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Logistikregion Leipzig/Halle weiter im Aufwind

Das Team von BNP Paribas Real Estate (BNP) hat für das Logistikzentrum Airportpark 1 einen neuen Eigentümer gefunden. Auch deutschlandweit ist die Assetklasse im Höhenflug nicht zu stoppen.

Das Team von BNP Paribas Real Estate (BNP) hat für das Logistikzentrum Airportpark 1 einen neuen Eigentümer gefunden. Das Logistikzentrum Airportpark 1 punktet mit seiner Lage im Großraum Leipzig-Halle. Copyright: BNP.
Von Redaktion IMMOBILIEN AKTUELL MAGAZIN / Ivette Wagner, 05.10.2020

Nah am Flughafen, an der A9 und A10, inmitten des Gewerbegebietes Watschkenbreite: Das Logistikzentrum Airportpark 1 punktet mit seiner Lage. Nun hat ein deutsches Family Office die Liegenschaft erworben, das Leipziger Logistics & Industrial Advisory-Team von BNP Paribas Real Estate war beratend tätig, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Insgesamt 27.600 Quadratmeter Logistikfläche finden sich auf dem insgesamt 66.000 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem noch ein Neubau von etwa 10.000 Quadratmetern realisiert werden kann.

Logistikregion Leipzig/Halle setzt neue Bestmarke

Azßenansicht des Neubaus. Copyright: BNP.Eine Transaktion, die zeigt, dass die Assetklasse krisenfest durch die Corona-Zeit kommt. Mit bereits 207.000 Quadratmetern Flächenumsatz im ersten Halbjahr wurde nicht nur der langjährige Durchschnitt um satte 67 Prozent übertroffen, sondern auch eine neue Bestmarke erzielt. „Zum Ende des zweiten Quartals wurden bereits mehr Flächen umgesetzt als im kompletten Vorjahr“, sagt Frank Schönfelder, Senior Consultant Logistics & Industrial bei BNP Paribas Real Estate. „Vor dem Hintergrund des sehr guten Halbjahres-Ergebnisses zeichnet sich auf dem Logistikmarkt für das Gesamtjahr ein überdurchschnittliches Resultat ab“, ergänzt Stefan Sachse, Geschäftsführer und Leipziger Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Bei der Nachfragestruktur spiegeln sich Trends und Auswirkungen im Zusammenhang mit der Pandemie in gewissem Umfang wider. Während die Automobilbranche pandemiebedingt schwächelt, zeigen sich die Pharmaindustrie und vor allem die E-Commerce-Unternehmen sehr aktiv. Mit 60 Prozent des Volumens setzt sich die letztgenannte Branche eindrucksvoll an die Spitze der Verteilung. „War früher die Automobilbranche der sichere Anker auf dem Leipziger Logistikmarkt, so wird es nun zunehmend der E-Commerce-Bereich“, so Frank Schönfelder. „Die ersten ernsthaften Ansiedlungen von E-Commerce-Unternehmen waren bereits 2017 zu verzeichnen. Seitdem entwickelt sich die Branche durch eine stetig zunehmende Nachfrage zu einem wichtigen Treiber für die Flächennachfrage in der gesamten Region.“

Erfolge für E-Commerce-Unternehmen

Im ersten Halbjahr wird dieser langfristige Trend durch den hohen Umsatzanteil unterstrichen, der nicht zuletzt durch zwei Mega-Deals getrieben wurde. So vermeldet der Immobilienkonzern SEGRO mit seiner Built-to-suit-Entwicklung für ein E-Commerce-Unternehmen den größten Vermietungsdeal der vergangenen Jahre in Mitteldeutschland. In seinem Logistics Park Leipzig-Airport hat das Unternehmen rund 86.000 Quadratmeter an einen Onlinehändler vorvermietet. Die Bauarbeiten beginnen noch in diesem Jahr, die Fertigstellung des ersten Abschnittes ist für 2021 geplant. Außerdem siedelt sich ein bedeutendes E-Commerce-Unternehmen aus der Kosmetikbranche auf 32.000 Quadratmetern im Starpark Halle an. Vervollständigt wird die Erfolgsstory der E-Commerce-Unternehmen durch einen Amazon-Abschluss über 20.000 Quadratmeter am Flughafen Leipzig-Halle in Schkeuditz. Mit den drei genannten Abschlüssen entfallen gleich drei der bundesweit fünf größten Verträge dieser Branchengruppe auf den Leipziger Markt.

Die hohe Nachfrage nach kurzfristig verfügbaren Logistikflächen mit moderner Ausstattungsqualität sowie das geringe Angebot wirken sich aktuell spürbar auf die Entwicklung der Mieten aus: Die Spitzenmiete liegt zwar noch unverändert bei 4,50 Euro pro Quadratmeter, die Durchschnittsmiete steigt aber um fünf Cent im Vergleich zum Vorjahr auf 3,75 Euro pro Quadratmeter. „Bei dem bestehenden Nachfrageüberhang ist nicht auszuschließen, dass die Preise bis zum Jahresende durchaus noch etwas zulegen könnten“, betont Stefan Sachse.

Krisengewinner Logistik

Die Systemrelevanz der Logistik wurde in der Krise sichtbar und die Nachfrage nach Logistik- und Lagerflächen verzeichnete durch den zunehmenden Marktanteil des Onlinehandels deutschlandweit einen zusätzlichen Schub. Investitionen in Logistik-, Unternehmens- und Industrieimmobilien hatten mit über neun Milliarden Euro bereits 2019 einen Höchststand erreicht. Auch die Summe der neu fertiggestellten reinen Logistikfläche erreichte mit 4,9 Millionen Quadratmetern einen neuen Rekordwert, Tendenz weiter steigend. Der Neubauflächenbedarf bis 2030 beträgt jährlich 6,5 bis sieben Millionen Quadratmeter und übersteigt das Angebot weiterhin deutlich. Die Kaufpreise sind in den letzten Jahren gestiegen und die Renditen von Logistikimmobilien entsprechend je nach Standort auf 3,7 bis 6,8 Prozent (2019) gesunken. Im ersten Halbjahr 2020 habe die Dynamik der Preisanstiege nachgelassen, so die Ergebnisse der Studie „Logistik und Immobilien 2020“, die bulwiengesa in Partnerschaft mit der Berlin Hyp AG, der BREMER AG, der GARBE Industrial Real Estate GmbH und der Savills Immobilien-Beratungs GmbH veröffentlicht hat.

Aktuelles aus der Immobilienbranche – Oktober 2020

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