Leipziger Kohlrabizirkus: Erst Hivepark, jetzt Sport- und Kulturstätte

Leipziger Kohlrabizirkus: Erst Hivepark, jetzt Sport- und Kulturstätte

Leipziger Kohlrabizirkus: Erst Hivepark, jetzt Sport- und Kulturstätte
Soll soll der Hivepark auf dem Kohlrabizirkus-Areal aussehen. Copyright: Vestico GmbH

Das Gelände um die größten Massivkugeln der Welt - auch bekannt als Kohlrabizirkus - soll umgestaltet werden. Ein Ort für Technologie, Forschung und Freizeitgestaltung sollte hier zunächst entstehen. Nun meldet die Stadt selbst Bedarf an und will das Ensemble zu einer Sport-, Begegnungs- und Kulturstätte umgestalten.

Immobileros

Es kommt Bewegung in eines der interessantesten Areale Leipzigs: den Kohlrabizirkus. Die Stadt Leipzig erließ dazu bereits am 29. April einen Aufstellungsbeschluss. Davor hatte eine 100prozentige Tochter der VICUS GROUP AG als Eigentümer Teilgrundstücke des Entwicklungs- und Baulandgebietes rund um die historischen Kuppelbauten an ein Family Office veräußert. Insgesamt 22.000 Quadratmeter. Gemeinsam soll nun die Entwicklung des Areals hin zu einem modernen Technologie- und Forschungsstandort aktiv vorangetrieben werden.

"Hivepark": Kohlrabizirkus wird zum Campus für Forschung und Technologie

Das Potenzial ist klar: nah an der Innenstadt, nah an der Bio- und Mediacity. Gemeinsam planen die Transaktionspartner die Errichtung von modernen Neubauten. Nach ihrem Konzept entwickelt sich auf dem Areal der neue Campus "Hivepark", der sowohl zu einem Inkubator für innovative, forschende und kreative Unternehmen wird als auch den Leipziger Bewohnern und Gästen einen Ort zur aktiven Freizeitgestaltung bietet. Die dringend benötigten Erweiterungsflächen für die bereits ansässigen Institutionen und die Leipziger Universitätslandschaft sollen so in einem grünen Campus vereint werden.

Der "Hivepark" aus einer anderen Perspektive. Copyright: Vestico GmbH.
Der "Hivepark" aus einer anderen Perspektive. Copyright: Vestico GmbH.

Entwicklung geht nur schleppend voran

Vor langer Zeit erlang der Kohlrabizirkus Weltruhm: Die Bauingenieure Franz Dischinger und Hubert Rüsch erdachten die größten Massivkuppeln der Welt. Mit einer Spannweite von 75 Metern bei einer Gesamtgebäudehöhe von 32 Metern. In einem früheren Interview sagte VICUS GROUP-Vorstand Gabriel Schütze gegenüber IMMOBILIEN AKTUELL: „Damit Leipzig seinen gesunden Wachstumskurs aufrechterhalten kann, müssen der Mehrbedarf an Freizeit- und Kulturflächen bedient, die öffentliche Infrastruktur angepasst und moderne Gewerberäume geschaffen werden.“ Bisher geht das eher schleppend. Trampolinpark und Boulderlounge wurden angekündigt, sind aber noch nicht eröffnet. Die Eishalle hat ob der Corona-Pandemie geschlossen.

Die VICUS AG bleibt optimistisch, sieht in der Zukunft, dass es einen Nahversorger geben soll, Gastronomie, eine Kita und Apartments für Kurzaufenthalte der Mitarbeiter und Gäste. Bis wann das realisiert werden soll, dazu machte das Unternehmen keine Angaben, wollte sich auch gegenüber IMMOBILIEN AKTUELL nicht äußern.

Stadt will den Kohlrabizirkus kaufen und zur Sport- und Kulturstätte entwickeln

Update vom 25.06.2021: Nach den schleppenden Entwicklungen rund um den Kohlrabizirkus wirft nun die Stadt Leipzig selbst ihren Hut in den Ring. Die Stadt möchte das denkmalgeschützte Gebäude als Eissportstandort sichern und ihn perspektivisch zu einer modernen Sport-, Freizeit- und Kulturstätte entwickeln.

Einen entsprechenden Vorschlag für den Stadtrat zum Ankauf des rund vier Hektar großen Areals südlich der Semmelweißstraße von der Vicus Group AG hat Oberbürgermeister Burkhard Jung jetzt auf Vorschlag von Baubürgermeister Thomas Dienberg auf den Weg gebracht. Der Stadtrat muss abschließend über den Kauf entscheiden.

Geplant ist, die Nordkuppel des "Kohlrabizirkus" in einem ersten Schritt als Eissporthalle für den Breiten- und Profisport sowie als kulturellen Ort des "Instituts für Zukunft" im Souterrainbereich zu sichern. Der Kaufpreis liegt derzeit bei 12,55 Millionen Euro. Bis Ende Juli 2021 verhandelt die Vicus Group AG exklusiv mit der Stadt über den Kauf, ein reines Vorkaufsrecht zugunsten der Stadt gibt es jedoch nicht. 

Parallel soll ein langfristig ausgelegtes Nutzungskonzept für das gesamte Objekt erarbeitet werden. So könnte der Kohlrabizirkus beliebten Trend- und Freizeitsportarten wie etwa Parcours und Klettern Raum bieten, weitere Kultur-, Freizeit- und gastronomische Angebote sollten dieses Sortiment flankieren. Zusätzlich denkbar wären in dem beide Kuppeln verbindenden Büroanbau Proberäume, Ateliers und ähnliche kreative Freiräume. In einer längeren Perspektive ab 2030 soll das Potential der zum Gesamtgrundstück zählenden Baulandflächen genutzt werden, um weitere Unternehmensansiedlungen zu realisieren, die den auf der Alten Messe eingeschlagenen Weg weiterführen. Diese Verkaufserlöse könnten dann die Sanierung des Bestandsgebäudes finanzieren.

Stadt kauft Kohlrabizirkus für knapp 12 Millionen Euro

Update vom 27.07.2021: Heute wurde ein Kaufvertrag über die Veräußerung des Grundstückes des Kohlrabizirkus in Leipzig zwischen der VICUS GROUP AG und der Stadt Leipzig unterzeichnet. Damit folgte die Stadt dem Votum des Stadtrates vom vergangenen Mittwoch, dem 21.07.2021, zum Ankauf der Liegenschaft zu einem Kaufpreis in Höhe von 11,5 Mio. Euro. „Ich freue mich, dass wir innerhalb weniger Monate eine Perspektive für den Kohlrabizirkus schaffen konnten. Dies ist nur durch das Engagement aller Beteiligten möglich geworden. Ich bedanke mich daher ausdrücklich bei der VICUS GROUP AG für die vertrauensvolle Zusammenarbeit“, kommentiert Matthias Kaufmann, Leiter des Liegenschaftsamtes der Stadt Leipzig.

Der Vorstand der VICUS GROUP AG, bestehend aus Michael Klemmer und Gabriel Schütze, begrüßt die Entscheidung des Stadtrates und ist sehr erfreut, dass das Objekt zukünftig in städtischer Hand ist, da durch den Verkauf die Basis für die sportliche und kulturelle Nutzung des Objektes und somit ein wichtiger Baustein für die weitere Entwicklung der Stadt Leipzig gelegt worden ist.

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