Sony Center in Berlin: Oxford Properties präsentiert Masterplan für den Umbau

Sony Center in Berlin: Oxford Properties präsentiert Masterplan für den Umbau

Sony Center in Berlin: Oxford Properties präsentiert Masterplan für den Umbau
Umgestaltetes Forum und neue Food Hall im Sony Cente am Potsdamer Platz. Copyright: Realace GmbH.

Das Sony Center ist in die Jahre gekommen. Jetzt wird das berühmte Ensemble am Potsdamer Platz für rund 200 Millionen Euro modernisiert. Wo die Schwerpunkte liegen, hat IMMOBILIEN AKTUELL bei einem Vor-Ort-Termin ergründet.

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Rund 21 Jahre sind seit der Eröffnung des Sony Centers in Berlin vergangen: Jetzt wird das berühmte Bauensemble am Potsdamer Platz zum ersten Mal saniert und umgebaut. Der Eigentümer, die Oxford Properties Group mit Hauptsitz in Toronto, investiert dafür rund 200 Millionen Euro. Jay Drexler, Vice President Office, Retail & Life Science Europe von Oxford Properties, erklärte bei der Präsentation des Masterplanes: „Wir werden den Campus-Charakter und den Erlebnisfaktor stärken, damit die Menschen mehr von ihrem Tag im Büro haben.“

Jay Drexler von Oxford Properties im Forum. Copyright: Mara Kaemmel.

Update für Berliner Wahrzeichen

Das Sony Center gilt als ein Wahrzeichen des Potsdamer Platzes. Der gemischt genutzte Komplex wurde von Helmut Jahn entworfen und besteht aus acht Gebäuden mit überwiegend Büros, aber auch mit Restaurants, Einzelhandel und Wohnungen. Sie gruppieren sich um das Forum, einen Platz, der von einem zeltartigen Dach überspannt wird. Den Abschluss nach Osten bildet der Bahntower, die Zentrale der Deutschen Bahn.

Die Deutsche Kinemathek, das Museum für Film und Fernsehen, hat hier ihre Ausstellungräume und zieht Besucher an. Das ehemalige IMAX-Kino ist dagegen geschlossen. Auch der ehemalige Kaisersaal ist seit 2018 zu: Das einzige historische Relikt aus Vorkriegszeiten auf dem Areal wird ebenfalls umgebaut. Insgesamt wirkt der ganze Platz mit seinem großen, flachen Springbrunnen in der Mitte und dem Wechsel aus schwarzen Pflastersteinen und Metallplatten wenig einladend. Das soll sich jetzt ändern.

Blick in den Silbersaal, der gerade restauriert und umgebaut wird. Copyright: Mara Kaemmel.

Oxford Properties hat für das Update die ehemaligen Planer wieder ins Boot geholt: die Jahn Architekten und PWP Landscape Architecture, die für das neue Design des Forums zuständig sind. Helmut Jahn hat bis zu seinem Tod im Mai 2021 noch selbst an der Neugestaltung mitgearbeitet.

Als Vertreter für das Architekturbüro erläuterte Steven Cook das Projekt. „Die Menschen erwarten heute mehr von ihrem Arbeitsplatz als noch vor 25 Jahren. Damals lag der Schwerpunkt der Planung auf einer ruhigen, geordneten Umgebung, um konzentriertes und fokussiertes Arbeiten zu fördern. Obwohl das noch immer wichtig ist, muss der Arbeitsplatz von heute mehr leisten: Gefragt sind unkomplizierte Lösungen für den kreativen Austausch mit den Kollegen, aber auch Orte, die Entspannung und Erholung bieten.“ 

Begegnung und Austausch, Gastronomie und Unterhaltung

Konkret heißt das: Ab Frühjahr 2022 werden innerhalb von zwei Jahren rund 50.000 Quadratmeter Bürofläche modernisiert und mit digitaler Infrastruktur ausgestattet. Die Bürolobbys wandeln sich von nüchternen Eingangsbereichen in attraktive Treffpunkte, so wie in Hotels. Orte also, an denen Begegnung und Austausch möglich sind. Das Gebäude mit dem ehemaligen IMAX-Kino wird aufwändig umgebaut. Drei Etagen sind für eine Food-Hall des Londoner Castro-Inkubators KERB vorgesehen, die sich mit Balkons zum Forum hin öffnen.

In den alten Großraum-Kinosaal werden zwei Etagen für Büros eingezogen. Da das Sony Center aber weiterhin Anziehungspunkt für Filmliebhaber sein soll, wird ein Boutique-Kino mit drei Sälen geschaffen. Neben Gastronomie und Unterhaltung sind fünf Fitnessbereiche geplant, die Raum für Angebote wie ein Spin-Bike-Zentrum, eine Boulderhalle oder ein Yogastudio bieten. Die nötigen Duschen und Umkleiden sind bereits projektiert.

Modernisierung der Büroflächen im Sony Center am Potsdamer Platz. Copyright: Quincy Quartey_Studio Odey.

Es wird ein Plus an Einzelhandel geben. Trek Bicycle eröffnet hier einen 500 Quadratmeter großen Store mit Markenfahrrädern verschiedener Hersteller und einen Werkstattservice. Hinzu kommen vielfältige Restaurants im Forum und eine Rooftop Bar, die auch Besucher der nahegelegenen Philharmonie anlocken sollen. Voraussichtlich bereits im Frühjahr 2022 werden im historischen Rest des Grand Hotels Esplanade das Snack-Restaurant The Deli sowie das Frederick´s eingeweiht, das zwei Bars im Silbersaal sowie ein Restaurant umfasst.

Auch der stuckverzierte Kaisersaal feiert Wiedereröffnung. Der Umbau, die Restaurierung und Sanierung der insgesamt 1.800 Quadratmeter großen Fläche laufen derzeit auf Hochtouren. Die Wände in den Bars und dem Restaurant wurden von Streetart-Künstlern gestaltet. Jürgen Klümpen, Managing Director Germany des Konzeptgebers Rhubarb Hospitality Collection (RHC), erklärte: „Wir wollen damit eine wohlige Atmosphäre schaffen, damit sich die Gäste nicht wie im Museum fühlen.“

„Wir öffnen das Zentrum des Platzes“

Für den Neuentwurf des Forums haben sich die Planer von PWP nicht nur beliebte Plätze in Berlin, sondern auch in Europa angeschaut. Das Zeltdach bleibt erhalten, am Boden wird sich dagegen alles ändern. Die Metallplatten sollen entfernt und durch andere Materialien wie Holz und Stein ersetzt werden. Auch der große Springbrunnen muss weichen.

David Walker erläuterte die Grundidee: „Wir öffnen das Zentrum des Platzes, damit er genutzt werden kann.“ Die Mitte ist damit frei für Events, Konzerte, Marktstände oder eine Eislaufbahn. Das Element Wasser wird sich an anderer Stelle wiederfinden. Darüber hinaus lassen die Landschaftsplaner hohe Bäume setzen. Sie sorgen im Sommer für mehr Schatten und für ein angenehmes Klima.

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