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Ferdinandplatz in Dresden: Das ist der Siegerentwurf für den Rathausneubau

Die Stadt Dresden plant bis 2025 am Ferdinandplatz ein neues Verwaltungszentrum als zentrale Anlaufstelle für Grundstücksfragen, Bauanträge oder Anliegen zu Klimaschutz und Mobilität. Nun steht fest, wie das Großprojekt aussehen soll.

Die Stadt Dresden plant bis 2025 am Ferdinandplatz ein neues Verwaltungszentrum als zentrale Anlaufstelle für Grundstücksfragen, Bauanträge oder Anliegen zu Klimaschutz und Mobilität. Am Dresdner Ferdinandplatz soll ein neues Technisches Rathaus entstehen. Quelle: IMMOCOM
Von Redaktion Immobilien Aktuell Magazin / Bettina Klemm & Matthias Klöppel, 23.04.2021

Das gibt es in Dresden bei Bauprojekten selten: Das Urteil der Fachjury stimmt mit dem Ergebnis der Online-Bürgerbeteiligung überein. Nach der abschließenden Jurysitzung stand am 25. Januar 2021 das Konzept der Firma Ed. Züblin AG in der Bietergemeinschaft mit der Dressler Bau GmbH als Sieger beim Wettbewerblichen Dialog zum Bau eines neuen Verwaltungszentrums am Dresdner Ferdinandplatz fest. Als Planer fungieren die Architekturbüros Tchoban Voss aus Dresden und Barcode Architects aus Rotterdam.

Siegerentwurf punktet mit prägnanter Fassade

Ihr Entwurf bietet durch eine dunklere Verkleidung der beiden oberen Geschosse über einer hellen Kalksteinfassade farbliche Kontraste. Auffällig ist beim Blick aus Richtung St. Petersburger Straße ein Loch im Mittelteil der Fassade. Es soll wie ein Fenster zum gegenüberliegenden Rathaus wirken. Besonders am Ferdinandplatz zeichnen sich die ersten beiden Geschosse durch großzügige Glasfassaden aus. Dahinter sollen Geschäfte und Restaurants zum Verweilen einladen. Zum Projekt gehören Dachbegrünung und Solaranlage.

Die Entscheidung zwischen dem ersten und zweiten Anbieter fiel Medienberichten zufolge mit 407 zu 379 Punkten relativ knapp aus. Auch die Stadt spricht in einer Mitteilung von einer „kontroversen Diskussion“. „Ausschlaggebend für die Juryentscheidung waren die prägnante Fassade, die durch ihre bewusst gewählte Farbigkeit und Materialität zwischen dem historischen Dresden und einem zeitgenössischen, modernen Erscheinungsbild vermittelt und so die Identität des Ortes stärken wird“, schätzt Baubürgermeister Stephan Kühn ein. Der Eingangsbereich am Ferdinandplatz wirke offen und transparent. Das kompakte Volumen werde durch zwei begrünte Lichthöfe aufgelöst. Der Grünen-Politiker weist zudem darauf hin, dass  das Großprojekt einen „bewusst gesetzten Gegenpol zum gegenüberliegenden Neuen Rathaus bilde“.

Für diesen Entwurf entschied sich die Jury. Quelle: Landeshauptstadt Dresden.Für diesen Entwurf entschied sich die Jury. Quelle: Landeshauptstadt Dresden.Für diesen Entwurf entschied sich die Jury. Quelle: Landeshauptstadt Dresden.Dieser Entwurf fiel bei der Jury knapp durch. Quelle: Landeshauptstadt Dresden.

Dresdner haben eine klare Meinung

Im Dezember 2020 war in einer Online-Umfrage die Meinung der Dresdner über die beiden finalen Wettbewerbsentwürfe zum Neubau des Verwaltungszentrums gefragt. Fast 5.900 Bürger füllten einen Fragebogen aus, mit einer deutlichen Mehrheit haben sie sich für den Wettbewerbsbeitrag Nr. 1 ausgesprochen. Das Votum diente der Jury allerdings nur als Stimmungsbild und war auch nicht bindend.

Mit dem nun erfolgten Juryentscheid ist der Wettbewerbliche Dialog – Dresden hatte sich zu diesem Schritt auch beim Umbau des Kraftwerks Mitte zu Spielstätten für die Staatsoperette und das Theater Junge Generation entschieden – abgeschlossen. Nun wird der Preisträger als Totalübernehmer mit der Planung und dem Bau des neuen Verwaltungszentrums beauftragt. Dies übernimmt die städtische Tochter KiD – Kommunale Immobilen Dresden GmbH & Co. KG. Sie finanziert den Bau über einen Kredit und die Verwaltung mietet sich dann ein. Mit der Firma Ed. Züblin AG hat die KiD bereits beim Kraftwerk gute Erfahrungen gesammelt.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (links) und Baubürgermeister Stephan Kühn waren Teil der Jury. Quelle: Landeshauptstadt Dresden.

Darum baut Dresden ein Neues Verwaltungszentrum

Bis 2025 soll das neue Verwaltungszentrum am Ferdinandplatz entstehen. „Das ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zu einer modernen bürgerfreundlichen Verwaltung“, kündigt Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert an. Der Oberbürgermeister setzt unter dem Stichwort Stadtverwaltung 4.0 auf zukunftsfähige Bürokonzepte und weitgehende Digitalisierung. Im Vorfeld hatte sich die Stadt das Beratungsunternehmen Ramboll an Bord geholt.

Mit dem Verwaltungszentrum erhalten die Dresdner eine zentrale Anlaufstelle und kurze Wege bei Grundstücksfragen, Bauanträgen sowie Anliegen zu Mobilität und Klimaschutz. Auch die Wirtschaftsförderung und das Fundbüro werden dort einziehen. Der Bau könnte im nächsten Jahr beginnen. Aktuell laufen auf der Baustelle noch die archäologischen Arbeiten. Bis März sollen die gefundenen Keller beseitigt werden.

So sieht es aktuell vor Ort aus. Quelle: IMMOCOM

Neue Arbeitsplätze für rund 900 Mitarbeiter benötigt

Immer wieder gibt es Kritik an dem Großvorhaben, vor allem die Notwendigkeit dafür wird bezweifelt. Nach dem Juryentscheid fühlten sich einige Stadträte übergangen. Die Freien Wähler fordern einen Beschluss des Stadtrates dazu. Laut der Stadt ist der Rathausneubau ein Projekt für einhundert Jahre. Sie zahle zwar zunächst Miete an ein städtisches Tochterunternehmen, erwerbe aber langfristig Eigentum. Damit befreie sie sich von den Preisentwicklungen für die Anmietung privater Büroflächen.

Sich in vorhandene Büroräume weiter einzumieten, sei für die Stadt nach eigenen Angaben keine Option. Ausreichend Flächen an einer zentralen Stelle seien nicht verfügbar, da die Büros auf dem ehemaligen Robotronareal von Seiten des Vermieters aufgrund eigener Investitionsabsichten gekündigt wurden. Sie stehen der Stadt Dresden maximal bis Ende 2025 zur Verfügung. Diese muss damit für etwa 900 Mitarbeiter neue Arbeitsplätze schaffen.

Konkretere Informationen zum neuen Dresdner Verwaltungszentrum

Als Generalübernehmer realisieren die STRABAG-Tochtergesellschaft ZÜBLIN und die Dreßler Bau GmbH in einer Arbeitsgemeinschaft das neue Verwaltungszentrum. Der Design & Build-Auftrag der Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co. KG hat einen Pauschalfestpreis von 116 Millionen Euro; der Vertrag darüber wurde Mitte April feierlich unterzeichnet. Binnen vier Jahren wird der 33 Meter hohe Neubau am Ferdinandplatz in die Realität umgesetzt. Aktuell läuft die weitere Detailplanung. Im Frühjahr 2022 schließt sich eine dreijährige Bauzeit bis zur Fertigstellung Ende März 2025 an. Die Erstellung der Baugrube wird noch gesondert ausgeschrieben.

Das neue Verwaltungszentrum hat eine Bruttogeschossfläche von 33.500 Quadratmetern, die sich auf sieben oberirdische Stockwerke mit asymmetrischem Grundriss und zwei Tiefgaragen-Ebenen verteilen. Insgesamt sollen auf einer oberirdischen Nutzfläche von 16.700 Quadratmetern für rund 1.350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Dresden neue Arbeitsplätze entstehen.

Die größte Herausforderung für das Projektteam sieht Bauoberleiter Frank Hübner vom federführenden ZÜBLIN-Bereich Sachsen in der Umsetzung des aufwendig und offen über zwei Ebenen konzipierten Eingangsbereichs. Dieses hochwertig mit Holz, Naturstein, offener Treppe und großzügiger Verglasung als „Wohnzimmer der Stadt“ gestaltete Foyer soll sich künftig als Begegnungsstätte von Bürgerschaft und Verwaltung etablieren. Ein Restaurant mit Terrasse und eine Espressobar sollen den einladenden Charakter unterstreichen. Die fünf oberen Büroetagen lassen sich flexibel als offene Arbeitsräume mit Team-Flächen oder klassische Büros ausgestalten. Die Tiefgarage in den beiden Untergeschossen bietet neben Pkw-Parkplätzen auch Stellplätze für Fahrräder.
 

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