Senckenbergturm in Frankfurt am Main setzt Nachhaltigkeitsmaßstäbe

Senckenbergturm in Frankfurt am Main setzt Nachhaltigkeitsmaßstäbe

Senckenbergturm in Frankfurt am Main setzt Nachhaltigkeitsmaßstäbe
Der Senckenbergturm (rechts vorn) in Frankfurt am Main setzt Nachhaltigkeitsmaßstäbe. Copyright: NAS

106 Meter hoch ist der Turm, der knapp 27.000 Quadratmeter Mietfläche für Büros in Frankfurt am Main bieten wird. Der Senckenbergturm mit nachhaltiger Aluminium-Fassade ist nicht das einzige Hochhaus in Deutschland, das alsbald auf den Markt kommt.

Der in Bockenheim an der Robert-Meyer-Straße entstehende Turm ist das Landmark Building des Senckenberg-Quartiers in Frankfurt am Main: 25 Geschosse, 26.724 Quadratmeter Mietfläche, 106 Meter hoch, begrünte Dachterrasse. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit soll er Ende des Jahres fertig sein. Steffen Ricken, CEO von NAS Invest und damit Bauherr: „Der Senckenbergturm verkörpert alles, was modernes und innovatives Arbeiten heute ausmacht und wird damit auch buchstäblich zum Blick in die Zukunft.“

Senckenbergturm in Frankfurt am Main bietet 106 Meter Nachhaltigkeit

Die Aluminiumfassade wird am Senckenbergturm angebracht. Copyright: BNP PARIBAS REAL ESTATE
Die Aluminiumfassade wird am Senckenbergturm angebracht. Copyright: BNP PARIBAS REAL ESTATE

Trotz Pandemie gebe es keine Bauverzögerungen. Der von "cyrus I moser I architekten" entworfene Turm zahlt natürlich auf die Themen in der Branche ein: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. So soll es eine volldigitale Besuchermanagement-Plattform für unkomplizierte Registrierungsprozesse geben. Der Check-in-Flow erfolgt mittels biometrischer Gesichtserkennung. Funktionen wie körpertemperaturbasiertes Covid-19-Screening sorgen zusätzlich für Sicherheit. Eine präsenzbasierte Steuerung des Klima- und Energiemanagements über Bewegungs- und Licht- beziehungsweise Wärmesensoren zur Erkennung der aktuellen Office-Belegung garantieren ein immer angenehmes Raumklima.

Maximal reduzierter CO2-Ausstoß, Nutzung zertifizierter Hölzer, wassersparende Armaturen, emissionsarme Baumaterialien, thermischer Komfort und gesundheitsfördernde Arbeitsplätze qualifizieren das Landmark für den BREEAM-Standard „Excellent“. Ein unbedingtes Highlight ist die zu 95 Prozent aus Aluminium bestehende Fassade des Senckenbergturmes. Die Tatsache, dass drei Viertel des verbauten Metalles obendrein aus recyceltem Aluminium bestehen, kann direkt in einen verkleinerten CO2-Fußabdruck umgerechnet werden. Denn da beim Recycling von Aluminium nur fünf Prozent der Energie benötigt werden, die man zur Neugewinnung benötigt, konnten am Senckenbergturm 2.600 Tonnen CO2 eingespart werden. 

Das Thema Biodiversität steht beim nachhaltigen Bauen des Turmes ebenfalls im Vordergrund: So wird die Dachterrasse im sechsten Obergeschoss unter anderem mit vier Kiefern aus der Frankfurter Region begrünt. Die regionale Bepflanzung nach dem Vorbild der Schwanheimer Düne schafft eine optimale Verbindung mit den geplanten Grünflächen des umliegenden Senckenberg-Quartiers und bedarf keiner intensiven Pflege. Gleichzeitig fördert die begrünte Terrasse die Artenvielfalt im urbanen Raum und bietet auf rund 23 m Höhe einen imposanten Ausblick auf die Frankfurter Skyline.

Weitere neue, nachhaltige Hochhäuser

Hochhäuser gehören in Deutschland sowohl zu den viel diskutierten als auch zu den zuletzt immer wieder stark favorisierten Gebäuden. Immer häufiger wird dabei auf den gesellschaftlichen Auftrag geachtet. Den REAL ESTATE BRAND AWARD bekam die Landmarken AG genau deshalb – unter anderem für ein Hochhaus. Das Unternehmen zeichnet verantwortlich für das MORINGA in Hamburgs HafenCity. Das ist nach Angaben des Unternehmens Deutschlands erstes recyclefähiges Wohnhochhaus. Die 190 Wohneinheiten entstehen nach dem Cradle-2-Cradle-Prinzip und verfügen über begrünte Fassaden. Dach- und Innenhofflächen „geben mehr als 100 Prozent der Grundstücksfläche an die Natur zurück“.

Berenberg, die älteste Privatbank Deutschlands, bezieht Ende 2024/Anfang 2025 eine neue Firmenzentrale am Stadtpark in Hamburg-Winterhude. In ein 13-stöckiges Hochhaus mit 23.000 Quadratmetern Büro. Dieses Gebäude soll den DGNB Goldstandard für nachhaltiges Bauen erhalten. Und die Ruby Hotels beziehen demnächst einen alten Wolkenkratzer, der für die Neuzeit umgebaut wurde: Das zentral in Düsseldorf gelegene, ehemalige Commerzbank-Hochhaus wurde nach Plänen von HPP Architekten saniert bietet auf 13 Geschossen 206 Zimmer, ein Foyer- und einen Barbereich im Erdgeschoss sowie eine großzügige Dachterrasse.

Ein weiterer Blick auf den Senckenbergturm. Copyright: NAS
Ein weiterer Blick auf den Senckenbergturm. Copyright: NAS

Das Anfang der 1960er Jahre vom Düsseldorfer Architekten Paul Schneider-Esleben erbaute Hochhaus ergänzte seinerzeit den Deutschland-Hauptsitz der Commerzbank in Düsseldorf. Mit dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindlichen Stammsitz wurde es über eine heute noch bestehende gläserne Brücke verbunden. Im Jahr 1998 wurde das Gebäude nicht nur wegen seiner innovativen Vorhangfassade unter Denkmalschutz gestellt. Sie gilt als die erste elementierte Hochhausfassade in Deutschland. Die vorgefertigten, eloxierten Aluminiumpaneele zeichnen sich durch die markant gerundeten Fensteröffnungen aus und konnten ohne zusätzliche Rahmenkonstruktion am Gebäude angebracht werden.

Hochhausrahmenplan für Düsseldorf

Gerade in Düsseldorf spielen Hochhäuser derzeit eine wichtige Rolle. Zwei Jahre diskutierten Politik, der Hochhausbeirat und externe Fachleute wie ein neuer Hochhausrahmenplan aussehen kann. Bis Anfang Juli konnten die Bewohner sich zu den Vorschlägen der Experten äußern, eigene Ideen einbringen. Dies alles wird nun noch einmal in den Gremien diskutiert und in ein endgültiges Dokument gegossen.

Weltweit steigt die Anzahl von Hochhausprojekten, und auch der Immobilienmarkt in Düsseldorf erlebt eine größere Nachfrage. Das Ziel des neuen Rahmenplans ist, diese Dynamik im Sinne einer zeitgemäßen Stadtentwicklung strategisch, maßvoll und nachhaltig zu nutzen. Neue Hochhäuser sollen auf der Charakteristik und den Stärken Düsseldorfs fußen. Die formulierten Leitlinien dienen als Prüfkatalog und beziehen sich auf die Schwerpunkträume für die Hochhausentwicklung.