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Schwabenlandtower: CG Gruppe krempelt alles um

Er soll das höchste Gebäude Baden-Württembergs werden – der 107 Meter hohe Schwabenlandtower in Fellbach bei Stuttgart. Die CG Gruppe hat den Gebäude-Torso letzten September für 15 Millionen Euro gekauft, nachdem der Bau wegen der Insolvenz des Vorbesitzers zwei Jahre lang ruhte. Der neue Projektentwickler hat alles auf den Prüfstand gestellt und plant jetzt eine Vielzahl an Neuerungen.

Das Unternehmen plant eine Vielzahl an Neuerungen an dem Projekt, das Baden-Württembergs höchstes Gebäude werden soll. Visualisierung zum Schwabenlandtower. Copyright: CG Gruppe AG, Wolf Architekten / Ingenieure GmbH.
Von REDAKTION IMMOBILIEN AKTUELL MAGAZIN / THOMAS SACHSE-STIEGLER, 19.11.2019

Nicht nur der Name ist jetzt neu. Aus dem Gewa-Tower wird unter der CG Gruppe der Schwabenlandtower. Der neue Eigentümer hat das ganze Projekt geprüft und festgestellt, dass die geplante Technik nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht. Gegenüber IMMOBILIEN AKTUELL sagt Jürgen Kutz, Vorstand der CG Gruppe: „Der Tower war aufgrund der nicht zeitgemäßen Konzeption des Voreigentümers auf dem Weg zur Bauruine.“ Also stellte das Unternehmen alles auf den Kopf. Erstens: Die Fassade des 107 Meter hohen Gebäudes rückt vor und ist besser wärmegedämmt. Ein Teil der gewonnenen Fläche wird dem Wohnraum zugeschlagen. Die Balkone für die eigentlich geplanten 66 luxuriösen Eigentumswohnungen waren überdimensioniert; die Fläche kommt jetzt den 194 Mietwohnungen zugute.

Energieeffizienz im Mittelpunkt

Neben einer effektiven Dämmung werden zum besseren Kälteschutz bereits montierte Fenster ausgebaut, recycelt und durch Dreifachverglasung ersetzt. Angestrebter Energiestandard: KfW 55. Dies bedeutet, der Bau verbraucht 55 Prozent des Primärenergiebedarfs eines festgelegten Referenzhauses und ist abgesehen vom Passivhaus der Standard mit dem zweitniedrigsten Verbrauch.

Zwei Jahre stand der Bau nach der Insolvenz des Vorbesitzers still. In der Zwischenzeit haben sich nicht nur Standards und Technik weiterentwickelt, sondern manches früher Geplantes verschwand vom Markt. Zum Beispiel ein 400 Quadratmeter großes Solarpanel, das eigentlich an der Südwest-Seite montiert werden sollte. Photovoltaikanlagen liefern trotzdem Energie, aber nicht nur. „Wir greifen auf eine große Bandbreite an effizienten und fortschrittlichen energetischen Möglichkeiten zurück, so beispielsweise Windströmungsturbinen an den Abrisskanten auf dem Dach, die zur Stromgewinnung aus den Aufwinden an der Fassade dienen. Weiterhin sind eine Wärmepumpe und die Aktivierung der Bodenplatte geplant“, sagt CG-Vorstand Jürgen Kutz. Die gewonnene Solar- und Windenergie wird nicht nur für die Aufzüge im Haus und zum Laden von Elektroautos genutzt, sondern soll auch ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Grünes Licht von der Verwaltung erwartet

Das alles hat seinen Preis. Die verbesserte Energieeffizienz und die Neuprojektierung steigern die Baukosten nach Angaben der CG Gruppe um einen „niedrigen Betrag im zweistelligen Millionenbereich“. Sie verzögern die Fertigstellung um etwa ein Jahr bis in die zweite Jahreshälfte 2021. Wie das Fellbacher Rathaus gegenüber IMMOBILIEN AKTUELL bestätigt, muss die neu geplante Fassadengestaltung noch unter anderem auf Brandschutz geprüft werden. CG-Vorstand Jürgen Kutz zeigt sich optimistisch: „Insgesamt trifft das vorgesehene Konzept grundsätzlich auf das Wohlwollen aller in die Planung einbezogenen Parteien.“ Wenn das Fellbacher Baurechtsamt dann grünes Licht gibt, ist der Weg endgültig frei für das höchste Haus in Baden-Württemberg.     

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