Großstädter rücken zusammen: Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauch in Deutschland analysiert

Großstädter rücken zusammen: Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauch in Deutschland analysiert

Großstädter rücken zusammen: Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauch in Deutschland analysiert
Der Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauch in Deutschland. Copyright: Gerd Altmann auf Pixabay

Die Analysten der empirica regio GmbH haben etwa 9.000 deutsche Gemeinden und 107 kreisfreie Städte in Hinblick auf ihren Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauch analysiert. Die Ergebnisse dieser Untersuchung stellte das Unternehmen, welches auf die Auswertung von Regionaldaten spezialisiert ist, kürzlich vor. Während vor allem in Gemeinden mit touristischem Hintergrund der Flächenverbrauch pro Einwohner besonders hoch ist, zeigt sich, dass in deutschen Großstädten immer mehr Menschen auf immer weniger Raum miteinander auskommen müssen.

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Hoher Flächenverbrauch in Großstädten und nahe Militärbasen

Neben touristischen Hochburgen ist der Wohnflächenverbrauch in der Nähe von NATO-Militärbasen besonders hoch, da Angehörige ebendieser von der Meldepflicht befreit sind. Besonders stark lässt sich dieser Effekt nahe den Stützpunkten Ramstein und Spangdahlem beobachten. Abseits dieser ist der Verbrauch noch insbesondere in Groß- und Mittelstädten überdurchschnittlich hoch. Ausnahmen stellen hierbei Stuttgart, sowie Dietzenbach, Frankfurt, Rüsselsheim und Offenbach am Main dar, welche besonders niedrige Werte aufweisen.

Auch im ländlichen Raum wird sparsam mit Bauland umgegangen, wie die Gemeinden Raunheim in Hessen und Bliesdorf in Brandenburg zeigen. Ansonsten gilt: „Gerade ländliche Regionen haben noch genügend Bauland und -platz, um neuen Wohnraum zu schaffen. Dort dominieren Einfamilienhäuser mit einem großen Flächenverbrauch pro Kopf. In peripheren Räumen führen aber auch zunehmende Alterung, der Wegzug der jungen Menschen und damit steigende Leerstände zu einer erhöhten Pro-Kopf-Wohnfläche“, erklärt Jan Grade, Geschäftsführer der empirica regio GmbH.

Bebauung der Top-Metropolen ist ausgereizt

Ein Luxus, von dem die deutschen Top-Metropolen nur träumen können. Die Entwicklung des Wohnflächenverbrauchs stagniert laut Untersuchung in Städten wie Berlin oder Köln bereits seit längerem. „Es scheint, als sei der Flächenverbrauch in den Großstädten geradezu einzementiert. Selbstverständlich ist gerade in den Großstädten Platz Mangelware. Hohe Preise und ein angespannter Miet- oder Eigentumsmarkt führen entweder zum Kauf oder der Anmietung einer kleineren Wohnung oder zur Verbreitung von platzsparenden Wohnkonzepten, wie Wohngemeinschaften“, kommentiert Grade. Auch die typischen Universitätsstädte sind von dieser Entwicklung betroffen. So verbrauchen etwa Leipzig, Hannover, Marburg und Gießen annähernd gleich viel Wohnraum pro Kopf wie die Top-7-Metropolen.

Der Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauch in Deutschland. Copyright: Siehe Karte.
Der Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauch in Deutschland. Copyright: Siehe Karte.

Alle Fakten zum Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauch in Deutschland im Überblick:

Tabelle: erwähnte Städte nach Wohnflächenverbrauch absteigend

Stadt

Bundesland

Wohnflächenverbrauch in Quadratmeter pro Einwohner

Kampen auf Sylt

Schleswig-Holstein

264

Nieblum auf Föhr

Schleswig-Holstein

120,9

Wennigstedt-Braderup

Schleswig-Holstein

108

Beuren (Eifel)

Rheinland-Pfalz

75,2

Bremm

Rheinland-Pfalz

74,6

Aventoft

Schleswig-Holstein

73,6

Düsseldorf

Nordrhein-Westfalen

41,6

Hamburg

Hamburg

39,4

Köln

Nordrhein-Westfalen

38,9

München

Bayern

38,6

Stuttgart

Baden-Württemberg

37,6

Dietzenbach

Hessen

37,5

Frankfurt am Main

Hessen

37,4

Rüsselsheim am Main

Hessen

37,3

Offenbach am Main

Hessen

35

Raunheim

Hessen

34,3

Bliesdorf

Brandenburg

34,3

Friedland

Niedersachsen

28,4

Osterheide

Niedersachsen

12,5

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