Tiefbauarbeiten am Löwitz Quartier in Leipzig haben begonnen

Tiefbauarbeiten am Löwitz Quartier in Leipzig haben begonnen

Tiefbauarbeiten am Löwitz Quartier in Leipzig haben begonnen
So könnte das Löwitz Quartier aussehen. Copyright: bloomimages/freiland, Hamburg

Westlich des Leipziger Hauptbahnhofes entwickelt ein Joint Venture ein neues Stadtquartier, in dem Wohnungen, Büro- und Gewerbeflächen, aber auch eine Schule und eine Kita entstehen sollen. Alle Informationen zum drittgrößten Bauvorhaben der Messestadt, für das nun die Tiefbauarbeiten begonnen haben ...

Löwitz Quartier bringt Leipzig 550 neue Wohnungen

Im Januar 2020 verkündete die OTTO WULFF Bauunternehmung GmbH, dass sie in einem Joint Venture mit der HAMBURG TEAM Gesellschaft für Projektentwicklung mbH und der HASPA Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH das Gebiet entlang der Preußenseite des Leipziger Hauptbahnhofs von den Immobilienunternehmen Buhlmann Immobilien-Gesellschaft mbH und Imotegra Gesellschaft für Haus-und Grundeigentum mbH erworben habe. Damit erhielt das letzte der drei größten Bauvorhaben in Leipzig neue Eigentümer.

Die drei größten Bauvorhaben in Leipzig

  1. Das Gelände des Eutritzscher Freiladebahnhofs soll für circa eine Milliarde Euro in einen Stadtteil mit 2.100 Wohnungen, einem 5,5 Hektar großen Park, drei Hochhäusern, zwei Schulen, zwei Kitas, einer Sporthalle und „kulturell-sozialen Einrichtungen“ umgewandelt werden. Das Großprojekt erhielt Ende des Jahres 2019 einen neuen Eigentümer, der die weiteren Planungen für das seit 2017 in Entwicklung befindliche Vorhaben "Leipzig 416" schnellstmöglich auf den Weg bringen möchte.
  2. Das Areal am Bayerischen Bahnhof galt jahrelang als Zankapfel zwischen dem Grundstückseigentümer und der Stadt Leipzig. Im September 2019 konnte verkündet werden, dass der Baustart für das neue Stadtviertel für 2020 anvisiert sei. 1.600 Wohnungen, Schulen, eine Kita, sowie Büro- und Gewerbegebäude sollen neben einem acht Hektar großen Quartierspark für rund 600 Millionen Euro entstehen.
  3. Das dritte Projekt soll auf einer knapp elf Hektar großen Brachfläche westlich vom Hauptbahnhof entstehen und den Namen Löwitz Quartier tragen. Löwitz bezieht sich im Übrigen auf das Leipziger Stadtwappentier. Was Sie sonst noch zu dem Projekt wissen müssen, erfahren Sie fortfolgend.

Das ist für das Löwitz Quartier geplant

Auf dem circa 10,6 Hektar großen Areal, das zwischen Preußenseite, Berliner Straße und Kurt-Schumacher-Straße westlich vom Leipziger Hauptbahnhof situiert ist und wo sich bis 1907 der Thüringer Bahnhof befand, sollen rund 550 Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. Von insgesamt geplanten 131.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche sind rund 35.000 Quadratmeter frei finanzierten Miet- und Eigentumswohnungen vorbehalten, während 14.000 Quadratmeter als sozial geförderter Mietwohnungsbau (angepeilte Miete: 6,50 Euro pro Quadratmeter) errichtet werden. Zudem sind Spezialwohnformen wie Mikroapartments sowie Cluster- und Seniorenwohnen in dem Quartier angedacht.

Neben dem Wohnungsbau sind im Löwitz Quartier Büroflächen (unter anderem in einem 13-stöckigen Büroturm), ein Hotel, Flächen für Einzelhandel und Gastronomie sowie eine Kita (90 Plätze) und ein fünfzügiges Gymnasium mit Turnhalle vorgesehen. Die auf dem Gelände befindlichen, denkmalgeschützten Gebäude des früheren Zollamtes auf dem ehemaligen Stückgutbahnhof werden im Zuge der Bauvorhaben saniert und publikumswirksam in das neue Quartier eingebunden. Investiert werden sollen um die 350 Millionen Euro.

Im Bereich der Kurt-Schuhmacher-Straße soll die bestehende denkmalgeschützte Mauer geöffnet und eine nach innen rückversetzte Treppenanlage mit einseitigem Aufgang und Zwischenpodest errichtet werden - ein sogenannter Stadtbalkon.

Nachhaltigkeit und weitere Planungen für das Löwitz Quartier

Bei der Errichtung des Quartiers wird das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle spielen. So wird ein DNGB-Quartierszertifikat angestrebt. Viel Grün, ein Parthepark mit Wasserplatz und zahlreiche Begegnungsräume für alle Leipziger ergänzen das Konzept. Zusätzlich erhält das Löwitz Quartier ein modernes Mobilitätskonzept. Car- und Bikesharing- sowie Elektromobilitätsangebote als alternative Mobilitäts-Konzepte sollen die Anzahl der regulären Kraftfahrzeuge und der notwendigen Kfz-Stellplätze im Quartier reduzieren. Die Zufahrt zu dem neuen Quartier erfolgt über eine neu zu schaffende Kreuzung an der Berliner Straße, wo die Stadt Leipzig zudem eine LVB-Straßenbahn-Haltestelle einrichten will.

Die Erschließungsmaßnahmen auf dem Gelände sollen im 4. Quartal 2021 beginnen. Erste Hochbau-Maßnahmen auf den insgesamt elf Baufeldern könnten dann ab Ende 2022 erfolgen. Die Gesamtfertigstellung des Löwitz Quartiers ist aktuell für 2027 geplant.

Zur Projektwebsite

 

Wessling erstellt für das Löwitz Quartier in Leipzig Bodengutachten

Update vom 01.03.2021: Der Grund, auf dem das Löwitz Quartier gebaut wird, ist das Spezialgebiet von Dr. Heiko Freitag von der Wessling GmbH. „Das Areal wurde seit 170 Jahren bahntypisch genutzt“, so der Experte. Auf einem Teil der begutachteten zehn Baufelder fehlt gewachsener Boden. Leipziger Allerlei nennt er das: Schutt, zum Teil Kriegstrümmer, Müll. Der Kampfmitteldienst war immer an seiner Seite, musste aber nie eingreifen.

Für die abfall- und geotechnischen Untersuchungen wurden etwa 50 Bohrungen in zwölf bis 15 Meter Tiefe getätigt. Der ans Tageslicht geholte Boden kam ins Labor und durchlief verschiedene Analysen. Dort, wo Verdacht auf mögliche Verunreinigungen des Bodens bestand, wurde vertiefend geprüft. Bei Bodenanalysen geht es unter anderem auch um die Lagerungsdichte des Korngefüges, die für die Statik wichtig ist. „Das Ziel ist es, dass von den sieben Meter aufgefüllten Boden so wenig wie möglich abtransportiert werden muss. Es soll mit organischen Stoffen wie Sand-Kiesel-Gemisch oder Feinschotter aufgefüllt werden.“

Heraus kommen am Ende ein Bodenmanagement-Konzept sowie ein Baugrund-Gutachten. Drei Monate dauerte die Untersuchung, zu jedem Baufeld gibt es einen Bericht. Doch damit ist die Arbeit noch nicht vorbei. „Wir haben ja nur partiell Bohrungen beispielsweise gemacht. Wir begleiten das Projekt bis zur Gründung durchgehend und analysieren, sobald es Abweichungen gibt.“

Höchste Auszeichnung für nachhaltige Stadtquartiere geht ans Löwitz Quartier

Update vom 01.09.2021: Für sein Nachhaltigkeitskonzept wurde das Löwitz Quartier jetzt mit dem höchsten Nachhaltigkeitszertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet.  Vor allem in Hinblick auf seine Ökobilanz konnte das Löwitz Quartier überzeugen. "Die DGNB schätzt die Umweltwirkungen wie CO2-Emissionen, die sich aus dem Bau, der Nutzung und schließlich dem Rückbau des Quartiers ergeben, als äußerst gering ein“, sagt Stefan Wulff, Geschäftsführender Gesellschafter von OTTO WULFF.

Ebenfalls überzeugen konnte das Löwitz Quartier mit seiner geplanten Energieversorgung. Diese erfolgt durch ein Nahwärmenetz sowie Eisspeicher. Der Eisspeicher dient als Energieträger, der sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen verwendet wird. Im Sommer wird die in den Gebäuden anfallende Wärme in den Eisspeicher geleitet und führt so zu einer Kühlung der Gebäude. Die im Eisspeicher aufgenommene Wärme wird wiederum im Winter zur Beheizung der Gebäude verwendet. Die für die Eisspeicher notwendigen Wärmepumpen werden durch Solarstrom betrieben. Durch die Kopplung der Energieträger Wärme, Kälte und Strom entsteht ein nachhaltiges Energiekonzept, welches wesentlich durch regenerative Energie betrieben wird.

„Außerdem zeichnet sich das Löwitz Quartier durch seine Pocket-Parks, den guten Nutzungsmix und die diversen Mobilitätsangebote, wie zum Beispiel Verleihsysteme für Fahrräder und Autos, aus“, sagt Nikolas Jorzick, Geschäftsführer von HAMBURG TEAM. Mit dem Platin-Vorzertifikat hat das Löwitz Quartier die höchste Auszeichnung erhalten, die es für Stadtquartiere in der Phase der Entwurfsentwicklung gibt. 

OTTO WULFF und Stadt Leipzig schließen Kaufvertrag für neues Gymnasium im Löwitz Quartier

Update vom 22.11.2021: Leipzig realisiert erstmals einen Schul-Neubau im Investorenmodell. Im neuen Löwitz Quartier entsteht in den kommenden Jahren ein fünfzügiges Gymnasium für mehr als 1.300 Schülerinnen und Schüler. Jetzt haben die Stadt Leipzig und Investor OTTO WULFF den Kaufvertrag über rund 76 Millionen Euro beurkundet. "Die Stadt Leipzig bekommt am Ende von uns ein komplett schlüsselfertiges Gymnasium übergeben. Inklusive Schulhof, Dreifeld-Sporthalle und komplett ausgestatteter Fachräume. Sogar Tische und Stühle sind im Kaufpreis inbegriffen. Uns war es wichtig, dass sich die Stadt bei diesem neuen Modell des Schulbaus auf einen vertrauensvollen Partner verlassen kann, daher trägt OTTO WULFF bis zur Übergabe das gesamte Kostenrisiko", sagt Marc Hoischen, Geschäftsführer von OTTO WULFF.

So soll das Gymnasium im Herzen des Löwitz Quartiers aussehen. Copyright: OTTO WULFF / RKW Architektur
So soll das Gymnasium im Herzen des Löwitz Quartiers aussehen. Copyright: OTTO WULFF / RKW Architektur 

OTTO WULFF ist in dem Modell sowohl Investor als auch ausführender Generalunternehmer. Entwicklung und Bau des neuen Gymnasiums liegen somit in einer Hand. Das Hamburger Familienunternehmen gehört in Norddeutschland zu den größten Bauunternehmen und Projektentwicklern und ist bereits seit fast 15 Jahren im Schulbau aktiv. Seit 2018 unterhält OTTO WULFF auch in Leipzig einen eigenen Standort mit rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. 

„Mit dem neuen Gymnasium am Hauptbahnhof geht die Stadt Leipzig einen neuen Weg: Erstmals erwerben wir eine neue Schule schlüsselfertig als Investorenprojekt. Besonders wichtig war uns, dass die Stadt am Ende sowohl Eigentümer der Schule als auch des Grundstücks ist. Wir freuen uns, mit OTTO WULFF einen vertrauensvollen Partner für dieses für uns neue Schulbau-Modell gefunden zu haben“, sagt Torsten Bonew, Erster Bürgermeister und Beigeordneter für Finanzen der Stadt Leipzig. Das neue Gymnasium, soll bis zum Schuljahr 2024/2025 fertig sein.

Direkt neben dem neuen Gymnasium entsteht außerdem ein hybrider Quartierspark, der ebenfalls Bestandteil des Kaufvertrages ist und nach Fertigstellung an die Stadt übergeben wird. Er dient als zusätzliche Schulhof-Fläche und gleichzeitig als öffentlicher Park. Versorgt wird das neue Gymnasium mit Strom aus einer eigenen Photovoltaik-Anlage, die auf den begrünten Flachdächern entsteht.

Tiefbauarbeiten gestartet und Baugenehmigung für Gymnasium erteilt

Update vom 03.12.2021: Der Startschuss der Bauarbeiten für das Leipziger Löwitz Quartier ist gefallen. Seit Mitte November 2021 erfolgen grundlegende Erschließungsarbeiten für die Quartiersentwicklung im Dreieck zwischen Parthe, Kurt-Schumacher-Straße und dem Leipziger Hauptbahnhof. Dazu wurde jüngst im Vorlauf zu den Entwässerungsarbeiten unter anderem ein Schmutzwasserkanal auf einem Teil des Gesamtareals verlegt. In diesem Rahmen werden rund 2,7 Kilometer Schmutz- und Regenwasserrohre sowie 1,9 Kilometer Trinkwasserrohre ins Erdreich eingebracht. Insgesamt werden daran im Anschluss fast 1,7 Streckenkilometer Straße hergestellt. Damit beginnen nun offiziell die Arbeiten für das neue Stadtquartier. Mit der Umsetzung der Tiefbaumaßnahmen wurde eine ArGe der inhabergeführten und in Sachsen ansässigen Bauunternehmen Frauenrath und Heinz Lange beauftragt.

Für das geplante Gymnasium in der Mitte des Löwitz Quartiers wurde in dieser Woche die Baugenehmigung erteilt, nur wenige Tage nachdem der Joint-Venture-Partner OTTO WULFF und die Stadt Leipzig den Kaufvertrag für das neue Gymnasium geschlossen hatten.

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