The Cradle: Düsseldorfs erstes Holzhybrid-Bürogebäude ausgezeichnet

The Cradle: Düsseldorfs erstes Holzhybrid-Bürogebäude ausgezeichnet

The Cradle: Düsseldorfs erstes Holzhybrid-Bürogebäude ausgezeichnet
The Cradle ist Düsseldorfs erstes Bürogebäude, das in Hybridbauweise errichtet wird. Wichtigstes Baumaterial: Holz. Copyright: bloomimages

Düsseldorfs erstes Holzhybrid-Bürogebäude, entworfen von HPP Architekten nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip, wird im Rahmen des Heinze ArchitekTOUR Kongresses mit dem Sonderpreis BIM des Heinze ArchitektenAWARDs 2020 ausgezeichnet.

Das BIM-Modell von "The Cradle". Copyright: HPP Architekten
Das BIM-Modell von "The Cradle". Copyright: HPP Architekten

Unter insgesamt 420 Wettbewerbsbeiträgen von Architekten, Planern und Studenten hat sich das Holzhybrid-Bürogebäude "The Cradle" gegen die Konkurrenz durchgesetzt und wurde mit dem Sonderpreis als bestes BIM-Projekt ausgezeichnet. Beim Building Information Modeling (BIM) werden Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert, erfasst und das Gebäude als virtuelles Modell geometrisch visualisiert.

Holzhybrid-Bürogebäude entsteht nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip

Das charakteristische Holzhybrid-Bürogebäude entsteht aktuell im Düsseldorfer Medienhafen nach dem Cradle-to-Cradle®-Prinzip, entworfen von HPP Architekten und entwickelt von INTERBODEN. Es ist ein Leuchtturmprojekt für die Immobilienbranche und wird Impulse für die Zukunft des Bauens setzen. Die Erbauer verstehen und konzipieren das Gebäude als Rohstofflager und erzeugen dabei weniger Sondermüll im Betrieb und für den späteren Abbruch.

Bis auf die Untergeschosse, das Erdgeschoss und der Kern sind alle wesentlichen Bauelemente aus Holz. Die weithin sichtbare, prägnante rautenförmige Struktur verbindet Fassade und Tragwerk. Parametrisch 3D entworfen übernimmt das äußere Tragwerk durch seine unterschiedliche Dimensionierung in der Tiefe  -  je nach Himmelsrichtung  -  zusätzlich die Verschattungsfunktion. Die entstehende Tiefe von Tragwerk und Fassade führt in Richtung Hafenbecken zur Ausbildung nutzbarer Loggien. Ohne 3D/BIM, ohne die Erstellung eines digitalen Zwillings, wäre dieses Projekt nicht entstanden.

Das müssen Sie über "The Cradle" in Düsseldorf wissen

Die Tiefbauarbeiten begannen im April 2020. Ziel bei "The Cradle" ist, den CO2-Ausstoß auf ein Minimum zu reduzieren und den Großteil der Bestandteile aus recyclebaren Materialien herzustellen, die anschließend wieder in den Materialkreislauf zurückgegeben werden können. Alle verbauten Materialien lassen sich im BIM-Modell über einen Material Passport zurückverfolgen und genaustens nach Art, Lebensdauer und Position bestimmen. Die Einhaltung des Cradle-to-Cradle-Prinzips hat bei dem Projekt oberste Priorität: Demnach dürfen die Materialien und Verbindungen keine giftigen Stoffe enthalten, wofür bei diesem Projekt eine sogenannte „banned list“ besteht. 

"The Cradle" soll nach seiner Fertigstellung in der zweiten Jahreshälfte 2022 auf insgesamt circa 7.200 Quadratmetern nicht nur moderne Räumlichkeiten für Büros und Co-Working (6.600 Quadratmeter) bieten, sondern auch Gastronomieflächen (600 Quadratmeter) mit direktem Bezug zum Düsseldorfer Medienhafen. 

Video: Die Besonderheiten des Düsseldorfer Bürohauses

Die Nachhaltigkeit von "The Cradle" überzeugt nachhaltig

Ein Blick in die Büros offenbart den wichtigsten Baustoff: Holz. Copyright: bloomimages
Ein Blick in die Büros offenbart den wichtigsten Baustoff: Holz. Copyright: bloomimages

Um das Thema Nachhaltigkeit konsequent umzusetzen, erhält "The Cradle" einen stationsgebundenen Mobility Hub mit E-Stationen, Car- und Bike-Sharing. Das Mobilitätskonzept ist halb öffentlich und somit für "The Cradle"-Nutzer als auch für die interessierte Nachbarschaft zugänglich. Auf diese Weise tragen die Projektverantwortlichen einem sich ändernden Mobilitätsverhalten schon heute Rechnung.

Schon vor Baubeginn überzeugte der HPP-Entwurf des Gebäudes mit seinem ganzheitlichen und zukunftsweisenden Konzept und erhielt neben dem international renommierten MIPIM/The Architectural Review Future Project Award den Innovationspreis der ICONIC Awards. Die renommierte Fachjury des Heinze ArchitektenAWARDs überzeugte nun für die Auszeichnung mit dem begehrten Sonderpreis BIM neben der markanten Architektur die konsequente Anwendung von 3D/BIM. Hervorgehoben wurde die Entstehung einer weiteren Ebene, auf der BIM und Nachhaltigkeit im Projekt erfolgreich zusammengeführt werden.

„Die Auszeichnung mit dem Sonderpreis BIM ist für uns eine große Freude und bestätigt uns in unserem Anspruch neue Wege konsequent zu gehen. "The Cradle" ist eines der ersten Cradle-to-Cradle®-Projekte bei dem der ,Material Passport‘ mit dem BIM-Modell verknüpft ist und somit sämtliche Daten für einen späteren Rückbau digital zur Verfügung stehen. Dies ermöglicht eine Bewertung hinsichtlich ökologischer Folgewirkungen wie Gesundheitsklasse, Dekonstruktionseinstufung und Rezyklierbarkeit“, so Gerhard G. Feldmeyer, Senior Partner HPP Architekten.

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