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Größtes Mieterstromprojekt in Brandenburg: Die klimaneutrale Kommune Rheinsberg

Als erste Kommune in Brandenburg ist Rheinsberg mit seiner langjährigen Nachhaltigkeitsstrategie auf dem Weg, zu einer klimaneutralen Kommune zu werden. Wichtigster Hebel für den Erfolg: Ein solares Mieterstromprojekt.

Rheinsberg in Brandenburg tut alles, um zu einer klimaneutralen Kommune zu werden. Wichtigster Hebel für den Erfolg: Ein solares Mieterstromprojekt. Photovoltaik-Anlagen werden den Mieterstrom erzeugen. Copyright: Solarimo GmbH
Von Redaktion Immobilien Aktuell Magazin / Pierre Pawlik / Pressemitteilung Solarimo GmbH, 11.05.2020

Das solare Mieterstromprojekt der REWOGE (Rheinsberger Wohnungsgesellschaft mbH) wird pro Jahr über 200 Tonnen CO2 einsparen. Die gesamte Umsetzung erfolgt zusammen mit dem Mieterstromanbieter Solarimo GmbH. Beide stemmen gemeinsam das größte Mieterstromprojekt in Brandenburg und konnten trotz Corona-Krise Mitte März pünktlich in den Bau starten.

Mieterstromprojekt in Rheinsberg spart 200 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr

Ab Sommer 2020 haben die BewohnerInnen der REWOGE die Möglichkeit, aktiv an der Energiezukunft mitzuwirken und CO2 einzusparen. Auf insgesamt neun Gebäuden lässt die REWOGE aktuell Solaranlagen installieren, die 350 Wohnungen mit direktem und sauberem Solarstrom versorgen werden. Dabei werden in Rheinsberg über 1500 Solarmodule verbaut, die im ersten Jahr um die 450 Megawattstunden Energie erzeugen sollen. Der Solarstrom wird dann über 60 Prozent des Energiebedarfs der Gebäude abdecken und 230 Tonnen CO2 im Jahr einsparen. Einen vergleichbaren Effekt hätten 20.000 Bäume, die das CO2 aus der Atmosphäre einlagern. Der Mieterstromanbieter Solarimo übernimmt die Finanzierung, den Bau und die Installation der Solarmodule.

Schöner Nebeneffekt: Mieterstrom senkt Stromkosten

Das Mieterstromprojekt ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die eigenen MieterInnen. Da der Solarstrom direkt vom Dach ins Wohnzimmer der Mieter kommt, entfallen Netzentgelte und Stromsteuer. In der Folge ist der Mieterstrom mindestens zehn Prozent günstiger als der des lokalen Grundversorgers – gesetzlich garantiert durch das Mieterstromgesetz. In Rheinsberg wird sogar eine Preisminderung von aktuell 15 Prozent im Gegensatz zum Grundversorger erreicht.

Simulation der PV-Anlage in Rheinsberg. Copyright: Solarimo GmbHInsbesondere im Segment des bezahlbaren Wohnens fallen die Nebenkosten als eine Art „zweite Miete” stark ins Gewicht – ein günstiger Strompreis im Sinne des Mieterstromgesetzes wirkt hier langfristig als Strompreisbremse und wird gern von den Mietern angenommen. Auch für kommunale Kindergärten, Feuerwehrgebäude und Schulen ist dieses Konzept interessant. Und das alles geht für den Vermieter beziehungsweise die Kommune umsonst: Bei einem Contracting-Modell, wie das des Rheinsberger Mieterstromprojektes, stellt der Eigentümer dem Mieterstromanbieter das Dach gegen eine Dachpacht zur Verfügung.

Hier fallen keinerlei Aufwand und Kosten für Wohnungsgesellschaft oder Kommune an: Der Mieterstromanbieter übernimmt alle Aufgaben, vom Bau und der Installation der Solaranlage über die Kommunikation mit den Bewohnern bis hin zur Wartung und dem Stromverkauf. Letzteres ist vor allem auch dann interessant, wenn die Sonne mal nicht scheint. In diesem Fall liefert etwa der Mieterstromanbieter Solarimo Ökostrom aus Wasserkraft für Rheinsberg. 

Rheinsberg und die Klimaschutzziele

Rheinsberg hat sich seit 1990 den Klimaschutzzielen der UNO verpflichtet. Die REWOGE setzt diese Strategie seit Jahren durch energetische Sanierung ihrer Gebäude, nachhaltige Wärmeversorgung in Kooperation mit den Rheinsberger Stadtwerken sowie Umwelt- und Naturschutzprojekte um. Dabei verfolgt sie einen ganzheitlichen Entwicklungsansatz, der deutlich macht, dass Klimaschutz beim Wohnen durchaus bezahlbar sein kann. Im März 2020 wurde die REWOGE für ihr Engagement sogar mit dem zweiten Platz des BBU ZukunftsAwards 2020 prämiert.

Daniel Fürstenwerth, Geschäftsführer der Solarimo GmbH, sagt: „Das Mieterstromprojekt Rheinsberg ist ein Paradebeispiel dafür, wie Kommunen nachhaltig agieren können, damit auf das Erfordernis von mehr Klimaschutz einzahlen und gleichzeitig ihrer sozialen Verantwortung nachkommen, günstigen und lebenswerten Wohnraum anzubieten.”

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