bauabschnitt für Smartes Quartier Jena-Lobeda gestartet

Das Modellprojekt Smartes Quartier Jena-Lobeda legt im aktuell gestarteten zweiten Bauabschnitt noch eine smarte Schippe drauf. Nachdem der Großteil der Wohnungen des ersten Bauabschnitts in der Ziegesarstraße 9 und 11 bezogen ist, erstreckt sich die Sanierung nun in die Häuser 13 und 15. Insgesamt sieben Millionen Euro investiert jenawohnen in den zweiten von insgesamt drei Bauabschnitten.

Der mittlere Gebäudeteil wird dabei zentrales Herzstück smarter Zusatzleistungen, die Mieter im Alltag entlasten und ihre Lebensqualität steigern sollen. So ist hier perspektivisch ein Telemedizinraum beherbergt, der Mietern Online-Sprechstunden mit Ärzten ermöglicht. In einem zentralen Logistikraum können Paket- und Speditionslieferungen rund um die Uhr empfangen werden.

Die Baugerüste am Smarten Quartier Jena-Lobeda sind ein Gebäude „weitergerückt“. Copyright: Stadtwerke Jena / Anna Schroll

Außerdem entsteht ein Teil-Raum für Mobilitätsangebote wie Elektro-Rollstühle, die sich bewegungseingeschränkte Mieter ausleihen können. Weitere Besonderheit der Ziegesarstraße 13 und 15 sind sogenannte Serviced Apartments. Insgesamt neun möblierte Wohneinheiten bieten Gästen eine Kombination aus „Wohnung auf Zeit“ und Serviceangeboten, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Beispielsweise können Patienten hier im wohnlichen Umfeld nach einem Krankenhausaufenthalt in direkter Nähe zum Uniklinikum genesen.

Auch aus energetischer Sicht entwickelt sich das Konzept des Smarten Quartiers weiter: Aktuell wird an der Gebäudehülle die Voraussetzung geschaffen, alle Mieter zum Teil der Energiewende zu machen. Über Anschlüsse in der Wohnungsinstallation sowie Vorrichtungen an den Balkonen können Bewohner perspektivisch auf Wunsch eine PV-Anlage am Balkon installieren lassen und den selbst erzeugten Strom direkt in ihrer Wohnung verbrauchen. Wie bereits im ersten Bauabschnitt erhalten auch die Wohnungen im mittleren Gebäudeteil eine Smart-Home-Ausstattung, über die sich Licht, Heizung und Video-Klingel steuern, die Haustür öffnen und perspektivisch der Energieverbrauch darstellen lassen.

Die Anzahl der Wohnungen in der Ziegesarstraße 13 und 15 reduziert sich durch Grundrissänderungen von bisher 110 auf 88. Neben Ein- und Dreiraum-Wohnungen schafft jenawohnen neue Vier- und Sechsraum-Wohnungen und trägt so dem Bedarf nach größeren Wohnraum in Jena Rechnung. Fast die Hälfte der Wohnungen ist mietpreisgebunden; die anderen Wohnungen sind freifinanziert und können ohne Wohnberechtigungsschein gemietet werden. Umgesetzt werden alle Arbeiten des zweiten Bauabschnitts von der ASI Anlagen Service Instandhaltung. Das Jenaer Unternehmen gewann die Ausschreibung und agiert als Generalunternehmer.

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