Intel baut Megafab in Magdeburg: Baustart für Ende 2024 geplant

Intel baut Megafab in Magdeburg: Baustart für Ende 2024 geplant

Intel baut Megafab in Magdeburg: Baustart für Ende 2024 geplant
Dieses Rendering zeigt frühe Pläne der Megafabrik in Magdeburg. Copyright: Intel Corporation

Am 15. März 2022 gab Intel seine Pläne bekannt, in den kommenden zehn Jahren bis zu 80 Milliarden Euro entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette in Europa zu investieren – von der Forschung und Entwicklung über die Fertigung bis hin zum hochmodernen „Packaging“. Intels Ankündigung schließt eine geplante Investition in Höhe von 30 Milliarden Euro für den Bau einer Megafab in Magdeburg ein, die aus zwei hochmodernen Halbleiterfabriken bestehen soll. Ein entsprechendes Vertragswerk wurde unterschrieben. Der Intel-Chef gab nun bekannt, dass der Baustart für 2024 vorgesehen sei.

Einladung zum Dresdner Immobilientag

Mit der Planung der Halbleiterfabriken in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt wurde sofort begonnen. Der Baubeginn im Industriegebiet Eulenberg direkt an der A14 im Südwesten der Stadt ist für die erste Hälfte des Jahres 2023 vorgesehen und die Inbetriebnahme für 2027 geplant - vorbehaltlich der Beihilfengenehmigung durch die EU Kommission und der Bewilligung der Förderung durch die deutschen Behörden. Die beiden Fabriken sollen Chips mit Intels fortschrittlichsten Transistortechnologien der Angström-Ära liefern.

Intel investiert 17 Milliarden in zwei Magdeburger Halbleiterfabriken

Intel plant, zunächst 17 Milliarden Euro zu investieren und alleine im Laufe der Bauarbeiten 7.000 Arbeitsplätze zu schaffen. Als Ergebnis der Bauarbeiten sollen 3.000 dauerhafte High-Tech-Arbeitsplätze für Intel selbst entstehen und zehntausende zusätzliche Arbeitsplätze bei Zulieferern und Partnern. Das würde das Vorhaben zur größten branchenbezogenen Firmenansiedlung in Deutschland seit Jahrzehnten machen.

Die Intel-Megafab in Magdeburg. Copyright: Intel Corporation
Die Intel-Megafab in Magdeburg. Copyright: Intel Corporation

Magdeburg hatte sich in einem Bewerbungsverfahren gegen zahlreiche andere europäische Bewerber (darunter auch Dresden) durchgesetzt: „Unsere umfangreiche Bewerbung, die vielen Gespräche und nicht zuletzt die Schaffung der planerischen Voraussetzungen für den Eulenberg haben sich gelohnt. Der geplante Bau der Mega-Chipfabrik von Intel wird die bislang größte Investition in der Geschichte unserer Stadt. Das Vorhaben des Chip-Herstellers wird Magdeburg zu einem Wirtschaftszentrum in der Mitte Europas wachsen lassen“, betonte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper anlässlich der Intel-Entscheidung. 

Video: Pressekonferenz zur Milliardeninvestition im Alten Rathaus Magdeburg

Intels weitere Europa-Pläne

Intel plant, den neuen Magdeburger Standort als "Silicon Junction" zu bezeichnen. Dieser "Silicon Junction" soll als Verbindungspunkt für andere Innovations- und Fertigungszentren im ganzen Land und in der Region dienen. Darüber hinaus möchte Intel ein neues Forschungs-, Entwicklungs- und Designzentrum in Frankreich errichten sowie seine Kapazitäten in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Fertigung, Auftragsfertigung (Foundry) und Backend-Fertigung in Irland, Italien, Polen und Spanien weiter ausbauen.

Dazu Pat Gelsinger, CEO von Intel: „Die von uns geplanten Investitionen sind ein wichtiger Schritt sowohl für Intel als auch für die EU. Der ‚EU Chips Act‘ ermöglicht es der Privatwirtschaft und öffentlichen Hand, gemeinsam Europas Position im Halbleitersektor signifikant zu stärken. Intel möchte bei der Gestaltung der digitalen Zukunft Europas in den kommenden Jahrzehnten eine wesentliche Rolle spielen.“

AnkerDie Intel-Ansiedlung und ihre Chancen: Kommunalpolitik muss schnell richtige Weichen stellen

Update vom 15. Juni 2022: Nach der Entscheidung des Chip-Giganten Intel in den Bau zweier Halbleiterfabriken zu investieren und dabei bis zu 10.000 Arbeitsplätze zu schaffen, sieht der BFW Landesverband Mitteldeutschland e.V. jetzt die Magdeburger Kommunalpolitik am Zug. Sie müsse schnell die nötigen Voraussetzungen für den zu erwartenden zusätzlichen Bedarf an Wohn- und Gewerbeflächen schaffen. „Dass sich Magdeburg in diesem harten Standortwettbewerb durchsetzen konnte, hat uns alle froh und stolz gemacht“, betont Peter Pfeffer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BFW Landesverband Mitteldeutschland e.V.

„Die damit verbundene einmalige Chance, die Stadt in allen Bereichen deutlich voranzubringen, kann aber nur genutzt werden, wenn die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung ihrer Verantwortung gerecht werden und jetzt die richtigen Weichen stellen.“

Prognosen gehen davon aus, dass Magdeburg durch die Ansiedlung bis zu 15.000 Einwohner hinzugewinnt. Diese benötigen passenden Wohnraum, aber auch Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wie Schulen, Kindertagesstätten, Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Der BFW Landesverband erwartet eine wachsende Nachfrage insbesondere bei größeren, höherwertig ausgestatteten Wohnungen für Familien sowie bei Einfamilienhäusern. Auch Wohnungen im mittleren Mietsegment seien nicht ausreichend vorhanden.

Peter Pfeffer weist darauf hin, dass sich in der Landeshauptstadt gegenwärtig rund 6.000 Wohnungen in Planung befinden. Diese müssten nun zügig realisiert werden. Die erst vor wenigen Tagen vom Magdeburger Stadtrat beschlossene Bebauungsplansatzung für das Projekt „Börde Bogen“ mit mehr als 800 Wohnungen wertet Peter Pfeffer als Schritt in die richtige Richtung.

Weitere Forderungen des BFW:

AnkerSpatenstich bereits Anfang 2023?

Update vom 4. August 2022: Intel hofft, den Bau der beiden neuen Magdeburger Halbleiterwerke bereits Anfang 2023 beginnen zu können. „Wir planen den Spatenstich im ersten Halbjahr 2023 und sind optimistisch, dass auch in diesem Zeitraum der EU Chips Act verabschiedet wird“, erklärte der Personalchef von Intel in Deutschland, Bernd Holthaus, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Der EU Chips Act soll mehrere Milliarden Euro für die europäische Chip-Industrie mobilisieren und könnte für Intel Beihilfen für ihre Megafab bedeuten. Ab 2027 sollen die ersten Chips in Magdeburg produziert werden. Intel wird dahingehend zunächst 17 Milliarden Euro investieren.

AnkerIntel-Chef Pat Gelsinger sieht große Chancen für Magdeburg

Update vom 16. November 2022: Die Landeshauptstadt Magdeburg wird die Chancen der geplanten Intel-Ansiedlung nutzen und die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes weiter vorantreiben. Das bekräftigte Oberbürgermeisterin Simone Borris bei einem Treffen mit Intel-Chef Pat Gelsinger am vergangenen Samstag, den 12. November 2022, in Magdeburg. 

Um stabilere Lieferketten zu bekommen und unabhängiger zu werden, müsse man nach Aussagen von Pat Gelsinger die Produktion von Chips global besser verteilen. Zudem ging er darauf ein, dass es Intel nicht nur um die reine Chipproduktion gehe, sondern auch um das gesamte Ökosystem im Produktionsumfeld. Die Chancen für die Stadt, die Region und das Land seien enorm, betonte Pat Gelsinger. Bei dem Treffen berichtete er auch über die Produktionsstandorte in den Vereinigten Staaten, in Irland und Israel. Überall habe man die Chancen für Ansiedlungen auch im Umfeld der Chipproduktion genutzt.

Oberbürgermeisterin Simone Borris bedankte sich für das Bekenntnis von Intel für den Standort Magdeburg: „Für die Landeshauptstadt und die Umlandgemeinden ergeben sich in den kommenden Jahren große Entwicklungschancen.“ Und sie ergänzte:

„Wir werden die Möglichkeiten nutzen und weiter in die Stadtgestaltung Magdeburgs investieren.“

Zudem versicherte Simone Borris dem Unternehmen Intel, dass die Zusammenarbeit auf hohem Niveau fortgesetzt wird und weiterhin alle behördlichen Verfahren der Stadtverwaltung für die geplante Ansiedlung des Chip-Herstellers so reibungslos wie möglich gestalten werden. Intel-Chef Pat Gelsinger war erstmals in Magdeburg. Sein Besuch begann im künftigen Gewerbegebiete Eulenberg, dem künftigen Standort der Megafab. „Ein Thema war dort die Vorstellung der Fläche und deren Besonderheiten. Zudem wurden Pläne gezeigt und die künftige Lage der Fabriken besprochen", erklärte Sandra Yvonne Stieger, Magdeburgs Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit.

Grundstückskaufvertrag mit Großinvestor Intel vom Magdeburger Stadtrat bestätigt

Update vom 28. November 2022: Der Kaufvertrag über die städtischen Grundstücke im Gewerbegebiet Eulenberg im Süden Magdeburgs an den Investor Intel ist heute vom Stadtrat der Landeshauptstadt in einer nicht öffentlichen Sitzung bestätigt worden. Vorausgegangen war heute die Unterzeichnung des Kaufvertrages bei einem Magdeburger Notar. Als im Dezember 2021 der Ankauf der Grundstücke durch den Magdeburger Stadtrat bestätigt wurde, war noch nicht klar, an welchen Investor diese perspektivisch weiterveräußert werden sollen. Intel bestätigte im März dieses Jahres die Investitionsabsichten und setzte mit dem Ankauf der Grundstücke heute nun einen wichtigen Meilenstein.

Auf den Intel-Flächen am Eulenberg erfolgen bereits mehrere baufeldfreimachende Maßnahmen. Koordiniert werden diese und die Folgeschritte im städtischen Wirtschaftsdezernat, welches bereits unter der Wirtschaftsbeigeordneten Sandra Yvonne Stieger die Anbahnung der Ansiedlung erfolgreich für die Stadt geleitet hat. Mit dem heutigen Stadtratsbeschluss verbindet die Landeshauptstadt auch die Erwartung, dass die Entwicklung des angrenzend geplanten HighTech Parks mit den beiden Gemeinden Wanzleben und Sülzetal und dem Land Sachsen-Anhalt erfolgreich vorangetrieben wird.

AnkerBaustart für Intel-Halbleiterfabriken verschiebt sich wohl

Update vom 08. Januar 2023: Nachdem es zuletzt rund um die Intel-Megafab in Magdeburg alles sehr schnell zu gehen schien - so sind im Januar planmäßig die archäologischen Untersuchungen vor Ort angelaufen -, legen Zeitungsberichte nahe, dass das Vorhaben ins Stocken geraten ist. Wie unter anderem die "Welt" berichtete, gebe es bislang keinen Termin für den Baustart. Diesen hatte das Unternehmen ursprünglich für das erste Halbjahr 2023 geplant. Dieser wird sich nun wohl verschieben. Ursache für die Verzögerungen seien unklare Förderzusagen, gestiegene Energie- und Baukosten sowie eine sinkende Nachfrage nach Halbleitern. 

AnkerIntel bekräftigt Planungen für Magdeburger Chipfabrik

Update vom 19. Januar 2023: Zuletzt hatte die Ankündigung von Intel, auf die Nennung eines konkreten Datums für den Baubeginn der Megafab zu verzichten, Verunsicherung ausgelöst. Als Gründe waren aus dem Konzern steigende Kosten und eine konjunkturbedingt sinkende Nachfrage nach Chips genannt worden. Zudem warte man noch auf die Genehmigung der zugesagten Fördermittel des Bundes durch die Europäische Kommission.

Trotzdem: Der CEO von Intel, Pat Gelsinger, hat am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos höchstpersönlich bekräftigt, dass der größte Chiphersteller der Welt an den Planungen für die Magdeburger Chipfabrik festhält. Das Projekt gehe entsprechend voran. Der Standort Magdeburg erscheint auf einer von Intel veröffentlichten Liste von neuen Fabrikstandorten als „geplant“. Für die Region Magdeburg rückt damit ein massiver Wachstumsimpuls immer näher. Die ersten Zulieferer sichern sich bereits passende Immobilien.

Intel-Megafab wird Magdeburg florieren lassen

Für Magdeburg wird die Errichtung der Halbleiterfabrik die Größenordnung eines Jahrhundertprojekts erreichen. Nach Berechnungen von Aengevelt Research werden allein die ersten beiden Fabrikmodule zur Entstehung von bis zu 16.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen führen, davon 3.000 Arbeitsplätze direkt bei Intel, zusätzlich 7.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern sowie aufgrund analysierter Effekte vergleichbarer Projekte bis zu weiteren 6.000 induzierten Arbeitsplätze aufgrund der zusätzlichen Nachfrage nach Dienstleistungen und Waren in der Region.

Unter Berücksichtigung von Pendlern und ortsansässigen Arbeitskräften rechnet Aengevelt Research in der ersten Ausbaustufe mit einem Bevölkerungswachstum um 9.000 Personen und einer Zunahme des Wohnungsbedarfs um etwa 4.000 Haushalte. Weitere Fabrikmodule könnten mittel- und langfristig folgen. Für die Immobilienwirtschaft bedeutet das, dass die Nachfrage in allen Assetklassen steigen wird. Die Nachfrage wird sich auf die Stadt Magdeburg selbst richten, auf das unmittelbare Umland; aber die Ausstrahlungseffekte werden sich, insbesondere für Logistikimmobilien, bis nach Halle und Leipzig, dem Standort des zweitgrößten deutschen Frachtflughafens, erstrecken.

Intel denkt langfristig

In Davos bestätigte Pat Gelsinger, dass europäische Standorte in den langfristigen strategischen Planungen Intels eine unverzichtbare Rolle inne hätten und dass das Unternehmen sich von der kurzfristigen konjunkturellen Entwicklung nicht irritieren lasse. Angesichts dieser Äußerungen kann die Region Magdeburg weiter davon ausgehen, dass die Chipfabrik gebaut wird, zumal Intel bereits für über 100 Millionen Euro Grundstücke erworben und intensive Kooperationen mit den örtlichen Hochschulen begonnen hat. Das Unternehmen sucht nach Ingenieuren, Bauleitern und Projektmanagern für den Bau und späteren Betrieb der Fabrik in Magdeburg.

Für die Akteure auf den Immobilienmärkten bedeutet das, dass sie sich bereits jetzt Flächen sichern und dass sie planen und investieren müssen, um die zusätzliche Nachfrage zu decken, die sich ab 2024 aufbauen und dann ab 2026 an Dynamik gewinnen wird. Dazu Annett Lorenz-Kürbis, Leiterin der Niederlassung Magdeburg des Immobilienhauses Aengevelt: „Wir haben bereits im Jahr 2022 die ersten Anmietungen von Büroflächen durch Ingenieurbüros im Zuge der Intel-Ansiedlung vermittelt. Aktuell hat ein hochrangiger internationaler Zulieferer von Produktions- beziehungsweise Veredelungsanlagen für Ende 2023 seinen Flächenbedarf angemeldet und uns mandatiert. Das sind die ersten konkreten Schritte der Bedarfsentwicklung, die die Chipfabrik auslöst“.

AnkerKritik an Intel-Ansiedlung

Update vom 22. März 2023: Gegenüber dem Spiegel äußerten zwei Ökonomen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle große Zweifel an der Intel-Ansiedlung in Magdeburg. Dabei kamen diverse Kritikpunkte auf den Tisch:

Die angekündigten Subventionen für das Großprojekt selbst seien viel zu hoch, während im direkten Umfeld sowohl die Arbeitskräfte als auch eine entsprechende Infrastruktur fehlen würden. Es gebe keine regelmäßige ICE-Verbindung, es fehle an Schulen, Wohnraum und Freizeitangeboten für zukünftige Arbeitnehmer. Der Standort sei demnach nicht attraktiv genug, um eine Zuwanderung notwendiger Fachkräfte loszutreten. Ein weiterer Standortnachteil sei laut Oliver Holtemöller, Präsident des Leibnitz-Instituts, auch die verbreitete Ausländerfeindlichkeit im Osten der Bundesrepublik. Zudem wurde kritisiert, dass ein profitables Unternehmen wie Intel überhaupt subventioniert werde.

Die Äußerungen, die auch die Forderung enthielten, die geplanten Subventionen für Intel lieber in Forschung und Entwicklung in ganz Deutschland zu stecken, wurden harsch kritisiert. Etwa von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. Auch Simone Boris, Oberbürgermeisterin der Stadt Magdeburg, wies die Kritik deutlich und sehr ausführlich in einem Statement zurück.

„Die jüngsten Aussagen des Präsidenten und seines Stellvertreters gegenüber verschiedenen Medien haben keinen Neuigkeitswert und lassen wissenschaftliche Belege vermissen. Die öffentlichen Äußerungen zeigen dagegen die Voreingenommenheit zweier Herren, die offensichtlich von Neid geprägt agieren und damit nicht nur der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Land Sachsen-Anhalt einen enormen Schaden zufügen, sondern auch ganz Ostdeutschland. [...]

In Zeiten wie diesen werden Politik und Unternehmen immer mehr zum Umdenken gezwungen. Und doch bleiben die ökonomischen Grundsätze bestehen. Deshalb müssen Anreize für umsiedlungswillige Unternehmen geschaffen werden, um sich am gewünschten Standort niederzulassen. Das halte ich für völlig legitim. Zu erwarten, dass Unternehmen entgegen wirtschaftlicher Grundsätze investieren, ist naiv. Wenn wir Deutschland und damit insbesondere auch Magdeburg als innovativen Produktionsstandort weiterentwickeln wollen, kostet das Geld.“ 

Gleichzeitig betonte die Oberbürgermeisterin, dass die Landeshauptstadt grundsätzlich offen für konstruktive Kritiken und zu Gesprächen mit der Leitung des IWH bereit sei.

AnkerBund fördert Intel-Megafabs mit 10 Milliarden Euro

Update vom 19. Juni 2023: Der Bund will die Intel-Ansiedlung in Magdeburg mit 9.9 Milliarden Euro fördern. Im Gegenzug wird Intel 30 Milliarden (einschließlich der Fördermittel) in zwei Halbleiterwerke investieren und damit 3.000 Arbeitsplätzen schaffen. Ein entsprechendes Vertragswerk wurde nun unterzeichnet.

Bundeskanzler Olaf Scholz: "Mit dieser Investition schließen wir technologisch zur Weltspitze auf und erweitern unsere eigenen Kapazitäten für die Ökosystementwicklung und Produktion von Mikrochips." Doch die Vereinbarung blieb nicht frei von Kritik. Christian Lindner (FDP) etwa sprach sich deutlich dagegen aus, erklärte, dass die Subventionen nicht durch den aktuellen Haushalt abgedeckt seien. 

Aengevelt spricht von Mammutaufgabe für Immobilienbranche der Region

Update vom 23. Juni 2023: Das Vertragswerk zum Bau der Intel-Chipfabrik ist unterzeichnet. Ab 2027 sollen auf Basis der Angaben der Vertragskontrahenten nach Berechnungen von Aengevelt Research bei Intel selbst (3.000), bei Zulieferern (etwa 6.000) und in den Bereichen Logistik, Einzelhandel, Dienstleistungen, Handwerk und anderen Branchen (etwa 1.000) insgesamt mehr als 10.000 neue Arbeitsplätze entstehen, für die bedarfsgerechter und differenzierter Wohnraum benötigt wird. Auch wenn ein Teil der Beschäftigten arbeitstäglich in die Region Magdeburg einpendelt, wird die Nachfrage nach Wohnraum und anderen Immobiliennutzungen in Magdeburg und vor allem auch der großräumigen Umgebung deutlich wachsen. Annett Lorenz-Kürbis, Niederlassungsleiterin von Aengevelt Magdeburg, über die Auswirkungen:

„Die dynamische Entwicklung dieser historisch herausragenden Ansiedlung ist eine Mammutaufgabe, die alle Immobilienbereiche vor gewaltige Herausforderungen stellt.“

Parallel dazu fördern Stadt und Land die Ausbildung spezialisierter Fachkräfte für die Halbleiterbranche. Dazu zählt zum Beispiel der neue Studiengang für  fortgeschrittene Halbleiter- und Nanotechnologie, der im Wintersemester 2023/2024 an der Uni Magdeburg startet, sowie die Ausbildung zum Mikrotechnologen an der IHK Magdeburg, die voraussichtlich ab August 2024 angeboten wird. Damit ist mit deutlich steigenden Studierenden- und Ausbildungszahlen zu rechnen. Auf diese Weise soll ein signifikanter Anteil der Intel-Arbeitsplätze mit Fachkräften aus der Region besetzt werden. Zugleich ist mit Zuzügen in der Konstruktionsphase sowie nach Fabrikeröffnung zu rechnen.

Wohnungsangebot in Magdeburg

Nach den Erhebungen von Aengevelt Research verfügt die Stadt Magdeburg gegenwärtig nominell über rund 5.000 freie Wohnungen. Im Umland gibt es aktuell weitere signifikante Wohnreserven. Allerdings besteht für einen erheblichen Anteil dieser Bestände ein hoher Sanierungs- und Modernisierungsbedarf im Sinne der Nachhaltigkeitsanforderungen, sofern dies technisch und wirtschaftlich sinnvoll möglich ist. Entsprechend wird sich der durch Intel ausgelöste Mehrbedarf nur decken lassen, wenn einerseits große Teile des zur Zeit leerstehenden Wohnungsbestands substantiell modernisiert und andererseits die Neubauleistungen anspruchskonform und zeitgerecht deutlich gesteigert werden.

Nachfrage auf gewerblichen Immobilienmärkten steigt ebenfalls

In den Immobiliensegmenten Logistik, Büro, Dienstleistung und Einzelhandel wird laut Aengevelt Research die Nachfrage nach Flächen und Baugrundstücken in der Region ebenfalls steigen. Das bietet auch Chancen insbesondere für die angrenzenden Landkreise Börde, Salzlandkreis und Jerichower Land sowie Anhalt-Bitterfeld aufgrund ihrer großen Flächenpotentiale für entsprechende Gewerbeentwicklungen.

„Die intel-Ansiedlung und ihre vielfältigen Anstoß- und Multiplikatorwirkungen werden einen Nachfrage-Boom in den verschiedenen Immobiliensegmenten der Region Magdeburg auslösen“, fasst Dr. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter von Aengevelt Immobilien, zusammen: „Wir registrieren bereits seit 2022, dass auch die Nachfrage nach Co-Working Spaces, Büroflächen und Gewerbeimmobilien steigt, denn die zahlreichen bundesweiten und internationalen Zulieferer, darunter auch ostasiatische und amerikanische Unternehmen, benötigen im projekterforderlichen Vorlauf ebenfalls adäquate Grundstücke, Gebäude und Flächen. Vor diesem Hintergrund und den sich daraus nunmehr konkret abbildenden Rahmenbedingungen stehen die Immobilienmärkte in der Region und der Landeshauptstadt Magdeburg vor einer mit der Wiedervereinigung vergleichbaren durchgängigen Bedarfssituation und der sich daraus entwickelnden Dynamik. Und dazu ist der Startschuss hörbar gefallen.“

AnkerNeue Website informiert über Intel-Ansiedlung

Update vom 15. Juli 2023: Seit Anfang Juli informiert die Stadt Magdeburg über die neue städtische Internetseite invest.magdeburg.de zur Intel-Ansiedlung und den geplanten High-Tech-Park. Darüber hinaus bietet die Plattform einen Überblick zum Wirtschaftsstandort und entsprechenden Kontakten. Beantwortet werden beispielsweise Fragen zur Struktur des Teams rund um „Magdeburg Invest“, welche Effekte die Intel-Ansiedlung auf die Region hat und wer als Ansprechpartner für Investoren für den geplanten High-Tech-Park in Frage kommt. Der Internetauftritt wird federführend durch die Abteilung „Ansiedlung/Intel-Projektteam“ im Wirtschaftsdezernat der Landeshauptstadt Magdeburg bearbeitet und ergänzt. Die technische Umsetzung erfolgt durch die KID Magdeburg GmbH.

Archäologische Untersuchungen im Gewerbegebiet „Eulenberg“

Grab eines Mannes aus der Zeit der Völkerwanderung. Copyright: Landeshauptstadt Magdeburg / Sylvia Loeber
Grab eines Mannes aus der Zeit der Völkerwanderung. Copyright: Landeshauptstadt Magdeburg / Sylvia Loeber

Update vom 12. September 2023: Seit Jahresbeginn prägen Bagger das Bild im Gewerbegebiet „Eulenberg“, wo der US-amerikanische Halbleiterhersteller Intel den Bau von zwei Chipfabriken plant. Da das Gebiet vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt als archäologische Verdachtsfläche eingestuft wurde, müssen im Vorfeld von Baumaßnahmen Ausgrabungen vorgenommen werden. Ziel ist es, Bodendenkmale und gegebenenfalls Funde zu dokumentieren und zu sichern, um mehr über die Besiedlung Sachsen-Anhalts und die Einbindung in die europäische Geschichte zu erfahren. Die Grabungen erfolgen in zwei Phasen: In der bereits abgeschlossenen ersten Phase wurden breite Suchgräben angelegt und die Schwarzerde systematisch in Streifen mit Baggern abgenommen, um auffällige farbliche Strukturen im Boden erkenntlich zu machen. Mehr als 50 Fundstellen konnten in der ersten Phase identifiziert werden.

Aktuell erfolgen auf der Kernfläche die Arbeiten der zweiten Phase: Diese sehen vor, die festgestellten Bodendenkmale vollständig zu sichern sowie die Funde im Zusammenhang zu dokumentieren. Bis zum Jahresende werden die Arbeiten am Eulenberg definitiv abgeschlossen sein. Zu den Funden gehören unter anderem das Grab eines Mannes aus der Zeit der Völkerwanderung und ein möglicherweise bis zu 10.000 Jahre altes Grab mit vermutlich einer Frau sowie die Fundamentreste von Gebäuden einer rund 4.000 Jahre alten Siedlung. Erste Funde wurden vergangene Woche gereinigt und für vertiefende Untersuchungen nach Halle geschickt. 

Archäologen zeichnen einen Grundriss einer rund 4.000 Jahre alten Siedlung. Copyright: Landeshauptstadt Magdeburg / Sylvia Loeber
Archäologen zeichnen einen Grundriss einer rund 4.000 Jahre alten Siedlung. Copyright: Landeshauptstadt Magdeburg / Sylvia Loeber

Die archäologischen Untersuchungen führt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in enger Abstimmung mit dem Dezernat für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit der Landeshauptstadt Magdeburg durch. Unter www.invest-magdeburg.de geben Dokumentationsvideos Einblicke in die umfangreiche Arbeiten. Die zahlreichen Funde sollen das Bauvorhaben im Übrigen nicht verzögern. Gegenüber der dpa erklärte Projektleiterin Susanne Friederich vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Halle: „Die Arbeiten werden planmäßig Ende des Jahres abgeschlossen. Der Intel-Ansiedlung steht dann nichts im Weg.“

Intel-Chef plant Baustart für Megafab Ende 2024

Update vom 22. Januar 2024: Wie dpa berichtet, habe Intel-Chef Pat Gelsinger beim Weltwirtschaftsforum in Davos über die Pläne für die Megafab in Magdeburg gesprochen. Demnach würden hier Chips mit einer Strukturgröße von 1,5 Nanometern gefertigt werden, was die Fertigung in Magdeburg zur Fortschrittlichsten überhaupt machen würde (die modernsten Chips mit drei Nanometern fertigt aktuell TSMC in Taiwan).

Der Spatenstich soll Ende 2024 stattfinden. Aktuell wartet Intel noch auf einige Genehmigungen und trifft vor Ort die Vorbereitungen für den Baustart. Vorrausichtlich ab 2027 sollen in Magdeburg die ersten Chips produziert werden.

Intel mitten im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren - Bauantrag damit eingereicht

Update vom 15. Februar 2024: Voraussetzung für die Errichtung einer gewaltigen Anlage, wie sie Intel in Magdeburg plant, ist ein immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren. Dieses umfasst die Prüfung des Bauantrages und die Bewertung der Umweltauswirkungen, die von Anlagen wie der Intel-Megafab auf Mensch, Tier, Pflanzen, Boden, Wasser und Atmosphäre, Kultur und sonstige Sachgüter ausgehen. Der entsprechende Antrag (2.000 Seiten stark!) war bereits am 15. November 2023 beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt – Referat Immissionsschutz als Genehmigungsbehörde (Obere Immissionsschutzbehörde) eingegangen. 

Das Landesverwaltungsamt hatte zunächst in einem Scoping-Termin die Intel Magdeburg GmbH hinsichtlich der beizubringenden Voraussetzungen und Unterlagen beraten und anschließend die Antragsunterlagen dahingehend überprüft, ob diese für die Beurteilung der Zulassungsvoraussetzungen ausreichend sind. Diese Prüfung hatte ergeben, dass noch Ergänzungen im Antrag erforderlich waren, die nachgefordert beziehungsweise ergänzt wurden. Hernach wurden keine weiteren Einwände geltend gemacht. Die öffentliche Auslegung der Antragsunterlagen erfolgt nun in der Zeit vom 23. Februar bis einschließlich 22. März 2024. In dieser Zeit können alle, die von dem Vorhaben betroffen sind (Bürger, Behörden, Verbände/Vereine), Einwände geltend machen.

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