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Du willst Meer?

Ferienimmobilien steigern weiter ihre Beliebtheit. Natürlich geht es um eine ordentliche Rendite, aber auch um ein paar erholsame Tage in den eigenen vier Wänden.

Ferienimmobilien steigern weiter ihre Beliebtheit
Von Ivette Wagner, 03.10.2018

Mit einer Binsenweiheit wollen immer weniger Menschen etwas zu tun haben: „Das Schönste am Urlaub ist die Erinnerung daran.“ Warum sich nicht ein permanentes Holidayfeeling verpassen – auch wenn man nicht immer selbst vor Ort sein kann. Mit der schönen Illusion eines eigenen Paradieses geht nicht so sehr der Gedanke der monatelangen Ausschweifungen einher als vielmehr ein ganz pragmatischer: gute Rendite und Altersvorsorge.

Preise steigen weiter

Seinen Niederschlag findet das in einer weiter steigenden Nachfrage und einem zahlenmäßig unterlegenen Angebot an Ferienimmobilien und Zweitwohnsitzen in deutschen Urlaubsdestinationen. Der „Ferienimmobilien Marktbericht Deutschland 2018“ von Engel & Völkers untermauert dies: Darin betrachtet das Unternehmen die Preisentwicklung von 24 Standorten an der Nord- und Ostsee, in der Alpenregion sowie am Bodensee.

Bei Ferienwohnungen in sehr guten Lagen beobachtet Engel & Völkers eine anhaltende Preisdynamik. So verzeichneten zwei Drittel der Standorte Preissteigerungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Demgegenüber pendelten sich die Preise für Ferienhäuser in 1A-Lagen vielfach auf hohem Niveau ein.

Erneut liegt Sylt beim Quadratmeterpreis vorn: Für ein Ausnahmeobjekt wurden 20.000 Euro aufgerufen. Im Segment der Ferienhäuser lag der Preis für absolute Liebhaberimmobilien bei bis zu 17 Millionen Euro. Damit wurde der Höchstwert des vergangenen Jahres noch einmal um eine halbe Million Euro übertroffen.

Die mit Abstand stärksten Preissteigerungen erfasste Engel & Völkers auf den Inseln Amrum und Föhr. Grund hierfür ist das extrem knappe Objektangebot. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Maklerhaus VON POLL IMMOBILIEN, das den Markt der Ferienimmobilien mit dem Portal BestFewo untersuchte.

Nachfrage intensiviert sich

Die Experten zeigen für die Zukunft auf, dass die Preise weiter anziehen, sich die Nachfrage intensiviert, Urlaub in Deutschland immer mehr interessiert. Gehen die Immobilien in Süddeutschland vor allem an regionale Käufer, kommen die Interessenten an der Ostsee aus ganz verschiedenen Bundesländern.

Sie finden ein vielfältiges Angebot. Die Dolphin Trust beispielsweise hat das Schloss Dwasieden in Sassnitz auf Rügen erworben. Auf dem großzügigen Anwesen mit 325.000 Quadratmetern Nutzfläche soll es Ferienwohnungen, Gebäude für Freizeitaktivitäten und Ladengeschäfte geben – eine Investition in Höhe von 180 Millionen Euro.

Die 12.18. Investment Management GmbH realisiert das Projekt Maremüritz. „Das ist neben dem SCHLOSS Fleesensee unser zweites Projekt an der Mecklenburgischen Seenplatte. Wir sind überzeugt von der touristischen Kraft der Region und dass das Maremüritz Yachthafenresort die Attraktivität der Destination noch weiter steigern sowie zahlreiche zusätzliche Urlaubsgäste von einem Urlaub im Herzen Mecklenburg-Vorpommerns begeistern wird“, sagt Kai Richter, geschäftsführender Gesellschafter des Düsseldorfer Projektentwicklers.

Über 50 Millionen Euro kostet das Areal, das auf einem schmalen Uferstreifen zwischen Müritz und Feisnecksee entsteht: 184 luxuriöse Ferienapartments, die Privatpersonen als Kapitalanlage erwerben können. Diese werden künftig an Touristen vermietet und sollen so attraktive Renditen für den Eigentümer generieren. Ein Spa-Bereich und ein eigener Yachthafen vervollständigen das Vier-Sterne-Resort. „Das Konzept vereint die Vorzüge einer soliden Geldanlage mit der Möglichkeit, dort selbst Urlaub verbringen zu können“, so Kai Richter.

Das Vier-Sterne-Resort Maremüritz will Käufer mit gehobener Innenausstattung... (Foto: 12.18. Investment Management GmbH)...einem Yachthafen und Spa überzeugen (Foto: 12.18. Investment Management GmbH)In Boiensdorf entsteht ein Park aus knapp 20 reetgedeckten Häusern. (Foto: Bonava)SCHLOSS Flesensee steht für gehobene Ansprüche (Foto: 12.18. Investment Management GmbH)SCHLOSS Flesensee steht für gehobene Ansprüche (Foto: 12.18. Investment Management GmbH)SCHLOSS Flesensee steht für gehobene Ansprüche (Foto: 12.18. Investment Management GmbH)

Für Anleger guter Markt

Für seinen Individualfonds MAGNA Babcock Select hat die MAGNA Asset Management AG eine Ferienimmobilie auf der Insel Rügen für sechs Millionen Euro erworben. „Die Insel Rügen ist eine der beliebtesten Urlaubsdestinationen der Deutschen und damit für Anleger ein sehr attraktiver Markt“, erklärt Jochen Ackermann, Vorstand der MAGNA Asset Management AG. „Allgemein sind Investitionen in Ferienimmobilien in begehrten Lagen eine gute Anlage, denn die Nachfrage nach Unterkünften in beliebten Urlaubsdestinationen ist gleichbleibend hoch.“

Aye Helsig, Regional Director Central Europe FeWo-direkt, hat noch andere Argumente parat: „Zum einen ist eine Ferienimmobilie in Deutschland für die Käufer natürlich besser erreichbar, zum anderen sind für sie im eigenen Land die spezifischen Vorschriften und Vorgänge, die es bei einem Erwerb zu beachten gilt, besser bekannt und bei den Kaufverhandlungen fallen etwaige Sprachbarrieren weg. Wir sehen, dass die Eigentümer im Laufe der Zeit immer preissensibler geworden sind. Daher sprechen die im Durchschnitt günstigen Preise in Deutschland ebenfalls für einen Kauf hierzulande.“

Neben der Anlage an sich sind die Vermietungsmöglichkeiten wichtig – mehr als bei ausländischen Immobilien. Der Analyse von FeWo-direkt und Engel & Völkers zufolge fallen die jährlichen Mieteinnahmen mit rund 13.900 Euro pro Objekt an ausländischen Standorten zwar höher aus als für Domizile in Deutschland (12.100 Euro), jedoch waren im Ausland liegende Ferienhäuser und -wohnungen mit durchschnittlich 20 Wochen pro Jahr deutlich weniger ausgelastet als Inlandsunterkünfte (im Schnitt 26 Wochen/Jahr).

Besser in die USA?

Bezüglich der Rentabilität von Ferienimmobilien zeigen die Experten, dass die Vermietung sich sowohl im In- als auch im Ausland lohnt. Im Durchschnitt erzielten die Befragten pro Jahr eine Bruttorendite von sechs Prozent. Urlaubsdomizile in Deutschland erwirtschafteten sechs Prozent, in Spanien vier Prozent. Rein rechnerisch liegen die Niederlande und die USA mit je elf Prozent vorn. Vermieter in Kroatien durften sich über eine jährliche Bruttorendite von neun Prozent freuen.

Doch zurück zum heimischen Meer. Viele Alteingesessene betrachten die vielen Baukräne vor der Haustür eher skeptisch, trotzdem geht der Boom weiter. Zwei Beispiele verdeutlichen das: Zum einen erwarb die HELMA Ferienimmobilien GmbH ein rund 47.200 Quadratmeter großes Grundstück an der Nordsee, später soll es „NordseeResort Büsum“ heißen. Im Norden von Büsum baut das Unternehmen rund 110 Ferienwohneinheiten in circa 70 freistehenden Einzel- und Doppelhäusern.

Per Barlag Arnholm, geschäftsführender Gesellschafter der HELMA Ferienimmobilien GmbH, zeigt die Verbundenheit mit der Umgebung: „Alle Gebäude werden in Holzbauweise, inspiriert durch Gestaltungsmerkmale der skandinavischen Ferienhausarchitektur, errichtet.“

Zum anderen hat die Bonava die Bauvorbereitungen für ein neues Ferienquartier in Boiensdorf gestartet. Auf dem gut 12.500 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Wildtiergeheges im Ortsteil Stove finden sich bis zum Frühjahr 2019 insgesamt 18 reetgedeckte Ferienhäuser. Das Grundstück grenzt direkt an die charakteristische holländische Windmühle von 1889 und bietet einen weiten Blick auf die Insel Poel, die Ostsee und das Salzhaff.

Vier verschiedene Haustypen bietet der Projektentwickler an, mit drei oder vier Zimmern, zwischen 86 und 135 Quadratmeter groß, mit Grundstücken zwischen 335 und 622 Quadratmetern und einem Preis ab 263.500 Euro. Für Bonava ist es bereits das zweite aktuelle Bauvorhaben in der Region. Westlich der Wismarer Bucht entsteht in Zierow derzeit ein weiteres Ferienquartier mit insgesamt 87 Reetdachhäusern.

 

Foto oben: Das Düsseldorfer Unternehmen 12.18. Investment Management erwarb die Ferienanlage „Weiße Wiek“ im Ostseebad Boltenhagen.
© 12.18. Investment Management GmbH

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