Erfurt-Stotternheim: ATMIRA entwickelt für Amazon das größte Einzellogistikobjekt Deutschlands

Erfurt-Stotternheim: ATMIRA entwickelt für Amazon das größte Einzellogistikobjekt Deutschlands

Erfurt-Stotternheim: ATMIRA entwickelt für Amazon das größte Einzellogistikobjekt Deutschlands
In Erfurt entsteht ein gewaltiges Logistikzentrum für Amazon. (links) Tom auf Pixabay; (rechts) Amazon / www.patrick-Lux.de

Die ATMIRA-Gruppe realisiert den vierten Bauabschnitt im Internationalen Logistikzentrum (ILZ) in Erfurt-Stotternheim. Es wird ein viergeschossiges Logistikzentrum mit einer Mietfläche von 265.000 Quadratmetern für den alleinigen Mieter Amazon entstehen - mithin das größte jemals realisierte Einzellogistikobjekt Deutschlands.

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Beim Bau des Gebäudes wird besonderer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Infolgedessen wird es unter anderem über ein Gründach zur Retention von Wasser sowie eine Photovoltaikanlage zur lokalen Erzeugung eines wesentlichen Anteils des Stroms für den Betrieb verfügen und nach dem DGNB Gold Standard zertifiziert.

Die Immobilie, welche zugleich zu den größten und modernsten Robotic Logistik Immobilien in Europa gehören wird, kann künftig bis zu 550.000 Pakete pro Tag für Amazon abfertigen. Sie ergänzt ein bereits seit 2019 vor Ort betriebenes Amazon-Verteilzentrum. Der Online-Riese hat das neue Gebäude langfristig angemietet.

Bau der Logistikimmobilie liegt im Zeitplan

Die Fertigstellung der von der ATMIRA-Gruppe, einem Schwesterunternehmen der GIEAG Immobilien AG, projektierten Logistikimmobilie liegt voll im Zeitplan. Der erste Spatenstich mit Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein war am 24. Mai dieses Jahres erfolgt. Bei einer Begehung der Baustelle „Erfurt 1“ am 28. September 2022 konnten sich Presse und Besucher von den Baufortschritten überzeugen. Die Fertigstellung ist derzeit für 2024 vorgesehen.

Zuständig für die Errichtung von „Erfurt 1“ ist die Baufirma Max Bögl aus dem bayerischen Neumarkt. Diese ist spezialisiert auf Green Buildings mit einem hohen Anteil an Vorfertigung in den eigenen Werken. „Bedingt durch die Unabhängigkeit von den üblichen Einflüssen auf der Baustelle wie Wetter und Verarbeitungstemperaturen können wir die sehr hohen Anforderungen der ATMIRA an die Geschwindigkeit des Projektes und die Exaktheit der Bauteile sehr gut erfüllen“, betont Johann Braun, Vorstand von Max Bögl.

Mit Offenheit gegen den Argwohn

„Wir wissen, dass große Projekte oft mit Argwohn betrachtet werden. Das verstehen wir und versuchen, auch für die Bürger zusätzliche Aspekte zu integrieren. In Stotternheim werden wir gemeinsam mit den Vertretern des Ortsteils ein Konzept entwickeln, um eine Grünfläche von über 12.000 Quadratmetern für alle zugänglich zu machen. Wir stellen uns hier einen Naturpfad mit Schwerpunkt Wildbienen vor. Schließlich sind Bienen für über 70 Prozent unserer Ernährung unverzichtbar“, erläutert Tim Wiesener, als Geschäftsführer der ATMIRA-Gruppe für die Konzeption der Projekte verantwortlich.

Dennoch wurde etwa der Spatenstich von Protesten begleitet. Dabei kritisierte die Fraktion "Mehrwertstadt" die ihrer Ansicht nach falsche Ansiedlungspolitik von Oberbürgermeister Andreas Bausewein, die kleine Einzelhändler zugunsten von Großunternehmen benachteilige. Und Anwohner aus Stotternheim forderten umfangreichere Ausgleichsmaßnahmen für die bei dem Projekt anfallende Flächenversiegelung wertvollen Ackerbodens.

Die Finanzierung des Logistik-Großprojektes steht

Die pbb Deutsche Pfandbriefbank stellt gemeinsam mit der BayernLB und der Stadtsparkasse München als Senior-Konsortium ein Darlehen in Höhe von rund 254 Millionen Euro für die Finanzierung des Vorhabens zur Verfügung. Lenwood Capital GmbH arrangierte das Mezzanine-Kapital in Höhe von 58 Millionen Euro. Die pbb übernahm als Mandated Lead Arranger die Strukturierung der Finanzierung und fungiert während der Laufzeit als Facility- und Security Agent.

„Es freut uns sehr, dass wir in den gerade durchaus turbulenten Zeiten hochkarätige und verlässliche Finanzierungspartner gewinnen konnten. Die sinnvolle Ergänzung durch Mezzanine-Kapital von Lenwood und ein deutlicher EK-Anteil unserer Firmengruppe sorgen für die notwendige finanzielle Sicherheit für dieses Projekt", ergänzt Tim Wiesener.

ATMIRAs weiteres Logistikprojekt im Internationalen Logistikzentrum in Erfurt

Auf dem angrenzenden Grundstücksteil errichtet ATMIRA bereits seit letztem Jahr einen neuen Standort für den Logistikdienstleister Hermes. Das Objekt mit rund 52.000 Quadratmetern Mietfläche wird Ende 2022 fertiggestellt und an den Mieter übergeben. Hermes plant dementsprechend, den neuen Logistik-Hub in Erfurt bereits für das Versandgeschäft zu Weihnachten zu nutzen. 

Auch hier werden die hohen Standards des Projektentwicklers umgesetzt: Von einer Green Building Zertifizierung nach DGNB Gold über die intensive Beschäftigung mit der Gestaltung der Grünflächen bis zur Abstimmung von Maßnahmen zur Erhaltung des natürlichen Habitats von Pflanzen und Tieren reicht hier die Palette. Auch für die Nutzer wird es Annehmlichkeiten geben, die noch längst kein Standard bei anderen Gewerbeparks sind. Die bei der ATMIRA übliche Truckerlounge mit Aufenthaltsraum, Versorgungsstation und Duschen gehört genauso dazu wie eine auf dem Grundstück eingeplante Rückstauzone für die LKWs.

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