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Baustoppquerelen um Grandhotel Astoria in Leipzig

Aus Sicherheitsgründen mussten die Bauarbeiten am Astoria zuletzt gestoppt werden. Nun wurde der Baustopp wieder aufgehoben. Unterdessen will der Betreiber des Nachbarhotels eine Änderung des Bauvorhabens vor Gericht erwirken.

Bei der Revitalisierung des Leipziger Astorias lief alles nach Plan, als plötzlich ein Baustopp verhängt wurde. Alles über die nachfolgenden Querelen. Das legendäre Hotel Astoria in Leipzig wird revitalisiert. Bildquelle: Jan Zimmermann für W&R IMMOCOM
Von Redaktion IMMOBILIEN AKTUELL Magazin / Jan Zimmermann, 12.08.2019

Schockmoment bei der Revitalisierung des Grandhotels Astoria in Leipzig: Nachdem das Projekt bisher ganz nach Plan verlaufen war, verhängte das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege am 26. Juli überraschenderweise einen Baustopp. Die Gründe hierfür lagen wohl in einer mangelhaften Baustellenabsicherung. Ausgangspunkt war ein Antrag auf bauaufsichtliches Einschreiten durch den Eigentümer des benachbarten Best Western Hotels, der Hotel zum Löwen GmbH. Diese beklagte herabfallende Steine, die sich bei Stemmarbeiten im Dachgeschoss gelöst und auf ihr Grundstück herabgestürzt waren, sowie eine übermäßige Belastung durch Staub und Lärm.

Stress mit dem Nachbarn

Offenbar steckte jedoch mehr dahinter als bloß akute Mängel: Der Astoria-Nachbar hatte schon 2018 Widerspruch gegen die im Juli selbigen Jahres erteilte Baugenehmigung eingereicht. Diese weise laut Klaus Füßer, dem Anwalt der Hotel zum Löwen GmbH, gröbste Mängel auf. So ginge etwa das Schallschutzgutachten von zu wenig Betten aus. Deren tatsächliche Zahl würde sich nicht auf die veranschlagten 250 belaufen, sondern vielmehr auf das Doppelte, da die geplanten 250 Zimmer für je zwei Personen gedacht seien.

Auch seien die anberaumten 26 Lieferverkehre pro Woche zu knapp bemessen, die mehr oder weniger direkt vor dem Best Western abgewickelt würden. Die Planung berücksichtige dabei nicht die umfangreichen Kongress- und Veranstaltungsräume, die entstehen sollen: Ein 800 Quadratmeter großer Bankettbereich für bis zu 1.000 Personen im Hof des Hotels sowie fünf Ballsäle und sechs Konferenzräume im Bestandsgebäude. Weitere Streitpunkte sind zudem die Andienung der Tiefgarage mit 60 Stellplätzen, die Müllentsorgung sowie die Abstandsflächen, welche allesamt nicht normgerecht seien.

Bauarbeiten am Grandhotel Astoria in Leipzig fortgesetzt

Der Widerspruch wurde damals vom Leipziger Baudezernat abgelehnt, weshalb die Hotel zum Löwen GmbH beim Verwaltungsgericht Klage gegen die Stadt Leipzig einreichte. Mittlerweile hat das Unternehmen zusätzlich eine Verfügung beantragt, wonach der Baustopp so lange bestehen soll, bis in der Hauptsache entschieden sei, was sich freilich als herber Rückschlag für die Revitalisierung des Astorias erwiesen hätte. Zur Freude des Astoria-Eigentümers, der VIVION Investment GmbH, dürfen nun allerdings, nach einer erneuten Ortsbesichtigung durch das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege am 6. August, die Bauarbeiten vorerst fortgesetzt werden. Der Bauherr habe, so das Amt, die geforderte Sicherheitskonzeption vorgelegt und umgesetzt, so dass nun von einer sicheren Betreibung der Baustelle ausgegangen werden könne.

Ein Schatten bleibt

Das Astoria wird nach Plänen des Berliner Architekturbüros wolff:architekten revitalisiert. Bis Juli wurde das Hauptgebäude noch komplett entkernt und die Anbauten im Hof abgerissen. Nun beginnen die Rohbauarbeiten. Neben den bereits erwähnten Räumlichkeiten erhält das Grandhotel einen Spa- und Wellnessbereich im Erdgeschoss sowie eine Rooftop-Bar. Wenn alles glattgeht, wird das Astoria Ende 2020 als Vier-Sterne-Superior wiedereröffnen. Noch liegt allerdings der Schatten der Klage am Verwaltungsgericht auf dem ehrwürdigen Haus. Sollte das Gericht dieser stattgeben, zöge dies wohl umfangreiche Änderungen am Bauvorhaben nach sich, die das Projekt mindestens um Monate zurückwerfen würden.

 

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