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Stimmung der Immobilienfinanzierer bleibt verhalten

Die Lage am Finanzierungsmarkt bewertet die überragende Mehrheit der Akteure immer noch als düster. Laut dem aktuellen BF.Quartalsbarometer gibt es keinen einzigen Branchenverteter, der die Marktentwicklung als progressiver einschätzt. Trotzdem hat sich die Stimmung im ersten Jahresveirtel 2020 insgesamt leicht verbessert.

Der Barometerwert steigt um plus 0,6 Punkte: von -4,41 Punkte im vierten Quartal 2019 auf -3,81 im ersten Quartal 2020. Damit verharrt er jedoch deutlich im negativen Bereich. Quelle: Gerd Altmann auf Pixabay.
Von Redaktion IMMOBILIEN AKTUELL MAGAZIN / Matthias Klöppel / Pressemitteilung BF.direkt AG, 10.02.2020

Der Barometerwert steigt um plus 0,6 Punkte: von -4,41 Punkte im vierten Quartal 2019 auf -3,81 im ersten Quartal 2020. Und verharrt damit deutlich im negativen Bereich. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem, dass 92 Prozent der Befragten die Lage am Finanzierungsmarkt als unverändert beurteilen, aber kein einziger Befragter die Marktentwicklung als progressiver sieht. Letzteres ist in der Geschichte des Quartalsbarometers ein Novum. Weiterhin drücken die stagnierenden und tendenziell steigenden Liquiditätskosten der Institute auf die Stimmung. 

Basel III und IV erhöhen den Druck

Aktuell sind viele Finanzierer mit der Umsetzung der Vorgaben von Basel III und IV beschäftigt. Mehr als die Hälfte der Befragten spürt negative Auswirkungen des Regelwerks in der Praxis. So müssen die Institute Immobilienfinanzierungen mit mehr Eigenkapital unterlegen und haben in der Folge höhere Kosten. Sie können diese jedoch nicht in Form von höheren Margen weitergeben.

Prof. Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalsbarometers, kommentiert: „Die Stimmung untern den Immobilienfinanzierern fällt das fünfte Quartal in Folge deutlich negativ aus. Eine einzelne Ursache hierfür ist nicht auszumachen. Es handelt sich um ein Zusammenspiel mehrerer Gründe wie den relativ niedrigen Margen, steigenden regulatorischen Anforderungen, einem schwierigeren Neugeschäft und einem intensiven Wettbewerb.“ 

Rund ein Drittel der Experten bemängelt nicht zustande gekommene Finanzierungsanfragen wegen zu hoher Nachfrage. „Dies bedeutet auch, dass bei den Instituten viel Arbeit anfällt, die umsonst gemacht wird“, erläutert Manuel Köppel, CFO der BF.direkt AG.

Mehr größere Finanzierungen und leichter Margenanstieg

Für eine leichte Verbesserung des Wertes sorgt hingegen die Zunahme der Finanzierungsvolumina. Vor allem die Finanzierungen zwischen 50 und 100 Millionen Euro haben an Bedeutung gewonnen und machen nun 28 Prozent aller Finanzierungen aus (plus 3,8 Prozentpunkte). Ebenfalls positiv wirkt, dass die Margen nicht weiter fallen. Bei der Bestandsfinanzierung stiegen sie das zweite Quartal in Folge von 119 Basispunkten (Q3 2019) über 127 Basispunkte (Q4 2019) auf 131 Basispunkte (Q1 2020). Im Projektentwicklungsbereich war der Margensprung noch deutlicher: von 201 Basispunkten (Q4 2019) auf 220 Basispunkte im Q1 2020. Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG, kommentiert: „Es ist zu früh, von einer Trendwende bei der Margenentwicklung zu sprechen. Dennoch scheint es so, als sei der Margenverfall gestoppt.“ 

Die BF.direkt AG, der Spezialist für die Finanzierung von Immobilienprojekten, veröffentlicht vierteljährlich das BF.Quartalsbarometer, das durch die bulwiengesa AG erarbeitet wird. Der Index gibt die Stimmung und das Geschäftsklima der Immobilienfinanzierer in Deutschland umfassend wieder. Der Quartalsbarometerwert wird aus verschiedenen Einzelwerten errechnet.

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