„Positive Footprint Wearhouse“: Deutschlands erste Logistikimmobilie im Cradle-to-Cradle-Prinzip

„Positive Footprint Wearhouse“: Deutschlands erste Logistikimmobilie im Cradle-to-Cradle-Prinzip

„Positive Footprint Wearhouse“: Deutschlands erste Logistikimmobilie im Cradle-to-Cradle-Prinzip
So wird die Logistikimmobilie „Positive Footprint Wearhouse“ aussehen. Copyright: Delta Development Group - Architekturbüro Quadrant4

Circa 70.000 Quadratmeter umfasst eine neue Logistik-Immobilie auf einem revitalisierten Bergbaustandort in Dorsten, die der Modemarke Levi Strauss für eine Mietdauer von 20 Jahren als Distributionszentrum dienen wird. Dabei zeichnet sich das Gebäude vor allem durch den innovativen Cradle-to-Cradle-Ansatz (kurz: C2C) aus. 

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Das „Positive Footprint Wearhouse“ holt nicht nur den Denim Leader Levi Strauss & Co. nach Dorsten, es ist zudem das deutschlandweit erste Distributionszentrum, das vom Nachhaltigkeitsanspruch Cradle-to-Cradle® inspiriert ist. Dieser beschreibt eine zirkuläre Bauweise, die auf den Prinzipien der Wiederverwertung, Ressourcenschonung und Abfallreduktion basiert und das Ziel verfolgt, den ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Umgesetzt wird das innovative Logistik-Großprojekt von Drees & Sommer in der Projektsteuerung, Bremer BAU als Generalunternehmer und dem Architektenteam von Quadrant4 und Phase 5.

Cradle-to-Cradle in der Praxis

Ganz im Sinne des C2C-Ansatzes sind jegliche Baumaterialien des neuen Zentrums auf Wiederverwertung ausgelegt und werden in einer Material-Datenbank erfasst. Am Ende der Nutzungsperiode ermöglicht eine spezielle architektonische Verwendung die problemlose Trennung nach Materialtyp. Um die Luftqualität der Innenräume konstant hoch zu halten, wurden zudem ausschließlich schadstoffarme Materialien verwendet.

Nicht nur beim Thema Gesundheit rückt die Immobilie den Menschen in den Mittelpunkt: Auf Grundlage des „Human Centered Designs“ ist das Zentrum auf sozialen Austausch ausgelegt und mit zahlreichen Gemeinschafts- und Grünflächen ausgestattet.

Grün ist der Firmenstandort dabei sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne: Neben den Grünflächen im Außenbereich verfügt die Immobilie über einen Dachgarten, der sowohl zur Aufrechterhaltung der Biodiversität als auch als Sammelstelle und Kläranlage des gebäudeinternen Wasserkreislaufs eingesetzt wird. Durch den Einsatz erneuerbarer Energiequellen kann das Gebäude einen Großteil seines Energiebedarfs selbst decken. LEED- und WELL-Zertifizierungen untermauern den Nachhaltigkeitscharakter des Gebäudes.


 

In unserem Podcast mit Julian von Hodenberg von der DELTA Development Group sprechen wir auch über das "Positive Footprint Wearhouse"

Zum Podcast

 


Bauarbeiten für „Positive Footprint Wearhouse“ schreiten voran

Im Februar erhielt die DELTA Development Group die Baugenehmigung für ihre Logistikimmobilie im Dorstener Industriepark „Große Heide Wulfen“. Am 30. März 2022 konnte der erste Spatenstich und damit der Start der Bauarbeiten gefeiert werden. Eine Momentaufnahme der Baustelle vom Juli 2022 zeigt: Ein Großteil des Hochregallagers im Rohbau steht bereits. Die circa 27 Meter hohen Stützen, auf denen bereits Binder liegen, sind dabei kaum zu übersehen. Zudem wurden auch schon die Brandwände ausgebildet.

Ein Blick auf die Baustelle des Positive Footprint Wearhouse in Dorsten. Copyright: Delta Development Group
Ein Blick auf die Baustelle des Positive Footprint Wearhouse in Dorsten. Copyright: Delta Development Group

Zuvor hatten umfangreiche Erdarbeiten mit Bodenverbesserungen den Weg für den Rohbau geebnet. Auch die Entsorgung von Altlasten aus der vorherigen Nutzung und der Abbruch der Fundamente des ehemaligen Bergbaustandorts waren Teil des Baufortschritts. Durch eine Sondergründung mit dynamischer Intensivverdichtung konnte ein großer Teil des Betons recycelt und wiederverwendet werden.

Der niederländische Projektentwickler Delta Development Group will die restlichen Gründungsarbeiten voraussichtlich bis Mitte August 2022 abgeschlossen haben. Parallel erfolgen die Erschließungsarbeiten des Gewerbegebiets durch die RAG MONTAN IMMOBILIEN GMBH, die auch die Entstehung einer neuen Bushaltestelle und eines neuen Radwegs umfassen.

So geht es auf der Baustelle weiter

Als nächsten Baufortschritt beginnt Delta im Juli mit der Außenwandverkleidung (6.000 Quadratmeter) der Halle. Im Oktober werden die Bautrupps des Lieferanten der automatisierten Lagersysteme TGW sich dann auf der Baustelle einrichten. „Wir sind sehr stolz, ein zukunftsweisendes Projekt in puncto Nachhaltigkeit umzusetzen“, so Edwin Meijerink, Geschäftsführer der Delta Projektentwicklung und Management GmbH. „Der Bau schreitet in großen Schritten voran. Es macht viel Freude, an der Entstehung dieses besonderen Projekts teilzuhaben.“ sagt Julian von Hodenberg als zuständiger Projektleiter bei Delta.

„Positive Footprint Wearhouse“ steht im Rohbau

Update vom 20. Oktober 2022: Mit dem Cradle-to-Cradle® inspirierten Großprojekt für Levi Strauss & Co. erfüllt die Delta Development Group die steigenden ökologischen Ansprüche der Bauindustrie. Schon während der Planung wurde die bekannte LEED Zertifizierung in Platin angestrebt, welche nach Fertigstellung des Gebäudes erteilt werden soll. Ein Großteil des Rohbaus des „Positive Footprint Wearhouse“ steht bereits – schon im April 2024 soll der Betrieb aufgenommen werden.

Edwin Meijerink: „Jetzt geht der Bau in die zweite Phase und mit jedem weiteren Schritt kommen wir unserem Ziel der Klimaneutralität näher.“ Die umfangreichen Erdarbeiten - inklusive der Bodenverbesserungen - sind mittlerweile vollständig abgeschlossen. Ein Teil des Betons, aus dem das ehemalige Fundament bestand, konnte hierbei recycelt und wiederverwendet werden. Der Rohbau des grünen Logistikcenters im Industriepark „Große Heide Wulfen“ befindet sich in seiner finalen Phase, wobei die circa 27 Meter hohen Stützen zu erkennen geben, dass hier in großen Dimensionen gedacht wurde.

Gerade einmal ein halbes Jahr nach Baubeginn startet jetzt schon der Innenausbau der Regalhallen: In der letzten Septemberwoche wurden die ersten Bodenplatten gegossen und auch die Betonage der hinteren Hallen erfolgt in schnellen Schritten. Die automatisierten Lagersysteme und die komplette Intralogistik werden hierbei von TGW erstellt. Die Firma aus Österreich richtet sich in den kommenden Tagen auf der Baustelle ein. Ebenfalls begonnen hat die Montage der Welle mit der Unterkonstruktion und die Anbringung erster Fassadenelemente an der 6.000 Quadratmeter großen Außenwand. Mitte Oktober begannen die Arbeiten am unterirdischen Speicher des Regenwassers. Die letzte Etappe startet mit der Erstellung des Bürogebäudes Anfang November.

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