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Lingnerstadt Dresden wird Heimat neuer Quartiere

Auf der Fläche des ehemaligen Robotron-Areals mit rund 100.000 Quadratmetern Grundstücksgröße entsteht ein neues Stadtquartier. Dieses wird neben zahlreichen Wohnflächen auch Einzelhandels- und Büroflächen beherbergen.

Auf der Fläche des ehemaligen Robotron-Areals entsteht ein neues Stadtquartier. Dieses wird neben zahlreichen Wohnflächen auch Einzelhandels- und Büroflächen beherbergen. Oben befindet sich Bauabschnitt 1 mit der Robotron-Kantine. Unten die restlichen Bauabschnitte mit Bestandsgebäuden. Copyright: Jürgen-M. Schulter
Von Redaktion Immobilien Aktuell Magazin / Angelika Breuer, 03.04.2020

Die Dresdner Lingnerstadt, so wird das Areal zwischen der St. Petersburger Straße, dem Hygiene Museum und der Blüherstraße in Dresden genannt, befand sich bis Dezember 2019 im Besitz des Kasseler Unternehmens Immovation und wurde dann an die Düsseldorfer Gerchgroup verkauft.

Vieles ist noch unklar in der Lingnerstadt Dresden

Was unter dem neuen Besitzer mit dem Gebiet, das den Projektnamen „Quartiere am Blüherpark“ trägt, geschehen soll, da war sich lange Zeit keiner so richtig sicher. Fest steht: Rechtskräftige Bebauungspläne gelten bisher nur für ein Teilstück des gesamten Geländes. Für zwei weitere Baufelder wird ein Bebauungsplanverfahren mit der Stadt Dresden durchgeführt. Einen Termin, wann das komplette Projekt fertiggestellt sein soll, gibt es dementsprechend bisher noch nicht.

Robotron-Rechenzentrum wurde bereits abgerissen

Theoretisch könnte schon im nächsten Jahr mit dem Bau gestartet werden, die alten Gebäude des Robotron-Rechenzentrums und des Atrium 1 wurden nämlich bereits 2016 abgerissen. Laut Mathias Düsterdick, dem Vorstandsvorsitzenden der Gerchgroup, sind in dem Bereich vorwiegend Wohnungen mit dazugehörigen Parkmöglichkeiten geplant. Aber auch für die Infrastruktur gibt es Pläne.

Gastronomie, Kindererziehung und Nahversorgung werden sich positiv auf das neue Wohngebiet auswirken. Das Düsseldorfer Unternehmen hofft darauf, dass der Bauabschnitt in zwei Jahren abgeschlossen sein wird.

Quartiere am Blüherpark: Genaue Anzahl an Wohnungen steht noch nicht fest

Immovation hatte für den Bau von 250 neuen Wohneinheiten, für die der Stadtrat 2018 die Genehmigung erteilte, eigentlich mit dem Baustart noch im Herbst desselben Jahres geplant, selbigen jedoch später auf das Jahr 2019 verschoben. Neben diesem ersten Teil des Gesamtkonzepts umfasste der Plan Immovations den Bau weiterer Wohnungen in der Zukunft. Am Ende wollte das Unternehmen bis zu 3.000 Wohnungen in dem Gebiet zwischen Grunaer Straße und Bürgerwiese gebaut haben.

Das wären immerhin etwa 2.000 Wohnung mehr als der neue Investor voraussichtlich bauen wird. Eine genaue Zahl der insgesamt zu erschaffenden Wohnungen wird jedoch erst nach weiteren Planungen feststehen.

Zweiter Bauabschnitt setzt Abrissarbeiten voraus

Für den zweiten Bauabschnitt müssten noch Bestandsgebäude weichen, um den nötigen freien Platz für die Wohnungen zu schaffen. Konkret betroffen wäre von einem Abriss das Robotron-Atrium 2. Momentan befindet sich darin noch die Cityherberge. Aktueller Stand ist, dass auch mit dem neuen Besitzer ein Abriss unumgänglich wäre.

Laut den Plänen des Vorbesitzers rechnete man nicht mit einer Fertigstellung des Bauabschnitts vor 2030. Auch die Düsseldorfer Gerchgroup geht von mehrjähriger Bauzeit aus. 

Wird die Robotron-Kantine zum alles behindernden Zankapfel?

Das Problem, dass der alte Plan den Abriss der Robotron-Kantine am Hygiene Museum vorsah, sorgte für Unmut in Teilen der Bevölkerung und des Stadtrats. Dieser konnte den ehemaligen Besitzer Immovation schließlich davon überzeugen, von den Abrissplänen Abstand zu nehmen und letztendlich den Bau an die Stadt zu veräußern.

Problematisch war, dass die Gerchgroup das komplette Areal bereits erworben hatte, bevor der Verkauf der Robotron-Kantine unter Dach und Fach gebracht wurde. Wie man dieses Problem jetzt lösen wird, das steht noch nicht fest. Derzeit laufen zwischen allen Beteiligten Gespräche.

Wäre der Kaufvertrag rechtzeitig zustande gekommen, hätte die Stadt Dresden einen Preis von 2,2 Millionen Euro gezahlt. Genutzt werden sollte das Gebäude nach dem Verkauf durch das Kunsthaus Dresden und ein offenes Labor, welches sich mit der Zukunft Dresdens beschäftigen sollte. Eine zeitweise Verfügbarkeit für die Ostrale-Kunstaustellung war auch angedacht. Für die weitere Nutzung sammelte die Stadt schon Ideen aus der Bevölkerung.

Sicher war jedenfalls, dass das Gebäude nach Verkauf an die Stadt nicht mehr der Abrissbirne zum Opfer fallen, sondern erhalten werden sollte. Ob das nun realisierbar bleibt, das wird davon abhängen wie sich die Gerchgroup und die Stadt einigen werden.

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