The Cradle: Holzbau an Düsseldorfs erstem Holzhybrid-Bürogebäude gestartet

The Cradle: Holzbau an Düsseldorfs erstem Holzhybrid-Bürogebäude gestartet

The Cradle: Holzbau an Düsseldorfs erstem Holzhybrid-Bürogebäude gestartet
The Cradle ist Düsseldorfs erstes Bürogebäude, das in Hybridbauweise errichtet wird. Wichtigstes Baumaterial: Holz. Copyright: bloomimages

Düsseldorfs erstes Holzhybrid-Bürogebäude, entworfen von HPP Architekten nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip, startete in den Holzbau. Welche Holzarten warum verbaut werden und was der Einsatz des Baustoffes Holz an CO2 einspart, erfahren Sie hier.

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Das BIM-Modell von "The Cradle". Copyright: HPP Architekten
Das BIM-Modell von "The Cradle". Copyright: HPP Architekten

Artikel vom 4. Dezember 2020: Unter insgesamt 420 Wettbewerbsbeiträgen von Architekten, Planern und Studenten hat sich das Holzhybrid-Bürogebäude "The Cradle" gegen die Konkurrenz durchgesetzt und wurde mit dem Sonderpreis als bestes BIM-Projekt ausgezeichnet. Beim Building Information Modeling (BIM) werden Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert, erfasst und das Gebäude als virtuelles Modell geometrisch visualisiert.

Holzhybrid-Bürogebäude entsteht nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip

Das charakteristische Holzhybrid-Bürogebäude entsteht aktuell im Düsseldorfer Medienhafen nach dem Cradle-to-Cradle®-Prinzip, entworfen von HPP Architekten und entwickelt von INTERBODEN. Es ist ein Leuchtturmprojekt für die Immobilienbranche und wird Impulse für die Zukunft des Bauens setzen. Die Erbauer verstehen und konzipieren das Gebäude als Rohstofflager und erzeugen dabei weniger Sondermüll im Betrieb und für den späteren Abbruch.

Bis auf die Untergeschosse, das Erdgeschoss und der Kern sind alle wesentlichen Bauelemente aus Holz. Die weithin sichtbare, prägnante rautenförmige Struktur verbindet Fassade und Tragwerk. Parametrisch 3D entworfen übernimmt das äußere Tragwerk durch seine unterschiedliche Dimensionierung in der Tiefe  -  je nach Himmelsrichtung  -  zusätzlich die Verschattungsfunktion. Die entstehende Tiefe von Tragwerk und Fassade führt in Richtung Hafenbecken zur Ausbildung nutzbarer Loggien. Ohne 3D/BIM, ohne die Erstellung eines digitalen Zwillings, wäre dieses Projekt nicht entstanden.

Das müssen Sie über "The Cradle" in Düsseldorf wissen

Die Tiefbauarbeiten begannen im April 2020. Ziel bei "The Cradle" ist, den CO2-Ausstoß auf ein Minimum zu reduzieren und den Großteil der Bestandteile aus recyclebaren Materialien herzustellen, die anschließend wieder in den Materialkreislauf zurückgegeben werden können. Alle verbauten Materialien lassen sich im BIM-Modell über einen Material Passport zurückverfolgen und genaustens nach Art, Lebensdauer und Position bestimmen. Die Einhaltung des Cradle-to-Cradle-Prinzips hat bei dem Projekt oberste Priorität: Demnach dürfen die Materialien und Verbindungen keine giftigen Stoffe enthalten, wofür bei diesem Projekt eine sogenannte „banned list“ besteht. 

"The Cradle" soll nach seiner Fertigstellung in der zweiten Jahreshälfte 2022 auf insgesamt circa 7.200 Quadratmetern nicht nur moderne Räumlichkeiten für Büros und Co-Working (6.600 Quadratmeter) bieten, sondern auch Gastronomieflächen (600 Quadratmeter) mit direktem Bezug zum Düsseldorfer Medienhafen. 

Video: Die Besonderheiten des Düsseldorfer Bürohauses

Die Nachhaltigkeit von "The Cradle" überzeugt nachhaltig

Ein Blick in die Büros offenbart den wichtigsten Baustoff: Holz. Copyright: bloomimages
Ein Blick in die Büros offenbart den wichtigsten Baustoff: Holz. Copyright: bloomimages

Um das Thema Nachhaltigkeit konsequent umzusetzen, erhält "The Cradle" einen stationsgebundenen Mobility Hub mit E-Stationen, Car- und Bike-Sharing. Das Mobilitätskonzept ist halb öffentlich und somit für "The Cradle"-Nutzer als auch für die interessierte Nachbarschaft zugänglich. Auf diese Weise tragen die Projektverantwortlichen einem sich ändernden Mobilitätsverhalten schon heute Rechnung.

Schon vor Baubeginn überzeugte der HPP-Entwurf des Gebäudes mit seinem ganzheitlichen und zukunftsweisenden Konzept und erhielt neben dem international renommierten MIPIM/The Architectural Review Future Project Award den Innovationspreis der ICONIC Awards. Die renommierte Fachjury des Heinze ArchitektenAWARDs überzeugte nun für die Auszeichnung mit dem begehrten Sonderpreis BIM neben der markanten Architektur die konsequente Anwendung von 3D/BIM. Hervorgehoben wurde die Entstehung einer weiteren Ebene, auf der BIM und Nachhaltigkeit im Projekt erfolgreich zusammengeführt werden.

„Die Auszeichnung mit dem Sonderpreis BIM ist für uns eine große Freude und bestätigt uns in unserem Anspruch neue Wege konsequent zu gehen. "The Cradle" ist eines der ersten Cradle-to-Cradle®-Projekte bei dem der ,Material Passport‘ mit dem BIM-Modell verknüpft ist und somit sämtliche Daten für einen späteren Rückbau digital zur Verfügung stehen. Dies ermöglicht eine Bewertung hinsichtlich ökologischer Folgewirkungen wie Gesundheitsklasse, Dekonstruktionseinstufung und Rezyklierbarkeit“, so Gerhard G. Feldmeyer, Senior Partner HPP Architekten.

Website zum Leuchtturmprojekt

Pionierprojekt startet mit dem Holzbau

Update vom 28. April 2022: Am The Cradle im Düsseldorfer Medienhafen starten die Holzbauarbeiten. Rund 2.150 Kubikmeter Holz (1.750 Kubikmeter Fichte, 225 Kubikmeter Lärche und 175 Kubikmeter Buche) aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa werden in dem Holzhybridbau in den nächsten sechs Monaten verbaut. Das bedeutet, dass Holz mit anderen Baustoffen kombiniert und überall dort eingesetzt wird, wo es endliche Materialien wie Beton, Stahl oder Kunststoffe ersetzen kann. Größtenteils findet das Material Einzug in den Decken, Stützen sowie in der charakteristischen Außenfassade des Gebäudes. Im Sinne der Cradle to Cradle®-Philosophie sind die verwendeten Materialien des Gebäudes zu 97,7 Prozent kreislauffähig und dementsprechend wiederverwertbar. So wird zum Beispiel das Holz bei einem möglichen Rückbau des Gebäudes wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt und wiederverwendet.

Infografik zum Holzbau an "The Cradle". Copyright: INTERBODEN Gruppe
Infografik zum Holzbau an "The Cradle". Copyright: INTERBODEN Gruppe

Jede Holzsorte wurde aufgrund ihrer individuellen Eigenschaften für den jeweiligen Verwendungszweck ausgewählt. So wird zum Beispiel bei der Fassade Lärche verwendet, die durch ihren geraden Wuchs und ihre hohe Dichte für eine lange Lebensdauer und Tragkraft steht. Für die Stützen wird Buche verwendet, da diese eine hohe Festigkeit aufweist. Im Innenbereich – insbesondere in den Decken – wird Fichtenholz verwendet, das sich durch Vielseitigkeit und Robustheit auszeichnet.

Für den Holzbau arbeitet INTERBODEN mit dem Unternehmen DERIX zusammen. „Wir sind kontinuierlich auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, das Bauen mit Holz noch nachhaltiger und ressourcenschonender zu gestalten, als es ohnehin schon ist. Als erstes Unternehmen unserer Branche haben wir die Rücknahme gebrauchter Holzbauteile für unsere Kund:innen zum Standard gemacht“, sagt Markus Steppler, Vertriebsleiter bei DERIX. The Cradle fungiert als Materiallager. Durch reversible Verbindungen wird eine größtmögliche Kreislauffähigkeit durch Demontierbarkeit erreicht. 

Blick auf die Baustelle von The Cradle,
 wo nun der Holzbau beginnt. Copyright: INTERBODEN Gruppe
Blick auf die Baustelle von The Cradle, wo nun der Holzbau beginnt. Copyright: INTERBODEN Gruppe

„Berechnungen zufolge wird der CO2-Fußabdruck in der Konstruktion um rund 1.900 Tonnen im Vergleich zu konventionellen Gebäuden reduziert. Dies entspricht etwa neun Millionen Kilometer Flugstrecke (224 Weltumrundungen) und einer Reduktion von rund 40 Prozent Kohlendioxid im Vergleich zu herkömmlichen Gebäuden. Der Einsatz von Holz, anstelle von endlichen Rohstoffen, ist hierfür der entscheidende Faktor“, erklärt Andreas Willms, Projektleiter The Cradle von INTERBODEN. The Cradle ist das dritte Projekt des Projektentwicklers INTERBODEN im Düsseldorfer Medienhafen. Mit dem Beginn des Holzbaus ist sogleich die Finalisierung des Rohbaus vollzogen. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für das erste Halbjahr 2023 vorgesehen. 

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