Dresden erwirbt 1.213 Wohnungen von Vonovia

Dresden erwirbt 1.213 Wohnungen von Vonovia

Dresden erwirbt 1.213 Wohnungen von Vonovia
Mit rund 38.000 Wohnungen ist Vonovia der größte Vermieter in der sächsischen Landeshauptstadt. Copyright: (links) Filip Altman auf Pixabay, (rechts) Vonovia SE

Vonovia hat im Oktober 2022 der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wohnen in Dresden (WiD) eine Auswahl an Häusern für einen möglichen Ankauf übergeben. Dabei handelte es sich um etwa 6.000 Wohnungen. Fast genau ein Jahr später gaben Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Rolf Buch (CEO Vonovia) bekannt, dass Dresden über die WiD 1.213 Wohnungen von Vonovia erworben hat. Diese sind nun in den Besitz von WiD übergegangen.

Einladung zur Real Estate Mitteldeutschland

Artikel vom 10. Oktober 2022: „Wir haben unsere Zusage eingehalten“, sagt Sebastian Krüger, Regionalbereichsleiter Vonovia in Dresden. In den vergangenen Monaten habe der Immobilienkonzern ein Portfolio von etwa 6.000 Wohnungen identifiziert, das aus seiner Sicht den zügigen Aufbau eines kommunalen Wohnungsbestands unterstützen könnte. Der Dresdner Stadtrat war im Juli dieses Jahres dem Vorschlag des Oberbürgermeisters gefolgt, Verhandlungen mit Vonovia über den Ankauf von bis zu 3.000 Wohnungen aufzunehmen. Die städtische Tochtergesellschaft WiD wurde mit dem Gesamtprojekt beauftragt.

Impulse für die gesamte Stadtentwicklung erwartet

„Jetzt geht es erstmal darum, geeignete Wohnungen zu identifizieren“, erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert. „Dabei werden wir finanzielle Aspekte genauso berücksichtigen wie soziale und städtebauliche Faktoren. Wenn sich die Landeshauptstadt zum Ankauf von Wohnungen entschließt, muss davon ein Impuls für die Gesamtentwicklung der Stadt ausgehen.“ Steffen Jäckel, Geschäftsführer der WiD, erläutert: „Angesichts der aktuellen Marktsituation ist der Neubau vor allem im Bereich des sozialen Wohnungsbaus eine echte Herausforderung. Unser Auftrag lautet, bezahlbaren Wohnraum für einkommensschwache Haushalte in Dresden dauerhaft anzubieten. Das ermöglicht uns unter anderem auch der Ankauf von Beständen von Vonovia.“

Sebastian Krüger (rechts), Regionalbereichsleiter Vonovia Dresden, übergibt das Portfolio für einen möglichen Ankauf an WiD-Geschäftsführer Steffen Jäckel. Copyright: Vonovia SE / André Wirsig.

Die angeboteten Häuser verteilen sich über das ganze Stadtgebiet. Es handelt sich um verschiedenste Haus- und Wohnungstypen. Zu den Objekten haben die Gesprächspartner vereinbart, keine weiteren Angaben zu machen. Mit der Übergabe des Portfolios beginnt nun der Prüfungsprozess seitens der WiD eine erste fachliche Prüfung in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern der Landeshauptstadt. Parallel dazu werden die Berater für die technische und betriebswirtschaftliche Beratung („Due Diligence“) ausgeschrieben, vergeben und beauftragt. Diese Phase der Prüfung der Bestände wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Vonovia bekennt sich zu Dresden

Nach Angaben von Vonovia bedeuten diese ersten Sondierungen für die Mieterinnen und Mieter nichts weiter – die meisten der 38.000 Wohnungen blieben ohnehin bei dem Konzern. Es kommen durch die bereits abgeschlossene Übernahme der Deutsche Wohnen weitere 7.000 Wohnungen dazu.

„Eines ist klar: Wir engagieren uns langfristig in Dresden und entwickeln unsere Bestände weiter,” erläutert Sebastian Krüger. Und weiter: „Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck daran, all unsere Wohnungen fit für den Klimawandel zu machen.“ Dazu folge Vonovia dem eigenen Klimapfad – das Ziel: Nahezu CO2-neutrale Häuser bis 2045.

Dresden erwirbt 1213 Wohnungen von Vonovia

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (links) und Vonovia CEO Rolf Buch besiegeln die Einigung. Copyright: Vonovia SE / Eric Münch
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (links) und Vonovia CEO Rolf Buch besiegeln die Einigung. Copyright: Vonovia SE / Eric Münch

Update vom 27. Oktober 2023: Heute gaben Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Rolf Buch, CEO der Vonovia SE, gemeinsam in Dresden bekannt, dass die Stadt 1.213 Wohnungen von Vonovia erwirbt. Neue Eigentümerin wird die städtische Wohnungsgesellschaft WiD Wohnen in Dresden GmbH & Co. KG (WiD). Voraussetzung für den Vollzug des Kaufvertrages ist die Zustimmung des Dresdner Stadtrates. Mit der heutigen Bekanntmachung ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, und die Stadt vergrößert den kommunalen Wohnungsbestand deutlich. 

Die WiD als 100-prozentige städtische Tochter erwirbt 1.213 Wohnungen unterschiedlicher Wohnungsgrößen in den Stadtbezirken Neustadt und Prohlis. Darüber hinaus veräußert Vonovia unbebaute Dresdner Grundstücke mit einer Fläche von etwa zwölf Hektar an die Landeshauptstadt. Darunter befinden sich Entwicklungsflächen am Johnsbacher Weg und der Windmühlenstraße, auf denen in Zukunft weitere bis zu rund 1.800 Wohnungen entstehen könnten. Der Preis für dieses Gesamtpaket beträgt insgesamt 87,8 Millionen Euro. Der Kaufpreis entspricht dem Buchwert zum 30. Juni 2023.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert: „Das ist ein guter Tag für Dresden. Mit dem Ergebnis werden wir den kommunalen Wohnungsbestand einerseits mehr als verdoppeln, und gleichzeitig sichern wir unserer Stadt signifikante Flächenpotentiale für zukünftige Wohnflächenentwicklung. Hier gilt es nun mittelfristig Baurecht zu schaffen, um dem wachsenden Bedarf an Wohnraum in Zukunft ein Angebot entgegensetzen zu können. Jetzt obliegt es dem Stadtrat, über das Ergebnis zu entscheiden. Dazu werde ich zeitnah im November eine Entscheidungsvorlage in die Gremien einbringen mit dem Ziel, diese in der Stadtratssitzung am 14. Dezember 2023 zum Beschluss zu führen.“

Vollzug des Kaufvertrages und Besitzübergang der 1.213 Wohnungen

Update vom 31. März 2024: Am heutigen Sonntag ist gemäß Notarvertrag der Besitzübergang des Wohnungsbestandes von der Vonovia SE auf die städtische Wohnungsgesellschaft WiD Wohnen in Dresden GmbH & Co. KG (WiD) vollzogen. Im Oktober 2023 wurde der entsprechende Kaufvertrag zwischen der Landeshauptstadt, WiD und Vonovia SE geschlossen. Die Partner hatten sich mit der Vonovia SE über den Erwerb von 1.213 Wohnungen und unbebauten Grundstücken vertraglich geeinigt. Der Stadtrat hatte dem Kaufvertrag am 14. Dezember 2023 mit großer Mehrheit zugestimmt.

Was bedeutet der Besitzübergang für die betroffenen Mieterinnen und Mieter?

Ab 1. April 2024 wird die WiD als Vermieterin in die bestehenden Mietverträge eintreten und alle entsprechenden Rechte und Pflichten wahrnehmen. 

Wie geht es mit der Sanierung der Wohnungen weiter?

Aktuell läuft bereits die Ausschreibung für die Planungsleistungen des ersten Sanierungsabschnittes. Die WiD möchte keine Zeit verlieren, die vorrangig energetische Aufwertung der zwei Quartiere zu beginnen. Mit dem Planungsbüro, welches den Zuschlag erhält, wird umgehend die Arbeit aufgenommen, um frühzeitig konkret mit den Mieterinnen und Mietern ins Gespräch zu kommen. Die Wohnungen sollen insgesamt bis 2031 vollständig energetisch auf den Stand der Zeit gebracht werden. Finanzielle Grundlage hierfür ist die Förderung für Bestandswohnungen des Freistaates Sachsen (FRL preisgünstiger Mietwohnraum), die seit 2023 auch für Dresden gilt.

Wie geht es mit den unbebauten Grundstücken weiter, die die Landeshauptstadt erworben hat?

Für die erworbenen größeren Entwicklungsflächen an der Windmühlenstraße und am Johnsbacher Weg besteht derzeit noch kein Baurecht. Um die Voraussetzung für eine Bebauung zu schaffen, wird das Amt für Stadtplanung und Mobilität zunächst entsprechende Rahmenpläne für beide Gebiete erarbeiten, um darin zu definieren, wie die künftige Wohnbebauung aussehen kann. Dies dient als Grundlage für die Aufstellung der zur Bebauung nötigen Bebauungspläne. Bestehende Pläne werden hierbei auf den Prüfstand gestellt und hinsichtlich der aktuellen Anforderungen und Herausforderungen angepasst.

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