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Corona und die Auswirkungen auf die Immobilienbranche

Die Entwicklungen um den Coronavirus halten aktuell die ganze Welt in Atem. Das macht auch vor der Immobilienbranche nicht halt. Wir halten Sie in unserem Ticker zu den Entwicklungen auf dem Laufenden.

Der Coronavirus hat weltweit einschneidende wirtschaftliche Folgen. Das bekommt auch die Immobilienbranche zu spüren. Unser News-Ticker hält Sie auf dem Laufenden. Der Coronavirus macht auch vor der Immobilienbranche nicht halt. Copyright: Arek Socha auf Pixabay
Von Redaktion Immobilien Aktuell Magazin / Pierre Pawlik, 02.04.2020

Corona verändert Logistikmarkt

02.04.2020: Wie JLL in einer Blitzumfrage feststellte, steigt aufgrund der Corona-Pandemie die Nachfrage nach kurzlaufenden Mietverträgen für zusätzliche Lager- und Logistikflächen. Dabei vor allem für Produkte wie Lebensmittel oder Sanitärartikel. Zudem sei zu beobachten, dass Produktionsunternehmen ihre Herstellungsprozesse langsamer herunterfahren als die Produkte in den Handel kommen, was in einen Stau des Warenflusses mündet und einen weiteren Flächenbedarf begründet. In beiden Fällen beziehungsweise in der Krise allgemein seien 25 Prozent der eigentlich an langfristigen Verträgen interessierten Eigentümer von Lager- und Logistikflächen bereit, ihre Flexibilität zu erhöhen, ohne an der Preisschraube zu drehen.


Hoteleigentümer halten an bisherigen Strategien festAnmeldung zum Newsletter

02.04.2020: Hoteliers und Betreibergesellschaften bekamen die Auswirkungen des Corona-Virus' Anfang März als erste zu spüren: Etwa aufgrund der Absagen/Verschiebungen von Großveranstaltungen. Folgemaßnahmen in der Corona-Krise haben den Umsatz der Branche nahezu zum Erliegen gebracht. Engel & Völkers Hotel Consulting befragte im Zeitraum vom 27. bis 31. März Hoteleigentümer und Entwickler über den Einfluss von Covid19 auf deren Geschäftsfelder. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Etwa 60 Prozent der Befragten haben ihren Mietern Stundungen von laufenden Mietzahlungen gewährt.
  • Über 50 Prozent der Hoteleigentümer halten an ihrer bisherigen Strategie fest. Etwa 33 Prozent ziehen eine Portfoliobereinigung in Betracht.
  • Die Mehrheit der Befragten erwartet keine starke Preiskorrektur.
  • Viele Transaktionsprozesse pausieren aufgrund der derzeitigen Situation, werden aber nicht pauschal abgebrochen.

„Hoteleigentümer mussten sehr kurzfristig auf die Situation der Betreibergesellschaften reagieren. Mietstundungen haben sich da als erste und praxisnahe Lösung etabliert. Wichtig ist nun, gemeinsam mit den Betreibern die Vorgehensweise nach dem Lock-Down zu definieren“, so Andreas Ewald Managing Partner von Engel & Völkers Hotel Consulting. Link zum Report


Colliers Umfrage: Investoren flüchten sich in Qualität

01.04.2020: Colliers International fragte in einer Umfrage: Wie verändert die Corona-Pandemie die deutschen Immobilienmärkte? Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie auch weiterhin Ankäufe tätigen. Knapp die Hälfte plant zu günstigeren Konditionen zu investieren, 14 Prozent haben zurzeit ihre Ankaufsprozesse gestoppt. Büro bleibt dabei die beliebteste Assetklasse (neun von zehn Befragten). Einen Nachfrageschub erleben Industrie- und Logistikimmobilien (54 Prozent haben diese Assetklasse auf der Einkaufsliste). Zudem will jeder zweite Befragte in Handelsimmobilien investieren, vor allem in Nahversorger. Dahingegen halbieren sich Hotelimmobilien auf den Ankaufslisten. Die Colliers-Umfrage belegt eine Flucht der Investoren in Qualität. 60 Prozent wollen Core-Produkte als sichere Bank weiterhin einkaufen. Dahingegen verzeichnen eher risikobehaftete Core Plus- und Value Add-Immobilien Rückgänge. Die TOP 7-Stätdte stehen bei 85 Prozent der Befragten aktuell auf der Ankaufsliste und sind damit auch in Zukunft stark gefragt. Die risikoreicheren B-, C- und D-Städte müssen in dieser unsicheren Situation leicht Federn lassen, dennoch bleiben für 45 Prozent der befragten Unternehmen B-Städte weiterhin interessant. 92 Prozent der Befragten können sich nicht vorstellen, Gebäude ohne eigene physische Besichtigung zu erwerben. Allerdings würden 37 Prozent in Erwägung ziehen, ein Gebäude mittels digitaler Besichtigung beispielsweise per Videorundgang zu erwerben.


Prognose der Helaba sieht Ende des Aufschwungs am Immobilienmarkt

31.03.2020: Die Landesbank Hessen-Thüringen zeichnet in einer Prognose aufgrund des bisherigen Verlaufes der Corona-Krise ein düsteres Bild. Im Fazit heißt es: "Angesichts der Schärfe der zu erwartenden Rezession gehen wir davon aus, dass der Aufschwung am deutschen Immobilienmarkt beendet ist. Wie es dann weitergeht, ist dagegen sehr unsicher und hängt vom zeitlichen Verlauf der Pandemie und den Maßnahmen zu ihrer Eindämmung ab. Trotz teilweise anspruchsvoller Bewertungen sehen wir keineswegs eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass nun am hiesigen Immobilienmarkt „eine Blase platzt“ und es deshalb zwangsläufig zu einer scharfen Korrektur kommt. Gerade der deutsche Immobilienmarkt hat sich in der Vergangenheit im internationalen Vergleich als weniger volatil erwiesen. Daher gehen wir auch diesmal davon aus, dass es insgesamt nur zu moderaten Wertrückgängen kommt. Weniger betroffene Segmente wie Wohnimmobilien in den Ballungsräumen könnten vielleicht sogar mit dem „blauen Auge“ einer längeren Seitwärtsbewegung davonkommen."


Wohnimmobilien: Markt bleibt stabil

31.03.2020: Die aktuelle Auswertung von insgesamt knapp 29.000 Wohnimmobilienangeboten (Kauf) aus den zehn größten deutschen Städten, Stichtag 29. März 2020, hat ergeben: Sowohl die Menge der Angebote als auch die Quadratmeterpreise in Bezug auf Wohnimmobilien sind trotz der Corona-Krise stabil und auf Vergleichsniveau. Gleiches gilt in Bezug auf Mietobjekte. Sprengnetter wertet seit Beginn der Corona-Krise wöchentlich Wohnimmobilienwerte bezogen auf die Objektarten Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus und Eigentumswohnung in den zehn Städten Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart aus. 


80 Prozent der Immobilieninvestoren erwarten sinkendes Transaktionsvolumen

31.03.2019: Die Stimmung am deutschen Immobilien-Investmentmarkt hat sich binnen kürzester Zeit deutlich verschlechtert: 76 Prozent der Immobilienunternehmen erwarten in diesem Jahr ein sinkendes Investitionsvolumen, Ende 2019 hatten nur 16 Prozent ein rückläufiges Volumen prognostiziert. Umgekehrt rechnen derzeit nur vier Prozent mit einem steigenden Transaktionsvolumen – vor drei Monaten waren noch 14 Prozent optimistisch. Das sind Ergebnisse einer aktuell von EY Real Estate im Zeitraum vom 19. bis zum 24. März durchgeführten Befragung.

Wohn- und Logistikimmobilien kommen nach Meinung der Befragten am besten durch die Krise. Gerade letztere könnten kurzfristig durch den steigenden Lieferverkehr profitieren, weswegen ein Drittel der Umfrageteilnehmer in diesem Segment steigende Preise erwartet – 28 Prozent sehen hingegen eine rückläufige Preisentwicklung. Der Ausblick für das Wohnimmobiliensegment hat sich stärker eingetrübt: Vor drei Monaten hatten 55 Prozent der Marktteilnehmer weiter steigende Preise prognostiziert, inzwischen rechnen nur noch 16 Prozent mit einem steigenden Preisniveau. Umgekehrt ist der Anteil derer, die sinkende Preise erwarten, von vier auf 34 Prozent in die Höhe geschnellt. Immerhin: Die Hälfte der Befragten rechnet auch in der aktuellen Situation mit einem gleichbleibend – hohen – Preisniveau im Bereich Wohnimmobilien. Der positive Ausblick bei Büroimmobilien vom Jahresanfang hat sich inzwischen umgekehrt: 73 Prozent erwarten nun sinkende Preise – nach zwei Prozent zu Jahresanfang. Noch stärkere Auswirkungen werden für Einzelhandelsimmobilien befürchtet: Aufgrund der notwendigen Schließungen steigt der Anteil derer, die sinkende Preise erwarten, von 38 auf 87 Prozent. Ein weiteres großes Sorgenkind ist das Hotelsegment: Zu Jahresbeginn waren insgesamt gleichbleibende Preise erwartet worden, nun rechnen 95 Prozent mit sinkenden Preisen.

Die Befragten wünschen sich von der Politik weitere Maßnahmen, insbesondere steuerrechtlicher Natur. Rund zwei Drittel der Befragten erhoffen sich Erleichterungen im Besteuerungs- sowie im Erhebungs- und Vollstreckungsverfahren. Etwa die Hälfte der Teilnehmer erachtet zudem einen vorübergehenden Verzicht auf die Erhebung von Lohn- und Umsatzsteuer als wertwolle sofortige Liquiditätsmaßnahmen. Aufgrund der massiven Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft erwarten fast 96 Prozent ein weiter anhaltendes Niedrigzinsumfeld. Mehr als 80 Prozent befürchten dennoch einen Rückgang von Neubauten. Mehr als die Hälfte der Befragten erwarten zudem verminderte Investitionen in Bestandsgebäude. Auch das Finanzierungsumfeld wird wohl rauer werden: So rechnen 75 Prozent der Teilnehmer mit restriktiveren Kreditvergaben und mehr als 70 Prozent sehen auch laufende Finanzierungen gefährdet. Ein positiver Aspekt der Situation: Fast 85 Prozent der Befragten erleben in Zeiten der Pandemie, dass der Büroalltag digitaler wird. Die Entwicklung zu Home-Office und Videokonferenz wird sich fortsetzen.


Podcast über Rechtsfragen rund um die Immobilienbranche in Corona-Zeiten

30.03.2020: Wir sprachen in unserem Immobiléros-Podcast mit dem Fachanwalt Thomas Gohrke über einen seiner aktuellen Schwerpunkte: Das Immobilienrecht in Zeiten von Corona. Zum Podcast.


Modulbauweise bei Kliniken: Mögliche Waffe im Kampf gegen Corona und Co.

30.03.2020: Zehn Tage für eine Klinik mit 1000 Patienten – was in China längst Realität ist und im Rahmen der Corona-Krise eindrucksvoll belegt wurde, ist in Deutschland bislang Zukunftsmusik. Die SEMODU AG wagt erste Schritte in diese Richtung. Zum Artikel


Fall "Adidas" erregt die Gemüter

30.03.2020: Der ZIA Zentrale Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, meint, gesunde Filialisten sollten auf Umsatzeinbrüche wegen der Corona-Pandemie nicht mit der Einstelllung ihrer Mietzahlungen reagieren. ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner sagte: „Bei allem Verständnis für die Not vieler Mieter, es kann nicht angehen, dass wirtschaftlich gesunde Großkonzerne ein Gesetz ausnutzen wollen, was für sie nicht gedacht war.“ Rechtlich allerdings werde dies kurzfristig kaum zu verhindern sein, so Mattner weiter. Er warnte davor, dass viele kleine und große Vermieter durch das Vorgehen der Filialisten an den Rand der Insolvenz gebracht würden.

Er forderte daher. „Jetzt ist es noch dringender, dass die Bundesregierung das diese Woche verabschiedete Gesetz an diesem Systemfehler nachbessert und den Vermietern erlaubt, Zins- und Tilgungsleistungen auszusetzen, wenn die Mieten ausbleiben, so wie es eigentlich angedacht war – gleiches Recht für alle. Generell rufe ich alle Beteiligten dazu auf, in dieser Krise nicht den individuellen Vorteil zu suchen, sondern auf nachhaltige und partnerschaftliche Lösungen zu setzen. Es hilft nichts, wenn sich die Fronten zwischen Mietern und Vermietern jetzt verhärten.“ Im Übrigen gelte dies für andere Gewerbeimmobilien, derzeit leere Hotels und auch bei Büroimmobilien. 

Neben Adidas werden auch Unternehmen wie Deichmann, H&M, Media Markt, Saturn, Puma, Christ und Kik als Kandidaten genannt, die über Mietstundungen aufgrund der neuen GEsetzeslage nachdenken sollen. Inzwischen ist bekannt, das etwa Adidas an private Vermieter weiter zahlen werde. Die meisten Geschäfte des Unternehmens würden allerdings von großen Immobilienvermarktern und Versicherungsfonds angemietet und mit jenen habe man das Aussetzen der Mietzahlungen besprochen.

Update 31.03.2020: Bei der Sendung "Hart aber Fair" zeigte sich Hubertus Heil extrem erbost über die oben genannten Unternehmen. „Ich bin stinksauer. Das Gesetz ist für die gemacht, die ihre Mieten nicht zahlen können, nicht für Unternehmen, die Rücklagen haben. Wer Vorteile dieses Landes nutzt, hat auch die Verpflichtung, seine Interessen nicht über alle zu stellen.“

Update 01.04.2020: Adidas hat sich der wachsenden öffentlichen Kritik gebeugt und zahlt nun doch die gewohnten April-Mieten für sämtliche Filialen.


Notarkammer lockert restriktive Regeln etwa bei Immobilienkaufverträgen

30.3.2020: Damit auch während der Coronavirus-Pandemie notarielle Beurkundungen beispielsweise von Immobilienkaufverträgen, Grundschuldbestellungen oder Gesellschaftsverträgen stattfinden können, hat die Notarkammer Berlin die restriktiven Regeln, vornehmlich das Prinzip der persönlichen Anwesenheit aller Beteiligten, gelockert. War es nur in begründeten Ausnahmefällen möglich, Beurkundungen mittels eines Vertreters ohne Vertretungsmacht durchzuführen, wird diese Möglichkeit für die Zeit der Coronavirus-Pandemie ausdrücklich zugelassen. Damit sollen die beteiligten Vertragsparteien ein persönliches Zusammentreffen vermeiden können, um einer möglichen Ansteckung mit dem Corona-Virus vorzubeugen. 


Bundesrat beschließt umfassendes Hilfsprogramm

27.03.2020: Das Corona-Gesetzespaket passierte nun auch die letzte Hürde deutscher Gesetzgebung.


50 Prozent der Investoren pausieren ihre Deals - oder brechen sie ab

27.03.2020: Die meisten Investoren halten trotz der sich weiterhin ausbreitenden Corona-Pandemie an ihren aktuellen Transaktionen fest. Das ergab eine ad-hoc-Umfrage von Engel & Völkers Investment Consulting unter 100 Marktteilnehmern im Zeitraum vom 23. bis 26. März 2020. Danach gaben 47 Prozent der Befragten an, an ihren aktuellen Transaktionen festzuhalten, weitere 43 Prozent erklärten, aktuelle Transaktionen zu pausieren. Zehn Prozent der Befragten haben ihre laufenden Transaktionen abgebrochen. Hauptgründe für eine Pausierung oder einen Abbruch liegen in Problemen bei der Preisfindung (43 Prozent) und der Finanzierung (33 Prozent). 60 Prozent wurden bereits mit Anfragen bezüglich Mietstundungen beziehungsweise Mietreduktion konfrontiert (bei einzelhandelsorientierten Investoren waren es 80 Prozent). Dennoch gelten Immobilien nach wie vor als sicherer Hafen. Noch seien die befragten Investoren verhalten optimistisch und geduldig – das könne sich aber bei anhaltender Kontaktsperre schnell ändern.


Deichmann und Adidas stellen Mietzahlungen ein

27.03.2020: Wie tagesaktuelle Onlinepräsenzen berichten, stellen sowohl Deichmann als auch Adidas ab April vorübergehend die Miet- und Nebenkostenzahlungen für geschlossene Filialen ein und berufen sich dabei auf das heute durch den Bundesrat gehende Kündigungsmoratorium. Der Maßnahme zur Erhaltung der Handlungsfähigkeit der beiden Unternehmen wird große Signalwirkung zugeschrieben und sie deutet bereits an, dass auf sämtliche  Vermieter schwere Zeiten zukommen werden.


Tag der Immobilienwirtschaft 2020 wird digital stattfinden

27.03.2020: Der Tag der Immobilienwirtschaft, das vom ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, ausgerichtete Branchentreffen, wird am 25. Juni 2020 digital stattfinden. 


Umfrage: Sinkende Nachfragen, Ausfälle auf Baustellen und zunehmende Mietstundungsanfragen

26.03.2020: Eine Umfrage des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen unter den mittelständischen BFW-Mitgliedsunternehmen zeigt schon jetzt eklatante Auswirkungen auf die mittelständischen Immobilienunternehmen: 

Sinkende Nachfrage: 85 Prozent der Befragten stellen Auswirkungen des Corona-Virus auf ihren Geschäftsbetrieb fest. Die stärksten Folgen betreffen die Mitarbeiterorganisation in den Unternehmen (37 Prozent), aber auch den Bereich Vertrieb und Verkauf (24 Prozent): Besichtigungen und Notartermine werden verschoben. 53 Prozent aller Befragten berichten von Rückgängen bei der Nachfrage: Dies trifft insbesondere das Segment von Eigentumswohnungen. Ein Nachfrage-Rückgang wird aber auch ist aber auch im gewerblichen Segment verzeichnet.

Auswirkungen auf der Baustelle: Laut 24 Prozent der befragten Unternehmen zeigen sich bereits Auswirkungen des Corona-Virus auf den Baustellen-Betrieb. Hier fallen zunehmend Mitarbeiter – in erster Linie von Subunternehmen – aus. Vor allem aber werden die Engpässe bei Lieferketten immer größer, wie 43 Prozent der Befragten angeben: So fehlen schon jetzt Fliesen, Türen und Fenster. Darüber hinaus können Hausanschlüsse oft nicht mehr verlegt werden. Aufgrund des Ausfalls von Mit- und Facharbeitern sowie Lieferschwierigkeiten rechnen 76 Prozent der Unternehmen mit Verzögerungen bei Bauvorhaben. Dabei rechnet die Hälfte der Befragten derzeit mit einer Verschiebung um zwei bis drei Monate. Große Verzögerungen entstehen auch schon zu einem früheren Stadium von Bauvorhaben – in der Planungs- und Genehmigungsphase: So geben rund 40 Prozent der Befragten an, dass die Kommunen Entscheidungen zu Bauvorhaben, B-Planverfahren und Planungsrechtschaffung ausgesetzt haben und geplante Bauvorhaben deshalb nicht angegangen werden können.

Zunehmend Anfragen nach Mietstundungen: Zwölf Prozent der Befragten stellen inzwischen Auswirkungen auf ihre Tätigkeit als Vermieter fest: Unter diesen hat bereits jeder Dritte Anfragen von Mietern bekommen, ob die Miete gestundet werden könne. Die Gesetzesinitiative der Bundesregierung, die Kündigungsmöglichkeiten zu beschränken, die Zahlungspflicht aber bestehen zu lassen, ist hier ein wichtiger Anknüpfungspunkt für individuelle Lösungen.


Corona-Gesetzespaket vergisst die Vermieter

26.03.2020: Das durch den Bundestag beschlossene Corona-Gesetzespaket vernachlässigt nach Ansicht vieler die Vermieter. Stellvertretend dafür die Ansicht der Anwälte von Bottermann Khorrami LLP.


Mit „Sicher-Wohnen-Fonds“ gegen Corona-Krise ansteuern

26.03.2020: „Genauso schnell, wie die Bundesregierung für die Krisenzeit der Corona-Pandemie das Mietrecht angepasst hat, muss sie nun auch den ‚Sicher-Wohnen-Fonds‘ auf den Weg bringen. Nur so gibt es echten Schutz für Mieter und Vermieter gleichermaßen“, erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zum gestrigen Beschluss des Deutschen Bundestages eines Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht. 

„Kein Mieter darf wegen Zahlungsausfällen, die durch diese schwere und ernsthafte Situation entstanden sind, seine Wohnung verlieren. Unsere Unternehmen beweisen dies tagtäglich mit individuellen Lösungen und Initiativen für ihre Mieter. Fest steht aber: Mit einem Mietenmoratorium alleine ist am Ende keinem geholfen“, erklärte der GdW-Präsident. „Als alleinige Lösung bedeutet ein Moratorium für die Mieterinnen und Mieter in Deutschland einen wachsenden Schuldenberg, den sie möglicherweise auch später nicht bedienen können, weil ihnen ihre Einnahmen weggebrochen sind. Und den Vermietern fehlt vor allem eines: dringend notwendige Liquidität.“

Denn für Vermieter heißt die Regelung, dass sie bis zur Rückzahlungsfähigkeit der Mieter oder dem Eingreifen anderer staatlicher Leistungen wie Wohngeld oder Kosten der Unterkunft auf dem rückständigen Teil der Miete sitzen bleiben – gleichzeitig aber alle Leistungen aus dem Mietverhältnis, Zahlungsverpflichtungen gegenüber Mitarbeitern und Vertragspartnern aus dem Dienstleistungsbereich oder dem Bau- und Handwerksgewerbe erbringen müssen. Wenn aber Vermieter diesen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können, tritt dadurch eine weitere „Kettenreaktion“ in Gang. Leistungen gegenüber den Mieterinnen und Mietern müssen zurückgefahren, Löhne an Mitarbeiter angepasst werden. Aufträge an Handwerk, Baugewerbe oder Dienstleister müssen storniert oder geschoben werden. „Diese Kettenreaktion, die zwangsläufig zu weiteren staatlichen Sicherungsleistungen führt, muss mit aller Kraft verhindert werden“, sagte Gedaschko.

„Genau deshalb brauchen wir als zweiten Lösungsteil für Mieter und Vermieter einen ‚Sicher-Wohnen-Fonds’“, sagte der GdW-Chef. Diesen hatte die Wohnungswirtschaft bereits vergangene Woche gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund vorgeschlagen – auch die Verbände Haus & Grund, VKU Verband kommunaler Unternehmen, eid Evangelischer Immobilienverband Deutschland, KSD Katholischer Siedlungsdienst und BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sind der Initiative beigetreten.

Der „Sicher-Wohnen-Fonds“ setzt ab Nichtleistung spätestens der zweiten Miete an und soll helfen, bis andere staatliche Sicherungssysteme wie Wohngeld oder Kosten der Unterkunft greifen. Dazu beantragt der Mieter beim Fonds die Übernahme seiner Miete, soweit diese nicht gezahlt werden kann. Mit dem Eingang des Antrags sind die außerordentliche und ordentliche Kündigung ausgeschlossen, wobei die Notsituation gegenüber dem Fonds darzulegen ist. Die Unterstützung wird dabei als Zuschuss oder zinsloses Darlehen gewährt.


MIPIM wird auch im Juni nicht stattfinden

26.03.2020: Veranstalter Reed Midem gab bekannt, dass auch am 2. bis 5. Juni keine MIPIM in Cannes stattfinden werde. Stattdessen solle es im September eine zweitätige Veranstaltung im Paris geben, die von Online-Events begleitet werde. Die nächste reguläre Mipim wird demnach erst im nächsten Jahr stattfinden. Einen genauer Termin gibt es bereits: 16. bis 19. März.


Leipziger Genossenschaften: Wohnen ist sicher

25.03.2020: Die Leipziger Wohnungsgenossenschaften betonen, dass kein Mieter oder Mitglied wegen der Corona-Pandemie seine Wohnung verlieren wird. "Wir unterstützen unsere Mitglieder und Mieter auch in wirtschaftlich schwierigen Situationen, wie wir es schon immer getan haben," unterstreichen die Genossenschaften in einer gemeinsamen Erklärung. Wichtig ist: Wenn sich bei Mietern und Mitgliedern Schwierigkeiten abzeichnen, sollten die Betroffenen sich sofort telefonisch oder per E-Mail an ihre Genossenschaft wenden, um individuelle Lösungen finden zu können.

An die Politik in Stadt, Land und Bund ergeht die Bitte, neben dem gesundheitlichen Schutz alles zu tun, um die Wirtschaftskreisläufe am Leben zu erhalten. Hier steht vor allem die Sicherung der Zahlungsfähigkeit von Privatpersonen und Unternehmen im Fokus. Kausalketten zur Erhaltung der wirtschaftlichen Stabilität dürfen nicht durchbrochen werden. Gelingt dies nicht, droht neben der gesundheitlichen auch eine gesellschaftliche Krise größeren Ausmaßes.

Zu diesem Zweck sollte der auf Bundes- wie auf Landesebene initiierte „Sicher-Wohnen-Fonds“ unterstützt werden, der Mietzahlungsausfälle abdeckt und bedürftige coronageschädigte Mieter, welche nicht Transferleistungen beziehen, unterstützt. Andernfalls werden die Mietausfälle – für Sachsen auf sechs Monate geschätzt rund eine halbe Milliarde Euro – auch für viele Vermieter existenziell bedrohlich. Die selbstverständliche soziale Ausrichtung der Wohnungsgenossenschaften muss daher von entsprechenden Maßnahmen flankiert werden. 


Bundestag beschließt milliardenschweres Hilfspaket

25.03.2020: Der Deutsche Bundestag hat heute das Gesetzespaket beschlossen, mit dem negative wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie abgemildert werden sollen. Darin unter anderem enthalten: Ein neuer 600 Milliarden Euro Schutzschirm für große Unternehmen, eine Lockerung des Insolvenzrechtes und der Kündigungsschutz für Mieter/innen. Nun muss am Freitag nur noch der Bundesrat den Plänen zustimmen.


Handelsketten Aldi, Edeka und Rewe mieten neue Lagerflächen

25.03.2020: Bei den Maklern stehen laut dem BVL Themenkreis Logistikimmobilien die Telefone nicht mehr still. Der Medizinbereich und Supermarktketten wie Aldi, Edeka, Rewe und Co. seien seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie vermehrt auf der Suche nach Logistikflächen. Anfragen über insgesamt eine Million Quadratmeter Lagerflächen seien alleine in den letzten drei Tagen beim BVL eingegangen. Maßnahmen zur Entspannung der Situation seien bereits angelaufen. So würden Logistikentwickler langfristig zu vermietende Flächen für kurzfristige Mietverträge freigeben und auch Industrieunternehmen und Spediteure stellen freie Flächen zur Verfügung.


ZIA schlägt Liquiditätszuwachs durch Steuerrechtanpassungen vor

25.03.2020: Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, betont vor dem Hintergrund der Corona-Krise die enge Abhängigkeit der Immobilienwirtschaft von der Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Nutzers einer Immobilie sowie die hohe Einbindung von Immobilien in die Kreditwirtschaft. In einem Positionspapier des Verbands wird auf den engen Zusammenhang von Verwerfungen im Bereich der Immobilienwirtschaft und den damit verbundenen weitreichenden Folgen für die Finanzwirtschaft hingewiesen.

„Akut sehen wir die ersten steuerlichen Maßnahmen der Bundesregierung als richtig an. Sofern insbesondere die privaten und gewerblichen Mieter von Immobilien durch staatliche Unterstützung in die Lage versetzt werden, die Mietzahlungen bedienen zu können, können Folgewirkungen bei der Immobilienwirtschaft verhindert werden. Gelingt dies nicht, muss jedoch auch klar sein, dass die vereinfachte Inanspruchnahme der Maßnahmen gerade auch der Immobilienbranche gewährt werden muss“, sagt Dr. Hans Volkert Volckens, Vorsitzender des ZIA-Steuerausschusses.

Es müsse darauf geachtet werden, dass die Liquidität der Unternehmen sichergestellt bleibt Daher schlägt der ZIA vor: „Im Bereich der gewerblichen Vermietung könnte beispielsweise ein größerer Hebel für Liquidität geschaffen werden, wenn das Finanzamt den Vermietern die Umsatzsteuer auf gestundete Mietzahlungen wiederum stunden würde. Sofern „nur“ die Umsatzsteuer auf diese Umsätze gestundet werden könnte – und nicht die bereits mit der Vorsteuer saldierte Umsatzsteuerschuld, könnte die Liquiditätssituation in beachtlichem Maße gesteigert werden. Damit würden die Auswirkungen der Krise für die Unternehmen abgemildert, so Volckens.

Er sieht darüber hinaus Möglichkeiten für den Gesetzgeber die Liquidität der betroffenen Unternehmen mit weiteren Akutmaßnahmen, bei denen lediglich eine Periodenverschiebung oder das Aufheben von Begrenzungen der periodengerechten Erfassung erfolgen würde, zu stärken. „Den Verlustabzug auszuweiten, die Freigrenze bei der Zinsschranke auszusetzen oder auch den Erlass der Grundsteuer zu vereinfachen, wären aus unserer Sicht sinnvolle und schnell wirkende Maßnahmen.“


BFW zufrieden mit Maßnahmenpaket der Regierung

24.03.2020: „Der Kabinettsbeschluss zum Kündigungsmoratorium zeugt von Augenmaß und Verantwortung für Mieter und Vermieter. So können wir gemeinsam gewährleisten, dass kein Betroffener seine Wohnung verliert, aber auch die Vermieter nicht in Existenznöte geraten. Jetzt gilt „Miteinander“ statt „Gegeneinander!“ Das oberste Ziel der mittelständischen Immobilienunternehmen ist nun, gemeinsam mit betroffenen Mietern individuelle Lösungen bis zur Wirkung der staatlichen Hilfsmaßnahmen zu finden“, sagte BFW-Präsident Andreas Ibel heute in Berlin.

Dabei verwies Ibel auf die Beschlüsse zum Kündigungsmoratorium. So müssen Mieter und kleine Gewerbetreibende, die ihre Miete nicht bezahlen können, dem Vermieter nach heutigem Beschluss ihre Corona-bedingten Einkommensverluste glaubhaft machen. Zudem sollen sich die Betroffenen unverzüglich um die Gewährung der dafür vorhandenen, staatlichen Unterstützung wie das Wohngeld bemühen. Das Kündigungsmoratorium wird laut Gesetzentwurf zunächst auf drei Monate, statt der im ersten Entwurf genannten sechs Monat begrenzt.

„Auf der Grundlage der Kabinettsbeschlüsse können wir den betroffenen Mietern zielgenau helfen, ohne das wirtschaftliche Risiko allein auf den Vermieter zu übertragen und eine wirtschaftliche Kettenreaktion auszulösen. Auch den Mietern geben die Beschlüsse die notwendige Orientierung, wie und wo sie bei Einkommensausfällen, die sich auf die Mietzahlung auswirken, vorgehen müssen“, resümierte Ibel.


Schutzschirm für die Bauwirtschaft?

24.03.2020: Nachdem die Spitzenverbände der Bauwirtschaft einen Schutzschirm gefordert hatten, um in der Krise wirtschaftlich bestehen und den Baustellenbetrieb aufrechterhalten zu können, folgte ein Erlass des Bundesinnenministeriums. Demnach könnten sich Bauunternehmen auf höhere Gewalt berufen, sobald sie wegen Corona in Verzug kommen und vor Strafzahlungen stünden. Diese Regelung gelt bislang nur für Bundes-Baustellen, sollte aber Pilotwirkung für alle Bauherren haben.


Corona und der Hotelinvestmentmarkt

24.03.2020: Quin Investment, spezialisiert auf die Vermittlung von Hotelimmobilien, stellt für den Hotelmarkt einen Stillstand fest. Die Auswirkungen von Corona auf die Hotelbetreiber seien angesichts von Umsatz- und Auslastungseinbrüchen intensiv. Dabei seien vor allem Betreiber betroffen, die zuletzt sehr expansiv gehandelt haben. Derweil seien Projektentwickler und deren im Bau befindliche Hotelprojekte weniger berührt. Absehbar sei, dass Nachverhandlungen zu den Verkaufspreisen nicht ausbleiben werden und dass sich die Verkaufszeiträume verlängern. Auf Investorenseite spricht Quin Investment von einer starken Diskrepanz. Die einen würden sämtliche Aktivitäten auf dem Hotelsektor pausieren, die anderen ganz normal weiter investieren, da sie auf eine mittelfristige Stabilisierung des Marktes setzen. Auf lange Sicht geht Quin Investment bei kleinen und mittelständischen Hotelbetreibern von Betriebsschließungen, Notverkäufen oder Übernahmen aus.


Bundesregierung beschließt Maßnahmenpaket für Mieterinnen und Mieter

23.03.2020: Das Bundeskabinett hat heute einen Gesetzentwurf zur Abmilderung der Folgen der Coronapandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht als Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktionen beschlossen. Der von der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Christine Lambrecht vorgelegte Entwurf enthält eine Vielzahl von Erleichterungen für jene, die infolge der Pandemie aktuell nicht ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen können:

  • Mieterinnen und Mieter von Wohn- und Gewerbeimmobilien werden vor Kündigungen geschützt, wenn zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. Juni 2020 Mietschulden auflaufen. Die Regelungen gelten zunächst bis zum 30. Juni 2020 und können unter bestimmten Voraussetzungen verlängert werden.
  • Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Kleinstunternehmen erhalten einen Zahlungs- oder Leistungsaufschub bei bestimmten fortlaufenden Verpflichtungen. Dadurch soll insbesondere eine unterbrechungsfreie Versorgung mit Leistungen der Grundversorgung sichergestellt werden, wie zum Beispiel mit Strom und Telekommunikationsleistungen.
  • Zudem erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher einen mindestens dreimonatigen Zahlungsaufschub bei Darlehensverträgen.

Darüber hinaus trifft der Gesetzentwurf folgende Maßnahmen:

  • Durch verschiedene Maßnahmen insbesondere im Insolvenzrecht wird Unternehmen, die infolge der Pandemie wirtschaftliche Schwierigkeiten haben oder gar insolvent geworden sind, die Fortführung des Unternehmens ermöglicht und erleichtert.
  • Die Handlungsfähigkeit und Beschlussfassung von Unternehmen, Genossenschaften, Vereinen und Wohnungseigentümergemeinschaften wird auch bei stark beschränkten Versammlungsmöglichkeiten sichergestellt. Damit wird erstmals auch die Möglichkeit einer virtuellen Hauptversammlung von Aktiengesellschaften geschaffen.
  • Im Strafverfahren wird eine längere Unterbrechung der Hautverhandlung ermöglicht, um das Platzen von Prozessen zu verhindern.

vtw zum Gesetzesentwurf zur Abmilderung der Folgen von Corona

23.03.2020: „Der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vtw) unterstützt die Bemühungen der Bundesregierung, Mieterinnen und Mieter vor Kündigungen in Folge der Covid-19-Pandemie zu schützen“, erklärt der Verbandsdirektor Frank Emrich und ergänzt: „Niemand soll wegen Corona seine Wohnung verlieren – das gilt für die nächsten Monate, soll aber auch für die nächsten Jahre machbar bleiben! Geraten jedoch auch Vermieter in existenzielle Not, droht die nächste Krise.“

Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem Gesetzentwurf zur Abmilderung der Folgen der Covid-Pandemie. Dieser sieht unter anderem vor, Mieter zu schützen, indem sie Mietzahlungen aussetzen können. Das führt jedoch nur kurzfristig zum Schutz des Mieters. „Unsere Berechnungen haben ergeben, dass dieses Verfahren in kurzer Zeit die Insolvenz von Vermietern nach sich ziehen kann. Damit wird das Problem lediglich verlagert“, erklärt Frank Emrich.

Die ausbleibenden Mieteinnahmen werden zur Folge haben, dass die Vermieter ihre Ausgaben soweit wie möglich reduzieren müssen, also Zahlungs- und Auftragstops (beispielsweise an Handwerker) auslösen werden, um nicht selbst in existenzielle Probleme oder gar Insolvenz zu geraten. Dies würde eine Kettenreaktion in Gang setzen, die ganze Wirtschaftskreisläufe zerstört. Eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale wäre die Folge.

„Wir benötigen eine finanzielle Auffanglösung, wie sie Mieterbund und GdW in Form eines Solidarfonds („Sicher-Wohnen-Fonds“) vorgeschlagen haben. Mietern und Mieterinnen sollten idealerweise im Onlineverfahren zinslose Darlehen zur Verfügung gestellt werden. Sobald die Kapazitäten bei den Behörden es zulassen, sollte dann geprüft werden, ob die Voraussetzungen für eine Umwandlung in Wohngeld (Zuschuss) vorliegen“, erklärt Frank Emrich den gemeinsamen Vorschlag.


Wie wirkt sich Corona auf die Wohnungswirtschaft aus?

23.03.2020: Wie wird sich die Wohnungswirtschaft unter dem Eindruck von Corona verändern? Prof. Dr. Günter Vornholz zeigt Tendenzen für Mieter und Vermieter sowie Käufer und Verkäufer auf. Zu dem Artikel.


Der BFW zum Kündigungsmoratorium

23.03.2020: Heute will das Bundeskabinett Gesetzesänderungen beschließen, um private und gewerbliche Mieter vor Kündigungen zu schützen, so sie wegen der Coronakrise in Zahlungsrückstand geraten sind. Demnach dürften Mietschulden, die von April bis Ende September entstehen, kein Kündigungsgrund sein. Diese Klausel könnte je nach Notwendigkeit bis März 2021 erweitert werden. Innerhalb von zwei Jahren müssten die Mieter dann die Rückstände begleichen. Gewichtige Probleme der Änderungen bestehen darin, wie man die Corona-Pandemie bei einer Mietstundung als Ursache nachweisen kann und dass laut aktueller Gesetzeslage für Mieter Verzugszinsen in Höhe von rund acht Prozent pro Jahr anfallen. Auch auf Vermieterseite gibt es Probleme:

„Die mittelständischen Immobilienunternehmer und Vermieter sind derzeit in vielfachen Gesprächen mit ihren Mietern. Wo Einkommensverlusten durch die Corona-Folgen vorliegen, ist unser oberstes Ziel, die bestehenden Mietverhältnisse mit vereinten Kräften fortzusetzen. Dabei gilt es, individuelle Lösungen für Betroffene bis zur Wirkung staatlicher Hilfsmaßnahmen zu geben. Eine pauschale Stundung aller Mietzinszahlungen für sechs bis zwölf Monate würde die Immobilienbranche, die jeden zehnten Arbeitsnehmer in Deutschland beschäftigt, aber in die Knie zwingen,” warnt BFW-Präsident Andreas Ibel heute in Berlin.

Ibel bezieht sich auf die Gesetzesvorlage der Ministerien für Justiz, Inneres und Wirtschaft. Das darin aufgeführte Kündigungsmoratorium vernachlässigt die Pflicht der Mieter, sich bei Corona-bedingten Einkommensausfällen um staatliche Hilfe zu bemühen. Stattdessen sollen ausstehende Mietzinszahlungen von bis zu zwölf Monaten für zwei Jahre gestundet werden können. Diese Zeiträume sind mit den bisherigen Verlautbarungen zu den Auswirkungen der Pandemie nicht überein zu bringen.

„Die richtige Maxime der Bundesregierung „Was immer es braucht“ muss schon ganz vorne bei den Zahlungsströmen ansetzen! Mieter und Eigentümer brauchen reale finanzielle Unterstützung. Gerade mit Blick auf die Zeit nach der Pandemie gilt es jetzt, den betroffenen Mietern zielgenau zu helfen, ohne das wirtschaftliche Risiko allein auf den Vermieter zu übertragen und eine wirtschaftliche Kettenreaktion auszulösen“, so Ibel.

Ein Kündigungsausschluss müsse laut BFW die Bemühung des Mieters um die bereitstehenden staatlichen Hilfen wie das Wohngeld voraussetzen. Der Corona-bedingte Einkommensverlust müsse vom Mieter nachgewiesen werden. Die Miete wird anteilig dem Einkommensverlust bis zur Gewährung von staatlicher Hilfe gestundet. Das Kündigungsmoratorium sollte von sechs auf drei Monate begrenzt werden. Darüber hinaus sei es dringend geboten, den Zugang zum Wohngeld zu vereinfachen und zu digitalisieren. Aufgrund der oft langwierigen Antragsbewilligung sollte das Wohngeld als Vorschuss geleistet werden.


Blick in die Zukunft: Wüest Partner rechnet mit moderaten Preisrückgängen am Immobilienmarkt

23.03.2020: Die Immobilienexperten von Wüest Partner wagen einen Blick in die Zukunft. Sollten die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandämie mehrere Monate andauern, ist folgendes zu erwarten:

•    Rezession in Deutschland sehr wahrscheinlich
•    Rückgang des Transaktionsvolumens nach der Krise in 2020 nicht kompensierbar
•    Kein signifikanter Einbruch der Werte von Immobilienanlagen zu erwarten
•    Temporärer Druck auf Miet- und Kaufpreise für Wohnimmobilien wird zu moderaten Preiskorrekturen führen
•    Bei Gewerbeimmobilien sind insbesondere für Restaurants, Hotels, Freizeitimmobilien und nicht zeitgemäße Bürobestände in B-Lagen Mietrückgänge zu erwarten

Lesen Sie hier die gesamten Voraussagen


Vermieter sollen Mietern entgegenkommen

17.03.2020: Die in der Bundesgemeinschaft Immobilienwirtschaft (BID) organisierten Verbände rufen Vermieter und Mieter auf, sich im Fall von erheblichen Einkommenseinbußen der Mieter umgehend miteinander zu verständigen, um Lösungen/Auswege zu finden. Ziel sei, dass in der augenblicklich angespannten Lage niemand unverschuldet seine Wohnung verliert. Dabei hat der BID auch und vor allem Selbstständige und befristet Beschäftigte im Blick.

In eine ähnliche Kerbe schlägt der Deutsche Mieterbund und drängt in einer Pressemitteilung auf schnelle staatliche Unterstützung für in Not geratene Mieter:

"Nicht nur Unternehmer müssen in Zeiten der Krise unterstützt werden - auch Mieter brauchen schnelle und solidarische Unterstützung. Freiberufler, Kleingewerbetreibende, Künstler und Menschen, die von Kurzarbeit oder Arbeitsplatzverlust betroffen sind, müssen befürchten, durch die Corona-Krise ihre Wohnung zu verlieren. Wenn sie keine Einnahmen mehr erzielen können, ist unweigerlich auch die Zahlung ihrer Miete nicht mehr gesichert. Denn Covid-19 stellt keinen Grund zur Mietminderung da. Auch die Mietzahlungspflicht des Mieters besteht grundsätzlich weiter. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ausnahmesituation sind daher sowohl schnelle staatliche Unterstützung für in Not geratene Mieter, als auch die Möglichkeit für Mieter, ihre Mietzahlung rechtssicher nachholen zu können, dringend notwendig. Kündigungen müssen für die Zeit der Krise und auch rückwirkend ausgeschlossen sein, die Pflicht zur Mietzahlung gestundet werden. Zwangsräumungen sind sofort zu stoppen. Die aktuelle Ausnahmesituation darf unter keinen Umständen zum Verlust der Wohnung führen!"

Unter anderem der Wohnungskonzern Vonovia signalisierte bereits ein Entgegenkommen für seine mehr als 300.000 Mieter.

Update 18.03.2020: Die Bundesregierung erwägt Hilfen für Mieter, die wegen der Corona-Krise ihre Miete nicht mehr zahlen können. Das Justizministerium prüft dahingehend aktuell die Möglichkeiten, wie verhindert werden könne, dass solche Mieter ihre Wohnung verlieren.

Hamburg gewährt Unternehmen und Institutionen, die gewerbliche Mieter in städtischen Immobilien in Hamburg sind und von den Corona-Allgemeinverfügungen betroffen werden, können eine zinslose Stundung ihrer Mieten bis zu drei Monaten beantragen. 

Update 19.03.2020: Der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GDW) schlagen die umgehende Einrichtung eines „Sicher-Wohnen-Fonds“ vor, um den Fortbestand der Mietverhältnisse zu sichern. „Wir brauchen dringend einen Solidarfonds, damit niemand seine Wohnung wegen Zahlungsproblemen, die durch die Corona-Krise entstanden sind, verliert“, so die Präsidenten der beiden Verbände, Lukas Siebenkotten (DMB) und Axel Gedaschko (GdW), die sich in einem gemeinsamen Schreiben an die Bundesregierung wenden. „Dies sind keine Zeiten der Auseinandersetzung, sondern der gemeinsamen Verantwortung.“

Update 20.03.2020: Die im BFW Landesverband Berlin/Brandenburg organisierten mittelständischen Vermieter reagieren auf die angespannte Situation und bieten den Mieterinnen und Mietern sowie den Inhabern von Einzelhandelsgeschäften in der Hauptstadt Hilfe: Wenn Mieterinnen und Mieter oder Gewerbetreibende unverschuldet durch die Auswirkungen der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten, sollten sie schnellstmöglich Kontakt mit ihrem Vermieter aufnehmen. Der BFW und seine Mitgliedsunternehmen werden alles daran setzen, um die Berlinerinnen und Berliner in dieser Situation zu unterstützen. Dazu soll eine Stundung der Miete vereinbart werden können.

Update 22.03.2020: Das kommunale Wohnungsunternehmen jenawohnen zur Corona-Pandemie: „Unsere Mieterinnen und Mieter sind sicher – auch wenn es Probleme bei den Mietzahlungen geben sollte. Niemand wird aufgrund der Pandemie seine Wohnung bei jenawohnen verlieren. Es gibt aktuell keine Kündigungen bei Mietrückstand“, betont Tobias Wolfrum, Geschäftsführer von jenawohnen. Auch für Gewerbekunden sind nach Absprache finanzielle Entlastungen in der aktuellen Phase möglich. Von besonderer Bedeutung sei daher die zügige Kontaktaufnahme mit den Mitarbeitern von jenawohnen.

Update 23.03.2020: Der deutsche Gewerkschaftsbund fordert einen Sonderfonds zum Mieterschutz auch NACH der Corona-Krise. Viele Mieter, die jetzt schon Probleme  hätten, die Miete aufzubringen, würden die so angehäuften Mietschulden auch nach der Corona-Krise kaum begleichen können.  Der Fond solle unbürokratisch mit Überbrückungskrediten helfen. Des Weiteren fordert der Gewerkschaftsbund ein Verbot der Kündigung des Mietverhältnisses für Wohnungs- und Gewerbemieter. Zwangsräumungen, Strom-, Gas- und Wassersperrungen sollen ausgesetzt werden. Entsprechende Zahlungen gestundet werden. 

Für Wohneigentümer sollen derweil zinnslose Überbrückungskredite gewährt werden, um Kreditausfälle zu verhindern. Von den Kommunen fordert der Gewerkschaftsbund zusätzlich die Bereitstellung von Wohnraum für Obdachlose, etwa in leerstehenden Wohnungen oder Hotels, damit auch diese dem Social Distancing gerecht werden können.

Update 23.02.2020: Die kommunale Leipziger Wohnungsgesellschaft sichert Mietern, die wegen der Corona-Krise in finanzielle Not geraten, Hilfe zu. Auch die Wohnungsunternehmen LEG,  Vivawest und Akelius sehen aktuell von Mieterhöhungen und Zwangsräumungen ab und bieten Ratenzahlungen oder Stundungen an.

Update 23.03.2020: Das Bundeskabinett will Gesetzesänderungen beschließen, um private und gewerbliche Mieter vor Kündigungen zu schützen. 


ImmoScout24 mit Sofortprogramm für Immobilienbranche

20.03.2020: ImmoScout24 unterstützt seine Kunden mit einem Sofortprogramm. Das Hilfspaket besteht aus drei Maßnahmen:

  1. Die Krise überstehen: Gewerblichen Kunden wird ein Zahlungsaufschub von bis zu neun Monaten gewährt.
  2. Stillstand ausschließen: Private Anbieter können ab 27. März für einen Monat kostenlos auf ImmoScout24 inserieren.
  3. Neustart beschleunigen: Bestehenden Makler-Kunden hilft ImmoScout24 nach der Krise mit zusätzlichen kostenlosen Mandaten.

Bundesingenieurkammer fordert schnelle Hilfe

20.03.2020: Der Coronavirus und die Folgen betreffen auch Ingenieurbüros. Gerade kleine und mittlere Unternehmen müssen mit wirtschaftlichen und finanziellen Einbußen rechnen. „Einige Bundesländer haben bereits reagiert und Soforthilfeprogramme aufgelegt. Davon braucht es aber dringend mehr“, so Hans-Ullrich Kammeyer, Präsident der Bundesingenieurkammer. „Bei unseren Kammern melden sich verstärkt kleine Büros, die über wenig bis keine Kapitaldecke verfügen. Ein Auftragsstopp – sei es nun, weil sie selbst ‚lahmgelegt‘ werden oder sei es, weil es auf der Auftraggeberseite ‚hakt‘ – kann für sie unter Umständen schon die Insolvenz bedeuten“, führte Hans-Ullrich Kammeyer weiter aus. Wichtig seien daher schnell mehr verfügbare Töpfe, die ohne viel Bürokratie Hilfe bieten. Es sei wichtig, trotz der aktuellen Situation heute schon an morgen zu denken. „Denn wenn uns jetzt die Planungskapazitäten wegbrechen, können nach der Coronakrise viele wichtige und dringend benötigte Infrastruktur- und Hochbauprojekte nicht realisiert werden“, betonte Hans-Ullrich Kammeyer.


Colliers bestätigt hohe Nachfrage nach Lagerkapazitäten und kritisiert Abhängigkeiten von China

20.03.2020: Etwa die Hälfte der Befragten gab letzte Woche bei der Blitz-Umfrage des Immobilienberatungsunternehmens Colliers International unter den Logistikimmobilien-Akteuren an, dass die Nachfrage nach Logistikflächen konstant bleiben wird. Diese Woche zeigt sich nun, dass aufgrund der Maßnahmen durch die Bundesregierung die Lagerkapazitäten der Lebensmittelhändler, Pharmalogistiker und auch der Onlinehändler hochgefahren werden und die aktuelle Nachfrage in Folge der Corona-Krise deutlich gestiegen ist. Peter Kunz FRICS, Head of Industrial & Logistics EMEA bei Colliers International: „Besonders Onlinehändler wie Amazon erwarten durch die derzeitigen Einschränkungen bei Einkaufsmöglichkeiten für den mittel- und langfristigen Bedarf in der kommenden Zeit einen starken Anstieg ihrer Bestellungen. Die Bereitschaft Einkäufe online zu tätigen ist derzeit so hoch wie noch nie zuvor. Kurzfristige Lagerlösungen sind daher aktuell sehr nachgefragt.“

Während es im Bereich Lagerlogistik und der lokalen Produktion von Bedarfsgütern derzeit boomt, dehnen sich die Meldungen zu vorläufigen Werksschließungen von Volkswagen, Daimler und Co. aus. Die Produktion im eigenen Land und die daraus hervorgehenden kurzen Lieferwege stellen sich als Vorteil heraus. Die Lieferengpässe insbesondere der Automotive-Branche sind überwiegend auf die stockenden Importe aus dem Ausland insbesondere China zurückzuführen. Kunz stellt fest: „Die letzten Tage und Wochen haben gezeigt, dass die Abhängigkeit von Güterimporten aus nur einem Land, der eigenen Wirtschaft nun aktuell im Weg steht und wir hier unsere Lehren daraus ziehen. Mehr als die Hälfte der befragten Marktteilnehmer gab bei unserer Umfrage an, dass sie durch die Corona-Krise ein kurzfristiges Umdenken der Handelsbeziehung mit China hinsichtlich der Importe und Lagerhaltung erwarten. 21 Prozent der Teilnehmer sind sogar der Meinung, dass die aktuelle Phase langfristige Auswirkungen auf die Handelsbeziehung zu China haben wird. Auch in der Politik hat sich diese Meinung in den letzten Tagen verstärkt abgezeichnet.“


Implenia muss wegen Corona-Anordnungen Baustellenbetrieb einschränken

20.03.2020: Implenia, Baudienstleister aus der Schweiz, muss aufgrund der behördlichen Corona-Anordnungen in ganz Europa Baustellen teilweise schließen oder die Arbeit auf den Baustellen einschränken. Betroffen sind vor allem die Schweiz, Deutschland, Frankreich sowie Österreich. In Schweden und Norwegen läuft der operative Betrieb auf den Baustellen bis auf weiteres normal.


ECE hofft auf Nothilfefonds zur Rettung seiner Shoppingcenter

20.03.2020: ECE, Betreiber von 195 Shoppingzentren in zwölf Ländern, von denen 100 deutsche Zentren weitgehend auf Notbetrieb umgestellt haben, wird seinen Mietern aktuell nicht die Mieten erlassen. Im Kampf gegen die Krise und um das Überleben der Zentren setzt das Unternehmen auf den Nothilfefonds für kleine und mittlere Unternehmen, der durch die Bundesregierung angekündigt wurde.


Corona wird BER-Eröffnung nicht verhindern

20.03.2020: Nachdem durch die Medien ging, dass der TÜV wegen eines Corona-Verdachtes all seine Prüfer vom zukünftigen Hauptstadtflughafen abgezogen habe, bekräftigte der Aufsichtsrat der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, dass der Eröffnungstermin am 31. Oktober nach wie vor stünde. Die Abnahme sei trotz des Vorfalles nicht gefährdet und Probedurchläufe des Flughafenbetriebes würden nun vermehrt elektronisch simuliert werden.

Unser Podcast mit Engelbert Lütke Daldrup zum neuen Flughafen


Covid-19 macht macht Immobilienkredite billiger

19.03.2020: Immobilienkäufer können in der aktuellen Corona-Krise günstigere Darlehen zu Konditionen nahe eines Rekordtiefs aufnehmen. Schuld sei ein Allzeittief bei Bauzinsen aufgrund der Verunsicherung durch das Virus. Laut dem Baufinanzierungsvermittler Interhyp können Kreditnehmer Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung für rund 0,6 Prozent jährlich aufnehmen, bei guter Bonität seien gar um 0,4 Prozent drin.


Flächenumsatz auf Frankfurter Büromarkt bricht ein

19.03.2020: Der Flächenumsatz am Frankfurter Büromarkt geht aktuell und wahrscheinlich wegen des sich verbreitenden Coronavirus deutlich zurück. Auch wenn noch rund zwei Wochen bis zum Quartalswechsel Zeit sind, so werden die Ergebnisse der Vorjahre doch deutlich verfehlt. Eine Analyse von blackolive, Vermittler von Büroflächen im Rhein-Main-Gebiet, ergab, dass im ersten Quartal 2020 im Gif-Gebiet (Frankfurt inkl. Eschborn und Offenbach Kaiserlei) bisher nur rund 60.000 Quadratmeter umgesetzt wurden. 2016 (126.000 Quadratmeter), 2017 (125.000 Quadratmeter), 2018 (152.000 Quadratmeter) und auch 2019 (98.000 Quadratmeter) lagen die Werte zum Ende des Quartals noch deutlich höher.


Geschäftsraummieter sollten Anpassung der Mieten prüfen

19.03.2020: Die Corona-Pandemie bedroht die wirtschaftliche Existenz vieler Unternehmen jedweder Größe, insbesondere wenn die Kosten ungebremst weiterlaufen, da vor allem die Ausgaben für die Miete der Geschäftsräume. Deswegen rät die Kanzlei Müller Radack Schultz allen betroffenen Mietern, sich mit ihren Vermietern in Verbindung zu setzen. Prof. Dr. Martin Häublein, of counsel bei Müller Radack Schultz: „Es ist nämlich keineswegs so, dass die mit dem Coronavirus verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen allein in den Risikobereich der Mieter fallen. Sowohl das Mietrecht als auch das allgemeine Bürgerliche Recht sehen Instrumente vor, die eine Herabsetzung der Miete oder gar die Beendigung des Vertrages erlauben. Letzteres wird oft gar nicht im Interesse der Parteien liegen. Vielmehr geht es darum, einen Modus zu finden, damit beide Seiten die Krise überstehen.“

Nach Ansicht von Häublein sind die Regelungen über die Störung der Geschäftsgrundlage gerade für solche Extremsituationen erdacht worden: „Nach § 313 BGB kann jede Partei die Anpassung eines Vertrages verlangen, wenn sich nach Vertragsschluss dessen Grundlagen schwerwiegend verändert haben. Dies gilt freilich nur, soweit einem Vertragsteil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere der vertraglichen oder gesetzlichen Risikoverteilung, das Festhalten am unveränderten Vertrag nicht zugemutet werden kann.“ Eine einseitige Zuweisung der wirtschaftlichen Folgen der gegenwärtigen Krise an die Mieterseite vermag Häublein nicht zu erkennen. Dass nicht allein der Risikobereich des Mieters betroffen sei, folge bereits aus dem Umstand, dass Vermieter gegenwärtig Probleme haben dürften, ihre Räume anderweitig zu den alten Konditionen zu vermieten.

„Im Einzelfall ist daher sogar eine Mietminderung wegen eines Mangels der Mietsache möglich“, ergänzt Kanzlei-Partner Dr. Michael Schultz. „Ein Mangel könne vorliegen, wenn der vereinbarte Gebrauch infolge eines behördlichen Verbots nicht mehr zulässig ist. Zwar trifft das Risiko eines solchen Verbots dann den Mieter, wenn dieses gerade an dessen Person oder Verhalten anknüpfe. Bei einer flächendeckenden Untersagung einer vertraglich vereinbarten Nutzung verwirklicht sich aber nicht bloß das Verwendungsrisiko des Mieters. Derartige Einschränkungen fallen auch in die Sphäre des Vermieters“, erläutert Schultz.


Realogis verzeichnet gestiegenen Bedarf an Logistikflächen

18.03.2020: Realogis verzeichnet im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Lieferflächen. Vor allem Heimlieferdienste und Lebensmittelhändler hätten derzeit einen erhöhten Bedarf an Grundstücken für neue Verteil- und Versandzentren. Auch der Einlagerungsbedarf für Güter des täglichen Bedarfs sowie von Ersatz- und Produktionsteilen habe sich erhöht.


Insolvenzgefahr! Öffentliche Auftraggeber müssen Rechnungen begleichen

18.03.2020: Ingenieurbüros und Bauunternehmen aus ganz Deutschland berichten laut dem Haupverband der Deutschen Bauindustrie, dass Kommunen Rechnungen für bereits geleistete Aufträge nicht begleichen wollen und dies zum Teil sogar schriftlich mit Hinweis auf laufende Unterstützungsprogramme für die Wirtschaft begründen. Der Verband dazu:

Dieses Vorgehen gefährdet ohne Not die Existenz vieler Unternehmen und damit auch die Zukunft der Beschäftigten. Die Hilfsprogramme sind für diejenigen Branchen gedacht, die nun keine Kunden oder Aufträge mehr haben. Dies ist bei den Bau- und Ingenieurunternehmen aber anders. Es ist daher zentral, dass insbesondere öffentliche Auftraggeber ihrer Verantwortung gegenüber den Unternehmen gerecht werden und für einen Liquiditätsfluss bei bestehenden Bauvorhaben und eine weitergehende Auftragsperspektive bei Neuvergaben sorgen. Die Kerndienstleistungen der öffentlichen Verwaltung müssen weiterhin garantiert werden, dazu gehört auch das begleichen fälliger Rechnungen.

Dazu erklären Jörg Thiele, Präsident des Verbands Beratender Ingenieure, und Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie: "Es kann nicht sein, dass Unternehmen von öffentlichen Auftraggebern bewusst in die Insolvenz befördert werden. Kreditprogramme sollen schwerste Härten von Betrieben abfedern, die keine Aufträge mehr erhalten, sie sind aber kein genereller Ersatz für vertraglich vereinbarte Honorare. Wir fordern insbesondere die öffentliche Hand auf, eingehende Rechnungen umgehend zu begleichen, damit die Liquidität der Unternehmen nicht fahrlässig in Gefahr gebracht wird. Es gibt keinen Grund, Rechnungen nicht zu begleichen, im Zweifelsfall auch unter Vorbehalt. Nur so können wir als Unternehmer auch unserer Verantwortung für unsere Mitarbeiter gerecht werden und Massenentlassungen vermeiden."


Corona und die Immobilienpreise

16.03.2020: Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Wohn-Immobilienangebote aus? Sind sie in Anzahl und Quadratmeterpreisen nach wie vor stabil geblieben oder zeichnet sich allmählich ein Preisverfall ab? „Wir können weiterhin keine unüblichen Preisentwicklungen beobachten“, erklärt AVM-COO Christian Sauerborn. „Untersucht wurden die Angebote der Objektarten Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus und Eigentumswohnung.“ Um eine genaue Prognose abzugeben und jahreszeitentypische Schwankungen auszuschließen, hat das Team um Christian Sauerborn die Daten der zehn Städte ab 2017 hinzugezogen und analysiert. Auch hier gilt: „Vor diesem Hintergrund können wir noch keine Unüblichkeit in der Entwicklung der Anzahl der Angebote sehen. Zwar geht die Anzahl der Angebote zum Beispiel in Berlin ganz leicht nach oben. Das bewegt sich aber noch im Rahmen der üblichen zyklischen Schwankungen. Angesichts der aktuellen Situation kann die Auswirkung jedoch zeitnah kommen. Wir verfolgen den Markt weiterhin.“


Savills über Covid-19 und die Folgen

16.03.2020: Die Coronavirus-Pandemie hat nicht nur die Finanzmärkte, sondern mehr und mehr auch das öffentliche Leben in vielen Teilen der Welt fest im Griff. Inzwischen ist klar, dass die Ausbreitung von COVID-19 nicht mehr verhindert, sondern lediglich verzögert werden kann. Zweifellos wird das Virus auch an den deutschen Immobilienmärkten seine Spuren hinterlassen. Der Immobiliendienstleister Savills fokussiert darum auf mögliche kurz- und langfristige Folgen.

Kurzfristige Auswirkungen von Covid-19

  • Am frühesten und nach jetzigem Stand der Dinge auch am stärksten betroffen ist der Hotelsektor. Die Auslastungsquoten sind vor allem an Messestandorten deutlich rückläufig und angesichts der in den meisten Bundesländern erlassenen Verbote von Veranstaltungen ab einer gewissen Teilnehmerzahl erscheint eine baldige Erholung unwahrscheinlich. Da manche Veranstaltungen lediglich verschoben werden, ist sicherlich nach überstandener Corona-Krise mit einem gewissen Nachholeffekt zu rechnen. Trotzdem sind selbst bei „mildem“ Verlauf erhebliche Umsatzeinbußen und ohne staatliche Unterstützung auch Insolvenzen zu erwarten.
  • Selbiges gilt für den Einzelhandel, vor allem in touristischen Lagen. Ebenfalls starke Umsatzeinbußen dürften Geschäfte und gastronomische Einrichtungen in Bahnhöfen und Flughäfen verzeichnen.
  • Auch Flexible Workspaces dürften bereits eine geringere Auslastung aufweisen, vor allem in Bezug auf ihre Veranstaltungräume. Mit einem existenzbedrohenden Ausmaß rechnet Savills aber erst bei deutlich steigender Zahl der Infizierten und einem länger anhaltenden Pandemieverlauf.
  • Die Immobilieneigentümer spüren die oben beschriebenen Entwicklungen im Falle umsatzgebundener Mieten bzw. Pachten unmittelbar. Darüber hinaus rechnet Savills mit Mietreduzierungs- beziehungsweise Stundungsgesuchen besonders betroffener Nutzer.
  • An den Vermietungsmärkten werden Anmietungsentscheidungen wegen der Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung sowie bestehender Reisebeschränkungen teilweise vertagt. Messbar niederschlagen wird sich das aber wohl erst in den Umsatzzahlen für das 2. Quartal.
  • Auch am Investmentmarkt dürften sich Transaktionen aufgrund eventueller Reisebeschränkungen der Vertragspartner sowie erhöhter Unsicherheit verzögern. Die Verwerfungen an den Finanzmärkten haben gegenläufige Effekte auf die Immobilieninvestmentmärkte. Einerseits sind Anleiherenditen und Zinsen gesunken, wodurch Immobilien nochmals an relativer Attraktivität gewonnen haben. Andererseits hat der Kursrutsch an den Börsen die Immobilienquote in Multi-Asset-Portfolios steigen lassen – möglicherweise über die Zielquote hinaus. Mit kurzfristigen Immobilienverkäufen ist wohl nicht zu rechnen. Vielmehr dürften die Investoren zunächst abwarten, wie sich die Märkte in den kommenden Monaten entwickeln. Währenddessen ist die Risikoaversion noch höher als zuletzt, was sich an den Immobilienmärkten in einen stärker ausgeprägten Core-Fokus und eine entsprechende Renditespreizung zwischen Core und anderen Risikoklassen übersetzt.

Zwei mögliche Szenarios für die Mittelfristigen Auswirkungen

Szenario 1: Im günstigeren Fall erreicht die Zahl der weltweit Infizierten in den kommenden Wochen ihren Gipfel, um dann abzuflachen. Für die Konjunktur ergäbe sich dann ein U-Verlauf, das heißt ein rasches Einbrechen der wirtschaftlichen Aktivität, gefolgt von einer kurzen Talsohle und einer zügigen Erholung inklusive Nachholeffekten. In diesem Fall wären die Auswirkungen auf die deutschen Immobilienmärkte begrenzt. Zwar würden die oben beschriebenen kurzfristigen Effekte für einige Zeit Bestand haben, wären aber im Wesentlichen temporärer Natur, zumal die Bundesregierung bereits stützende fiskalpolitische Maßnahmen verabschiedet hat und im Bedarfsfall wohl noch weitere Maßnahmen beschließen würde. Gleichwohl rechnet Savills auch in diesem Szenario mit einem etwas höheren Mietausfallrisiko über alle gewerblichen Nutzungsarten hinweg, vor allem in den besonders betroffenen Segmenten. Manche Geschäftsmodelle sind selbst gegenüber einem kurzen Nachfrageeinbruch nicht resilient genug. Die Risikoprämien bei den Renditen würden auch in diesem Szenario vermutlich zunächst auf einem etwas höheren Niveau als zuletzt verharren. Die temporäre Unsicherheit dürfte sich zudem negativ auf die Verfügbarkeit von Fremdkapital auswirken. Dadurch, dass bereits jetzt Abschlüsse an den Investment- und Vermietungsmärkten verschoben werden und sich somit das gesamte Transaktionsgeschehen nach hinten verschiebt, ist für das laufende Jahr mit geringeren Flächenumsätzen und Transaktionsvolumina zu rechnen.

Szenario 2: Im ungünstigeren Fall steigt die Zahl der Infizierten auch in den nächsten Monaten weiter an und erreicht erst in der zweiten Jahreshälfte ihren Gipfel. Eine weltweite Rezession wäre dann kaum zu vermeiden. Für die Immobilienmärkte würde dies in allen Segmenten voraussichtlich deutlich sinkende Nachfrage, Flächenumsätze und Mieten sowie steigende Leerstände bedeuten. Auch die Nachfrage an den Wohnungsmärkten wäre in diesem Szenario wegen steigender Arbeitslosigkeit beziehungsweise sinkender Einkommen negativ betroffen. Am Investmentmarkt würden die Transaktionsvolumina sinken, weil erhöhte Risikoaversion auf steigende Marktrisiken träfe und Fremdkapital nur noch eingeschränkt zur Verfügung stünde. Die rückläufige Nachfrage träfe auf steigende Verkaufsbereitschaft und die Anfangsrenditen würden steigen.

Langfristige Auswirkungen - Chancen der Corona-Pandemie

Die Corona-Krise könnte Folgen weit über ihr Ende hinaus haben – wann auch immer sie überstanden sein wird. Bereits jetzt beeinflusst sie das Verhalten von Menschen und je länger sie das tut, desto wahrscheinlicher werden aus diesen Verhaltensweisen Gewohnheiten, die die Pandemie überdauern. Savills glaubt, dass die Pandemie in vielerlei Hinsicht jenen Wandel beschleunigen könnte, den die Digitalisierung in den letzten Jahren bereits eingeleitet hat. Viele der digitalen Technologien haben die Menschen in die Lage versetzt, Interaktionen online durchzuführen, die davor nicht ohne menschlichen Kontakt auskamen. Nun zwingt das Coronavirus die Menschen dazu, diese Möglichkeiten (intensiver) zu nutzen – selbst jene, die das bislang nicht getan haben. Zumindest erhöht es den Anreiz, auf menschlichen Kontakt zugunsten der Online-Interaktion zu verzichten.

Insofern könnte das Coronavirus als Digitalisierungsbeschleuniger wirken und auch an den Immobilienmärkten Prozesse geradezu „vorspulen“, die bislang langsam abliefen. Hierzu zählt zum Beispiel die Umsatzverschiebung vom stationären zum digitalen Einzelhandel. Schneller als bislang zu erwarten war, könnte der Flächenbedarf stationärer Einzelhändler sinken. An alternativen Nutzungen wird es nicht mangeln – daran dürfte auch Corona nichts ändern. Eine solche alternative Nutzung könnten, mehr als ohnehin schon, Flexible Workspaces sein. Jedenfalls beschert uns die Corona-Krise das womöglich umfangreichste Home-Office-Experiment der Geschichte. Nun könnte es sein, dass sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber dieses Experiment anschließend für gescheitert erklären. Für wahrscheinlicher halten wir es aber, dass damit durchaus auch (überraschend) positive Erfahrungen gesammelt werden. Da sich zugleich jedoch die wenigsten Wohnungen als ideale Arbeitsumgebung erweisen dürften, rücken wohnortnahe Flexible Workspaces noch stärker in den Fokus. In diesem Zuge gewinnen Videokonferenzen und andere webbasierte Werkzeuge der Zusammenarbeit vermutlich stark an Bedeutung. Zusammen mit Online-Shopping, E-Learning, E-Gaming und so weiter treibt dies den Datenverkehr in neue Höhen und könnte Rechenzentren auf die Landkarte institutioneller Investoren katapultieren.

Während die Corona-Krise die Zeit wahrscheinlich in vielen Bereichen vorspult, könnte sie sie in anderen Bereichen aber auch zurückspulen. Schon jetzt hat sie offengelegt, wie anfällig die weltweiten Lieferketten sind, wenn sie von einem einzigen Land – in diesem Fall China – abhängig sind. Sie sind auch deshalb so abhängig, weil das seit einigen Jahrzehnten vorherrschende Just-In-Time-Konzept mit der Corona-Krise vor eine nicht zu bewältigende Herausforderung gestellt wurde. Beides, die Rolle der verlängerten Werkbank Chinas für die Welt und das Just-In-Time-Konzept, könnten infolge der Corona-Krise dauerhaft in Frage gestellt werden. Ersteres könnte dazu führen, dass wieder mehr Produktionskapazitäten in Deutschland angesiedelt werden. Letzteres könnte für einen stark steigenden Lagerflächenbedarf sorgen – nicht nur hierzulande.


Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft erleichtert Stundungsregelungen

15.03.2020: Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) erleichtert die Stundung von Beiträgen für beitragspflichtige Unternehmen, die durch das Coronavirus außergewöhnlich belastet sind. „Wir wollen unseren Mitgliedsbetrieben jetzt schnell und wirksam dabei helfen, mit den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus umzugehen, indem wir die Stundung erleichtern und damit finanzielle Entlastung schaffen,“ sagt Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der BG BAU. Die zuständige Beitragsbearbeitung der BG BAU wurde daher umgehend angewiesen, den entsprechenden Anträgen einfach und unbürokratisch nachzukommen.


Corona und die Logistikbranche

12.03.2020: Die vorläufigen Ergebnisse einer Blitz-Umfrage des Immobilienberatungsunternehmens Colliers International zeigen: Die Logistikimmobilienbranche ist aktuell (noch) relativ unbeeindruckt von den aktuellen Geschehnissen. 41 Prozent der Marktakteure meldeten, dass sie derzeit trotz des Trubels durch den Corona-Virus keine Einschränkungen in ihren Geschäftsaktivitäten verzeichnen. Gerade einmal 15 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Vorkehrungen getroffen haben, die über die vorsorglichen Maßnahmen wie Reiseeinschränkungen, Home Office und erhöhte Hygienemaßnahmen hinausgehen - darunter zählen auch die Umstrukturierung von Prozessen oder die Suche nach alternativen Zulieferern.

Nur zwei Prozent gaben an, Projekte vorerst komplett eingestellt zu haben, um den weiteren Verlauf zu beobachten. Dies betraf in erster Linie Unternehmen aus dem Handel und dem produzierenden Bereich. 15 Prozent der Unternehmen aus dem Bereich Transport / Logistik gaben an, spürbare Einschränkungen im Liefer- und Warenverkehr zu vermerken. Neun Prozent der Logistikunternehmen haben im Zuge der aktuellen Entwicklungen Prozesse umstrukturiert. Teilnehmer die angaben, dass sie derzeit keinerlei Einschränkungen verspüren, kamen überwiegend aus dem Bereich Projektentwicklung und Investment.


Shared Offices als Unterstützung in der Infektionsprävention

11.03.2020: Beispiel SleevesUp! Der Frankfurter Anbieter für Shared- und Managed Office-Lösungen SleevesUp! Spaces unterstützt Unternehmen in der Corona-Krise dabei, Teams dezentral zu organisieren. Um gegen die Folgen einer Infektion im Team geschützt zu sein, teilen immer mehr Firmen Teams auf. Die Teammitglieder arbeiten dann an unterschiedlichen Standorten. „Unsere Infrastruktur eignet sich hervorragend dafür, im näheren Umkreis von Frankfurt Teams einen Arbeitsplatz oder Büro zur Verfügung zu stellen.“ sagt Dr. Sebastian Schmidt, Geschäftsführer von SleevesUp!. "Wir betreiben in Frankfurt vier CoWorking-Standorte und vier weitere im Umland von Frankfurt. Wenn ein Kunde seine Mitarbeiter beispielsweise vier Wochen dezentral unterbringen möchte, machen wir das möglich."


Immobilienpreise trotz Corona stabil

11.03.2020: Eine Auswertung von der Sprengnetter GmbH zeigt: In Bezug auf Angebotsanzahl und Quadratmeterpreise gibt es 2020 keine Auffälligkeiten. Die Immobilienpreise in den größten deutschen Städten bleiben aktuell stabil. Die Auswertung bezieht sich auf die Städte Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. Untersucht wurden alle verfügbaren Angebote der Objektarten Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus und Eigentumswohnung. „Sprengnetter hat in den letzten Jahren eine der größten Immobiliendatenbanken in Deutschland und Österreich aufgebaut, in die u.a. laufend aktuelle Transaktionsdaten einfließen“, erläutert COO Christian Sauerborn. „Für die aktuelle Untersuchung auf Preisschwankungen haben wir die verfügbaren Angebote ausgewertet und uns die Anzahl wie auch die Preise angesehen. Bis dato sind keinerlei extreme Marktschwankungen aufgetaucht. Wir beobachten das Geschehen weiter sehr genau.“


Coronavirus als Treiber für neues Einkaufsverhalten

10.03.2020: 52 Prozent der Onlinelebensmittelkäufer*innen kaufen im Vergleich zu den vergangenen ein bis zwei Jahren ihre Lebensmittel häufiger online ein – oft eine bewusste Entscheidung, um den Gang in den Supermarkt zu vermeiden. Dabei wandern Nudeln, Konserven, Reis – Lebensmittel, die kein Risiko bezüglich Produktqualität beinhalten und sich lange halten – zuerst in den Onlinewarenkorb. Zu diesem Ergebnis, das in Zeiten des neuartigen Coronavirus besonders interessant ist, kommt die neue Studie „Lebensmittel online – heute und 2030“ des IFH Köln. 

Die Sorge um die Produktqualität ist der Hauptgrund gegen einen Einkauf von Lebensmitteln im Internet. Dies wird durch die fehlende multisensuelle Begutachtung und Befürchtungen bezüglich Unterbrechungen der Kühlkette befeuert. Zudem sagen 53 Prozent der Konsument*innen, dass sie aufgrund ihrer Zufriedenheit mit den stationären Einkaufsmöglichkeiten keinen Grund für den Onlinekauf sehen. Auch die hohen Lieferkosten sind ein Grund für die Befragten Lebensmittel nicht online zu bestellen. In Anbetracht von zunehmenden Meldungen rund um das Coronavirus erfolgt eine Neubewertung: Die Lebensmittellieferung nach Hause ist für viele Konsument*innen nicht nur eine bequemere Option für den Wocheneinkauf, sondern aktuell auch die gefühlt sicherere Wahl. 


Dramatische Entwicklungen in der Hotelbranche

10.03.2020: Engel & Völkers Hotel Consulting hat gemeinsam mit dem Technologieunternehmen HQ revenue die Auswirkungen des Corona Virus auf die Hotel-Buchungslage der Messestädte Berlin und Frankfurt im Zeitraum 18. Februar bis 9. März untersucht. Die Folgen des Corona-Virus sind in Frankfurt und Berlin deutlich zu spüren. Durch die Absage der ITB (Internationale Tourismus-Börse) sank die durchschnittliche Zimmerauslastung in Berlin in der Messewoche vom 2.–8. März auf rund 58 Prozent. Dies entspricht einem Rückgang um 27 Prozentpunkte gegenüber der Auslastung im Vorjahr. In Frankfurt wird die Verschiebung der Light & Building Messe ebenfalls zu Rückgängen in der Zimmerauslastung führen. Aufgrund zahlreicher Stornierungen sinkt die erwartete Zimmerauslastung an den Tagen, an denen die Messe stattfinden sollte, zum Teil um 44 Prozentpunkte. 

Derweil werden die Leipziger Hoteliers vom Ausfall der Leipziger Buchmesse hart getroffen. Das Ausbleiben von 280.000 Messebesuchern werden die Vorhalter von rund 20.000 Betten zu spüren bekommen. Die DEHOGA geht davon aus, dass 80 Prozent der gewohnten Auslastungszahlen zur Messezeit wegbrechen werden. Insgesamt rechnet die Stadt mit einem Verlust von mindestens 100 Millionen Euro und verweist auf sämtliche Bereiche, die von dem Messe-Aus berührt werden: Messeveranstalter, Hoteliers, Gastronomen, ÖPNV, Taxi-Fahrer, Messebau-Firmen, Speditionen...

Die DEHOGA führte zudem selbst eine Umfrage unter 10.000 Hotels, Restaurants und Caterern durch, bei der 82,9 Prozent der Hoteliers Umsatzeinbußen aufgrund der Entwicklungen rund um den Coronavirus beklagten. Dabei ging die Nachfrage sowohl im Firmengeschäft als auch auf dem Privatsektor spürbar zurück.


MIPIM wird in den Juni verschoben

05.03.2020: Das Maklerunternehmen Avison Young gab bekannt, dass es aufgrund der ungewissen Lage rund um den Coronavirus auch den Ersatztermin der MIPIM nicht wahrnehmen werde. Laut Thomas Daily lassen andere Unternehmen offen, ob sie zum Ersatztermin an dem Branchentreff teilnehmen werden oder nicht.

29.02.2020: Reed MIDEM, Organisator der MIPIM gibt heute bekannt, dass die Ausgabe 2020 der Veranstaltung verschoben wurde und vom 2. bis 5. Juni in Cannes stattfinden wird. Der ursprüngliche Termin der MIPIM vom 10. bis 13. März ändert sich aufgrund wachsender Bedenken im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Covid-19). "Das Wohlergehen unserer Kunden und Mitarbeiter ist unsere Priorität. Angesichts des sich verändernden Umfelds ist es am besten, die MIPIM auf Juni zu verschieben", sagte Paul Zilk, Chief Executive von Reed MIDEM. Am gleichen Tag erging ein Verbot der französischen Regierung für Großveranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern. Dieses hätte die MIPIM ebenfalls betroffen.


ZIA verschiebt Tag der Logistikimmobilie

28.02.2020: Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, hat sich dazu entschlossen, den Tag der Logistikimmobilie am 5. März 2020 in Berlin in den September dieses Jahres zu verschieben. „Die aktuellen Entwicklungen rund um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland haben uns zu diesem Schritt bewogen“, sagt ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner. Ein konkreter Termin für den Tag der Logistikimmobilie 2020 wird in Kürze bekanntgegeben.


Wird Hotelkonferenz International Hospitality Investment Forum in Berlin verschoben?

28.02.2020: Thomas Daily berichtet von Gerüchten, wonach auch die Hotelkonferenz International Hospitality Investment Forum in Berlin auf der Kippe stünde, beziehungsweise auf Druck der Behörden verschoben werden soll. Eigentlich soll die Konferenz vom 3-4. März gemeinsam mit der Tourismusmesse ITB Berlin stattfinden. Wie CoStar News UK berichtet, wird die Hotelkonferenz verschoben. Auch das Aus der ITB wird aktuell diskutiert.

Update vom 02.03.2020: Die ITB wurde ersatzlos gestrichen. Die Hotelkonferenz International Hospitality Investment Forum wurde auf den 4. bis 6. Mai 2020 verschoben.


Branchen-Großevent MIPIM gefährdet?

27.02.2020: Die wichtige Immobilienveranstaltung MIPIM versammelt Akteure aus allen Bereichen der internationalen Immobilienbranche für vier Tage in Cannes. Diese soll wie geplant vom 10-13. März 2020 stattfinden, zumindest wenn man nach den Ausführungen auf der offiziellen Website zum Event geht. Hier versichert Veranstalter "Reed MIDEM", dass die Gesundheit und Sicherheit aller Teilnehmer der Veranstaltung oberste Priorität habe und die Entwicklungen kontinuierlich verfolgt würden. Dieser Absichtsbekundung zum Trotz verkündete der Groß-Teilnehmer Cushman & Wakefield, dass er nicht an der MIPIM teilnehme. Branchenkenner gehen davon aus, dass weitere Absagen folgen werden. PGIM, Knight Frank, Klépierre Deutschland, Savills und EY zogen noch am 27.02.2020 zurück. Am 28.02.2020 sagte beispielsweise die Centrum Gruppe der MIPIM ab. Dazu gesellten sich: Angermann, Corestate, Drees & Sommer, JLL, CBRE, Tristan, LaSalle, CapitaLand und Siemens Real Estate. Wie unterdessen unsere Schwester-Publikation CoStar News UK erfahren hat, wird die Hotelkonferenz International Hospitality Forum (IHIF), die nächste Woche zusammen mit der Tourismusmesse ITB in Berlin stattfinden soll, verschoben. Auch Avison Young, Colliers, Blackstone, Land Securities, Lloyds Bank, Greycoat, Grosvenor und Legal & General gelten als sichere Absage-Kandidaten. Reed MIDEM bleibt derweil dabei, die MIPIM durchziehen zu wollen. 


Die light + building wurde in den September verschoben. Copyright: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Petra WelzelLight + Building: Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik auf September 2020 verschoben

24.02.2020: Die Light + Building ist das wichtigste internationale Branchentreffen für Architekten, Industrie, Handwerk, Handel und Planer. Aufgrund der verstärkten Verbreitung des Coronavirus in Europa hat sich die Messe Frankfurt nach intensiven Beratungen für die Verschiebung der Light + Building entschieden. Die Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik findet nicht vom 8. bis 13. März, sondern zwischen Mitte und Ende September 2020 in Frankfurt am Main statt.

Vor allem das unerwartete Auftreten von Covid-19 in Italien erforderte eine neue Bewertung der Situation in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt. Neben Italien stellt zudem China die größte Aussteller- als auch Besuchergruppe. Dementsprechend forderte das Gesundheitsamt eine mehrstufige gesundheitliche Prüfung von Messegästen aus China, die durch die Messe Frankfurt nur mit unverhältnismäßigem Aufwand hätte realisiert werden können. Hinzu kommen vermehrt Reiserestriktionen, die es potenziellen Besuchern wie Ausstellern erschweren, an der Messe teilzunehmen. Aus diesen Gründen hat sich der Veranstalter für eine Verschiebung der Light + Building entschieden. 

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