Media City Potsdam: Pläne für neuen Büropark im Filmpark Babelsberg vorgestellt

Media City Potsdam: Pläne für neuen Büropark im Filmpark Babelsberg vorgestellt

Media City Potsdam: Pläne für neuen Büropark im Filmpark Babelsberg vorgestellt
Eine Visualisierung der Media City. Copyright: Libeskind/KW Development

Die Stadt Potsdam hat grünes Licht für ein Werkstattverfahren für die Planung eines 94.000 Quadratmeter großen Büroparks gegeben, der Bestandteil des Filmparks in Babelsberg werden und aus einem Büroturm sowie vier weiteren Gebäuden bestehen soll.

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Das Studio Libeskind stellte am 12. November 2021 gemeinsam mit Oberbürgermeister Mike Schubert, Baubeigeordneten Bernd Rubelt, Bauunternehmer Jan Kretzschmar, Geschäftsführer KW-Development, und dem Eigentümer des Filmparks Babelsberg, Friedhelm Schatz, die Pläne für die "Media City" im Potsdam Museum vor.

Die Stadt Potsdam hat grünes Licht für ein Werkstattverfahren für die Planung des 94.000 Quadratmeter großen Büroparks "Media City" gegeben, der integraler Bestandteil des Filmparks in Babelsberg werden soll. Bereits Anfang September 2021 hatte der Potsdamer Bauausschuss den Libeskind-Entwurf als Grundlage für ein Bebauungsplanverfahren an die Stadtverordneten empfohlen, die sich am 2. Dezember dazu beraten.

Ein 66-Meter-Turm und vier weitere Gebäude

„Mit dem neuen Büroensemble schaffen wir nicht nur weitere benötigte Büroflächen für die Medienstadt, sondern machen Babelsberg durch diesen Eyecatcher von internationaler Strahlkraft noch attraktiver. Besonders die Streamingdienste bauen ihr Geschäft immer weiter aus und benötigen dafür nicht nur mehr Content, sondern auch Standorte, wo diese produziert werden können. Mit unserem Projekt können wir dafür die richtigen Voraussetzungen schaffen.“, so Bauherr Jan Kretzschmar.

Das Areal befindet sich an der Kreuzung Großbeerenstraße/August-Bebel-Straße, die neben dem bekannten "Action-Vulkan" des Filmparks und schräg gegenüber dem Bahnhof Potsdam-Medienstadt Babelsberg liegt. Derzeit liegt der Bauplatz für den Media City-Komplex brach und ist unbebaut. 

Das Entwurfskonzept konzentriert sich auf die Schaffung von Gebäuden, die auf die Bedarfe der Nutzer zugeschnitten sind und flexible Büro- und öffentliche Räume bieten. Der Entwurf sieht einen 66 Meter hohen, runden Büroturm vor, der von vier niedrigeren, bogenförmigen Gebäuden mit Höhen von 44 und 22 Metern umschlossen ist. Die niedrigeren, breiteren Gebäude sollen an der Straßenfront errichtet werden, während der höhere Turm von der Straße zurückgesetzt ist, um mehr Freiraum zu schaffen.

Architektursprache der "Media City" orientiert sich an der Filmwelt

"Die Gestaltung der fünf Gebäude ist inspiriert von Formen, die mit dem Filmemachen verbunden sind: gestapelte 70-Millimeter-Filmrollen, Kamerablenden und Objektive. Das Gebäudeensemble soll die Entwicklung Babelsbergs als weltbekannten Film- und Medienstandort weiter sichern", so Architekt Daniel Libeskind. "Ich freue mich, diesen Entwurf nun gemeinsam mit KW-Development und der Stadt Potsdam umsetzen zu können."

Der Projektentwickler Jan Kretzschmar hat das Grundstück 2020 vom Filmpark erworben. Das Büroensemble ist nicht das erste Bauprojekt der KW-Development in der Medienstadt. So wurden bereits die Wohn- und Geschäftshäuser in der Marlene-Dietrich-Allee sowie der Neubau für die Kostümsammlung entwickelt. Das Sammlungsgebäude für die Filmuniversität und das Filmmuseum stehen kurz vor der Fertigstellung, Schule, Hort, Sporthalle und Parkhaus stehen in den Startlöchern.

Entwurf für Büropark in der Diskussion

Rund 300 Millionen Euro sollen in das Libeskind-Projekt investiert werden, um rund 5.000 Arbeitsplätze am Standort zu schaffen. "Die künftigen Mieter sollen aus der Medienbranche kommen. Deshalb sind neben Büros auch Räume für Postproduktion, Ton und Gaming geplant, denn der Bedarf ist da", erklärt Kretzschmar. Aber auch öffentliche Nutzungen werden das neue Quartier mit Leben füllen, zum Beispiel durch Restaurants und Proberäume für Musikgruppen.

Während viele Stimmen aus der Potsdamer Stadtpolitik positiv auf den Entwurf reagierten, kamen vor allem aus Richtung der Grünen und Anwohnerinitiativen skeptische Töne auf. Diese hinterfragten in erster Linie die Gebäudehöhen und deren Auswirkungen auf die Lichtverhältnisse für angrenzende Häuser und Gärten. Linke Aktivisten befürchten hingegen eine verstärkte Gentrifizierung in dem Stadtteil. Viele offene Fragen also, die in dem angekündigten Werkstattverfahren einer Klärung bedürfen.