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Wohnungsmarkt: Schaden durch Regulierung überwiegt den Nutzen

Da der Immobilienboom trotz Corona nicht abflaut, setzt der Staat weiterhin auf eine Regulierung des Wohnungsmarktes mittels Mietpreisbremse, Mietenstopp oder gar Enteignungsplänen. Nichts davon löst jedoch die grundlegenden Probleme. Ein Kommentar von Jürgen Steinhauser, Geschäftsführer der Real Estate & Asset Beteiligungs GmbH.

Der Immobilienboom flaut trotz Corona nicht ab, weshalb der Staat auf eine Regulierung des Wohnungsmarktes mittels Mietpreisbremse, Mietenstopp oder Enteignungsplänen setzt. Die eigentlichen Probleme löst das allerdings nicht. Jürgen Steinhauser erklärt, warum Regulierungen im Immobilienmarkt mehr schaden als nützen. Copyright: (links) Real Estate & Asset Beteiligungs GmbH / (rechts) Sesana auf Pixabay
Von Jürgen Steinhauser, 14.10.2020

Weil der Immobilienboom der Corona-Krise zum Trotz nicht enden will, setzt der Staat auch weiterhin auf Konzepte zur Regulierung des Wohnungsmarktes. Mietpreisbremse, Mietenstopp oder auch Enteignungspläne sind dabei Teile einer ausufernden Interventionsspirale, die das Problem letztlich aber doch nicht lösen.

Mietpreisbremse, Mietpreisstopp und Eineignungen werden Preistreiberei im Wohnungsmarkt nicht stoppen

Im Fall der Mietpreisbremse bleiben Modernisierungskosten auch weiterhin die eigentlichen Preistreiber. Außerdem ändert die Auskunftsrechtpflicht der Vermieter zur Miethöhe wenig daran, dass zentrale Innenstadt-Lagen nun mal ihren Preis haben – zumal nach einer kostenintensiven energetischen Sanierung oder einer Luxussanierung. Ein Mietpreisstopp, wie er aktuell in Berlin umgesetzt wird, hat lediglich zur Folge, dass nicht nur die den Mietpreis treibenden Luxussanierungen ein Ende haben, sondern auch wichtige Instandhaltungsmaßnahmen. Ganz ohne Mieterhöhungen können Immobilien nämlich nicht in Schuss gehalten werden.

Erst recht würden die Enteignungsphantasien von einigen Mieter-Interessengruppen in die Sackgasse führen. Zum einen schaffen Enteignungen keinen neuen Wohnraum. Vielmehr würde wegen der erforderlichen hohen Entschädigungszahlungen sogar noch Geld für dringend benötigte Neubauten fehlen. Zudem würden Enteignungen zu einer Rechtsunsicherheit führen, die die dann noch verbliebenen Eigentümer und Bauherren davor zurückschrecken lassen könnte, überhaupt noch in neuen Wohnraum zu investieren.

Ein möglicher Ausweg: Gezielte Förderung von Vermietern, die dauerhaft günstigen Wohnraum anbieten

Eine Möglichkeit tatsächlich bezahlbaren Wohnraum gewährleisten zu können, wäre beispielsweise die gezielte Förderung von Vermietern, die dauerhaft günstigen Wohnraum für die breite Mittelschicht anbieten. Wer jetzt einwendet, dass bezahlbarer Wohnraum in einem freien und umkämpften Wohnungsmarkt nicht realisierbar ist, vergisst die zwar kleine aber durchaus vorhandene Gruppe von Vermietern, die sich auf dieses Segment spezialisiert haben und dennoch wirtschaftlich sind.

Im Mittelpunkt steht dabei meist die zielgerichtete Sanierung und Optimierung von Bestandsimmobilien, durch die sowohl Mieter als auch sie selbst profitieren. Auf der einen Seite kommen Mieter so nämlich in den Genuss von günstigen Mieten, lokalen Hausverwaltungen und einem engagierten Asset Management, das langfristig die Wohn- und Gebäudequalität sowie das Mietklima verbessert. Andererseits verringert der somit erzeugte Mehrwert der Immobilien die Leerstände und die Fluktuation, sodass stabile Mieteinnahmen erwirtschaftet werden können. 

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