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Gut Granau in Halle: Wohnen im Herrenhaus

Der Immobilien-Entwickler Temba Schuh saniert das Gut Granau bei Halle (Saale). Er ist inzwischen Spezialist bei der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden und Industrieruinen.

Der Immobilien-Entwickler Temba Schuh saniert das Gut Granau bei Halle (Saale). Er ist inzwischen Spezialist bei der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden und Industrieruinen.
Von Steffen Höhne, 16.11.2020

Granau ist das älteste Heidedorf um Halle (Saale). Im Norden liegt der Heidesee, im Süden Einfamilienhäuser. Das Herz des Dorfes ist jedoch das Gut Granau, welches 1182 erstmals urkundliche Erwähnung fand. Das Gut war in jüngerer Zeit erst Bauernhof, dann LPG, dann Denkmal und nun eine Ruine. Der hallesche Immobilienentwickler Temba Schuh will jetzt dem Gebäudeensemble auf einem 7.000 Quadratmeter großen Grundstück zu neuem Glanz verhelfen. „Die großen Scheunen werden zu Mietwohnungen, ins Herrenhaus kommen Eigentumswohnungen und dazu wird noch ein moderner Kindergarten gebaut“, kündigt Temba Schuh an.

Ehemaliges Gut Granau wird zu Eigentumswohnungen

Die alten Scheunen sind bereits entkernt, die Baukräne stehen schon. Temba Schuh ist begeistert von dem Kreuzkappengewölbe in der großen Scheune, das erhalten bleibt. „Die Wohnungen mit hohen Decken bekommen dadurch ein eigenes Flair“, sagt der Immobilien-Entwickler. Jede Wohnung erhält zudem zwei Freisitze – nach Norden und Süden. Zudem sollen alte Torbögen wieder freigelegt und damit Teil der Wohnungen werden. In den ehemaligen Ställen sind zehn Mietwohnungen in der Größe von 70 bis 160 Quadratmetern geplant. „Das Objekt haben wir schon an einen Investor verkauft“, sagt Temba Schuh. Eine Luxussanierung werde aber nicht vorgenommen. Er spricht von Mietpreisen von neun bis zehn Euro kalt. 2021 sollen die ersten Mieter bereits einziehen.

Das Hallenser Gut Granau wird zu Wohnungen entwickelt. Copyright: Steffen Höhne

Im einstigen Herrenhaus sind vier Eigentumswohnungen geplant. Im Inneren des Gebäudes werden derzeit die Balkenköpfe freigelegt. „Wenn Feuchtigkeit oder Schwamm in den Balken sind, kommen diese raus“, berichtet Temba Schuh. Für ihn ist nicht der aktuelle Zustand, sondern das Potenzial entscheidend: „Hohe Decken, breite Flügeltüren, große Fenster, daraus kann man was machen.“ In Immobilienportalen stehen die künftigen Wohnungen bereits zum Verkauf. Ein Schnäppchen sind sie nicht: Eine Vier-Zimmer-Wohnung mit 162 Quadratmetern Wohnfläche soll 635.310 Euro kosten.

Temba Schuh ist Spezialist in Sachen Konversion

Dass Temba Schuh denkmalgeschützte Gebäude und Industrieruinen in Wohnquartiere umwandeln kann, hat er schon mehrfach bewiesen. Er sanierte in Halle (Saale) unter anderem bereits das Gut Gimritz und das Solbad Wittekind; zuletzt baute er in die ehemalige Papierfabrik an der Saale Lofts. Er hat ein Faible für Architektur. „Wenn man solche Projekte angeht, muss man träumen können“, sagt er. Kalkulieren kann der Bau-Unternehmer jedoch auch. Für Rohbau und Tiefbau hat er eigene Mitarbeiter. „Vor Jahren wurde ich dafür belächelt, jetzt hilft uns das ungemein“, so Temba Schuh.

Kita und Grünflächen ergänzen das historische Ensemble

Die Kindertagesstätte für 60 Kinder wird neu gebaut. Der Nutzer, die Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser, ist dann der neue Eigentümer. Temba Schuh fungiert nur noch als Bauherr. Die Kita grenzt an einen großen Garten. 5.000 Quadratmeter Grünfläche stehen in der Planung. Temba Schuh will unter anderem eine Streuobstwiese anlegen. Dafür beschäftigt sich der Unternehmer selbst mit alten Apfelsorten.

Aufmacherfoto: Luftbild vom Gut Granau. Copyright: Steffen Höhne

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