Grundstein für „Quartier am Märchenwald“ in Strausberg gelegt

Grundstein für „Quartier am Märchenwald“ in Strausberg gelegt

Grundstein für „Quartier am Märchenwald“ in Strausberg gelegt
Plakat mit Projektdetails an der Baugrube in der Gustav-Kurtze Promenade Strausberg. Copyright: Mara Kaemmel

Die Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ Strausberg eG setzt mit dem Neubau von 77 Wohnungen und einer Gewerbeeinheit ein ambitioniertes Neubauvorhaben um. Alle Wohnungen sind bereits reserviert.

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Es ist das größte und teuerste Projekt in der Geschichte der Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ Strausberg eG (WBG Aufbau): Rund 16 Millionen Euro investiert die Genossenschaft in den Bau von vier Häusern mit insgesamt 77 Wohnungen und einer Gewerbeeinheit in der Strausberger Vorstadt. Der Entwurf für das „Quartier am Märchenwald“ in der Gustav-Kurtze-Promenade stammt vom Architekturbüro Katrin Zbikowski aus Berlin, das auch für die Bauleitung verantwortlich ist. Bereits bei der Grundsteinlegung am 1. Oktober waren alle Wohnungen reserviert.

"Quartier am Märchenwald" bietet Komfort zu günstigen Mieten

Die Genossenschaft bietet hier mehr als ein Quartier mit romantischem Namen, sondern Komfort zu vergleichsweise günstigen Mieten und eine direkte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln an Berlin. Der Siedlungsdruck und der Bedarf an Wohnungen sind auch in Strausberg groß. Das Projekt ist daher in Zusammenarbeit mit der Stadt entstanden. Die Stadtverordneten votierten einstimmig dafür. Im Ergebnis konnte die Genossenschaft das ehemalige Garagengrundstück im Wohngebiet in Erbbaupacht von der Stadt übernehmen.

Die 29 Zwei-, 42 Drei- und sechs Vier-Zimmer-Wohnungen sind mit gestaffelten Kaltmieten kalkuliert: Sie reichen von acht Euro im Erdgeschoss über zehn Euro im zweiten und dritten Obergeschoss bis zu 10,50 Euro in der vierten Etage – wegen des Blickes. Ob es dabei bleibt, hängt von den Baukosten ab, um deren Einhaltung derzeit gerungen wird.

Das bereits 2018 angedachte Projekt ist etwas in Verzug geraten, weil die Baugenehmigung nicht wie erhofft im Frühjahr, sondern erst Mitte 2021 erteilt worden ist. Carsta Göring, WBG-Vorstand, betonte: „Das Ganze ist ungewollt ein Pandemie-Projekt geworden.“ Doch sie versicherte: „Wir werden das Großprojekt trotz knappen oder preisintensiven Materials stemmen und versuchen, die verlorene Zeit wieder aufzuholen.“

Die Kapsel fu?r die Grundsteinlegung ist vorbereitet. WBG-Vorstand Carsta Go?ring (mit Mikrophon). Vorstandsmitglied Frank Wessel zeigt die Baupla?ne,
 die in die Kapsel kommen. Copyright: Mara Kaemmel
Die Kapsel fu?r die Grundsteinlegung ist vorbereitet. WBG-Vorstand Carsta Go?ring (mit Mikrophon). Vorstandsmitglied Frank Wessel zeigt die Baupla?ne, die in die Kapsel kommen. Copyright: Mara Kaemmel

Strausberger Quartier setzt auf Nachhaltigkeit und Mieterstrom

Besonderen Wert hat die Genossenschaft auf das Energiekonzept gelegt: Die Häuser  erreichen den KfW-55 Standard. Sie sind gedämmt, mit dreifachverglasten Fenstern und Lüftung ausgestattet. Die Versorgung mit Wärme erfolgt über Erdwärmepumpen, die Energie über 40 Tiefenbohrungen ziehen. Und im Notfall kann mit Gas geheizt werden. Auf dem Dach ist eine Photovoltaik-Anlage vorgesehen.

„Wir wollen unsere Bewohner über ein Mieterstrom-Modell preisgünstig mit Strom versorgen.“ Die auf dem Dach geerntete Energie kann als Allgemeinstrom für das jeweilige Haus, den Betrieb der Wärmepumpen, den Strom für die Wohnungen, aber auch für die Elektro-Fahrzeuge der Mieter genutzt werden. 

Unter den Neubauten befindet sich ein 4.000 Quadratmeter großes Untergeschoss mit einer Tiefgarage, die 83 Stellplätze bietet. Jeder Stellplatz wird mit einem Stromanschluss ausgerüstet, so dass bei Bedarf Wallboxen zum Aufladen von Elektroautos installiert werden können. Darüber hinaus ist in jeder Kellerbox  eine Steckdose geplant, damit die Akkus von Fahrrädern oder Elektro-Scooter für Senioren aufgeladen werden können. Derzeit verhandelt die Genossenschaft mit den Stadtwerken Strausberg über Contracting-Verträge für Wärme und Strom.

Seitenhiebe gen Berlin bei der Grundsteinlegung fürs "Quartier am Märchenwald"

Die Wohnungen sind generell barrierearm konzipiert, ein Teil auch barrierefrei. Jedes Haus hat einen Fahrstuhl; jede Wohnung verfügt über einen Balkon oder eine Terrasse. Als Pluspunkt obendrauf: Ein Auto ist nicht erforderlich. Das Quartier liegt direkt an der Straßenbahnlinie, die in die Strausberger Altstadt und zum S-Bahnhof Strausberg  führt. Von dort dauert es mit der S5 knapp eine Stunde bis in die Berliner City. Das kommunale Verkehrsunternehmen, die Strausberger Eisenbahn, plant eine zusätzliche Tramhaltestelle direkt am „Quartier am Märchenwald“. Das macht die Wohnungen attraktiv für Hauptstädter und Berufspendler, die preisgünstigen Wohnraum suchen.

Matthias Brauner, Leiter der Landesgeschäftsstelle Potsdam des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), sagte bei der Grundsteinlegung mit einem Seitenhieb auf die Wohnungsbaupolitik in Berlin: „Partnerschaft klappt nicht überall, aber hier klappt sie.“ Auch Gernot Schmidt (SPD), Landrat des Landkreises Märkisch-Oderland, nahm Bezug auf die Hauptstadt. „Wenn die Berliner Mieter rausziehen, dann ziehen Berliner Mieter hier in eine Stadt, die einen riesigen kommunalen Wohnungsbestand hat, eine Stadt, die Genossenschaften hat, eine Stadt, die kommunale Wohnungen nicht veräußert, sondern die ständig in der sozialen Komponente Wohnen wächst.“ Er kündigte die Gründung einer kommunalen Siedlungsgesellschaft mit allen Gemeinden des Landkreises an. „Wir brauchen eine soziale Entwicklung auch in diesem Part, sonst kommen wir in Enteignungsdebatten wie in Berlin und die sind nicht gut für den sozialen Frieden.“

Zur Website des Projektes

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