Neuer Förderschulcampus in Delitzsch: Landkreis Nordsachsen investiert 25 Millionen

Neuer Förderschulcampus in Delitzsch: Landkreis Nordsachsen investiert 25 Millionen

Neuer Förderschulcampus in Delitzsch: Landkreis Nordsachsen investiert 25 Millionen
Der neue Förderschulcampus für Pestalozzi- und Fröbelschule in Delitzsch. Copyright: LRA Nordsachsen/Implenia Hochbau GmbH

In der Delitzscher Richard-Wagner-Straße entsteht ein neuer Förderschulcampus. Der Komplex für insgesamt 300 Schüler wird die Pestalozzischule sowie die Fröbelschule aufnehmen. Als Bauherr und Träger des Schulcampus fungiert der Landkreis Nordsachsen, der dafür 24,2 Millionen Euro investiert.

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„Bildung hat in Nordsachsen einen sehr hohen Stellenwert. Die nun anstehende größte Einzelinvestition in einen Schulstandort seit dem Bestehen unseres Landkreises zeigt, wie ernst wir diesen Anspruch nehmen. Da sich nicht nur die Lernbedingungen verbessern, sondern auch die Kapazitäten der beiden Schulen wachsen, werden mehr Mädchen und Jungen als bisher die Möglichkeit einer Förderung bekommen“, sagt Nordsachsens Landrat Kai Emanuel.

Neuer Delitzscher Schulcampus vereint Pestalozzischule und Fröbelschule

Der neue Schulampus ist Ergebnis mehrjähriger Diskussionen über bauliche Probleme an den bisherigen Standorten der Pestalozzi- und der Fröbelschule. Es gab verschiedene Ansätze, die beiden Häuser den aktuellen Anforderungen und insbesondere der steigenden Nachfrage anzupassen. Auch die Zusammenlegung an einem der beiden Standorte wurde diskutiert. Schlussendlich hat der nordsächsische Kreistag im September 2019 aber den Grundsatzbeschluss für den Neubau der beiden Schulen auf einem gemeinsamen Grundstück gefasst.

Obwohl die Delitzscher Pestalozzi- und Fröbelschule künftig den selben Gebäudekomplex nutzen, sind die Räume genau auf ihre jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten. Die Bildungseinrichtungen bleiben eigenständig und haben separate Eingänge. Bindeglied ist die „Gemeinsame Mitte“. So nennen die Planer einen 1.538 Quadratmeter großen Bereich, der Mensa, Fachkabinette, Sporthalle und Außen-Sportanlagen einschließt. Er steht den Kindern beider Schulen zur Verfügung. 

Ein bauliches Highlight des Komplexes sind die innenliegenden Höfe. Durch sie sind alle Schulbereiche von Tageslicht durchflutet. Die Sichtbeziehung der umlaufenden Gänge zu den Hoffreiflächen erleichtert zudem die Orientierung im Gebäude.

Förderschulcampus soll 2024 fertiggestellt sein

Das Landratsamt hat das Vorhaben mit dem Ziel vorangetrieben, 2022 mit dem Bau beginnen zu können. Als Fertigstellungstermin wurde der Sommer 2024 avisiert. Im Rahmen eines europaweit ausgeschriebenen Verhandlungsverfahrens mit Teilnahmewettbewerb wurde deshalb ein Generalunternehmer gesucht, der sowohl die Planung als auch den Bau übernimmt. „Diese Herangehensweise ermöglicht einen zügigeren Bauablauf und eine höhere Kostensicherheit als eine losweise Vergabe“, erklärt der 2. Beigeordnete, Jens Kabisch, der für die Immobilien des Landkreises zuständig ist.

Neben den üblichen gesetzlich geregelten Vorgaben für einen solchen Bau mussten die Wettbewerbsteilnehmer zudem die Bedingungen einer sogenannten Funktionalen Leistungsbeschreibung erfüllen. An dieser Art „Wunschzettel“ arbeiteten beide Schulen intensiv mit. Sämtliche für die erfolgreiche Beschulung der Kinder relevanten Aspekte wie Raumbedarf oder Ausstattung flossen auf diese Weise von Beginn an in die Planungen ein.

Durchgesetzt hat sich in einem umfangreichen Auswahlprozess schließlich das Angebot der Implenia Hochbau GmbH. Landrat Kai Emanuel betraute das Unternehmen im Dezember 2021 per Eilentscheidung mit dem Generalauftrag. Dieses Vorgehen war nötig geworden, da der Kreistag aufgrund der Corona-Situation im Dezember nicht hatte tagen können. Nächster Schritt ist im April die Einreichung des Bauantrags bei der Großen Kreisstadt Delitzsch. Deren Genehmigung vorausgesetzt, kann im September 2022 mit dem Bau begonnen werden.

Nachhaltiger Förderschulcampus

Dem Neubau liegt ein modernes Energiekonzept zugrunde, dessen Umsetzung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 2,9 Millionen Euro bezuschusst wird. Zum Einsatz kommen Luft-Wärme-Pumpen, die unter anderem mit Strom aus einer Photovoltaik-Anlage gespeist werden und mit einem Gas-Spitzenlastkessel kombiniert sind. Die Räume verfügen über Fußbodenheizung sowie CO2-Ampeln, die anzeigen, wann Zeit zum Lüften ist. Zum Verkehrskonzept gehören 26 Parkplätze für Mitarbeiter, 50 Fahrradständer, sechs Parkmöglichkeiten für Kleinbusse und fünf Stellplätze zum Bringen und Holen. Die Zufahrt zum Komplex ist über die Fabrikstraße geregelt, die Ausfahrt über die Richard-Wagner-Straße.

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