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Diese 12 Bauprojekte entstehen aktuell im BER-Umfeld

Investoren, Bauherren und Projektentwickler blicken derzeit gespannt auf die Entwicklung in der südlichen Hauptstadtregion. Wir stellen Ihnen einige interessante Bauvorhaben, die dort in die Höhe wachsen, vor.

Investoren, Bauherren und Projektentwickler blicken derzeit gespannt auf die Entwicklung in der südlichen Hauptstadtregion. Wir stellen Ihnen einige interessante Bauvorhaben, die dort in die Höhe wachsen, vor. Bald das höchste Gebäude in Brandenburg? Der Schönefeld Tower von TAMAX. Quelle: TAMAX Unternehmensgruppe.
Von Redaktion IMMOBILIEN AKTUELL MAGAZIN / Matthias Klöppel, 30.03.2020

Zahlreiche Faktoren sorgen aktuell für einen Bauboom im Berliner Südraum, darunter nicht zuletzt die für diesen Oktober geplante Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens. Experten sind sich einig, dass der BER zu einer starken Entwicklungsdynamik beitragen wird, die sich auf alle Segmente des Immobilienmarktes auswirkt. Nach Meinung von Catella Research zum Beispiel geht mit der Inbetriebnahme strukturell eine Veränderung der Berliner Büromarkt-Geographie einher. Ein „Schwenk in den Süden“ stehe bevor bzw. eine weitere dynamische Entwicklung um Adlershof und im Umfeld des BER selbst, meint Catella-Analyst Dr. Thomas Beyerle.

Deutliche Schübe im Personen- und Warenverkehr, für die Neuansiedlung von Unternehmen mit Flughafenbezug und den Bau großflächiger Wohnungsprojekte werden ebenfalls erwartet – mitunter zeigen sich diese schon jetzt. „Wir erleben zum Teil schon bemerkenswerte Wertzuwächse und das wird sich in den nächsten Jahren sicher noch verstärken“, betont Gabriel Khodzitski, Gründer und CEO des IT-Dienstleisters für Immobilien PREA GmbH.

In einem Überblick präsentieren wir zwölf Bauprojekte, die die hohe Anziehungskraft der Flughafenregion widerspiegeln (die Nummerierung ist ohne Wertung).

1. Schönefeld Tower – höchster Neubau in Brandenburg

Mit 110 Metern Höhe und 28 Geschossen könnte der Schönefeld Tower das höchste Gebäude in Brandenburg werden. Dafür will der Projektentwickler TAMAX rund 300 Millionen Euro in die Hand nehmen. Angedacht ist eine Mischung aus Büro-, Hotel- und Boardinghouse-Nutzung. Das Hochhaus ist Teil eines Gewerbe-Campus mit vier weiteren kleineren Gebäuden.

Der Komplex erwächst auf einem rund 34.000 Quadratmeter großen Grundstück direkt am Eingangstor zur BER-Airport-Region sowie zur Gemeinde Schönefeld mit dem gleichnamigen Airport-Park. Ein rechtskräftiger Bebauungsplan liegt bereits vor. Die künftige Bruttogeschossfläche soll bis zu rund 70.000 Quadratmeter betragen. Mit einer Fertigstellung ist bis Ende 2024 zu rechnen.

Visualisierung Schönefeld Tower. Copyright: TAMAX Unternehmensgruppe.

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2. Integratives Quartier in Adlershof

Auf einer 2,7 Hektar großen Brachfläche am Rand des Technologieparks Adlershof an der Hermann-Dorner-Allee/Karl-Ziegler-Straße errichtet die DIRINGER & SCHEIDEL Bauunternehmung GmbH & Co. KG als Generalübernehmerin im Auftrag der landeseigenen HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH elf Wohnhäuser, eine 500 Quadratmeter große Kita sowie 1.000 Quadratmeter Gewerbefläche.

Von den insgesamt 613 Wohnungen werden 108 als 25 Quadratmeter große, unmöblierte Mikro-Apartments für Studierende geplant. Die verbleibenden 505 Mietwohnungen werden gemäß der Kooperationsvereinbarung mit dem Land Berlin als geförderter Wohnraum zu Einstiegsmieten ab 6,50 beziehungsweise 8,20 Euro pro Quadratmeter vermietet. Die andere Hälfte zu durchschnittlich unter zehn Euro pro Quadratmeter.

Auch an ein klimafreundliches Gesamtkonzept wird gedacht. Photovoltaik, CO2-freier Mieterstrom und energiesparende Anlagentechnik sorgen für eine gute Ökobilanz. Die Fertigstellung des Quartiers Wohnen am Campus erfolgt im Herbst 2022.

Visualisierung "Wohnen am Campus". Copyright: Vizoom für blocher partners (Blocher GmbH).

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3. Eigentumswohnungen in Altglienicke

Im grünen Berliner Stadtteil Altglienicke baut die Streletzki Gruppe seit Ende 2019 das Wohnensemble Zaunkönige, bestehend aus acht Stadtvillen mit insgesamt 144 Eigentumswohnungen und Gemeinschaftsgärten. Das äußere Erscheinungsbild der Gebäude wird klassisch modern gestaltet. Geradlinige Formen und sandbeige Klinker prägen die Gebäude, die im Jahr 2021 bezugsfertig sein sollen.

Visualisierung Projekt Zaunkönige. Copyright: Streletzki Gruppe.

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4. Landmark-Building für kluge Köpfe

Bis Mitte dieses Jahres erweitert der Bürocampus BRAIN BOX BERLIN das Flächenangebot auf dem Berliner Büromarkt um weitere 24.000 Quadratmeter.  Das Gebäudeensemble am Standort Adlershof ist 400 Meter lang und schlängelt sich in zwei Bauteilen wellenförmig entlang der Autobahn BAB 113. Markanter Blickfang ist ein 34 Meter hoher Turm

Überzeugen will der 110-Millionen-Euro-Neubau der PROFI PARTNER Projekt GmbH, welcher im vergangenen September Richtfest feierte, mit einer größtmöglichen Flexibilität bei den Büroorganisationsformen: die kleinste Einheit umfasst 149 Quadratmeter, eine komplett anmietbare Etage gewährt bis zu 3.074 Quadratmeter Raum. Zielgruppe sind die klugen Köpfe Berlins. Sie sollen einen neuen Anlaufpunkt zum Forschen, Entwickeln und Produzieren finden.

Die im Bau befindliche BRAIN BOX BERLIN. Copyright: PROFI PARTNER Projekt GmbH.

Die Website des Projektes

5. Gewerbequartier mit Hochhaus am neuen Flughafen

Die IGP Projekt GmbH plant in Waltersdorf ein neues Gewerbequartier mit Airport-Anbindung. Mittelpunkt des zwischen den Bundesautobahnen A113 und A117, in Reichweite des geplanten S-Bahnhofs Waltersdorf und direkt an der Zufahrt zum neuen Flughafen gelegenen Gewerbequartiers soll ein Hochhaus werden. Dieses wurde auf den Namen „The Walter“ getauft. Umgeben sein wird der weithin sichtbare Hochpunkt von einem Sockelbau. Erste Erschließungsarbeiten für den 60.000 Quadratmeter großen, vom renommierten Architekten Prof. Peter P. Schweger geplanten Gebäudekomplex sollen bereits 2021 beginnen. Die Fertigstellung ist für Mitte 2023 geplant. 

6. Wohnen im „Ritterschlag“

Sir Percival, Sir Tristam, Sir Kay, Sir Gareth und Sir Bedivere – so heißen die Haustypen, nach denen Bonava knapp 300 Reihen-, Doppel- und freistehende Einfamilienhäuser in der brandenburgischen Gemeinde Schulzendorf in mehreren Bauabschnitten errichtet. Die Häuser bieten zwischen rund 80 und 150 Quadratmeter Wohnfläche.

Das Bauprojekt befindet sich im Ritterschlag, dem zentralen Entwicklungsquartier in Schulzendorf. Im nördlichen Bereich ist Bonava aktiv. Das Unternehmen agiert auf zwei Baufeldern mit insgesamt gut zehn Hektar Fläche. Auf Baufeld eins waren die ersten Bagger im Frühjahr 2018 angerollt, Ende Mai 2019 wurde ein erstes Richtfest gefeiert. Bis spätestens Ende 2023 sollen alle Objekte schlüsselfertig übergeben sein, so der Zeitplan.

Weiter südlich im „Ritterschlag“ entstehen zeitgleich auf insgesamt rund 6,7 Hektar Fläche weitere 58 Ensemblehäuser, 112 Doppelhaushälften und vier Einfamilienhäuser. Dafür verantwortlich zeichnet die in Stade ansässige Hanseatische Immobilien Treuhand, kurz hit. Viele Häuser sind bereits errichtet und bezogen. Mit einer finalen Fertigstellung sei für 2021 zu rechnen, heißt es.

7. Bürocampus mit Hotel

In unmittelbarer Nähe zum BER und direkter Umgebung zum S-Bahnhof Schönefeld-Waßmannsdorf wird für 230 Millionen Euro ein rund 50.000 Quadratmeter großer Bürocampus mit Business Hotel entwickelt. Als Projektentwickler fungiert die Alfons & Alfreda Management GmbH, die für den neuen Bürocampus ein Joint Venture mit der aamundo Immobilien Gruppe aus Frankfurt und dem Investmentkonsortium um die Family Offices Fontas und Mogk GmbH & Co. KG aus Nürnberg eingegangen ist.

Bereits im Juni 2019 hatte die Alfons & Alfreda Management GmbH das für den Campus vorgesehene, über 35.000 Quadratmeter große Grundstück mit Baurecht erworben. Als Generalplaner ist das in Düsseldorf ansässige Architekturbüro Phase 5 beauftragt.

8. BB Busines Hub: Bürocampus für die Airport Region Berlin Brandenburg

Das Airport Center Schönefeld wird zum BB Business Hub, indem die Bestandsgebäude Hub 5 und Hub 7 in der Mittelstraße 5 und 7 bis zum dritten Quartal 2021 von der Alpine Finanz Bau GmbH um ein neues Landmark-Gebäude in der Mittelstraße 3 erweitert werden: das Hub 3. Der daraus resultierende Bürocampus wird insgesamt 35.000 Quadratmeter Mietfläche zur Verfügung stellen und dank flexibler Grundrisse, nutzerorientierter Ausstattung und verschiedener Preis- und Ausstattungssegmente direkt auf die Mieter zugeschnitten werden.

So steht das Hub 7 für perfekte Arbeitsbedingungen zu günstigen Mieten, während das teilklimatisierte Hub 5 gehobenen Arbeitskomfort verspricht. Auf keine Annehmlichkeit verzichten die Nutzer des künftigen Hub 3. Auf sieben Etagen verteilte 17.000 Quadratmeter klimatisierte Mietfläche warten unter anderem mit einer Gastro-Area, Meetingräumen sowie Fahrrad- und Pkw-Stellplätzen mit Elektrotanksäule auf. Eine Mieter-App wird die Mieter mit Service-Dienstleistern und der In-house-Gastronomie vernetzen und sogar Flugbuchungen ermöglichen.

Das Hub 3 vervollständigt den BB Business Hub. Foto: Alpine Finanz Bau GmbH 

9. Bundespolizei erhält neues Dienstgebäude

Mit einem Richtfest hatte die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) Mitte Januar die Fertigstellung des Rohbaus für das neue Dienstgebäude der Bundespolizei am BER gefeiert. Das Gebäude wird im Auftrag der FBB für die Bundespolizei durch den Generalunternehmer Goldbeck Nordost direkt am neuen Terminal T2 errichtet. Die Fertigstellung ist für den Frühsommer geplant. Das Objekt verfügt über eine Nettogeschossfläche von 2.600 Quadratmeter auf drei Etagen. Insgesamt wird es von rund 400 Mitarbeitern der Bundespolizei im Mehrschichtbetrieb genutzt. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund acht Millionen Euro.

Visualisierung Dienstgebäude Bundespolizei am BER. Copyright: Flughafen Berlin Brandenburg GmbH / Günter Wicker.

10. Urbaner Häuserkomplex an der Dahme

Am Nebenfluss der Spree, an der Dahme, entsteht das Stadtquartier 52° Nord, Wohnen am Wasser. 100.000 Quadratmeter beträgt das gesamte Areal entlang der Regattastraße in Berlin-Grünau – einschließlich einer 6.000 Quadratmeter neu angelegten Wasserfläche. Auf den insgesamt drei Baufeldern lässt die BUWOG Bauträger GmbH bis 2024 etwa 1.000 Wohnungen, die meisten im Eigentum, und eine Kindertagesstätte entstehen. Baubeginn für das erste Teilprojekt, das „Seefeld“, war bereits im Sommer 2015.

Eine Besonderheit ist, dass die BUWOG für das Quartier ein eigenes Nahwärmenetz mit einer Blockheizkraftwerk-Energiezentrale errichtet, wodurch im gesamten Quartier ein Primärenergiefaktor von Null erreicht wird.

Quartier 52° Nord. Copyright: BUWOG Bauträger GmbH.

11. Büropark mit 140.000 Quadratmetern

Einen weiteren Bürostandort mit flexiblen Flächen entwickelt die BAUWERT AG ganz in der Nähe des ehemaligen Betriebsbahnhofs Schöneweide in Berlin-Johannesthal. Das Unternehmen hat sich dafür ein knapp neun Hektar großes Grundstück gesichert. Geplant sind mehrere Bürokomplexe mit öffentlich zugänglichen begrünten Höfen, Cafés, Restaurants und Geschäften. Insgesamt soll der SQUARE 1 getaufte Büropark etwa 140.0000 Quadratmeter Nutzfläche bieten. Mit einem Baustart ist noch in diesem Jahr zu rechnen.

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12. Wohnen hinterm Schönefelder Rathaus

Im Ortskern der aufstrebenden Gemeinde Schönefeld realisiert die STRABAG Real Estate GmbH seit 2018 insgesamt 154 Wohnungen, verteilt auf fünf freistehende Häuser. Das Ensemble unter dem Namen Rathausvillen wurde von den Architekten Kathrin Cramer und Claus Neumann entworfen. Das Grundstück misst rund 11.000 Quadratmeter, die Gesamtnutzfläche beträgt etwa 12.000 Quadratmeter. Das Quartier ist oberirdisch autofrei, alle Häuser sind aber an eine Tiefgarage angeschlossen. Im Herbst 2020 sollen die Bewohner einziehen können.

Visualisierung Projekt "Rathausvillen". Copyright: STRABAG Real Estate GmbH.

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