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Siemensstadt 2.0: Siemens investiert in den Zukunftsstandort Berlin

Die Siemens AG plant auf dem historischen Gelände der 1897 gegründeten Siemensstadt in Berlin Spandau die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte von Siemens in Berlin. In den kommenden Jahren sollen bis zu 600 Millionen Euro in eine neue Arbeits- und Lebenswelt investiert werden: Die Siemensstadt 2.0. Ganz aktuell ging im Januar 2020 ein städtebaulicher Wettbewerb rund um das Projekt zu Ende.

Die Siemens AG plant auf dem historischen Gelände der Siemensstadt in Berlin Spandau ein modernes, gemischtes Quartier: Die Siemensstadt 2.0. Der Siegerentwurf für die Siemensstadt 2.0. Copyright: Siemens AG
Von Redaktion Immobilien Aktuell Magazin / Pierre Pawlik / Pressemitteilungen Siemens AG, 13.01.2020

Fakten zur „Siemensstadt 2.0“

Das Projekt erstreckt sich entlang der Nonnendammallee im nordwestlich des Zentrums gelegenen Stadtteil Berlin-Spandau über eine Fläche von 70 Hektar. Ziel ist, das großflächige Industrieareal in einen modernen und von vielfältiger Nutzung geprägten urbanen Stadtteil der Zukunft zu wandeln. Geplant sind Flächen/Räumlichkeiten für:

  • Wohnen (vorgesehen sind etwa 2.750 Wohneinheiten unter Anwendung des Berliner Modells zur Baulandentwicklung mit mietpreisgebundenem Wohnungsbau)
  • Büro und Gewerbe inklusive industrieller Produktion
  • Forschung, Entwicklung und Ausbildung
  • Hotel, studentisches Wohnen und Boarding Houses
  • Soziale Infrastruktur (eine Grundschule, zwei Kindertagesstätten und eine Jugendfreizeitstätte)
  • Einzelhandel und Gastronomie

Baubeginn ist für 2022 anvisiert, 2030 sollen die Bauarbeiten an dem Großprojekt abgeschlossen sein. Die „Siemensstadt 2.0“ wird im Betrieb CO2-neutral arbeiten, innovative Mobilitätskonzepte und Lösungen des Klimaschutzes berücksichtigen und die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, die das Internet of Things oder Künstliche Intelligenz eröffnen.

Anfänge für die „Siemensstadt 2.0“ sind längst gemacht

Bereits im Oktober 2018 wurden die ersten Pläne für den Smart District „Siemensstadt 2.0“ von dem Unternehmen verlautbart. Offensichtlich wollte man in Teilen nicht erst auf den offiziellen Baubeginn 2022 warten. Das zeigten die Entwicklungen rund um das Dynamowerk.

Das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Dynamowerk gehört zu den eindrucksvollsten Industriekomplexen der alten Siemensstadt. Während der vergangenen Jahrzehnte wurden in ihm und den angrenzenden Hallen des Röhrenwerks Antriebe für Schiffe, Aufzüge und Lokomotiven gefertigt. 1930 entstand hier die erste Mehrzweck-Elektrolokomotive, 1935 die damals größte Dampfturbine der Welt.

Im März 2019 wurde auf dem traditionsreichen Gelände das A32 Entrepreneurs Forum Berlin Siemensstadt eröffnet. Hier stehen moderne Flächen bereit, die den Mitarbeitern von Siemens und Start-ups Raum für agiles Arbeiten bieten. Den Mittelpunkt bildet der "Work- und Eventspace" in einer ehemaligen Lagerhalle.

Wettbewerb zur Neugestaltung der SiemensstadtDer Siegerentwurf für die Siemensstadt 2.0. Copyright: Siemens AG

Am 8. Januar 2020 gab Siemens bekannt, dass der ausgelobte Wettbewerb zur Neugestaltung der Siemensstadt Berlin einen Gewinner hervorgebracht habe. 18 Architektur- und Stadtplanungsbüros hatten Siemens und das Land Berlin zur Teilnahme eingeladen. Zwei Tage lang bewertete eine hochkarätig besetzte Jury die Entwürfe. „Die Siemensstadt 2.0 wird nach einem Entwurf des Berliner Büros Ortner & Ortner Baukunst realisiert“, sagte der renommierte Architekt Stefan Behnisch, der die Jury-Sitzung geleitet hatte.

Der Siegerentwurf von O&O Baukunst setzt auf Einfachheit als städtebauliches Konzept. Dabei werden sämtliche Erdgeschosszonen zu einem durchgängigen und öffentlichen „Stadtgeschoss“ gestaltet. Das neue Zentrum bildet dabei ein prägnantes Hochhaus mit davor liegendem „Stadtplatz“. Zusätzliche 60-Meter-Bauten markieren an ausgewählten Positionen die Eingänge zum Areal. Die Schaltwerkhallen werden zum Teil für öffentliche und kulturelle Nutzung umgestaltet, das Schaltwerkhochhaus soll neben Büros auch Wohnungen und ein Hotel enthalten.

Besonders beeindruckte die Jury dabei das neue Zentrum, das durch das zentrale Hochhaus entsteht. Lange Straßen und Achsen werden so vermieden, innerhalb des Areals entstehen unterschiedlich große Freiräume und Teilbereiche, die mit mehr oder weniger Wohnnutzung gemischt genutzte Quartiere bilden.

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