Wohnungsgesellschaft Erkner erhält Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ Plattenbau-Umbau

Wohnungsgesellschaft Erkner erhält Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ Plattenbau-Umbau

Wohnungsgesellschaft Erkner erhält Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ Plattenbau-Umbau
Für den Umbau in der Friedrichstraße 23 von Erkner gab es eine Auszeichnung. Copyright: Mara Kaemmel

Rund 6,4 Millionen Euro hat das kommunale Unternehmen Wohnungsgesellschaft Erkner investiert, um einen Würfelbau im Zentrum der Stadt zu einem modernen Mehrgenerationenhaus umzubauen. Das Projekt beweist damit auch die Flexibilität des Plattenbaus. Jetzt wurde das Projekt vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen ausgezeichnet.

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Eine riesige weiße 23 prangt als Hausnummer an dem ehemaligen Plattenbau in der Friedrichstraße von Erkner. Vor wenigen Jahren stand hier, quasi mitten im Zentrum, ein in die Jahre gekommener Betonwürfel aus DDR-Zeiten mit insgesamt 60 Wohnungen. Die meisten davon waren Ein-Zimmer-Wohnungen. Heute ist das Objekt mit seiner Kubatur und der neu strukturierten Fassade nicht mehr wiederzuerkennen.

Denn der Plattenbau aus den 1970er Jahren wurde von 2018 bis 2020 für insgesamt rund 6,4 Millionen Euro vollständig umgebaut. Die Grundrisse erfuhren eine Veränderung: zu 40 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen. Für dieses Projekt hat die Wohnungsbaugesellschaft Erkner mbh (WGE) jetzt das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen erhalten.

Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ für wandlungsfähigen Plattenbau in Erkner

Für diese Auszeichnung gibt es gleich mehrere Gründe. Maren Kern, BBU-Vorständin, betont: „Das Projekt zeigt einmal mehr, wie wandelbar die Platte ist. Das ist ein großes Thema angesichts der anstehenden zweiten Modernisierungswelle, die in Brandenburg und den gesamten neuen Bundesländern ansteht.“ Sie verwies in diesem Zusammenhang auch auf eine neue Publikation des „Kompetenzzentrums Großsiedlungen“ zum Thema „50 Jahre WBS 70“, in der an vielen Beispielen gezeigt werde, wie vielfältig dieser Haustyp aus DDR-Zeiten sei. 

Der Umbau des Objektes in Wohnungen entspricht der Nachfrage vor Ort und ist mit Blick auf die vielen Senioren in der Stadt mit einem Schwerpunkt auf Barrierearmut erfolgt. Der Zugang zum Haus ist jetzt ebenerdig, auch der Fahrstuhl ist ebenerdig zu erreichen. Für den verantwortlichen Architekten Sirko Hellwig vom Ingenieurbüro Hoch- und Tiefbau aus Eisenhüttenstadt bestand die besondere Herausforderung in der Großblockweise. „Das ist statisch bei einem so umfangreichen Eingriff nicht einfach“, erklärt er. Im Zuge des Umbaus wurde die monotone Rasterstruktur des Würfelbaus gebrochen.

Die Gästewohnung im Untergeschoss. Copyright: Mara Kaemmel
Die Gästewohnung im Untergeschoss. Copyright: Mara Kaemmel

Einige Loggienachsen sind nun geschlossen, um Balkone erweitert und mit Material- und Farbwechseln sowie Vor- und Rücksprüngen der Fassade neu gegliedert. Besonders fällt straßenseitig eine Reihe von weißen Stützen im Erdgeschoss ins Auge. Sie schaffen Identität im städtischen Raum. Foyer und Eingang sind klar ablesbar. Gut gelungen sei auch die Vergrößerung der Balkone. Sie wurden nicht abgerissen, sondern durch Vorbauten erheblich erweitert. Statt 1,25 sind sie jetzt 2,50 Meter tief und 3,20 Meter breit. Damit bieten sie gerade den älteren Bewohnern ein erhebliches Plus an Lebensqualität. Den Lichtschacht im Treppenaufgang zieren Fotomotive von Erkner aus den 1920er Jahren. Ein besonderes Highlight ist die Gästewohnung im Untergeschoss. Sie soll das Zusammenwachsen der Hausgemeinschaft fördern und kann von den Mietern für ihre Besucher, aber auch für private Feiern genutzt werden.

Standort wurde auch städtebaulich aufgewertet

Susanne Branding, Geschäftsführerin der WEG, sagt: „Der Entwurf hat mich sofort begeistert. Denn meiner Ansicht nach musste an dieser zentralen Stelle etwas Besonderes stehen.“ Im Zuge des Projektes wurde auch ein städtebauliches Problem gelöst. Susanne Branding erklärt: „In dem Haus gab es eine schwierige Mieterstruktur und Vandalismus. Reine Verschönerungsmaßnahmen haben nichts gebracht.“ Mit dem Umbau wollte sie ursprünglich vor allem Senioren ansprechen, die hier mitten im Zentrum  wohnen können, wo alle Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß erreichbar sind.

Der Lichtschacht mit Bildern von Erkner. Copyright: Mara Kaemmel
Der Lichtschacht mit Bildern von Erkner. Copyright: Mara Kaemmel

Jetzt ist das Objekt bereit für eine gemischte Mieterschaft, für Jung und Alt. 30 der Wohnungen sind belegungsgebunden. Die Mieten bewegen sich zwischen 5,50 und 8,50 Euro. „Unter unserer Mieterschaft erfreut sich das runderneuerte Objekt großer Beliebtheit. Insgesamt ist uns das Ziel, den Standort städtebaulich aufzuwerten, sehr gelungen. Dazu gehörte auch, der benachbarten Kirche einen angemessenen Rahmen zu geben.“ Rainer Genilke, Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, unterstrich aus Anlass der Auszeichnung: „Der Wohnungsgesellschaft Erkner mbH ist ein zukunftsweisendes Beispiel für den Stadtumbau gelungen. Sie hat das Angebot an modernem, dringend benötigtem Wohnraum in zentraler Lage verbessert.“

Tesla Ansiedlung und Berliner Wohnungssuchende erhöhen Nachfrage in Erkner

Für das kommunale Unternehmen ist das Qualitätssiegel bereits das dritte, das es für Projekte erhalten hat. Leerstand wie einst in diesem Haus gibt es in Erkner nicht mehr. Grund dafür ist der Druck aus Berlin.  Susanne Brandig registriert aber auch eine vermehrte Nachfrage nach Wohnungen durch Tesla-Mitarbeiter. Der Bestand wird aufgrund des gestiegenen Bedarfs erweitert. Da es in Erkner vor allem an großen Wohnungen mit vier oder fünf Zimmern mangelt, baut das kommunale Wohnungsunternehmen jetzt einen Neubau mit neun großen Wohnungen. Und das nächste Projekt steht schon fest: Es wird ein Holzhybridbau sein.

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