Krampnitz: Wie es mit dem neuen Norden Potsdams weiter geht

Krampnitz: Wie es mit dem neuen Norden Potsdams weiter geht

Krampnitz: Wie es mit dem neuen Norden Potsdams weiter geht
Eine Visualisierung von Krampnitz. Copyright: Müller Reimann Architekten

Weil sich die Tram-Planung verzögert hat, muss die Stadt Potsdam das neue gewaltige Stadtviertel Krampnitz in Etappen realisieren. Auf dem ersten digitalen Forum Krampnitz präsentierten die Projektverantwortlichen den aktuellen Stand. Ein Ausblick auf das Projektjahr 2021, geplante Ausschreibungen und Chancen für Investoren.

Laut Masterplan werden auf dem 140 Hektar großen ehemaligen Kasernengelände im Norden der Landeshauptstadt Potsdam in den nächsten zehn bis 20 Jahren rund 10.000 Menschen wohnen und arbeiten. In schöner Lage zwischen dem Fahrlander See und dem Krampnitzsee.

Krampnitz - das zukunftsweisende neue Viertel für Potsdam backt zunächst kleinere Brötchen

In Sachen Mobilität, Nachhaltigkeit und Energieversorgung soll das Viertel zukunftsweisend sein. Knackpunkt ist der öffentliche Nahverkehr. Vorgesehen ist, die Straßenbahnlinie 96 vom Potsdamer Hauptbahnhof über Krampnitz bis nach Fahrland zu verlängern. Doch das Verkehrsprojekt verzögert sich, deshalb wird das Quartier vorerst nur für 5.000 Einwohner geplant. Bernd Rubelt, Baubeigeordneter in Potsdam, betonte auf dem ersten digitalen Forum zum Projektstand im April: „2021 ist ein sehr wichtiges Projektjahr.“ In den nächsten Wochen gelte es die Perspektive für ein „Krampnitz 5.000“ zu konkretisieren und das entsprechende Baurecht zu schaffen, damit 2024 die ersten Bewohner einziehen können.

Erste vorbereitende Maßnahmen für das gewaltige Projekt in Potsdam sind bereits angelaufen

Auf dem Areal  der ehemaligen Heeresreitschule werden derzeit alte Hallen abgerissen und Altlasten entsorgt. 82 denkmalgeschützte Gebäude bleiben erhalten, darunter das Offizierscasino. Insgesamt zehn Bebauungspläne sind für „Krampnitz 5.000“ in Arbeit. Der Bebauungsplan für die „Klinkerhöfe Nord“ mit der ersten Grundschule steht bereits vor der Vorgenehmigung. Für den Abschnitt „Park/Luch/Feldflur“ mit dem zentralen Park und das „Südliche Zentrum West“ werden die Pläne voraussichtlich im Sommer öffentlich ausgelegt.

(li.) Ein Ausschnitt des Kasernengeländes aus der Luft. (re.) Vorbereitende Maßnahmen für Krampnitz sind bereits angelaufen. Copyright: Benjamin Maltry
(li.) Ein Ausschnitt des Kasernengeländes aus der Luft. (re.) Vorbereitende Maßnahmen für Krampnitz sind bereits angelaufen. Copyright: Benjamin Maltry

Auch die Stadtwerke Potsdam haben ein erstes Maßnahmenpaket geschnürt: Die Tiefbauarbeiten für die Ver- und Entsorgungsarbeiten stehen an, ebenso die Vorbereitung der Heizzentrale. Rückgrat der Wärmeversorgung wird ein Niedrigtemperaturnetz sein, das in der Lage ist, Wärme aus erneuerbaren Quellen aufzunehmen. Die Stadtwerke-Geschäftsführerin Sophia Eltrop erklärte: „Wir werden in diesem Jahr ein Auftragsvolumen von rund 30 Millionen Euro an den Markt bringen.“

Krampnitz wird möglichst autofrei geplant

Der öffentliche Nahverkehr muss vorerst mit Bussen sichergestellt werden. Die Fertigstellung der Tramtrasse ist für 2029 avisiert. Wenn die Vision der Entwicklungsträger von ProPotsdam Realität wird, dann spielt das Auto innerhalb des Viertels kaum noch eine Rolle. Läden, Kitas, Schulen sind komfortabel zu Fuß oder per Rad zu erreichen. Wer dennoch auf ein Auto angewiesen ist, bekommt einen Stellplatz in einer von insgesamt neun Quartiersgaragen zugewiesen. Dauerparken am Straßenrand wird nicht möglich sein.

Parallel zu den Planungsarbeiten läuft der Vertrieb von Grundstücken. Bert Nicke, Chef des Entwicklungsträgers ProPotsdam, erklärte die Vermarktungsstrategie. „Unser Bestreben ist es, ein stabiles Quartier zu schaffen mit einer ausgewogenen Nutzungsmischung.“ Danach wird der Anteil geförderter Wohnungen in kommunaler Hand bei 20 Prozent liegen, das sind bei insgesamt 4.900 vorgesehenen Wohnungen rund 1.000 Einheiten.  Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen baut 1800 Wohnungen. Die übrigen Flächen werden an andere Investoren vergeben, die sich etwa im Bereich der denkmalgeschützten Kasernengebäude engagieren wollen. Bert Nicke sieht darüber hinaus Potenzial für private Bauherren und Baugruppen. Im Bergviertel, wo einst Soldaten mit ihren Familien wohnten, sind zahlreiche Doppel- und Reihenhäuser vorgesehen.

Zur Krampnitz-Website

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