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Logistik: Aus kommunaler Sicht systemrelevant und mit Wachstumspotential

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat gemeinsam mit der Initiative Logistikimmobilien (Logix) im Sommer 2020 eine Umfrage unter Kommunen in ganz Deutschland zur Sicht auf Logistikansiedlungen durchgeführt. Ein zentrales Ergebnis der Studie: 9 von 10 Kommunen schätzen Logistik als systemrelevant ein. Nicht zuletzt die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie verstärken diesen Befund. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus der Studie sind jetzt online einsehbar.

Eine Umfrage unter Kommunen in ganz Deutschland zur Sicht auf Logistikansiedlungen bestätigte dem Asset seine Systemrelevanz. Erfahrungen aus der Corona-Pandemie verstärken diesen Befund. Eine Umfrage unter deutschen Kommunen bestätigt die Systemrelevanz der Logistik. Copyright: GRAPHICAL BRAIN auf Pixabay
Von Redaktion Immobilien Aktuell Magazin / Pierre Pawlik / Pressemitteilung Logix GmbH und Deutscher Städte und Gemeindebund, 19.02.2021

Die gemeinsame Umfrage des DStGB und Logix richtete sich an Kommunen in ganz Deutschland. Konzipiert wurde die Studie inhaltlich von Prof. Dr. Christian Kille, Hochschule Würzburg. Kommunalvertreter*innen wurden hierbei zu den Themen Logistikimmobilien, Bedeutung von E-Commerce für den lokalen Handel, Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität befragt. Darüber hinaus wurde eine ähnliche Umfrage unter Wirtschaftsvertreter*innen der Logistikbranche für eine parallele Studie durchgeführt. Dies sollte den direkten Vergleich der Blickwinkel und Einschätzungen ermöglichen. 

Die Studie "Logistik in der Kommune" wurde jetzt veröffentlicht. Copyright: Logix/DStGB

90 Prozent der Kommunen stufen Logistik als systemrelevant ein

Dr. Malte-Maria Münchow, Sprecher der Logix Initiative, betont: „Unsere Studie hat gezeigt, dass die besondere Bedeutung von Logistikimmobilien innerhalb der Wertschöpfungskette auch auf kommunaler Ebene sehr präsent ist. Dies ist ein erfreulich positives Bild unserer Branche.“ In der Umfrage hatten neun von zehn Kommunen die Logistik als systemrelevant eingestuft. Zudem schätzt eine Vielzahl der Kommunen ihren Standort für die Logistik als attraktiv bis sehr attraktiv ein

Dennoch bestehen Unsicherheiten. So legt die Studie dar, dass Kommunen sich vor allem aufgrund der ausgeprägten Diversität des Wirtschaftsbereichs Logistik eine stärkere Beteiligung im Ansiedlungsprozess wünschen: „Die Ergebnisse zeigen, dass gerade im Logistik-Bereich noch viel Unsicherheit seitens der Kommunen im Spiel ist, weswegen die Potenziale einer Logistikansiedlung oft in den Hintergrund treten.“

Die Umfrage legte zudem offen, welche Kriterien den kommunalen Entscheidern bei einer Logistikansiedlung besonders wichtig sind. „Überraschend - gerade aus Sicht der Logistikansiedler - ist, dass ein konkretes Verkehrs- und Nachhaltigkeitskonzept einen weitaus höheren Stellenwert hat, als beispielsweise ein ÖPNV-Anschluss oder eine Ausbildungsoffensive für junge Menschen“, skizziert Prof. Dr. Christian Kille die Ergebnisse der Studie.

Auch die Einbindung der Bevölkerung in das Ansiedlungsvorhaben ist, anders als von den Entwicklern erwartet, nicht das wichtigste Kriterium für die Kommunen. „Wenn die möglichen Vorbehalte – etwa gegen die Verkehrsbelastung – bereits im Vorfeld geklärt werden können, scheint es weniger relevant zu sein, die Bevölkerung in den Ansiedlungsprozess einzubinden“, so Kille.

Globale Logistikstrukturen bleiben zentral, aber Logistik kann auch regionale Wirtschaftskreisläufe befeuern

Neben dem Blick auf Kriterien für eine konkrete Ansiedlung versucht die Studie auch den Blick auf die Makroebene zu weiten und die kommunale Meinung zu Themen wie Nachhaltigkeit oder Wirtschaftsstrukturen einzufangen. So ergab die Befragung, dass regionale Wirtschaftskreisläufe nach Einschätzung von rund 70 Prozent der Befragten in Zukunft eine größere Bedeutung erhalten würden. Etwa 64 Prozent der Kommunalvertreter halten es für zentral, dass mehr Wertschöpfung in den Kommunen stattfinde. Rund 40 Prozent der Befragten erwarten, dass die Logistik dazu einen Beitrag leisten könne und an Bedeutung zunehmen werde.

„Viele Kommunen sehen zwar eine Entwicklung hin zu mehr regionalen Wirtschaftskreisläufen, dies kann gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und den temporären Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Medizinprodukten und Schutzkleidung gesehen werden. Allerdings sind die meisten Städte und Gemeinden dennoch davon überzeugt, dass die globalen Wirtschaftsstrukturen ihren Platz im wirtschaftlichen Gefüge behalten werden. Logistikansiedlungen werden somit immer eine Systemrelevanz für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort haben“, so Alexander Handschuh, Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Zudem sei, laut Handschuh, die Nachhaltigkeit ein zentrales Element bei der Konzeption, Umsetzung und Bewertung von Logistikansiedlungen für Kommunen.

Alle Ergebnisse der Umfrage des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und Logix sind hier online einsehbar.

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